mini|Geburtshaus des Schauspielers Ralph Arthur Roberts mini|Gedenktafel am Geburtshaus des Schauspielers Ralph Arthur Roberts mini|Grabstätte Ralph Arthur Roberts (* 2. Oktober 1884 als Robert Arthur Schönherr in Meerane; † 12. März 1940 in Berlin) war als Regisseur, Ideengeber, Drehbuchautor, insbesondere jedoch als Schauspieler in vielen deutschen Spielfilmen tätig. Daneben war er Bühnenschriftsteller und ab 1928 Leiter des Berliner Theaters in der Behrenstraße.
Leben Der Sohn des Bäckers Carl Robert Schönherr und seiner Ehefrau Berta Elisabeth geb. König wuchs in Dresden auf, besuchte das Neustädter Gymnasium und nahm Schauspielunterricht bei Adolf Winds. 1903 debütierte er am Residenztheater Wiesbaden. Er spielte vorübergehend am Trianon-Theater in Berlin und am Schauspielhaus Breslau. Ab 1907 ist er in Hamburg nachweisbar, wo er 1909 Mitglied des Thalia Theaters wurde.
Nach der Kriegsteilnahme als Offizier spielte er weiter am Thalia Theater, wo er auch Regie führte. 1921 übernahm er die Direktion des Komödienhauses in Berlin, und 1928 eröffnete er sein eigenes Theater in der Behrenstraße. Dort brachte er wiederholt selbstverfasste Stücke zur Uraufführung. Eine ganze Reihe auch international erfolgreicher Lustspiele verfasste er gemeinsam mit seinem Hausautor Leo Lenz.
Zudem übernahm der Mann mit dem Monokel zahlreiche Nebenrollen in Filmen. Meist spielte er Herren von Rang wie Direktoren und Unternehmer. Bekannt sind dabei vor allem seine komischen Züge, die er zum Beispiel als Staatsanwalt in Der Maulkorb und als König Karl X. in Tanz auf dem Vulkan bis zu einem hohen Maß an Selbstironie ausspielen konnte.
Das von ihm komponierte und getextete Walzerlied Auf der Reeperbahn nachts um halb eins wurde vor allem durch den Filmklassiker Große Freiheit Nr. 7 von 1944 mit Hans Albers, Ilse Werner, Hans Söhnker, Gustav Knuth u. a. berühmt. Des Weiteren wurde es auch in dem Film Auf der Reeperbahn nachts um halb eins von 1954 mit Hans Albers, Heinz Rühmann, Gustav Knuth u. a. verwendet. Ralph Arthur Roberts komponierte diesen Klassiker bereits 1912 für seine Revue "Bunt ist die Welt".https://daten.digitale-sammlungen.de/0001/bsb00016339/images/index.html?seite=695 Er erlag im März 1940 in seiner Wohnung in der Lichtensteinallee 3 am Tiergarten seinem HerzleidenSterberegister Nr. 922/1940, StA Tiergarten von Berlin und wurde auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt. Laut Sterbeurkunde war er „gottgläubig“.
Filmografie (Auswahl) 1919: Der Tod und die Liebe 1919: Erdgift 1922: Der Frauenkönig 1923: Buddenbrooks 1925: Die Blumenfrau vom Potsdamer Platz 1925: Elegantes Pack 1926: Die dritte Eskadron 1927: Ein schwerer Fall 1927: Die Tragödie eines Verlorenen 1927: Meine Tante – Deine Tante 1927: Ein rheinisches Mädchen beim rheinischen Wein 1927: Einbruch 1927: Fürst oder Clown 1928: Moral 1928: Der Biberpelz 1928: Heut’ tanzt Mariett 1928: Die tolle Komteß 1928: Lotte 1928: Der Ladenprinz 1929: Anschluß um Mitternacht 1930: Zweimal Hochzeit 1930: Die zärtlichen Verwandten 1930: Zwei Krawatten 1930: Einbrecher 1931: Ihre Majestät die Liebe 1931: Der ungetreue Eckehart 1931: Der wahre Jakob 1931: Jeder fragt nach Erika 1931: Keine Feier ohne Meyer 1931: Die spanische Fliege 1931: Der schönste Mann im Staate 1931: Zu Befehl, Herr Unteroffizier 1932: Lügen auf Rügen 1932: Eine Nacht im Paradies 1932: Der Frechdachs 1933: Die Unschuld vom Lande 1933: Es war einmal ein Musikus 1933: Ein Lied für Dich 1933: Keine Angst vor Liebe 1933: Es gibt nur eine Liebe 1934: Es tut sich was um Mitternacht 1934: Zigeunerblut 1934: Abenteuer im Südexpreß 1934: Schön ist es, verliebt zu sein 1934: Meine Frau, die Schützenkönigin 1934: Der Schrecken vom Heidekrug 1934: Der kühne Schwimmer 1934: Da stimmt was nicht 1934: Spiel mit dem Feuer (Regie und Mitwirkung am Drehbuch) 1935: Mach’ mich glücklich 1936: Engel mit kleinen Fehlern 1936: Der verkannte Lebemann 1936: Der geheimnisvolle Mr. X 1937: Wenn Du eine Schwiegermutter hast 1938: Der Maulkorb 1938: Tanz auf dem Vulkan 1938: Diskretion – Ehrensache 1939: Meine Tante – Deine Tante (auch Mitwirkung am Drehbuch) 1939: Ehe in Dosen 1940: Polterabend 1940: Meine Tochter tut das nicht 1940: Wie konntest Du, Veronika! 1944 Große Freiheit Nr. 7 (Walzerlied) 1954: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (Liedtexte)
Literatur Hansjoachim Schönherr: Ralph Arthur Roberts. Lebensbild eines großen Schauspielers. Georg Olms Verlag, Hildesheim Zürich New York 1992, ISBN 3-487-09567-X.
Jörg Schöning: Ralph Arthur Roberts – Schauspieler. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 3, 1985. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 571 f.
Einzelnachweise
Weblinks
Ralph Arthur Roberts bei cyranos.ch
Ralph Arthur Roberts-Sammlung im Archiv der Akademie der Künste, Berlin
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