Razorblade Romance ( für Rasierklingenromanze) ist das zweite Studioalbum der finnischen Rockband HIM. In Finnland erschien es am 19. Dezember 1999, in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern Europas wurde es am 24. Januar 2000 veröffentlicht. In Großbritannien erschien das Album am 15. Mai 2000.

Dieses Album bedeutete für die Finnen, die bis dahin ein Geheimtipp waren und vor allem in Metal-Kreisen bekannt waren, den großen Durchbruch in Europa. Aus dem Album wurden vier Singles ausgekoppelt (Join Me (in Death), Right Here in My Arms, Poison Girl, Gone with the Sin), die auch eigene Musikvideos erhielten. Drei davon wurden Nummer-eins-Hits (in Finnland und Deutschland).

Albumtitel Zuerst gab es die Idee das Album A Razorblade Romance (Eine Rasierklingenromanze) zu nennen., Quelle: himforfans.beepworld.de/magazines.htm (alte Fanseite mit Interviewabschrieben) zu finden in der Rubrik „Magazines2000“ unter dem Titel HIM - AUS DER PARADIESISCHEN HöLLE, Magazin: Break Out, Interview von 1998, Zitat: „Der Titel des nächsten HIM-Werkes steht angeblich auch schon fest.“ Valo: „Wir dachten an A Razorblade Romance, aber das kann sich noch ändern. […]“; abgerufen am 4. August 2015. Danach folgten noch andere Ideen (z. B. Slippery when dead, Goth’n’Roll), aber man kam dann doch wieder auf Razorblade Romance (Rasierklingenromanze bzw. Rasierklingenromantik) zurück.

Albumcover Für dieses Albumcover wurde als Hauptfarbe pink verwendet. Das Design lehnt an das vom vorherigen Album Greatest Lovesongs Vol. 666 an. Wieder ist Sänger Ville Valo abgebildet. Er steht mit pinkem Lidschatten und pinkem Lippenstift, aber trotzdem mit Zigarette im Mund, vor dem pinken Hintergrund, auf dem sich, auch in pink gehaltene, Ornamente, Engelchen und Schlangen befinden. Außerdem trägt er eine schwarze Lederhose und einen schwarzen, offenen, Ledermantel mit Pelzkragen. Um seinen Kopf herum wurde ein weißer Heiligenschein platziert. Auf dem Booklet wurde zum ersten Mal das Bandlogo Heartagram verwendet. Man sieht es deutlich auf der Rückseite des Booklets und bei genauerem Hinschauen kann man es auch auf dem Coverbild entdecken. Das Cover wurde wieder von Janne Uotila designt, allerdings unter dem Pseudonym Lucifer. Wenn man die CD aus der Hülle nimmt, kann man dahinter ein Foto mit den Bandmitgliedern sehen. Die Fotos stammen von Jouko Lehtola. Auf die Frage warum das Album pink geworden ist, antwortete Valo, er wolle eine "Barbie-Optik" um die Gothikfans zu ärgern, die immer alles zu ernst nehmen. Außerdem seien die meisten Gothic-Alben in dunklen Farben gehalten und es sollte mehr hervorstechen. Videotitel: "HIM at Breakfast with Markus Kavka 1999" VIVA-Zwei-Interview mit Ville, Mige und Markus Kavka, Sendung: 2Rock, ab Minute 4:20; zuletzt abgerufen am 4. August 2015

Entstehungsgeschichte Ursprünglich sollte Razorblade Romance in Finnland, wieder mit Hiili Hiilesmaa als Produzent, entstehen. Die Band hatte mit ihm sogar schon Anfang 1999, Quelle für die Jahreszahl: himforfans.beepworld.de/magazines.htm (alte Fanseite mit Interviewabschrieben) Titel: Sterben für die Liebe aus dem Magazin Divine6 vom Januar 2000, Zitat: „[…] Zwar fand man sich bereits im Frühjahr 1999 mit dem Produzenten Hiili […] zusammen und konnte recht bald neue Stücke vorweisen. Doch der Band schien diesen Stücken das gewisse Etwas zu fehlen, so dass sie sich kurzerhand entschlossen, das vorhandene Material nicht zu verwenden und das Album ganz neu einzuspielen. Hierzu bediente man sich der Hilfe von John Fryer […].“ einige Demos in den Finnvox Studios aufgenommen.Juho K. Juntunen: Synnin Viemää. WSOY, 2002, ISBN 951-0-27304-X, Kapitel 14 = S. 122–135 (finnisch) Ende 2014 sind höchstwahrscheinlich genau diese Demoaufnahmen wieder im Internet aufgetaucht (unter dem Namen HIM Demos 1998 oder Slippery when Dead). Das Lied Too happy to be alive, das sich auch unter den Demos befindet, kursiert allerdings schon seit mindestens 2004 im Internet. Die sonstigen Demos sind: Poison Girl, Join Me (in Death), Right Here In My Arms, Gone With The Sin, Razorblade Kiss, Bury Me Deep Inside Your Heart und Resurrection. Es fehlen also: I love you, Heaven tonight, Death is in love with us und One last time. Dies lässt vermuten, dass sie erst später entstanden sind.

Aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem Produzenten über die musikalische Ausrichtung der Stücke, und aufgrund von Unstimmigkeiten über die Lieder innerhalb der Band, wurde die Zusammenarbeit mit Hiili abgebrochen:

Im Frühling 1999 nahmen HIM probeweise drei Lieder in den Rockfield Studios in Wales (England) auf., Videotitel: "HIM in studio - 'I Love You' Recording (1999)", Probeaufnahmen für 3 Lieder in Wales Die eigentlichen Aufnahmen fanden dann im Juli Videotitel: "Ville Valo short Interview 1999", Interview mit Valo und Robert Wilde am Set zu Join me. Bei Minute 3:47 sagt Valo, dass das Album im Juli aufgenommen wurde. (wieder in den Rockfield Studios) statt und dauerten 22Juho K. Juntunen: Synnin Viemää. WSOY, 2002, ISBN 951-0-27304-X, Kapitel 14 = S. 136–137 (finnisch) Tage. HIM-Seite aus dem Gästebuch der Rockfield Studios Produzent war diesmal John Fryer.siehe: Razorblade Romance-Booklet Zu den Aufnahmen sagte Ville Valo folgendes:

Musikstil und Thematik Musikstil Damals wendete sich die Band von den Metal-Einflüssen des ersten Albums ab. Mit Razorblade Romance entwickelte sich HIM weg vom düstereren Sound, in eine rockigere Richtung. Das Album enthält eine Mischung aus schnellen und langsamen Songs.

Romeo und Julia Laut Ville Valo handelt Join Me (in Death) von der Liebesgeschichte von Romeo und Julia. Videotitel: "Ville & Mige Interview 2000", ab Minute: 4:13

Infos zu den Videoclips Von Join Me (in Death) gibt es zwei Videos: Join Me (Laser-Version): Dieses Lied wurde für den Abspann des Films The 13th Floor verwendet. Deshalb entstand in den VTTV-Studios, Quelle: himforfans.beepworld.de/magazines.htm (alte Fanseite mit Interviewabschrieben), Magazininterview von Ende 1999, zu finden in der Rubrik "Magazines2000" unter der Überschrift Die Lichtgestalt, Zitat eines Journalisten der die Band beim Videoclipdreh von Join Me besuchte: „In den Berliner VTTV-Studios sieht man die Hand vor Augen nicht […]. Es ist so dunkel, dass ich mir dreimal das rechte Knie anschlage […].“ (inzwischen in Havelstudios umbenannt) in Berlin, passend zum Film, ein Videoclip. Die Band spielt in einem stockdunklen Raum und man sieht, wie im Film, grünes Laserlicht. Es wurde auch eine blonde Frau gefilmt, die aber nur sehr wenige Szenen im Videoclip hat. Hauptaugenmerk liegt auf Ville Valo, der ein Glitter-Make-Up im David-Bowie-Stil trägt. Die Laserversion gibt es in mindestens drei Schnittfassungen. In zwei der Fassungen wurden Szenen aus dem Film integriert, wobei eine mit Filmszenen endet, die andere mit einer Szene, in der man Valo sieht. Die dritte Fassung enthält nur Szenen vom Dreh mit der Band (also keine Filmausschnitte). Dieser Videoclip entstand Ende 1999 unter der Regie von Robert Wilde. Videotitel: "Ville Valo short Interview 1999", Interview mit Valo und Robert Wilde am Set zu Join Me. Bei Minute 3:10 wird der Name des Regisseurs eingeblendet. In Deutschland wurde ursprünglich nur diese Version des Videos gezeigt. Join Me (Eisversion / Version für den südeuropäischen Raum): Für den Südeuropäischen Raum wurde im Jahr 2000 noch einmal ein ganz anderer Videoclip für Join Me gemacht. Drehort war London, obwohl das Video damals nicht im englischen Fernsehen gezeigt wurde. Es war die erste Zusammenarbeit der Band mit Regisseur Bill Yukich, der später noch die Videos für Wicked Game (2000 Version) und Gone with the sin für die Band machte.Juho K. Juntunen: Synnin Viemää. WSOY, 2002, ISBN 951-0-27304-X, Kapitel 24 = S. 234–237 (finnisch) Videotitel: "Ville & Mige Interview in bed 1/4", bei Minute 2:10 sagt Valo, dass Yukich bei jeweils einer Version von Gone with the sin, Join Me und Wicked Game Regie führte. Anmerkung: fälschlicherweise wurde oft John Hillcoat als Regisseur für Join Me benannt, da er auf der DVD Love Metal Archives Vol 1 als Regisseur vermerkt ist. Dabei muss es sich um einen Fehler handeln, da sowohl in der HIM Biografie Synnin Viemää als auch in Interviews von Bill Yükich die Rede ist. Im Join Me-Video spielt die Band vor einer künstlichen Styroporkulisse, die das Innere eines Eisschlosses darstellt. Das Video ist sehr märchenhaft und man kann auch eine Frau sehen die eine Art Eiskönigin darstellt.

Right Here In My Arms wurde in einer Glasfabrik gedreht. Am Set wurde eine Art Glasraum aufgebaut, in dem die Band spielte. Im Videoclip sieht man auch Ninja Sarasalo, ein damals in Skandinavien sehr erfolgreiches Model. Regie führte Pasi Pauni.

Poison Girl enthält Aufnahmen von einem Auftritt der Band am 29. März 2000 in der Arena Berlin.

Gone with the sin wurde im Jahr 2000 auf dem Land und auf einem Friedhof in der Nähe von London gefilmt. Regisseur war wieder Bill Yukich. Einen Tag zuvor hatte die Band mit ihm den Wicked Game-Videoclip für Südeuropa (in Deutschland wurde er nicht gezeigt) gedreht (für Infos zu den Wicked Game-Videos siehe: Greatest Lovesongs Vol. 666). Die ursprüngliche Idee für Gone with the sin war es in 50er-jahre Pastellfarben zu filmen und eine düster Person, die durch eine blühende Wiese läuft, darzustellen. Das Farbkonzept wurde nicht ganz getroffen, zumindest sagte Ville Valo, dass es nicht seinen Vorstellungen entsprach. Das Filmmaterial wurde nämlich eingefärbt. Valo in schwarz-weiß, um die düstere Person darzustellen und die Landschaft in grell bunten Farben. HIMs Plattenfirma in Deutschland war anscheinend auch nicht hundertprozentig zufrieden und deshalb gibt es eine zweite Version des Musikvideos. Ein anderer Regisseur (Ercin Filizli) projizierte das originale, uneingefärbte Filmmaterial auf die nackten Körper von drei Frauen und zwei jungen Männern, die sich in einem dunklen Raum aufhielten. Die Körper dienen also nur als Leinwand und erscheinen so fast durchsichtig. In Deutschland wurde ursprünglich nur diese Version des Videos gezeigt.

Infos zu einzelnen Songs I love you (Prelude to Tragedy) wurde in der Album-Version nie live gespielt. HIM haben das Lied allerdings zu Testzwecken, in einer etwas anderen Demoversion live bei Konzertauftritten vor Veröffentlichung von Razorblade Romance gespielt. Videotitel: "HIM - I Love You (Live Frankfurt 1998)", zuletzt abgerufen am 15. Juli 2015 Im Text von Join Me (in Death) geht es um die Liebesgeschichte von Romeo und Julia Join Me und Poison Girl waren ursprünglich ein Lied aus dem später zwei gemacht wurden Gone with the Sin handelt von einem Mädchen von dem Ville betrogen wurde, als er noch ein Teenager war (1992). Er sagte mit dem Lied und Videoclip wollte er die Beziehung endgültig begraben.Artikelscan von Yam zu finden unter Pix – Magazine photos - Yam (es ist der Scan auf dem ein Foto mit Ville zu sehen ist, auf dem er eine Hand in der Hose hat); Yam!, Interview vom 29. November 2000 Tabelle mit dem Datum des Interviews, Titel: Total abgedreht – Ville: Meine Sünden! oder: – Magazin-Interview (Yam!) in Deutsch, Artikelabschrieb (ist besser zu lesen als der Scan), Titel:„Meine Sünden“, November 2000; Zitat: "Es ist ein trauriges Liebeslied über eine zerbrochene Beziehung. Sie betrügt ihn und zerstört damit ihre große Liebe. Der Song hat einen realen Hintergrund: Eine meiner ersten Freundinnen hat mich betrogen. Das war so vor 8 Jahren. Danach stand ich aus Verzweiflung Monate lang neben mir. Ich hatte dieses Girl geliebt wie keinen anderen Menschen zuvor – und dann das: Sie steigt mit einem anderen ins Bett!" Interviewer: "Im Video sieht man dich unter anderem auf einem Friedhof..." Ville: "Das war meine Idee. Mit dem Song und dem Clip wollte ich die Beziehung endgültig begraben."; Vor 8 Jahren wäre zu diesem Zeitpunkt 1992 gewesen, Ville war damals 15 bzw. 16 Jahre alt. Abgerufen am 15. Juli 2015.