mini|Gemeindestand vor der Fusion am 25. April 2010 mini|Gerra mit Ronco. Historisches Bild von Leo Wehrli (1940) mini|Werner Friedli (Fotograf): Gerra und Ronco, historisches Luftbild (1946) mini|hochkant=.7|Gerra (Gambarogno) am Lago Maggiore mini|hochkant=.7|Bahnhof Gerra Gambarogno
Gerra (Gambarogno), im lombardischen Ortsdialekt (a la) Zèra ,Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 384. ist ein Ortsteil der Gemeinde Gambarogno im Schweizer Kanton Tessin. Er bildete bis zum 24. April 2010 eine selbständige politische Gemeinde.
Geographie Die Ortschaft liegt am östlichen Ufer des Langensees, an der Bahnstrecke Cadenazzo–Luino der Schweizerischen Bundesbahnen. Sie besteht aus den Fraktionen Riva und Scimiana am Seeufer (knapp 200 m ü. M.) sowie Ronco (290 m ü. M.) und Casenzano (335 m ü. M.) am darüberliegenden Hang. Auf rund 800 Meter liegen die Monti di Gerra.
Geschichte Im 16. Jahrhundert schlossen sich die Ortschaften Ronco de Martignoni, Ronco di Sopra und Scimiana zu einer Gemeinde zusammen. 1744 wurde die dem heiligen Rochus und dem heiligen Sebastian geweihte Pfarrkirche errichtet.
Am 25. November 2007 wurde die Fusion der Gemeinden am Südufer des Langensee zur neuen Gemeinde Gambarogno von den Stimmberechtigten der Gemeinden Caviano, Contone, Gerra (Gambarogno), Indemini, Magadino, Piazzogna, Sant’Abbondio und Vira (Gambarogno) gutgeheissen. Einzig San Nazzaro war mehrheitlich dagegen. Gegen den Entscheid des Tessiner Grossen Rates, die Fusion trotzdem wie geplant durchzuführen, wurde beim Bundesgericht Beschwerde eingelegt. Nach der Ablehnung der Beschwerde trat die Fusion per 25. April 2010 in Kraft. Gerra Gambarogno bildet aber nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Gerra Gambarogno (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati
Bevölkerung
Wappen Blasonierung Rot mit goldenem (gelbem) Schildhaupt, darin ein rotgezungter und -bewehrter schwarzer Adler. Unten eine goldene Armbrust Es handelt sich dabei um eine Übernahme des Wappens der Familie Balestra und zwar zu Ehren des Serafino Balestra (1831–1886).
Das Schildhaupt wird in der italienischen Heraldik capo dell’imperio genannt und kennzeichnete die Parteigänger des Kaisers (Waiblinger, d. h. Staufer) im Gegensatz zu den Anhängern der päpstlichen Partei (Welfen), deren Parteizeichen das capo d’Angio (Anjou) war.
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Santi Rocco und SebastianoSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 157. Oratorium San Bernardino (oder del Crocifisso) im Ortsteil Ronco mit Fresken des Malers Antonio da Tradate (1485)Oratorium San Bernardino (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc Oratorium Madonna del RosarioOratorium Madonna del Rosario (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc Betkapelle der MadonnaBetkapelle der Madonna (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc Wohnhaus mit Fresko Mater lactansWohnhaus mit Fresko Mater lactans (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc Wohnhaus mit Fresko Madonna del RosarioFresko Madonna del Rosario (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc prähistorische SchalensteinePrähistorische Schalensteine (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
Persönlichkeiten (Sortierung nach Geburtsjahr.) Antonio Balestra (* um 1600 in Gerra Gambarogno; † nach 1634 ebenda), ArchitektHistorisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band I, S. 546 (Digitalisat, abgerufen am 31. Mai 2017). Agostino Balestra (* 10. November 1817 in Gerra (Gambarogno); † 1. Dezember 1887 ebenda), Kunstmaler und Dekorateur, Mitarbeiter von Giovanni Antonio Vanoni Giovanni Galli (* 27. November 1853 in Gerra (Gambarogno); † 24. Mai 1920 in Lugano), Ingenieur, Präsident der Tessiner Sektion des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) Dino Balestra (* 1947), Pädagoge, Theaterautor, ehemaliger Direktor der SRG SSR in Lugano (mit Foto) (italienisch) auf comunitaitalofona.orgDino Balestra auf theaterwissenschaft.ch Ester Monaco (* 1973 in Gerra Gambarogno), Meisterlandwirtin, Unternehmerin auf landwirtschaft.ch
Literatur Virgilio Gilardoni: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino, volume III: L'alto Verbano II. I circoli del Gambarogno e della Navegna (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 73). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte SKG. Bern 1983, ISBN 3-7643-1500-8, S. 28–36. Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 157.
Celestino Trezzini: Gerra Gambarogno. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 3: Egolf – Güttingen. Attinger, Neuenburg 1926, S. 490, 491 (Digitalisat).
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Gambarogno Amt für Statistik des Kantons Tessin: Gambarogno (italienisch) Gambarogno-Gerra Gambarogno: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Catalogo ASTI, Gerra (Gambarogno) auf www3.ti.ch/DECS/dcsu/ac/asti/cff (abgerufen am 11. Dezember 2017)
Einzelnachweise
Kategorie:Gambarogno TI Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Gambarogno TI Kategorie:Gemeindeauflösung 2010