Der Landkreis Illertissen war bis zu seiner Auflösung im Jahr 1972 ein Landkreis im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Verwaltungssitz des Landkreises war Illertissen, das im Jahr 1954 zur Stadt erhoben wurde. Zum Zeitpunkt seiner Auflösung umfasste der Landkreis 42 Gemeinden. Der Landkreis Illertissen führte kein Wappen.
Geographie
Lage Der Landkreis Illertissen lag im Westen des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben an der Grenze zu Baden-Württemberg ungefähr in der Mitte zwischen Ulm / Neu-Ulm und Memmingen.
Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Illertissen, Vöhringen, Babenhausen und Altenstadt.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Neu-Ulm, Krumbach (Schwaben), Mindelheim und Memmingen (alle in Bayern) sowie an die Landkreise Biberach und Ulm (beide in Baden-Württemberg).
Geschichte mini|Wohnwagen mit dem Kennzeichen des Landkreises Illertissen 2012
Landgericht Im Jahr 1804 wurde das Landgericht Illertissen gegründet. 38 Jahre später wurde eine zum Bereich des Landgerichts Illertissen gehörende Gemeinde dem neu gegründeten Landgericht Neu-Ulm zugeschlagen.
Bezirksamt 1862 bildeten die drei Landgerichte Illertissen, Roggenburg und Babenhausen das Bezirksamt Illertissen, wobei der Sitz des Landgerichts Roggenburg unter Abgabe einiger Gemeinden an das Bezirksamt Krumbach nach Weißenhorn verlegt wurde. Am 1. Januar 1880 wurden Gebiete im Raum Weißenhorn, die zum Bezirksamt Illertissen gehörten, dem Bezirksamt Neu-Ulm zugeteilt. Illertissen gab auch einige Orte an die Bezirksämter Krumbach und Memmingen ab.
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde die reichseinheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Illertissen.
Am 1. Januar 1971 wurde die Gemeinde Dietershofen bei Illertissen in die Gemeinde Obenhausen eingegliedert und am 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Betlinshausen in die Stadt Illertissen eingegliedert.
Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Illertissen im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst. Der nordwestliche Teil des Landkreises – 29 Gemeinden, darunter die Stadt Illertissen – wurde mit dem damaligen Landkreis Neu-Ulm und der bis dahin kreisfreien Stadt Neu-Ulm zum Illerkreis zusammengefasst. Am 1. Mai 1973 erhielt der neue Landkreis die heute gültige Bezeichnung Landkreis Neu-Ulm. Die anderen 13 Gemeinden, der südöstliche Teil des Landkreises, wurden dem Landkreis Unterallgäu zugeschlagen, der zunächst noch bis 1973 Landkreis Mindelheim hieß.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 33.125 1885 18.217 1900 18.953 1910 21.071 1925 22.848 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 24.135 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 39.367 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 39.200 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 46.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Bezirksamtmänner (bis 1938) und Landräte (ab 1939) 1914–1921Wilhelm Roth 1921–1931Hans Jäger 1931–1938Eugen Endres 1938–1945Hermann Dinkel 1947–1948Erich Göggl 1948–1958Otto Bohl 1958–1969Ulrich Wagner 1969–1972Josef Burkhart
Gemeinden Gemeinden des Landkreises Illertissen vor der Auflösung am 1. Juli 1972. (Die Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.)
mini|375px|Landkreis Illertissen, Gemeindegrenzenkarte von 1961 mini|250px|Der Landkreis Illertissen, wie er von 1880 bis 1972 bestand. Eingezeichnet sind alle für Gemeinden namensgebende Orte; alle nicht fett beschrifteten Gemeinden wurden im Zuge der Gebietsreform aufgelöst;
frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Au Illertissen Landkreis Neu-Ulm Babenhausen (Markt) Babenhausen Landkreis Unterallgäu Bebenhausen Kettershausen Landkreis Unterallgäu Bellenberg Bellenberg Landkreis Neu-Ulm Bergenstetten Altenstadt Landkreis Neu-Ulm Buch Buch Landkreis Neu-Ulm Christertshofen Buch Landkreis Neu-Ulm Dattenhausen Altenstadt Landkreis Neu-Ulm Dietershofen bei Babenhausen Oberschönegg Landkreis Unterallgäu Engishausen Egg an der Günz Landkreis Unterallgäu Filzingen Altenstadt Landkreis Neu-Ulm Gannertshofen Buch Landkreis Neu-Ulm Greimeltshofen Kirchhaslach Landkreis Unterallgäu Herrenstetten Altenstadt Landkreis Neu-Ulm Herretshofen Kirchhaslach Landkreis Unterallgäu Illereichen-Altenstadt (Markt) Altenstadt Landkreis Neu-Ulm Illertissen (Stadt) Illertissen Landkreis Neu-Ulm Inneberg Egg an der Günz Landkreis Unterallgäu Jedesheim Illertissen Landkreis Neu-Ulm Kellmünz a.d.Iller (Markt) Kellmünz a.d.Iller Landkreis Neu-Ulm Kettershausen Kettershausen Landkreis Unterallgäu Kirchhaslach Kirchhaslach Landkreis Unterallgäu Klosterbeuren Babenhausen Landkreis Unterallgäu Mohrenhausen Kettershausen Landkreis Unterallgäu Nordholz Buch Landkreis Neu-Ulm Obenhausen Buch Landkreis Neu-Ulm Oberroth Oberroth Landkreis Neu-Ulm Oberschönegg Oberschönegg Landkreis Unterallgäu Olgishofen Kirchhaslach Landkreis Unterallgäu Osterberg Osterberg Landkreis Neu-Ulm Reichau Boos Landkreis Unterallgäu Rennertshofen Buch Landkreis Neu-Ulm Ritzisried Buch Landkreis Neu-Ulm Tafertshofen Kettershausen Landkreis Unterallgäu Tiefenbach Illertissen Landkreis Neu-Ulm Untereichen Altenstadt Landkreis Neu-Ulm Unterroth Unterroth Landkreis Neu-Ulm Vöhringen Vöhringen (Stadt) Landkreis Neu-Ulm Weiler Osterberg Landkreis Neu-Ulm Weinried Oberschönegg Landkreis Unterallgäu Winterrieden Winterrieden Landkreis Unterallgäu Zaiertshofen Kettershausen Landkreis Unterallgäu
Gemeindefreie Gebiete Auwald (4,96 km²; Neu-Ulm) Grafenwald (aufgelöst) Reudelberg (aufgelöst 1. Januar 2000)
Kfz-Kennzeichen
Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen ILL zugewiesen. Es wurde bis zum 3. August 1974 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Neu-Ulm erhältlich.
Einzelnachweise
Literatur Heinrich Habel: Landkreis Illertissen. (Kurzinventar) (= Bayerische Kunstdenkmale. Bd. 27, ). Deutscher Kunstverlag, München 1967.
Illertissen Kategorie:Geschichte (Landkreis Neu-Ulm) Illertissen Kategorie:Aufgelöst 1972