Ulten ([]; italienisch Ultimo) ist eine italienische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Ultental in Südtirol. Sie besteht aus den vier Ortschaften St. Walburg, Kuppelwies, St. Nikolaus und St. Gertraud mit den umliegenden Streusiedlungen und gehört zur Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt.
Geographie Die Gemeinde Ulten, mit 208,5 km² die flächenmäßig fünftgrößte Gemeinde Südtirols, nimmt den obersten Abschnitt und Hauptteil des in Südwest-Nordost-Richtung verlaufenden Ultentals sowie umliegende Berggebiete ein. Die vier Ortschaften der Gemeinde, der Hauptort St. Walburg (), Kuppelwies (), St. Nikolaus () und St. Gertraud () sowie die Mehrzahl der zahlreichen verstreuten Bauernhöfe liegen nahe dem von der Falschauer durchflossenen Talboden.
Auf drei Seiten umschlossen wird das Gemeindegebiet von Bergen der Ortler-Alpen, die teils im Nationalpark Stilfserjoch unter Schutz gestellt sind. Der höchste Punkt des Gemeindegebiets ist die Hintere Eggenspitze () über dem Talschluss. Nordseitig werden die Gipfel zum Zufrittkamm gerechnet, in dem die Zufrittspitze () und das Hasenöhrl () aufragen. Südseitig werden sie zum nach der Ilmenspitze () benannten Ilmenkamm gezählt, der auf weiter Strecke auch die Grenze zum Trentino trägt.
Geschichte Die großteils deutschsprachigen Flurnamen deuten darauf hin, dass das Tal erst durch die Bajuwaren im Frühmittelalter nachhaltig erschlossen worden sein dürfte. Der Name ist als Talname in einer Urkunde aus der Zeit zwischen 1082 und 1098 als Ultun erstgenannt.
Ulten war in Mittelalter und Früher Neuzeit ein landesfürstliches Gericht, das aus zwölf Werchen bestand und von tirolischen Gerichtspflegern verwaltet wurde.Otto Stolz: Politisch-historische Landesbeschreibung von Südtirol. Band 1: Allgemeines und Viertel Vintschgau und Burggrafenamt (= Schlern-Schriften. Band 40). Innsbruck: Wagner 1937, S. 168–172. Als solcher wird im Jahr 1434 Vlreich Fulhyn, phleger in Vltenn urkundlich genannt. Die historischen Ursprünge der österreichischen Familie Kupelwieser liegen im Ortsteil Kuppelwies.
Die Gemeinde Ulten entstand 1810 durch den Zusammenschluss der Ortschaften St. Pankraz, St. Walburg, Kuppelwies, St. Nikolaus und St. Gertraud. 1950 trennte sich die Fraktion St. Pankraz ab und wurde wieder selbstständig.
Politik Bürgermeister Bürgermeister seit 1952: Paul Schwienbacher: 1952–1956 Josef Gamper: 1956–1960 Franz Gruber: 1960–1962 Oswald Schwienbacher: 1962–1962 Hugo Gamper: 1962–1964 Josef Schweigl: 1964–1967 Karl Schwienbacher: 1967–1971 Josef Schweigl: 1971–1980 Anton Mairhofer: 1980–1995 Gottfried Oberthaler: 1995–1995 Rudolf Ties: 1995–2010 Beatrix Mairhofer: 2010–2020 Stefan Schwarz: seit 2020
Wappen Beschreibung: Der Wappenschild hat vorn in Silber den Tiroler Adler am Spalt und hinten in Schwarz einen weißen Balken. Es ist von dem Wappen der Grafen von Eschenlohe abgeleitet.
Bevölkerung Ulten ist gemäß den erhobenen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärungen bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen eine weitgehend deutschsprachige Gemeinde. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Prozentwerte wurden die gültigen Erklärungen von Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft herangezogen. Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeits- bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen Sprache 1981 1991 2001 2011 2024 Deutsch 99,67 % 98,95 % 99,15 % 99,40 % 99,09 % Italienisch 0,30 % 0,98 % 0,85 % 0,53 % 0,84 % Ladinisch 0,03 % 0,07 % 0,00 % 0,07 % 0,07 %
Wirtschaft Die das Tal entwässernde Falschauer und ihre Nebenbäche werden mit Hilfe diverser Stauseen (Arzkarsee, Fischersee, Grünsee, Weißbrunnsee, Zoggler-Stausee) energetisch genutzt. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich drei Speicherkraftwerke, die zur Kette der Wasserkraftwerke im Ultental gehören.
Bildung In der Gemeinde Ulten gibt es Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprachgruppe. Zu diesen gehören drei Grundschulen (in St. Gertraud, St. Nikolaus und St. Walburg) sowie eine Mittelschule in St. Walburg.
Sehenswürdigkeiten
Die Lahnersäge in St. Gertraud war bis in die 1980er Jahre als Sägemühle in Betrieb. Heute ist sie ein Nationalparkhaus des Nationalparks Stilfserjoch. Gezeigt werden Schutz- und Nutzfunktionen des Waldes und das Schneiden vom Baumstamm zum Bretterholz durch die wasserbetriebene Säge. Die drei Ultner Urlärchen in St. Gertraud stehen auf Meereshöhe. Sie sind etwa 850 Jahre alt. Das Talmuseum befindet sich in St. Nikolaus. Das Museum bietet Einblicke in Lebensweisen der Ultner Bauern. Das Dokumentationszentrum Culten in St. Walburg geht unter anderem auf die Ur- und Frühgeschichte des Tales ein. Die einsam gelegene St.-Mauritius-Kirche zählt zu den ältesten des Tals.
Persönlichkeiten Hugo Gamper (1934–1979), Rechtsanwalt und Politiker Dominik Paris (* 1989), Weltcup Ski-Rennläufer, Super-G-Weltmeister 2019, Super-G-Weltcupsieger 2019
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Gemeinde Ulten
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeinde in Südtirol Kategorie:Ersterwähnung 1082 Kategorie:Nationalpark Stilfserjoch