Alessandro Piccinini (* 30. Dezember 1566 in Bologna; † um 1638 ebenda (?)) war ein italienischer Komponist, Lautenist und Theorbenspieler.
Leben Alessandro Piccinini wuchs in einer musikalischen Familie auf. Zusammen mit seinen Brüdern Filippo und Girolamo erhielt er von seinem Vater Leonardo Maria eine Ausbildung zum Lautenisten.Louise K. Stein: Songs of Mortals, Dialogues of the Gods. Oxford 1993, S. 194.
Von 1582 bis 1597 war er mit seiner Familie am Hof von Herzog Alfonso II. in Ferrara und trat selbst 1592 in dessen Dienste. Nach dem Tod des Herzogs erhielt er 1597 eine Anstellung beim päpstlichen Legaten Kardinal Pietro Aldobrandini in Rom. 1611 ging er zurück nach Bologna.Sigrun Richter und Alexis Fernández: A. Piccinini: Intavolatura di Liuto et di Chitarrone. Libro primo 1. Teil. Vorwort aus dem Original Italienischen ins Deutsche übersetzt. In: Gitarre Laute. Band 3, Nr. 1, 1981, S. 21–30; hier: S. 21. Seinen Sohn Leonardo Maria Piccinini bildete er zum Lautenisten aus.
Piccinini war nicht nur als Musiker aktiv, sondern entwickelte auch andere Bauformen seiner Instrumente und nahm für sich in Anspruch, durch eigene Experimente Wegbereiter für den Bau der Theorbe gewesen zu sein.Matthew Spring: The Lute in Britain: a History of the Instrument and its Music. Oxford 2001, S. 368.
Werke mini|rechts|Titelseite des ersten Bandes der Intavolatura Von seinen Werken ist nur wenig überliefert. Einzig Intavolatura di liuto e di chitarrone, libro primo (gedruckt bei den Erben von Giovanni Paolo Moscatelli, Bologna, 1623 , ) und Intavolatura di liuto e di chitarrone, libro secondo (Giacomo Monti, Carlo Zenero, Bologna, 1639 , ) sind ihm sicher zuzuschreiben. In den 1960ern wurden sie von Mirko Caffagni (auch Mirco Caffagni) an der Universität Bologna in moderne Notation transkribiert und herausgegeben. (, )
Literatur Alexandro Piccinini: Opera. Intavolatura di Liuto e di Chitarrone; (Reprint) Bologna, 1962. A. Piccinini: Intavolatura di Liuto et di Chitarrone. Libro primo. Vorwort aus dem Original Italienischen ins Deutsche übersetzt von Sigrun Richter und Alexis Fernández. In: Gitarre Laute 3, 1981, Heft 1, S. 21–30, und Heft 2, S. 38–45. Denise Perret, Ricardo Correa, Monique Chatton (Hrsg.): Alessandro Piccinini: Das Lautenwerk von 1623 – Sämtliche Werke für Laute solo. 2 Bände. Heinrichshofen Verlag, Wilhelmshaven 1983. Paolo Cherici: Toccata per 2 liuti. Zerboni, Mailand. Renato Meucci: Alessandro Piccinini e il suo arciliuto, in: Recercare, Vol. 21, Nr. 1/2 (2009), Seiten 111–133 (italienisch)
Einspielungen (Auswahl) Toccata Nr. 10 und Corrente. Eingespielt von Toyhiko Satoh auf einer Chitarrone und 1975 beim Label Telefunken auf der LP Die Barocklaute veröffentlicht. Toccata Nr. 9 und Canzone. Eingespielt vom Lautenensemble Ricardo Corea und 1985 beim Label Christophorus auf der CD Musik der Renaissance für 1, 2, 3 und 4 Lauten veröffentlicht. Intavolature di liuto et di chitarrone. Luciano Còntini, Laute und Chitarrone. Tactus, 1990
Weblinks
Freie Musik von Alessandro Piccinini auf Classic Cat (englisch)
Einzelnachweise
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