mini|Der Fluss Shimanto
Die Insel Shikoku ( ‚vier Länder‘; auch Schikoku) ist die kleinste der vier Hauptinseln Japans. Sie ist 18.297,59 km² groß und hat ungefähr 3,6 Mio. Einwohner.
Zu der Region Shikoku () gehören außerdem die umliegenden Inseln. Die Region hat eine Fläche von 18.806,36 km² und 4.086.457 Einwohner (Stand: 1. Oktober 2005). Sie ist in vier Präfekturen eingeteilt: Ehime, Kagawa, Tokushima und Kōchi.
Etymologie Der Name vier Länder für die Insel stammt daher, dass sie schon seit der Zeit der Provinzen aus vier Provinzen bestand, nämlich Iyo, Sanuki, Awa und Tosa. Die Grenzen dieser alten Provinzen entsprechen in etwa denen der heutigen Präfekturen.
Im Kojiki wird die Insel bei der Beschreibung der Geburt der japanischen Inseln (kuniumi) beim Namen Iyo-no-futa-na-no-shima () genannt, was nach Hirata Atsutane „Insel der zwei [Provinz-]Paare von Iyo“ meint, so dass mit Iyo – wie auch Tsukushi für Kyūshū – pars pro toto auch ganz Shikoku bezeichnet wurde. Die Provinzen wurden mythologisch als E-hime (, „liebliche Prinzessin“), Ihi-yori-hiko (, „Prinz des guten Rufs [nach Florenz]; Prinz des gut gekochten Reis’ [nach Chamberlain]“), Oho-getsu-hime (, „Prinzessin der großen Nahrung“) und Take-yori-wake (, „Tapfrer guter Jüngling“) bezeichnet.
Geografie Die Region Shikoku umfasst neben der Shikoku-Insel 625 kleinere Inseln mit einer Gesamtfläche von 491 km²,Japan Statistical Yearbook 2014. Tabelle 1-1: Islands, Area and Length of Coastline of National Land, (MS Excel; 29 kB) viele davon in der Seto-Inlandsee. Der östlichste Punkt ist Kap Kamoda-misaki, der südlichste Kap Ashizuri-misaki, der westlichste Kap Sada-misaki und der nördlichste Kap Taikeikannon-misaki. Südlich erstreckt sich die Tosa-Bucht und südöstlich davon liegt das Kap Muroto.
Zur japanischen Hauptinsel Honshū bestehen eine Eisenbahn- und drei Straßenverbindungen über Brücken. Außerdem gibt es Fährverbindungen nach Honshū und Kyūshū. Die erste Brücke war die Seto-Ohashi-Brücke, eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke südwestlich von Okayama, die 1988 eröffnet wurde. Zuvor war Shikoku sehr isoliert vom restlichen Japan. Die Verbindung durch die Brücke sollte eine bessere wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen, die sich aber bis heute nicht eingestellt hat, obwohl zusätzlich 1998 die Kōbe-Awaji-Naruto-Autobahn zwischen Kōbe und Naruto und 1999 die Nishiseto-Autobahn zwischen Onomichi (Präfektur Hiroshima) und Imabari (Präfektur Ehime) fertiggestellt wurde und seither jede der drei Präfekturen an der Seto-Inlandsee eine Straßenverbindung nach Honshū hat. Die wichtigsten Städte in Shikoku sind Takamatsu, Matsuyama, Tokushima und Kōchi, die Hauptstädte der Präfekturen. In jeder Präfektur liegt ein Flughafen, und es gibt Flüge zu größeren Städten, wie beispielsweise Tōkyō oder Ōsaka.
Berge im Osten und Westen der Insel teilen Shikoku in eine schmale nördliche Teilregion an der Seto-Inlandsee und einen südlichen Teil am Pazifischen Ozean. Die meisten der 4,5 Millionen Einwohner leben im Norden, und alle größeren Städte, bis auf Kōchi, befinden sich dort. Der Berg Ishizuchi () in Ehime ist mit 1982 m der höchste Berg auf der Insel. Die größere südliche Gegend von Shikoku ist bergig und dünn besiedelt. Das einzige wesentliche Flachland ist die Schwemmlandebene, auf der sich die Stadt Kōchi befindet.
Grenzpunkte Shikoku hat folgende Grenzpunkte: Im Norden: 34 Grad 24 Minuten 1 Sekunde (Präfektur Kagawa) Im Osten: 134 Grad 45 Minuten 1 Sekunde (Präfektur Tokushima) Im Süden: 32 Grad 43 Minuten 17 Sekunden (Präfektur Kōchi) Im Westen: 132 Grad 0 Minuten 52 Sekunden (Präfektur Ehime)
Bevölkerung Shikoku hatte im Jahr 2018 insgesamt 3.845.534 Einwohner.1 Die größte Stadt ist Matsuyama (507.137 Einwohner im Jahr 2022). Sie ist die Hauptstadt der Präfektur Ehime. ISO-3166-2-CodePräfekturFläche Inseln 1986 Bevölkerung 2018 1Bevölkerung 2015 2DichteGemeinden Landkreisekm²Anteil in %PersonenAnteil in %PersonenAnteil in %Einw./km²krsfr. StädteStädte & DörferJP-36414722,05 88 755.73319,65736.47519,531788168JP-3718779,98 112 976.26325,39976.26325,89520896JP-38567630,19 270 1.385.26236,021.351.51035,852381197JP-39710437,78 159 728.27618,94705.88018,729911236Shikoku18.804100,00 3.845.534100,003.770.128100,00200385727 1 geschätzte Bevölkerung (Fortschreibung) am 1. Oktober 20182 Volkszählung 2015
+Liste der 20 größten Städte auf ShikokuRangStadtPräfekturBevölkerungrand|25x25px Matsuyama507.137rand|25x25px Takamatsu414.363rand|25x25px Kōchi321.910rand|25x25px Tokushima250.150rand|25x25px ImabariEhime147.334rand|25x25px NiihamaEhime113.755rand|25x25px MarugameKagawa108.744rand|25x25px SaijōEhime102.830rand|25x25px ShikokuchūōEhime80.952rand|25x25px UwajimaEhime68.21311rand|25x25px AnanTokushima67.89112rand|25x25px MitoyoKagawa60.10613rand|25x25px Kan'onjiKagawa56.25814rand|25x25px NarutoTokushima53.36815rand|25x25px SakaideKagawa49.48716rand|25x25px SanukiKagawa45.76317rand|25x25px NankokuKōchi46.17618rand|25x25px ŌzuEhime39.35219rand|25x25px YoshinogawaTokushima37.70720rand|25x25px KomatsushimaTokushima35.288
Wirtschaft Die Industrie ist mäßig gut entwickelt und besteht zum Teil aus der Weiterverarbeitung von Erz aus der wichtigen Kupfermine Besshi. Die Papierindustrie hat sich die üppigen Wälder und den Strom aus Wasserkraft zu Nutze gemacht.
Der Boden wird sehr intensiv genutzt. Auf weiten flachen Gegenden vor allem im Osten der Insel wird Reis angepflanzt. In der südlichen Region Shikokus kann er zweimal pro Jahr geerntet werden. Im Winter dient der gleiche Boden zur Anpflanzung von Winterweizen und Gerste. Im ganzen Norden werden verschiedenste Sorten von Früchten angebaut, wie z. B. Zitrusfrüchte wie Sudachi und Mandarinen, Dattelpflaumen (Kaki), Pfirsiche und Weintrauben.
Zudem wird ein großflächiger Anbau von Lotosblumen (Renkon), deren stärkehaltige Wurzeln in der japanischen Küche Verwendung finden, sowie Süßkartoffeln (Satsuma-imo) betrieben. Das milde Klima der Gegend führte zur Spezialisierung auf die Anpflanzung von Gemüse unter Plastikplanen außerhalb der Saison.
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Einzelnachweise
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