Die Petróleos de Venezuela S.A. (PDVSA, [peðeˈβesa]) (zu deutsch: Petroleum von Venezuela) ist die größte Erdölgesellschaft Lateinamerikas und Venezuelas größter Exporteur. Sie wurde 1976 im Zuge der Verstaatlichung der Erdölindustrie des Landes gegründet und unter dem Kürzel Petroven bekannt. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Caracas und steht unter der Leitung von Eulogio del Pino (Präsident).Junta Directiva Im Jahr 2013 beschäftigte das Unternehmen 140.626 Mitarbeiter¿Cuántos trabajadores laboran en PDVSA? pdvsa.com, abgerufen am 30. Januar 2019 (spanisch) und erzielte einen Gesamtumsatz von 12 Mrd. US-Dollar.

Produktion und Reserven Die PDVSA fördert Erdöl vor allem im Orinoco-Gürtel sowie in der Nähe von Maracaibo, der zweitgrößten Stadt Venezuelas. Bis 2006 wurde eine Bitumen-Wasser-Emulsion, sogenanntes Orimulsion hergestellt. Die Produktion wurde aus ökologischen, ökonomischen, technischen und politischen Gründen eingestellt. Daneben werden auch Erdgas und Kohle gefördert sowie Petrochemikalien hergestellt. Petróleos de Venezuela raffiniert Öl, exploriert neue Quellen und vermarktet Rohstoffe und Produkte.

Laut Geschäftsbericht förderte PDVSA 2015 2,7 Millionen Barrel Rohöl täglich, was dem Großteil der Gesamtproduktion Venezuelas von 3,15 Mio. entspricht; das maximale Förderpotential wird mit 3,6 Mio. angegeben. Die Zahlen, sowohl die Förderung als auch die Kapazität betreffend werden von der OPEC wesentlich niedriger angegeben. Die Reserven sind mit derzeit über 298 Milliarden Barrel (2015) angegeben.Das sind die 15 Länder mit den größten Ölreserven Finanzen100.de, abgerufen am 4. August 2017

Im Frühjahr 2018 betrug die Ölförderung in Venezuela um 1,5 Mio. Fass pro Tag, rund die Hälfte der Förderung des Jahres 2005; ein weiterer Rückgang wurde erwartet und würde eine Ölförderrate auf dem Niveau der späten 1940er-Jahre bedeuten.Eine Schweizer Lösung für venezolanisch-russische Probleme?, NZZ, 5. April 2018 Im März 2019 lag die Förderung unter einer Million Fass pro Tag, während durch Stromausfälle und Pannen bei der für den Transport nötigen Aufbereitung des zähflüssigen venezolanischen Öls Exporte im Monat April gänzlich unwahrscheinlich wurden.Exclusive: Venezuela's PDVSA braces for low output from crucial crude upgraders, Reuters, 5. April 2019

Unternehmensentwicklung PDVSA hatte 2007 einen konsolidierten Umsatz von 96,2 Mrd. US$ (2006: 99,3 Mrd. US$) und einen operativen Gewinn (EBIT) von 25,9 Mrd. US$ (2006: 23,5 Mrd. US$), der Jahresüberschuss 2007 betrug 6,3 Mrd. US$, nach Abzug einer Abgabe von 14,1 Mrd. US$ für soziale Projekte des Landes und Körperschaftssteuern von 5,0 Mrd. US$. Im Jahr 2015 lag der Umsatz noch bei 12 Mrd. US$, was mit der gesunkenen Ölproduktion und dem Zusammenbruch der Wirtschaft Venezuelas zu erklären ist.

Beobachter sehen die Gefahr, dass dem Unternehmen durch die hohen Abgaben an den Staat nicht mehr genügend Mittel zur Investition in die eigenen Produktionsanlagen zur Verfügung stehen, um das derzeitige Förderniveau aufrechtzuerhalten.DW-World: Erdölboom zwischen Wunsch und Wirklichkeit vom 30. November 2006FTD: , Financial Times Deutschland, 11. Februar 2008 Laut Geschäftsbericht der PDVSA lag die Gesamtproduktion von Rohöl 1997 bei 2,4 Mio. Barrel täglich und ist auf 3,1 Mio. im Jahr 2006 und 3,15 Mio. im Jahr 2007 gestiegen.Im Bericht der OPEC ist das im Jahr 2007 geförderte Volumen nur mit 2,4 Mio. Barrel pro Tag angegeben.

2007 wurde das Unternehmen verstaatlicht. Die Erträge der Firma mussten an die Regierung abgeführt werden, was keinen Raum ließ für Investitionen.Flüchtlingselend an Venezuelas Grenzen, Radio SRF "Internatinonal", 3. November 2018, Minute 12 Aufgrund von Ineffizienz sank die Ölförderung bis 2015 auf 2,7 Mio. Barrel pro Tag, auch da die Regierung Venezuelas einen großen Teil des Führungspersonals durch Loyalisten ersetzt hatte. Im Jahr 2017 konnte es sich PDVSA aufgrund des Geldmangels nicht mehr leisten, Öl über internationale Gewässer zu transportieren. Die Produktion sank bis August 2018 auf von der Internationalen Energieagentur geschätzte 700.000 Fass pro Tag, kaum ein Drittel der Menge zweieinhalb Jahre früher.Venezuelas Währungsreform gescheitert, NZZ, 27. August 2018, Seite 20; Zitat Maduro: er habe eine "magische Formel" gefunden; "Glaubt mir, der Plan wird funktionieren".

Gläubiger Venezuelas beantragten schon Anfang November 2017 bei der in New York City ansässigen Derivateorganisation International Swaps and Derivatives Association (ISDA), formell einen Zahlungsausfall von PDVSA festzustellen, womit Inhaber von Credit Default Swaps (CDS) genannten Kreditausfallversicherungen Geld erhielten. Gemessen an der CDS-Prämie, ging der Markt im November 2017 schon von einem Zahlungsausfall Venezuelas aus.Venezuela nähert sich weiter dem Zahlungsausfall faz.net. Abruf am 23. August 2018 Die ISDA verschob die Entscheidung über die Feststellung eines Zahlungsausfalls Venezuelas auf den 13. November 2017. Die Regierung lud für diesen Tag die Gläubiger zu einer Konferenz in Caracas ein, um über eine Umschuldung zu verhandeln. Mit der Anreise eines Großteils der Gläubiger aus den USA und Kanada wurde allerdings nicht gerechnet. Die Europäische Union wollte zeitgleich Strafmaßnahmen gegen Venezuela beschließen.Entscheidung über Zahlungsausfall Venezuelas verschoben. In: orf.at, 10. November 2017, abgerufen am 21. November 2017.Flüchtlingselend an Venezuelas Grenzen, Radio SRF "Internatinonal", 3. November 2018 Die Regierung selber beklagte die versäumten Investitionen, nur war in deren Augen das Ausland schuld, aus welchem der „imperialistische Feind“ laut Maduro die PDVSA mit mafiösen Kräften infiltriert hatte, die „von Investitionen in die Erdölindustrie gezielt abgesehen haben, um diese zu zerstören“. Der vormalige General der Nationalgarde und Freund von Diosdado Cabello aus jungen Jahren Manuel Quevedo wurde im November 2017 Chef des ÖlkonzernsMaduro schickt seinen General, NZZ, 27. November 2019 und gleichzeitig Öl-Minister. Die beiden früheren Präsidenten der Gesellschaft Nelson Martinez und Eulogio Del PinoJunta Directiva waren während der Herrschaft Maduros 2017 unter dem Vorwurf der Veruntreuung verhaftet worden; Martinez starb im Herbst 2018. Ein Prozess hatte bis Ende 2018 nicht begonnen.

Im Frühjahr 2018 bestand die Vermutung, dass das venezolanische Erdöl nicht nur für einen Großteil der Staatsfinanzen exportiert werden muss, sondern auch die zukünftige Förderung allenfalls schon mehrfach verpfändet war. Im Dezember 2018 reiste der Chef des größten russischen Gläubigers Rosneft, Igor Setschin, nach Venezuela, um zu erfahren, warum die Lieferungen überdies auch noch im Verzug waren."Und mit den Darlehen wird es wie immer sein": Was Russland in Venezuela im Falle eines Staatsstreichs verliert The Bell, 24. Januar 2019 Laut einer Reuters-Recherche war die Vermischung von Soldaten der Nationalgarde mit der Führung des Unternehmens für das Unternehmen katastrophal, jedoch hatte Präsident Maduro selber im 2018 erklärt, die Militärs seien zu bevorzugen, weil sie näher an der sozialistischen Weltanschauung stünden als kapitalistische Berufsleute.Special Report: Oil output goes AWOL in Venezuela as soldiers run PDVSA, Reuters, 26. Dezember 2018; “I want a Socialist PDVSA,” the president told allied legislators earlier this year. “An ethical, sovereign and productive PDVSA. We must break this model of the rentier oil company.”

Der für die Regierung Maduro via PDVSA zu Beginn des Jahres 2019 überlebenswichtige Zufluss amerikanischer Dollars aus den USA wurde von der Regierung Trump am 28. Januar gekappt, als verfügt wurde, dass Zahlungen nicht mehr an den Ölkonzern PDVSA gehen dürften, sondern auf Sperrkonten überwiesen werden mussten.USA erlassen Sanktionen gegen wichtigen Ölsektor, SRF, 29. Januar 2019

Anfang März 2019 wurde bekannt, dass PDVSA ihre Europazentrale von Lissabon nach Moskau verlagert und künftig mehr Öl an die Russische Föderation und über Russland auf die Weltmärkte bringen werde, wobei der russische Ölkonzern Rosneft sein Venezuela-Engagement aufweiten wird, was faktisch bedeutete, dass Rosneft das Inkasso für die sanktionierte PDVSA übernahm, die Zahlungen venezolanischen Öls also (gewinnbringend) über Rosneft liefen.Präsident Maduro sitzt auf 16 Tankern voller Öl – und bekommt sie nicht verkauft, handelsblatt.de vom 2. März 2019Venezuela to move state oil firm PDVSA office from Lisbon to Moscow, Reuters, 1. März 2019Reuters: Rosneft hilft Venezuela, US-Sanktionen zu umgehen, Nowaja Gaseta, 19. April 2019 (russisch)

Beteiligungen mini|Citgo-Tankstelle in den USA mini|Sponsoring des HVM Racing Teams bei der US-amerikanischen IndyCar Series

Citgo Petroleum Corporation, USA 100 %: PDVSA erwarb 1986 einen 50-%-Anteil beim Benzinvertreiber Citgo; 1990 wurden die restlichen 50 % erworben. Seitdem ist PDVSA ein bedeutender Anbieter für Benzin und weitere Erdölprodukte in den USA. Nynäs Petroleum, Schweden 50 % (die restlichen 50 % gehören Neste Oil). Bahamas Oil Refining Company (BORCO), PDVSA gehört deren Öltanklagerterminal. Hovensa LLC Raffinerie, Amerikanische Jungferninseln, Joint Venture mit Amerada Hess Corp. Isla Raffinerie, Curaçao, geleast Zudem wurde von 1983 bis 2010 ein Anteil von 50 % an der Ruhr Oel GmbH gehalten, einem Gemeinschaftsunternehmen mit BP Deutschland (ursprünglich mit der VEBA Oel AG), das deutschlandweit vier Raffinerien (in Gelsenkirchen, Neustadt an der Donau, Karlsruhe und Schwedt/Oder) sowie zwei petrochemische Anlagen (Gelsenkirchen und Münchsmünster) betreibt. Im Oktober 2010 verkaufte PDVSA seinen Anteil für 1,6 Mrd. Dollar an den staatlichen russischen Ölkonzern Rosneft.

Im Mai 2017 erwarb Goldman Sachs spekulative Anleihen des Unternehmens von der Zentralbank Venezuelas im Wert von 2,8 Milliarden Dollar.

Generalstreik 2002 Noch im Jahr 2000 waren Ferien im Ausland für die gut bezahlten und geachteten Raffinerieangestellten normal.

Am 2. Dezember 2002 rief der Dachgewerkschaftsverband CTV – der eng an die alten Regierungen gebunden war – gemeinsam mit Unternehmerverbänden einen Generalstreik aus, um den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zum Rücktritt zu zwingen.

Die Regierung beschuldigte die Streikenden der Sabotage: Private Unternehmen, die für die Informatik und Computersteuerung der Ölförderung zuständig waren, hatten sich dem Streik angeschlossen. Insbesondere Angestellte solcher Unternehmen konnten die Ölförderung Venezuelas weitgehend zum Erliegen bringen, indem sie die Fördereinrichtungen per Softwarebefehl herunterfuhren. Die volkswirtschaftlichen Schäden, die durch die angebliche Sabotage an der Ölförderung entstanden, beliefen sich auf acht bis zehn Milliarden Dollar. Das Bruttoinlandprodukt sank dadurch im Jahr 2002 um 8,9 Prozent und im Jahr 2003 um 9,4 Prozent. Es dauerte bis zum April 2003, bis alle wichtigen Ölfördereinrichtungen wieder in Betrieb genommen werden konnten.vgl. Dario Azzellini: Venezuela Bolivariana, S. 52 f. und S. 86 f.

Linientreue Parteimitglieder ersetzten nach dem Streik rund die Hälfte der PDVSA-Belegschaft,Wie der Sozialismus die Erdölindustrie von Venezuela erstickt, NZZ, 24. Oktober 2018 18.000 Mitarbeiter, zum großen Teil Manager, Führungskräfte und Fachkräfte verloren ihren Arbeitsplatz.Financial Statement of Venezuela’s State Oil Company Shows Profits Up by 44% Gregory Wilpert, 3. Oktober 2006

Erdöl zur Finanzierung von Wohltätigkeit