mini|hochkant=1.1|Gemeindestand vor der Fusion am 18. Oktober 2020 mini|hochkant=1.1|Kreuzweg-Stationen
Frasco ist eine Ortschaft in der Gemeinde Verzasca, Kanton Tessin. Bis 2020 bildete sie eine selbständige Gemeinde.
Wappen Blasonierung: In Blau ein nach schräglinks fliegender silberner Fisch. mini|Luftbild aus 2000 m von Walter Mittelholzer (1923)
Geographie Frasco liegt im Verzascatal. Durch den Ort fliesst der Wildbach Efra, der hier von links in die Verzasca mündet.
Nachbargemeinden waren Faido, Giornico und Personico im Valle Leventina sowie Cugnasco-Gerra, Lavertezzo und Sonogno im Verzascatal.
Geschichte Das Dorf ist 1219 als Ferasco de Verzasca erwähnt. Es gehörte früher zur Gemeinde des Verzascatals und zur Kirchgemeinde Vogorno, von der es sich 1518 abtrennte. Von 1395 bis 1843 bildete das Dorf mit Sonogno eine Gemeinde.
Am 18. Oktober 2020 fusionierte die damalige Gemeinde mit den Gemeinden Brione (Verzasca), Corippo, Cugnasco-Gerra (Gerra Valle), Lavertezzo (Lavertezzo Valle), Sonogno und Vogorno zur neugebildeten Gemeinde Verzasca. Die ehemalige Gemeinde aber bildet nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.Patriziato di Frasco In: m4.ti.ch/fileadmin/DI/DI_DI/SEL/Patriziati, abgerufen am 20. Juli 2024 (italienisch; mit Mappe).
Lawinenkatastrophe vom 11. Februar 1951 Im Lawinenwinter 1951 wurde die Ortschaft Frasco schwer getroffen. Nach intensiven Schneefällen löste sich am 11. Februar 1951 um 21:30 Uhr auf einer Breite von rund 600 Metern die Schneedecke oberhalb des Monte Pampinedo. Die Schneemenge bewegte sich durch mehrere Runsen talwärts und vereinte sich zu einer einzigen gewaltigen Lawine, die mitten ins Dorf führte und fast bis zur Kirche gelangte. Dabei wurden 10 Wohnhäuser, 14 Ställe und 8 Scheunen verschüttet.
In den verschütteten Häusern befanden sich noch 14 Personen. Zehn Personen konnten lebend geborgen werden, wobei eine davon nach 10 Tagen ihren schweren Verletzungen erlag. Die restlichen vier Personen konnten nur noch tot geborgen werden, damit starben fünf Personen durch diese Lawine. Daneben waren an materiellen Schäden neben den 32 Gebäuden noch der Verlust von 20 Schafen, einem Schwein und 33 Hühnern zu beklagen. Es wurden auch 5 ha Wald beschädigt, wobei ein Verlust von 50 m³ Holz zu verzeichnen war. Auch die Telefon- und Stromleitungen wurden unterbrochen und die Strasse verschüttetChristian Pfister: Am Tag danach, Zur Bewältigung von Naturkatastrophen in der Schweiz 1500-2000. 2002, Haupt, ISBN 3-258-06436-9, S. 162.
Bevölkerung
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche San Bernardo AbateSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 232.Elfi Rüsch: Distretto di Locarno IV. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 102–114. Kreuzweg-Stationen im Friedhof (1749) Elektrizitätswerk (1925) Alte Mühle (1880) Schalenstein in Val Vogornesso im Ortsteil Vald (1028 m ü. M.)Franco Binda: Il mistero delle incisioni. Armando Dadò editore, Locarno 2013, S. 64–65.
Persönlichkeiten Giovanni Ferrini (* 1945 in Frasco ?), Architekt der ETH Zürich (1970), entwarf das Altersheim la Piazzetta in Lugano-Loreto (1994), restaurierte mit dem Architekten Pessina die Kathedrale von Lugano (2017) und wurde für seine Verdienste zum Komtur des päpstlichen Gregoriusorden ernannt (2018)Giovanni Ferrini Commendatore des päpstlichen Gregoriusorden auf archivio-tipress.ch/event (italienisch)
Literatur Piero Bianconi: Frasco. In: I dipinti murali della Verzasca. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1934, S. 32, 54, 71. Rinaldo Giambonini, Agostino Robertini, Silvano Toppi: Frasco. In: Il Comune. Edizioni Giornale del Popolo, Lugano 1971, S. 141–152. Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 328. Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 232. Giuseppe Mondada: Frasco. In: Catalogo delle pitture murali fino alla metà dell’Ottocento. Istituto Editoriale Ticinese, Bellinzona 1934, S. 77–79.
Johann Rudolf Rahn: I monumenti artistici del medio evo nel Cantone Ticino. Tipo-Litografia di Carlo Salvioni, Bellinzona 1894, S. 98. Elfi Rüsch: I monumenti d’arte e di storia del Canton Ticino. Distretto di Locarno IV: La Verzasca, il Pedemonte, le Centovalli e l’Onsernone. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 123). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2013, ISBN 978-3-03797-084-3, S. 102–126. Celestino Trezzini: Frasco. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 3: Egolf – Güttingen. Attinger, Neuenburg 1926, S. 232 (Digitalisat).
Weblinks
Webauftritt der Gemeinde Verzasca Amt für Statistik des Kantons Tessin: Frasco (italienisch) Frasco: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Verzasca TI Kategorie:Ersterwähnung 1219 Kategorie:Gemeindeauflösung 2020