Gottgetreu ist ein Ortsteil der Stadt Altenberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen. Der Ortsteil bildet zusammen mit den Ortsteilen Fürstenau und Müglitz die Ortschaft Fürstenau nach der Sächsischen Gemeindeordnung. Diese hat gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Geografie Gottgetreu liegt im Osterzgebirge, unmittelbar an der Grenze zu Tschechien und etwa 2 km entfernt von Fürstenau und Fürstenwalde. Der Ort ist nach Lage, Anordnung und wirtschaftlichen Verhältnissen eine typische Spätsiedlung des 18. Jahrhunderts.
Die geschützte Ortslage am Talhang der Müglitz lässt in einer Höhenlage von über 700 m über NN sehr naturverbundene Obstbäume wachsen. Ihre Fruchtfolge ist nicht kontinuierlich. In manchen Jahren reifen die Früchte nicht aus.
Geschichte mini|210px|Typisches Erdgeschosshaus („Einhaus“) im oberen Ortsteil mini|210px|Glockenturm
Der Ort wurde wohl zwischen 1729 und 1732 durch elf, aus dem benachbarten Vorderzinnwald in Böhmen vertriebene evangelische Familien, sogenannten Exulanten, unmittelbar hinter der sächsischen Grenze gegründet. Der Name des Ortes bewahrt die Erinnerung an die Standfestigkeit zur Glaubenslehre Martin Luthers. Der damalige Grundherr, Rudolf von Bünau auf Lauenstein, hatte die Ansiedlung mit Duldung Augusts des Starken genehmigt und ihnen kostenlos Bauholz zur Verfügung gestellt.
Die auffällige, rechtwinklige Form der Siedlung geht auf die ursprünglichen Besitzverhältnisse zum Zeitpunkt der Besiedlung zurück. Die obere Reihe war die Fortsetzung einer Hufe des benachbarten Fürstenauer Niederdorfes, liegt aber schon auf Lauensteiner Rittergutsflur und wurde zuerst bebaut. Die untere setzte man später an dem schon bestehenden Kirchweg nach Fürstenwalde an.
Im oberen Flügel der Siedlung herrschten Erdgeschosshäuser vor, die entweder mit Stroh, Schindeln oder Schiefer gedeckt waren. Die Gebäude des unteren Flügels sind zweigeschossig. Ursprünglich gehörte nur ein Grasgarten zu den Häusern, deren Bewohner außer einem mäßigen Erbzins lange Zeit keine Steuer zu zahlen brauchten. Die meisten Ansiedler pachteten größere, nahe liegende „Laasstücke“ oder „Löser“ vom Grundherrn oder kauften Felder. Nur einzelne Anwesen vergrößerten sich bis zum vollen Bauerngut. Neben den in der Landwirtschaft tätigen Bewohnern waren andere im Bergbau, im Steinbruch, bei der Waldarbeit oder in verschiedenen Handwerken beschäftigt.
Der das Ortsbild beherrschende hölzerne Turm wurde 1927 errichtet mit einer Glocke aus der alten Fürstenauer Kirche.
Gottgetreu gehörte als Ortsteil zu Fürstenau und wurde gemeinsam mit dieser Siedlung 1994 nach Geising eingemeindet. Geising wurde mit seinen Ortsteilen zum 1. Januar 2011 nach Altenberg eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl 1834 64 1871 70 1890 65 1997 41 (1) 2000 39 Jahr Einwohnerzahl 2005 30 2010 18 2015 19 2021 16
(1): ab 1997: Bevölkerung am Jahresanfang (Einwohneramt der Städte Geising bzw. Altenberg)
Regelmäßige Veranstaltungen alljährliches Glockenturmfest
Literatur
Günter Groß, Rikarda Groß: Gottgetreu und Georgenfeld. Zwei Exulantensiedlungen auf dem Osterzgebirgskamm. Dippoldiswalde 2015 Hermann Löscher: Die Geschichte von Fürstenau. Pfarrer Siedel: Festschrift anläßlich des 90 jährigen Bestehens des Kirchturmes Fürstenau.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Kategorie:Ortsteil von Altenberg (Erzgebirge)