Landau an der Isar (, amtlich: Landau a.d.Isar) ist die zweitgrößte und mit ihrer Gründung im Jahre 1224 die älteste Stadt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau in Bayern.
Geographie Lage und Besonderheiten Die Altstadt liegt auf einer Höhe von 390 Metern über Normalnull (‚Obere Stadt‘), oberhalb der Hangleite des Isartals. Dadurch kam Landau zum Beinamen Bergstadt. Die neuere ‚Untere Stadt‘ liegt mehr als 50 Meter tiefer in der Talsohle des Isartals und wird von der Isar durchflossen. Die Altstadt konnte sich ihre mittelalterliche Struktur bewahren. Noch heute sind im Stadtplan und im Luftbild der Stadtgraben sowie die alten, kreuzförmig angelegten Hauptstraßen erkennbar. Von 1991 bis 1999 wurde eine Altstadtsanierung durchgeführt, wodurch ein moderner Marktplatz geschaffen wurde.
Gemeindegliederung
Die Stadtgemeinde hat 79 Gemeindeteile, die sich folgendermaßen auf sieben Gemarkungen verteilen:
Von den in der Gemarkung Zeholfing gelegenen Gemeindeteilen gehörten Kothingeichendorf, Moos, Poldering, Pöringerschwaig und Schönberg ehemals zu der 1946 aufgelösten Gemeinde Poldering.
Von den in der Gemarkung Höcking gelegenen Gemeindeteilen gehörten Entensee, Oberhöcking, Weilnbach, Windschnur und Wolfsgasse zu der 1971 aufgelösten Gemeinde Oberhöcking, und die übrigen zur Gemeinde Niederhöcking.
Es gibt die Gemarkungen Kammern (von der nur der Gemarkungsteil 1 in die Stadt Landau a.d.Isar fällt – der Gemarkungsteil 0 gehört zum Markt Eichendorf), Frammering, Höcking, Landau a.d.Isar, Mettenhausen, Reichersdorf und Zeholfing.
mini|hochkant=1.4|Die Gemarkungen im Stadtgebiet von Landau an der Isar. Von der Gemarkung Kammern gehört nur der Gemarkungsteil 1 zur Stadt. Der Gemarkungsteil 0 gehört zum Markt Eichendorf. Gmk.-schlüssel Gemarkung FlächeHektarhttps://geoindex.io/BevölkerungErgebnisse des Zensus 2011 zum Download - erweitert, Bevölkerung im 100 Meter-Gitter (aggregiert nach Gemarkungen)Zensus 2011LageGT 096171 Frammering 1827,51 2366 16 096172 Höcking 1752,06 958 20 096173 Landau a.d.Isar 1051,50 7466 3 096174 Mettenhausen 1023,70 328 18 096175 Reichersdorf 632,00 418 5 096176 Zeholfing 1524,62 763 11 096162 Kammern 628,24 201 6 Stadt Landau a.d.Isar 8439,64 12500 79
Geschichte mini|Kupferstich von Matthäus Merian (1665) mini|Stadtplan von 1798 mini|Postkarte von Landau an der Isar, 1917 Bis zum 19. Jahrhundert Der Teil „Obere Stadt“ wurde 1224 vom Wittelsbacher Herzog Ludwig dem Kelheimer gegründet, jedoch war zu dieser Zeit bereits eine dörfliche Siedlung am Ufer der Isar – zu Füßen des heutigen Stadtberges – vorhanden, die „Land-Au“ hieß. Sie wird erstmals 1074 erwähnt. 1304 erhielt die Stadt von den Herzögen Otto III. und Stephan I. die Verbriefung der städtischen Sonderrechte.
Am 29. Juni 1504 wurde Landau im Landshuter Erbfolgekrieg niedergebrannt. Den Dreißigjährigen Krieg überstand Landau unbeschadet. Im letzten Kriegsjahr 1648 wurde durch Zahlung von 5000 Talern an die Schweden die Stadt vor der Zerstörung bewahrt. Im Jahre 1713 starben innerhalb von sechs Wochen 80 Personen an der Pest. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde Landau am 17. und 18. Mai 1743 zunächst von französischen und daraufhin von österreichischen Truppen fast vollständig zerstört. Nach dem Friedensschluss ließ Maria Theresia der Stadt 1750 zum Wiederaufbau 600 Dukaten zukommen. Die Stadt war lange Pflegamt und gehörte zum Rentamt Landshut des Kurfürstentums Bayern. Landau besaß ein Stadtgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten (Landgericht).
Im Jahre 1829 zählte Landau 1624 Einwohner und 300 Häuser und 1875 erhielt Landau einen Eisenbahnanschluss an der fünf Jahre später vollendeten Bahnstrecke Landshut–Plattling.
20. Jahrhundert Im Jahr 1903 wurde die Bahnstrecke Landau–Arnstorf eröffnet. 1911 besuchte Prinzregent Luitpold Landau.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Johann Baptist Huber Stadtpfarrer in Landau. Er starb 1942 im Konzentrationslager Dachau. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Landau gegen die anrückenden US-Truppen verteidigt und die Brücken gesprengt. Am 30. April 1945 zerstörte Artilleriebeschuss das Rathaus und Teile der Altstadt, wobei es insgesamt 22 Tote auf deutscher Seite gab.
Das neue Rathaus konnte 1950 seiner Bestimmung übergeben werden. 1959 kam mit einem Zweigwerk von Triumph der erste Industriebetrieb in das neue Gewerbegebiet an der Straubinger Straße. 1969 erhielt Landau an der Harburger Straße ein neu erbautes Gymnasium.
Bis zur Gebietsreform in Bayern war Landau die Kreisstadt eines eigenen Landkreises, des Landkreises Landau an der Isar. Mit der Reform wurde Landau am 1. Juli 1972 Teil des neu geschaffenen Landkreises Untere Isar, der am 1. Mai 1973 den Namen Dingolfing-Landau erhielt.
2024 feiert die Stadt das 800-jährige Stadtjubiläum.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinde Frammering und Teile der heute zu Pilsting gehörenden ehemaligen Gemeinde Ganacker eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Mettenhausen, Reichersdorf und Zeholfing sowie der westliche Teil der aufgelösten Gemeinde Kammern mit dem gleichnamigen Gemeindehauptort hinzu (der etwas größere östliche Teil u. a. mit Wisselsdorf ging an die Gemeinde Eichendorf). Am 1. Januar 1978 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinde Höcking.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Stadt von 11.223 auf 13.390 um 2.167 Einwohner bzw. um 19,3 %.
Politik mini|Das Rathaus mini|Die Stadthalle Aus den Wahlen am 16. März 2014 ging Helmut Steininger als erster Bürgermeister hervor, der Stadtrat setzt sich wie folgt zusammen:
Partei / Liste (2014) Stimmenanteil Sitze Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 27,6 % 7 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 10,8 % 3 Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) 8,1 % 2 Unabhängige Wählergemeinschaft Land (UWG Land) 14,4 % 3 Unabhängige Wählergemeinschaft / Freie Wählergemeinschaft (UWG/FWG) 14,2 % 3 Landau gefällt mir (LGM) 13,5 % 3 Wählergemeinschaft Höcking (WGH) 11,3 % 3 In der Kommunalwahl am 15. März 2020 gingen Helmut Steininger und Matthias Kohlmayer in die StichwahlStichwahlBGM2020 um den Platz des ersten Bürgermeisters. Dort konnte sich Matthias Kohlmayer (54,2 %) gegen Helmut Steininger (45,8 %) durchsetzen und ist somit erster Bürgermeister. Der Stadtrat setzt sich nun wie folgt zusammen:Stadtratswahl Stadt Landau a.d.Isar 2020
Partei / Liste (2020) Stimmenanteil Sitze Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 22,7 % 6 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 5,9 % 1 Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) 6,4 % 2 Frauenliste Landau/Isar e. V. (FLL) 7,3 % 2 Unabhängige Wählergemeinschaft / Freie Wählergemeinschaft (UWG/FWG) 22,4 % 5 Landau gefällt mir (LGM) 18,3 % 4 Wählergemeinschaft Höcking (WGH) 9,9 % 2 Junge Bürger Landau (Junge Bürger Landau) 7,1 % 2
Kommunalwahlen am 8. März 2026
Wahl zum ersten Bürgermeister
Erster Wahlgang:
Kandidat/in Partei / Liste (2026) Stimmen Stimmenanteil Aigner, Martin Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 617 9,4 % Mayr, Thomas Alternative für Deutschland (AfD) 461 7,0 % Lang, Daniel Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 150 2,3 % Lorenz, Thomas Unabhängige Wählergemeinschaft — Freie Wählergemeinschaft e.V. (UWG/FWG) 1.651 25,2 % Kohlmayer, Matthias Landau gefällt mir (LGM) 3.244 49,5 % Aichner, Heike Frauenliste Landau/Isar (FLL) 426 6,5 %
Bei der Stichwahl zum ersten Bürgermeister am 22. März 2026 konnte sich Matthias Kohlmayer (LGM) mit 3.801 Stimmen / 65,7 % gegen den Mitbewerber Thomas Lorenz (UWG/FWG) 1.984 Stimmen / 34,3 % durchsetzen.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Der Marienplatz mini|Die Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt mini|hochkant|Steinfelskirche Mariä Heimsuchung, Chor und Hochaltar mini|Ansicht vom Isar-Radweg
Landau bietet in kultureller Hinsicht viele Möglichkeiten für seine Bürger; Auftritte in der Stadthalle, der Kastenhof Landau – Das Museum für Steinzeit und Gegenwart sowie das jährliche Volks- und Weinfest sind Beispiele dafür.
Die Stadtpfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (Patrozinium: 15. August) wurde 1713 unter Stadtpfarrer Phillip Rappoldsberger von dem Graubündner Baumeister Dominikus Magzin erbaut. Sie gilt als der schönste und größte barocke Kirchenbau im unteren Isartal. Der Kirchenraum enthält neben dem prächtigen Hochaltar auch acht barocke Seitenaltäre. Neben der Kirche steht seit 1871 die Friedenseiche, ein Naturdenkmal. Die spätgotische Filialkirche St. Johannes in Usterling ist mit einem bedeutenden Flügelaltar aus dem Umfeld des Landshuter Bildschnitzers Hans Leinberger ausgestattet. Der Wachsende Felsen von Usterling (auch: Johannisfelsen): Ein Quellbach hat im Laufe von Jahrtausenden mit seinem stark kalkhaltigen Wasser einen wandartigen rund 40 m langen und bis zu 5 Meter hohen bizarr geformten Felsen aufgebaut.Gertrud Keim, Stefan Glaser, Ulrich Lagally: Geotope in Niederbayern, In: Bayerisches Geologisches Landesamt (Hrsg.): Erdwissenschaftliche Beiträge zum Naturschutz, Band 4, München 2004, ISBN 978-3-940009-65-4, S. 159 Die Filialkirche Mariä Empfängnis ist ein spätgotischer Bau mit charakteristischem Satteldachturm. Hinter der Kirche kann man im Gras den sogenannten Teufelstritt von Zulling sehen. Es handelt sich dabei um zwei unbewachsene Fußabdrücke, um die sich eine mittelalterliche Sage rankt. Danach bewohnten besonders wohlhabende Ritter eine Burg an der Isar. Eine wertvoll ausgestattete Kirche gehörte zu ihrem Besitz. Diese wurde der Sage nach ausgeraubt. Beim Sprung aus dem Nordfenster der Kirche wurde der Räuber mit dem Diebesgut vom Blitz erschlagen. Seitdem wächst in den zurückgebliebenen Fußtritten kein Gras mehr. Steinfelskirche; die Kirche „Zur Drei Mal großen Mutter im Steinfelsen“ entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg und wurde unter Stadtpfarrer Phillip Rappoldsberger erbaut. Sie beherbergt viele Votivtafeln aus dem 17. und 18. Jh. und zählt zu einer der bedeutendsten Wallfahrtskirchen im unteren Isartal. Die Friedhofskirche Heilig Kreuz ist die älteste Kirche der Stadt. Über ihre Entstehungsgeschichte ist wenig bekannt. Es wird angenommen, dass sie in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Unter Stadtpfarrer Rappoldsberger wurde im Jahr 1711 eine barocke Flachdecke mit Gemälde eingezogen und der Turm erhöht, auch wurden teilweise gotische Elemente entfernt. Von 1998 bis 2006 wurde die Kirche gründlich innen und außen renoviert und erstrahlt nun in neuem alten Glanz. Von 1995 bis 2019 war im sogenannten Kastenhof, einem auf das Mittelalter zurückgehenden Verwaltungssitz, das Niederbayerische Archäologiemuseum untergebracht. Es war Teil der Archäologischen Staatssammlung des Freistaates Bayern. 2015 ging das Museum in kommunale Hand über und wurde 2019 unter dem Namen Kastenhof Landau – Das Museum für Steinzeit und Gegenwart als Themenmuseum zur Jungsteinzeit neu eröffnet. Das upstairs (ehemals Discothek Alcatraz) Das Heimatmuseum Landau besteht seit 1958 und wurde 1999 mit neuem Konzept wiedereröffnet. Es informiert über die bäuerliche Wohnkultur des 19. Jahrhunderts und führt in einer eigenen Abteilung durch die Geschichte Landaus. Das Auwärter-Neoplan-Museum spiegelt die Geschichte der Firma Neoplan wider. Im Bestand befinden sich unter anderem 28 Busse aus den Jahren 1928 bis 1990. Eine andere Quelle gibt 10 Omnibusse, 12 Autos, 2 Motorräder, 1 Fahrrad und 10 Motoren an.Dieter Lammersdorf: Oldtimermuseen in Deutschland. Johann Kleine Vennekate-Verlag, Lemgo 2014, ISBN 3-935517-06-8, S. 262. Von 1973 bis 2008 war ein Werk des Omnibusherstellers in der Nachbargemeinde Pilsting angesiedelt.