4-Fluoramphetamin (4-FA; 4-FMP; PAL-303; Flux), auch bekannt als para-Fluoramphetamin (PFA; P-FMP) (Scenename „Fifa“), ist eine psychoaktive Designerdroge aus der Gruppe der Phenethylamine und ist innerhalb dieser Gruppe ein Amphetamin. Es ruft stimulierende, entaktogene und empathogene Effekte hervor. 4-FA ist auf dem Schwarzmarkt nur selten anzutreffen, dennoch wird es teilweise als Designerdroge verkauft.P. Rösner, B. Quednow, U. Girreser, T. Junge: Isomeric fluoro-methoxy-phenylalkylamines: a new series of controlled-substance analogues (designer drugs). In: Forensic Science International. 148 (2–3), 10. März 2005, S. 143–156. PMID 15639609.F. Nagai, R. Nonaka, K. Satoh Hisashi Kamimura: The effects of non-medically used psychoactive drugs on monoamine neurotransmission in rat brain. In: European Journal of Pharmacology. 559 (2–3), 22. März 2007, S. 132–137. PMID 17223101.
Sicherheitshinweise Die Substanz reizt Augen, Atmungstrakt, Haut und Schleimhäute. Im Tierversuch mit Mäusen wurde bei intraperitonealer Gabe ein LD50-Wert von 46 mg/kg Körpergewicht ermittelt.
Gewinnung und Darstellung Im Allgemeinen wird 4-FA aus 4-Fluorbenzaldehyd mit Hilfe von Nitroethan und einem Amin-Katalysator über das Zwischenprodukt 1-(4-Fluorphenyl)-2-nitropropen gewonnen, welches dann durch Reduktion zu 1-(4-Fluorphenyl)propan-2-amin (4-Fluoramphetamin) umgesetzt wird.
Pharmakologische Effekte Die Wirkung von 4-FA tritt ungefähr 60 Minuten nach oraler Einnahme ein und hält ca. 6–7 Stunden an. Die typische Dosis liegt zwischen 120 und 180 mg des Hydrochloridsalzes. Die subjektiven Effekte von 4-FA sind Euphorie, erhöhte Leistungsfähigkeit, Stimmungsaufhellung, Rededrang, Bruxismus (Kieferverspannungen), Insomnie und Appetithemmung.
4-Fluoramphetamin ist ein potentes Stimulans und bewirkt eine Ausschüttung des Neurotransmitters Serotonin, ähnlich wie andere para-substituierte Amphetamine. Jedoch sind seine serotonerge Wirksamkeit und Neurotoxizität wesentlich geringer als die ähnlicher Substanzen, wie 4-Bromamphetamin und 4-Iodamphetamin. Die serotonerge Potenz und die Neurotoxizität para-Halogen substituierter Amphetamine nimmt mit der Ordnungszahl des Halogen-Substituenten zu (4-FA ≪ 4-CA < 4-BA < 4-IA),R. W. Fuller, J. C. Baker, K. W. Perry, B. B. Molloy: Comparison of 4-chloro-, 4-bromo- and 4-fluoroamphetamine in rats: drug levels in brain and effects on brain serotonin metabolism. In: Neuropharmacology. 14(10), Okt 1975, S. 739–746. PMID 1196472.D. E. Nichols, M. P. Johnson, R. Oberlender: 5-Iodo-2-aminoindan, a nonneurotoxic analogue of p-iodoamphetamine. In: Pharmacology, Biochemistry and Behaviour. 38(1), Jan 1991, S. 135–139. PMID 1826785. während umgekehrt die Dopamin-Wiederaufnahmehemmung bei 4-FA stärker ausgeprägt ist als bei 4-CA oder 4-IA.D. Marona-Lewicka, G. S. Rhee, J. E. Sprague, D. E. Nichols: Psychostimulant-like effects of p-fluoroamphetamine in the rat. In: European Journal of Pharmacology. 287(2), 12. Dez 1995, S. 105–113. PMID 8749023. 4-FA verursacht zudem schwächere Hyperthermie als ähnliche Substanzen wie PMA oder 4-MTA, dennoch können Hyperthermie und Neurotoxizität bei Überdosierung oder exzessivem Gebrauch der Substanz gefährlich werden.
Rechtliche Einordnung Deutschland In Deutschland ist 4-FA seit dem 26. Juli 2012 ein gemäß dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel.Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Betäubungsmittelgesetz, BtMG): Anlage I (nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel)
Schweiz 4-Fluoramphetamin wurde mit Inkrafttreten der revidierten Betäubungsmittelverordnung SwissmedicVerordnung des Schweizerischen Heilmittelinstituts über die Betäubungsmittel und psychotropen Stoffe (Betäubungsmittelverordnung Swissmedic, BetmV-Swissmedic) – Änderung vom 10. September 2010 (PDF; 590 kB) per 1. Dezember 2010 dem Betäubungsmittelgesetz (BetmG, SR 812.121) unterstellt und somit ab diesem Zeitpunkt illegal. Einfuhr, Besitz, Vertrieb etc. werden nach dem Betäubungsmittelgesetz geahndet.
Litauen 4-FA wurde im Juli 2009 in Litauen verboten.Dėl Lietuvos Respublikos sveikatos apsaugos ministro 2000 m. sausio 6 d. įsakymo Nr. 5 „Dėl Narkotinių ir psichotropinių medžiagų sąrašų patvirtinimo“ pakeitimo
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Amphetamin Kategorie:Fluorbenzol Kategorie:Psychotropes Amphetamin Kategorie:Psychotroper Wirkstoff Kategorie:Synthetische psychotrope Substanz Kategorie:Stimulans Kategorie:Entaktogen oder Empathogen Kategorie:Betäubungsmittel (BtMG Anlage I)