Rose Tattoo ist eine australische Hardrock-Band. Gegründet wurde sie in den 1970ern von Peter Wells. Sänger seit Anbeginn war Gary „Angry“ Anderson, dessen markante Stimme einen Teil des Wiedererkennungswerts der Band ausmachte. Prägend für Rose Tattoo ist außerdem der Einsatz einer Slide-Gitarre.
Geschichte In den späten 1980ern löste sich die Band auf. Erst 1993 schaffte sie ein Comeback, nachdem ihnen Guns N’ Roses in Australien die Rolle der Vorgruppe auf ihrer dortigen Tour gaben. Aus dieser Zeit wurde im Jahre 1994 eine im Boggo Road Jail gefilmte Live-DVD, veröffentlicht, die nur in Australien erhältlich ist.
2002 erkrankte Peter Wells an Prostatakrebs und wurde bei den letzten beiden Touren von anderen Gitarristen vertreten, u. a. von Dai Prichard. Im Herbst 2005 veröffentlichte Wells sein letztes Soloalbum Mothers Worry. Im September desselben Jahres wurde in Sydney ein großes Benefizkonzert zu Gunsten von Peter Wells organisiert, bei dem sich das Who is Who der australischen Rockszene beteiligte. Am 27. März 2006 starb er an seiner Krankheit.
Im Jahr 2005 spielten Rose Tattoo beim „Vaya Con Tioz“-Abschlussfestival der Böhsen Onkelz auf dem Lausitzring vor 120.000 Zuschauern, was bis dato ihr größter Auftritt war.
Bei Ex-Rose-Tattoo-Bassist Ian Rilen, Komponist des Bandklassikers Bad Boy For Love, wurde im Juni 2006 ebenfalls Krebs diagnostiziert, er starb am 30. Oktober 2006 an den Folgen der Krankheit.
Im August 2006 spielten Rose Tattoo zusammen mit dem Böhse-Onkelz-Gitarristen Matthias Röhr auf dem Wacken Open Air und dem „Rock Over Hamburg“-Festival.
Im Juni und Juli 2007 spielten Rose Tattoo laut Nachricht auf der offiziellen Homepage der Band erneut als Vorgruppe von Guns N’ Roses in Australien.
Danach verließ ihr langjähriger Bassist Steve King (mittlerweile bei The Terraces) die Band, er wurde ersetzt durch Geordie Leach. Leach ist neben Anderson und Cocks ein Mitglied von Rose Tattoo, das auf den ersten zwei Studio-LPs der Band zu hören ist.
Im April 2009 verkündete das Management der Band, dass der Gitarrist Mick Cocks an Leberkrebs erkrankt sei. Er starb am 22. Dezember 2009.
Trotz mehrerer Andeutungen hinsichtlich einer Auflösung von Rose Tattoo (u. a. auf der Homepage der Band und in einem Interview durch Angry Anderson. Abgerufen am 30. September 2015.. Abgerufen am 30. September 2015.) gab die Band Ende März 2016 auf ihrer Homepage die Unterzeichnung eines neuen Plattenvertrags mit Golden Robot Records bekannt.. Abgerufen am 15. Mai 2016. Dieser Vertrag beinhaltet eine Neuauflage des Studioalbums Blood Brothers von 2007, die Veröffentlichung eines Konzerts von 1983 in Form eines Livealbums (2017: Live in Brunswick – at the Bombay Bicycle Club) sowie die Veröffentlichung eines neuen Studioalbums 2016.goldenrobotrecords.com – Artists – Rose Tattoo. Zuletzt abgerufen am 15. Mai 2016. Das neue Studioalbum erschien bisher nicht (Stand 2019). Aber auch 2018 / 2019 / 2020 sind Rose Tattoo auf Tournee sowohl in Australien als auch in Europa (beispielsweise Wacken, München, Paris, Madrid).
Im Sommer 2026 begab sich die Band unter dem Motto One Last Ride auf ihre letzte Europatournee. Das Konzert am 7. August 2026 in der Live Music Hall in Köln war der letzte Auftritt, danach wurde Gary Anderson wegen eines medizinischen Problems ins Krankenhaus eingeliefert. Die Band sagte alle verbleibenden Konzerte der Tour ab. Laut BBC erlitt Anderson einen Herzstillstand, wurde behandelt und kehrte anschließend nach Australien zurück. Neun Konzerttermine entfielen. Am 21. September 2026 starb Anderson im Alter von 79 Jahren.
Wirkung miniatur|hochkant=1.3|Rose Tattoo, 1993 Innerhalb Australiens werden Rose Tattoo gern als die „kleinen AC/DCs“ bezeichnet. Beide Bands bedienen dasselbe Genre und hatten zum Teil auch dieselben Produzenten (Vanda/Young), AC/DC konnte jedoch einen höheren Bekanntheitsgrad erreichen.
Rose Tattoo waren Vorbilder und Orientierung für andere Bands, unter anderem die norwegischen Backstreet Girls. Auch die US-amerikanische Rockband Guns N’ Roses zeigte sich in ihrer Frühphase von Rose Tattoo beeinflusst und spielte eine Coverversion des Rose-Tattoo-Songs Nice Boys ein, veröffentlicht auf der EP Live ?!*@ Like a Suicide. Mit ihrer Vorliebe für großflächige Tattoos, die in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren noch keineswegs gesellschaftsfähig waren, übten Rose Tattoo ferner einen Einfluss auf das spätere Image der Rock- und Metal-Szene an der amerikanischen Westküste aus. Die US-amerikanische Sängerin Helen Schneider landete mit dem Song Rock ’n’ Roll Gypsy, abgeleitet aus dem Rose-Tattoo-Song Rock ’n’ Roll Outlaw, einen Top-Ten-Hit in Deutschland.
2006 wurde die Band mit der Aufnahme in die ARIA Hall of Fame geehrt.
Sonstiges In seiner Freizeit kümmerte sich der Sänger Gary Anderson um benachteiligte Kinder in Australien. In einem Interview im australischen Fernsehen bat Anderson die Zuschauer zudem, sich gegen Kinderprostitution in den benachbarten asiatischen Ländern einzusetzen. Diesem Thema widmete er auf dem Album Pain einen eigenen Titel (House of Pain). Er betätigte sich mit der Rolle des Ironbar in Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel neben Tina Turner auch als Schauspieler. Er starb am 21. September 2026 im Alter von 79 Jahren.
Diskografie
Studioalben 1978: Rose Tattoo (auch unter den Bezeichnungen Rock ’n’ Roll Outlaw und Rock ’n’ Roll Outlaws veröffentlicht) 1981: Assault & Battery 1982: Scarred for Life 1984: Southern Stars 1986: Beats from a Single Drum (1988 als Solo-Album von Angry Anderson wiederveröffentlicht) 2002: Pain 2007: Blood Brothers 2020: Outlaws (komplette Neueinspielung des 1978er Debüts)
Livealben 2000: 25 to Life 2017: Live in Brunswick – at the Bombay Bicycle Club (Aufgenommen 1982)
Kompilationen 1985: Their Greatest Hits 1986: A Decade of Rock 1990: Angry Metal 1991: The Best Of 1992: Nice Boys Don’t Play Rock ’n’ Roll 1997: Never Too Loud 2005: The Best Of 2013: The Essential
Singles 1977: Bad Boy for Love 1978: Rock ’n’ Roll Outlaw 1978: One of the Boys 1981: Rock ’n’ Roll Is King 1981: Assault & Battery 1981: Out of this Place 1982: Scarred for Life (Promo) 1982: We Can’t Be Beaten 1982: It’s Gonna Work Itself out 1982: Branded 1984: I Wish 1984: Freedom’s Flame 1984: No Secrets 1985: Born to Be Wild 1986: Calling 1986: Get It Right 1986: Suddenly 1987: Falling 2006: Black-Eyed Bruiser
Split-Singles 1980: Rose Tattoo: „Release Legalise“ (A-Seite)/Col Paterson: „Bong on Aussie“ (B-Seite)
Videoalben VHS 1986: Rose Tattoo (auch unter der Bezeichnung Rock ’n’ Roll Bad Boys veröffentlicht) 1993: Jailhouse Rock – Live at the Boggo Road Jail (2003 unter der Bezeichnung Live – Recorded from Boggo Road Jail - 1993 und 2005 unter der Bezeichnung Live in 1993 from Boggo Road Jail jeweils als DVD wiederveröffentlicht)
DVDs 2006: Rock ’n’ Roll Blood Brothers (Promo-DVD) 2008: Live at Wacken 2006 (Bonus-DVD zur 2008 veröffentlichten Special-Tour-Edition von Blood Brothers)
Musikvideos 1978: Bad Boy for Love 1978: Rock ’n’ Roll Outlaw 1982: We Can’t Be Beaten 1982: Scarred for Life 1982: Branded 1982: Juice on the Loose 1982: Who’s Got the Cash 1982: Texas 1982: It’s Gonna Work Itself Out 1982: Dead Set 1982: Revenge 1984: I Wish 1984: Freedom’s Flame 2006: Black-Eyed Bruiser 2007: Man About Town
Weblinks
Offizielle Website
Einzelnachweise
Kategorie:Hard-Rock-Band Kategorie:Australische Band Kategorie:Mitglied der ARIA Hall of Fame