mini|Ulrich Grasnick, Lesung am 29. Oktober 2020, Berlin Künstlerkolonie, Wilmersdorfer Lesesalon Ulrich Grasnick (* 4. Juni 1938 in Pirna) ist ein deutscher Lyriker. Er lebt in Berlin. Ulrich Grasnick ist Mitglied im Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS). Er leitet seit 1977 verschiedene Lyrikzirkel u. a. das Köpenicker Lyrikseminar/Lesebühne der Kulturen Adlershof. Er lobt seit 2017 jährlich einen Lyrikpreis aus, der von ihm gestiftet wurde.
Leben Grasnick, Sohn des Pharmazierates B. Erich Grasnick und der Thekla Grasnick, geb. Girard, studierte von 1959 bis 1963 Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden. Von 1966 bis 1973 gehörte er zum Ensemble der Komischen Oper Berlin unter Walter Felsenstein.
Grasnick ist Mitglied der Gewerkschaft seit 1956. Er wurde von Anna Seghers 1976 als Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDRLyrik von Parteifreund Ulrich Grasnick. In der National-Zeitung vom 21. Mai 1983. bestätigt. Von 1981 bis 1990 war er Mitglied der National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD).
1968 erschienen erstmals Gedichte Grasnicks in der Zeitschrift Neue Deutsche Literatur. Bis 1990 veröffentlichte er seine Bücher im Verlag der Nation. Die ersten beiden Veröffentlichungen waren Der vieltürige Tag (1973) und Ankunft der Zugvögel (1976). Hervorzuheben sind jene Lyrikbände, in denen seine besonders enge Beziehung zur bildenden Kunst erkennbar ist: Liebespaar über der Stadt (1979) und Hungrig von Träumen (1990) – beide mit Gedichten zu Bildern von Marc Chagall – sowie Das entfesselte Auge. Hommage à Picasso (1988) oder Pastorale. Gedichte zu Gemälden und Holzschnitten von Karl Schmidt-Rottluff (1978) und Fels ohne Eile mit Gedichten zu Bildern von Stefan Friedemann (2003).
Für Grasnick war 1977 die Begegnung mit Marc Chagall in St. Paul de Vence prägend für weitere Inspiration durch Berührungen der zwei Kunstgattungen Malerei und Poesie. Die persönliche Widmung Chagalls an den Autor von Liebespaar über der Stadt (1979) bekräftigt als äußeres Zeichen die innige Beziehung zwischen Maler und Dichter. Gedichte Grasnicks finden wiederholt musikalische Umsetzung in Vertonungen von Günter Schwarze.
Grasnick wurde mit der goldenen Medaille des Peruanischen Schriftstellerverbandes „Haus des Peruanischen Dichters“ (Lima) ausgezeichnet und erhielt die Ehrenmitgliedschaft. Er arbeitete wiederholt mit Günter Schwarze bei musikalischen Aufführungen zusammen, für die er die Texte beisteuerte. Seit 1975 leitete er gemeinsam mit seiner Frau das „Köpenicker Lyrikseminar“. Dazu gehört die Lesebühne der Kulturen Adlershof.
Er war bis zu ihrem Tod im Mai 2009 mit Charlotte Grasnick verheiratet und ist Vater von zwei Söhnen. Zu Grasnicks 85. Geburtstag (2023) erschien eine Festtagsbroschüre, Lyrikanthologie Tänzer auf dem Seil. Zum 85. Geburtstag von Ulrich Grasnick, herausgegeben von Steffen Marciniak im Berliner Verlag der 9 Reiche mit Beiträgen von Freunden sowie Preisträgern und Juroren des Ulrich-Grasnick-Lyrikpreises.Zum 85. Geburtstag von Ulrich Grasnick https://verlagder9reiche.blogspot.com/p/tanzer-auf-dem-seil-zum-85-geburtstag.html, abgerufen am 7. August 2025
Bibliografie Der vieltürige Tag. Gedichte. Verlag der Nation, Berlin 1973. Ankunft der Zugvögel. Gedichte. Verlag der Nation, Berlin 1976. Pastorale. Gedichte zu Gemälden und Holzschnitten von Karl Schmidt-Rottluff. Verlag der Nation, Berlin 1978 (mit Reproduktionen von 13 Holzschnitten) Liebespaar über der Stadt / Gedichte zu Bildern von Marc Chagall. Verlag der Nation, Berlin 1979. mit Charlotte Grasnick: Flugfeld für Träume. Gedichte. Verlag der Nation, Berlin 1984. Das entfesselte Auge. Hommage à Picasso. Gedichte. Verlag der Nation, Berlin 1988. Hungrig von Träumen. Gedichte. Verlag der Nation, Berlin 1990. Fels ohne Eile. Gedichte, 2003. Im Klang einer Geige geborgen ein Traum. Gedichte. Edition Zeitzeichen Heft 23. Verlag Un art ig, Aschersleben 2006, ISBN 3-9810379-2-8. Mitautor: Seltenes spüren. Edition Zeitsprung, Berlin 2014, ISBN 978-3-7386-0056-8. Fermate der Hoffnung: Hommage an Marc Chagall. Gedichte. Anthea Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-943583-99-1. Auf der Suche nach deinem Gesicht: Gedichte zu Johannes Bobrowski. Gedichte. Quintus Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-947215-26-3. Haltestelle Gedichte. Mit Linolschnitten von Steffen Büchner, Lyrik-Edition NEUN, Band 20, Berlin, Verlag der 9 Reiche, 2023, ISBN 978-3-948999-20-9.
Herausgeber Zwei Ufer hat der Strom. Deutsch-polnische Beziehungen im Spiegel deutschsprachiger Dichtung aus 150 Jahren. Verlag der Nation, Berlin 1988 (Herausgeber U.G.).
Lyrikpreis Seit 2017 wird der von Grasnick initiierte Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis vergeben.Ulrich-Grasnick-Lyrik-Preis, Literaturport.de, abgerufen am 14. Februar 2019.
Preisträger (1. Preis, 2. Preis): 2017 Marcus Neuert und Sigune Schnabel 2018 Lara Rüter und Magnus Tautz 2019: Peter Frank und Kathrin B. Külow 2020: Dorothee Krämer und Andreas Lehmann 2021: Franziska Beyer-Lallauret und Christine Schößler 2022: Carmen Jaud und Gabriel Wolkenfeld 2023: Dietrich Machmer und Nicola Quaß 2024: Britta Lübbers und Christine Zureich 2025: Susanne Rodler und Chris Lauer 2026: Alexander Diener und Cornelia Eichner
Nominierte:
Jurymitglieder:
Literatur
Weblinks
Nachlass von Ulrich Grasnick in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
Einzelnachweise Ulrich-Grasnick-Lyrikpreis, verdi.de, abgerufen am 14. Februar 2019. Grasnick-Lyrikpreis geht an Lara Rüter und Magnus Tautz, Meldung der Berliner Morgenpost vom 29. Oktober 2018, abgerufen am 14. Februar 2019.
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