Der Landkreis Kemnath gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz. Vor dem Beginn der Gebietsreform am Anfang der 1970er Jahre umfasste der Landkreis 36 Gemeinden, die überwiegend zum Landkreis Tirschenreuth kamen.
Geographie Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Kemnath, Kulmain und Immenreuth.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Wunsiedel, Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab, Eschenbach in der Oberpfalz und Bayreuth.
Geschichte Bezirksamt Das Bezirksamt Kemnath wurde 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Erbendorf und Kemnath gebildet.
Am 22. März 1871 trat das Bezirksamt Kemnath die Gemeinde Voitenthan an das Bezirksamt Tirschenreuth ab. Am 1. Januar 1931 wurden weitere Gemeinden abgetreten: Altenstadt b. Erbendorf, Bernstein, Burggrub, Erbendorf, Grötschenreuth, Hauxdorf, Krummennaab, Naabdemenreuth, Neuenreuth, Pfaben, Reuth bei Erbendorf, Röthenbach, Siegritz, Thumsenreuth, Trautenberg, Wetzldorf und Wildenreuth an das Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab sowie Bärnhöhe, Friedenfels, Helmbrechts, Hohenhard und Poppenreuth an das Bezirksamt Tirschenreuth.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die einheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Kemnath.
1946 wurde die Gemeinde Schadenreuth nach Erbendorf im Landkreis Neustadt an der Waldnaab eingemeindet.
Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Kemnath im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst: Die Gemeinden Guttenthau, Haidenaab, Mehlmeisel, Plössen, Ramlesreuth, Speichersdorf und Wirbenz kamen zum oberfränkischen Landkreis Bayreuth. Die Gemeinde Mockersdorf kam zum Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Alle übrigen Gemeinden wurden dem Landkreis Tirschenreuth zugeschlagen.
Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Hessenreuth nach Pressath im Landkreis Neustadt an der Waldnaab eingemeindet.
Landräte
1925–1944: Rudolf Seefried 1948–1949: Christof Nickl 1958–1970: Valentin Kuhbandner 1970–1972: Bruno Ponnath
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 24.202 1885 23.577 1900 22.673 1910 23.757 1925 24.297 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 16.558 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 23.175 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 21.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 23.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Gemeinden Vor dem Beginn der bayerischen Gebietsreform umfasste der Landkreis in den 1960er Jahren 36 Gemeinden:Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mini|375px|Landkreis Kemnath, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Ahornberg Atzmannsberg Brand Ebnath Guttenberg Guttenthau Haidenaab Hessenreuth Höflas Immenreuth Kastl Kemnath, Stadt Kötzersdorf Kulmain Langentheilen Lenau Lochau Löschwitz Mehlmeisel Mengersreuth Mockersdorf Neusorg Oberwappenöst Pilgramsreuth Plössen Pullenreuth Ramlesreuth Riglasreuth Schönreuth Speichersdorf Trevesen Unterbruck Waldeck Wirbenz Zinst Zwergau
Mehrere bevölkerungsarme Gemeinden wurden am 1. Januar 1946 eingemeindet: Berndorf, Eisersdorf und Fortschau in die Stadt Kemnath Dechantsees in die Gemeinde Pullenreuth Göppmannsbühl am Berg in die Gemeinde Haidenaab Höll und Haid in die Gemeinde Langentheilen Kaibitz und Reuth in die Gemeinde Löschwitz Oberbruck in die Gemeinde Kulmain Punreuth in die Gemeinde Ahornberg Wolframshof in die Gemeinde Kastl Zeulenreuth in die Gemeinde Speichersdorf
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KEM zugewiesen. Es wurde bis zum 3. August 1974 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung in den Landkreisen Bayreuth und Tirschenreuth wieder erhältlich.
Literatur Günther U. Müller (Hrsg.): Unser Landkreis Kemnath. Verlag Bild + Druck, München 1969.
Einzelnachweise
Kemnath Kategorie:Geschichte (Landkreis Tirschenreuth) Kemnath Kategorie:Aufgelöst 1972