Richstein (mundartlich Richstee) ist ein Ortsteil von Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen.

Etymologie Der Ortsname Richstein ist seit dem späten Mittelalter in unterschiedlichen Schreibweisen belegt, darunter Rischenstein (1384), Ryschenstein (1416), Ryschinsteyn (1427), Riyschensten (1468) sowie Richstein (1538 und häufiger).

Zur Deutung des Bestimmungswortes bestehen zwei Ansätze: Zum einen wird ein Zusammenhang mit dem mittelhochdeutschen rusch bzw. rusche („Binse“) angenommen. Zum anderen wird der Name auf das Verb ruschen („rauschen“) zurückgeführt. In diesem Fall wäre das Bestimmungswort als verkürztes Partizip Präsens zu verstehen und bezöge sich auf einen „rauschenden Felsen“ oder eine „rauschende Burg“, etwa durch Windeinwirkung an exponierter Lage. Eine vergleichbare Namensbildung findet sich bei Rauschenberg in Hessen. Die unterschiedlichen historischen Schreibformen lassen sich zudem durch mundartliche Lautentwicklungen erklären; im Wittgensteiner Dialekt entspricht etwa „es rauscht“ der Form „es rüscht“.

Geographie

Nachbarorte

Arfeld Beddelhausen Puderbach

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Richsteins stammt aus dem Jahre 1384 und gibt die Burg Richstein als Lehensgabe an die Wittgensteiner.

Ab dem 15. Jahrhundert ist Richstein eine sogenannte Freiheit mit eigenem Amtssitz und Landgericht. 1590 brannte das Dorf, das bis dahin am Burgberg lag, komplett nieder. In der Folge verfiel die Burg. Im 16. Jahrhundert begann der Aufbau des Dorfes, das man nun im Tal ansiedelte, mit eigener evangelischer Kapellenschule. Für den Wiederaufbau erwarben die Einwohner zahlreiche, auf Abbruch stehende Gebäude in Erndtebrück, Raumland, Sassmannshausen, Dodenau, Wingeshausen, Berghausen, Beddelhausen, Schwarzenau und Alertshausen.Fritz Krämer: Zur Geschichte von Richstein, in: Das mittlere Edertal - Dotzlar, Arfeld, Richstein, Verlag Karl Pöppel, Bad Berleburg 1982, S. 492 ff. Ein erneuter Brand 1828 zerstörte auch das neue Dorf teilweise.

1969 wurde die zweiklassige Schule geschlossen.

Bis zur Eingemeindung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, war der Ort eine selbständige Gemeinde im damaligen Kreis Wittgenstein.

Im Zuge der FFH-Richtlinie wurde 1991 in unmittelbarer Nähe zum Dorf ein 14,8 ha großes Naturschutzgebiet eingerichtet.

Einwohnerentwicklung

1572: 31 Hausgesessene 1634: 27 Mannschaften 1662: 19 Häuser 1736: 230 Einwohner 1819: 344 Einwohner in 27 Häusern 1854: 437 Einwohner in 60 Häusern 1900: 308 Einwohner 1961: 456 Einwohner 1970: 428 Einwohner 1974: 397 Einwohner 2012: 321 Einwohner 2021: 295 Einwohner 2025: 278 Einwohner

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Bad Berleburg Kategorie:FFH-Gebiet in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Ersterwähnung 1384 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975