mini|hochkant|Genia Nikolajewa miniatur|hochkant=1.3|Genia Nikolajewa mit Theo Lingen in der Berliner Scala, 1936 Genia Nikolajewa; eigentlich Eugenia Nikolajewa (* 2. Januar 1904 in Sankt Petersburg, Russisches Kaiserreich; † 13. Januar 2001 in Los Angeles) war eine deutsch-amerikanische Schauspielerin, die in den 1930er Jahren in vielen deutschen Spielfilmen mitwirkte.

Leben Die Tochter einer Deutschen und eines Russen kam mit den Eltern früh nach Berlin. Sie erhielt Ballettunterricht und hatte 1920 im Wintergarten-Varieté ihren ersten Tanzauftritt. 1921/22 tanzte sie am Ballett des Stadttheaters Königsberg und schloss sich danach dem Ensemble des Choreografen Ernst Matray an. Mit dessen Truppe gastierte sie in England und Südamerika, bevor sie 1925 wieder in Berlin auftrat. 1926 bis 1930 war sie Solotänzerin an der Berliner Staatsoper unter dem Ballettmeister Max Terpis.

1930 debütierte sie als Schauspielerin in der Revue Alles Schwindel, danach folgten Rollen in mehreren Revuen und Operetten. Gleichzeitig wurde der Film auf sie aufmerksam und gab Genia Nikolajewa mehrfach Tanzauftritte oder kleinere, manchmal, wie in dem Kriminalfilm Schuß im Morgengrauen, auch größere Nebenrollen.

Die als „Halbjüdin“ geltende Schauspielerin erhielt trotz erteilter Spielerlaubnis immer weniger Aufgaben. 1938 emigrierte sie in die USA und wirkte auch dort an einigen Filmen mit. Dann arbeitete sie bei Warner Bros. in der Verwaltung. Von 1937 bis zu dessen Tod 1997 war sie mit dem ebenfalls emigrierten Filmeditor Carl Forcht verheiratet.

Ihre auf den Tanz bezogenen Dokumente übergab sie zu Lebzeiten dem Deutschen Tanzarchiv Köln.

Filmografie (Auswahl) 1930: Zwei Krawatten 1931: Schützenfest in Schilda 1932: Skandal in der Parkstraße 1932: Ein toller Einfall 1932: Quick 1932: Schuß im Morgengrauen 1932: Das erste Recht des Kindes 1933: Das häßliche Mädchen 1933: Die Finanzen des Großherzogs 1934: Der Meisterboxer 1934: Der Fall Brencken 1934: Schwarzer Jäger Johanna 1934: Die Liebe und die erste Eisenbahn 1934: Ihr größter Erfolg 1935: Warum lügt Fräulein Käthe? 1935: Frischer Wind aus Kanada 1935: Ein ganzer Kerl 1935: Das Einmaleins der Liebe 1935: Der Vogelhändler 1935: Künstlerliebe 1936: Du kannst nicht treu sein 1936: Die große und die kleine Welt 1936: Blinde Passagiere 1936: 90 Minuten Aufenthalt 1936: Eine Frau ohne Bedeutung 1937: Und du mein Schatz fährst mit 1937: Meine Frau, die Perle 1937: Die unentschuldigte Stunde 1938: Auf verbotenen Wegen (Ride a Crooked Mile) 1940: Adventure in Diamonds 1942: The Lady Has Plans

Literatur Matias Bleckman, Jörg Schöning: Genia Nikolajewa – Tänzerin, Schauspielerin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 18, 1991. Kay Weniger: ‘Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …’. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 638 ff. Nikolajewa, Eugenia, in: Frithjof Trapp, Bärbel Schrader, Dieter Wenk, Ingrid Maaß: Handbuch des deutschsprachigen Exiltheaters 1933 –1945. Band 2. Biographisches Lexikon der Theaterkünstler. München: Saur, 1999, ISBN 3-598-11375-7, S. 702

Weblinks

Seite zu Genia Nikolajewa beim Deutschen Tanzarchiv Köln.

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