Die Steckenkräuter (Ferula), auch Rutenkräuter oder Riesenfenchel genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die 150 bis 185 Arten sind hauptsächlich im Mittelmeerraum von Nordafrika bis Südwest- und in Zentralasien verbreitet.

Namensgebung Ferula wird volksetymologisch von lateinisch ferire für „schlagen“ hergeleitet, denn es ist verbürgt, dass der leichte, trockene Stecken zum Schlagen verwendet wurde; die wahre Herkunft des Namens ist jedoch nicht bekannt.

Beschreibung mini|Habitus und Blätter des Riesenfenchels (Ferula communis) mini|Verzweigter Gesamtblütenstand, der aus doppeldoldigigen Teilblütenständen zusammengesetzt ist, des Riesenfenchels (Ferula communis) mini|Doppelachänen des Riesenfenchels (Ferula communis)

Erscheinungsbild und Blätter Steckenkraut-Arten sind mehrjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen, es finden sich sowohl hapaxanthe Arten, die nur einmal in ihrem Leben blühen, wie auch pollakanthe Arten, die jährlich Blüten tragen. Einige Arten erreichen Wuchshöhen von bis zu 4 Metern. Auffällig ist der knoblauchähnliche Geruch der meisten Arten. Alle Steckenkraut-Arten haben Pfahlwurzeln, die zumeist verholzt sind. Der Stängel ist verzweigt und an der Basis häufig mit alten Fasern aus den Blattscheiden umhüllt.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die oft breite Blattscheide umhüllt oft den Stängel; bei manchen Arten sind die Blattscheiden sehr haltbar und zerfasern. Die zusammengesetzten Blattspreiten sind zwei- bis vierfach gefiedert oder zwei- bis vierfach eingeschnitten.

Blütenstände, Blüten und Früchte In doppeldoldigen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen. In der Regel sind keine Hüllblätter (Hüllchen) vorhanden, kommen aber bei einigen Arten vor.

Bei einigen Arten gibt es an einem Exemplar eingeschlechtige (rein männliche) und zwittrige Blüten. Die Blüten sind fünfzählig und radiärsymmetrisch. Die fünf Kronblätter sind gelb oder blassgelb (selten grünlich-gelb) und oval bis lanzettförmig mit einer angeschärften Spitze. Der Griffel ist konisch, zur Basis hin manchmal erweitert oder gelappt. Der unterständige Fruchtknoten ist zweikammerig.

Es werden zweiteilige Zerfallfrüchte (Doppelachänen) von elliptischer Form gebildet, bei denen die lateralen Rippen geflügelt sind. Die Samen sind abgeflacht oder leicht konkav.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Ferula wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 246–247 aufgestellt. Synonyme für Ferula sind Buniotrinia , Leutea , Merwia , Narthex , Schumannia , Scorodosma , Soranthus , Euryangium , Sumbulus , Talassia .

Die Gattung Ferula gehört zur Subtribus Ferulinae aus der Tribus Scandiceae in der Unterfamilie Apioideae innerhalb der Familie Apiaceae.

Steckenkraut-Arten sind in Nordafrika, Zentral- und Südwestasien sowie im Mittelmeerraum verbreitet. Es gibt auch Arten im nördlichen Indien. In der Volksrepublik China kommen 26 Arten vor, sieben davon nur dort. In der Türkei kommen 20 Arten vor, elf davon nur dort. Das Zentrum der Artenvielfalt ist Zentral- sowie Südwestasien.

mini|Asant (Ferula assa-foetida) mini|Riesenfenchel (Ferula communis) mini|Riesenfenchel (Ferula communis), fruchtend mini|Illustration von Ferula gummosa mini|Ferula jaeschkeana mini|Ferula lancerotensis mini|Habitus und doppeldoldige Blütenstände von Ferula linkii mini|Ferula longipes mini|Illustration von Ferula narthex mini|Habitus und doppeldoldige Blütenstände von Ferula ovina mini|Ferula penninervis mini|Ferula tingitana mini|Illustration von Ferula tunetana (1–13) und Ferula longipes (14–15)

Es gibt etwa 150 bis etwa 200 Ferula-Arten: Ferula akitschkensis : Sie kommt in Russland, Kasachstan und Kirgisistan und im nördlichen Xinjiang in Altay, Bole sowie Tacheng vor. Ferula alaica Ferula alliacea : Sie kommt im Iran vor. Ferula amanicola : Sie kommt in der Türkei vor. Ferula ammoniacum (Syn.: Dorema ammoniacum ): Sie wird auch Ammoniakpflanze genannt, weil von ihr das Ammoniakharz gewonnen wird. Sie kommt im Iran und in Afghanistan vor. Ferula anatolica : Sie kommt in der Türkei vor. Ferula angreni : Sie kommt in Usbekistan und Kirgisistan vor. Ferula armandii : Sie kommt nur in Syrien vor. Ferula arrigonii : Dieser Endemit kommt nur auf Sardinien vor. Asant (Ferula assa-foetida ): Dieser Endemit kommt nur im südlichen Iran vor. Ferula atlantica : Sie kommt nur in Marokko vor. Ferula badrakema : Sie kommt in Iran, Afghanistan und Turkmenistan vor. Ferula baluchistanica Ferula barbeyi : Sie kommt nur in Syrien vor. Ferula behboudiana Ferula bilasi Ferula biverticellata : Sie kommt in Syrien und in Israel vor. Ferula blanchei : Sie kommt von Syrien bis Jordanien vor. Ferula bolivarii : Sie kommt in Marokko vor. Ferula botschantzevii Ferula brevipedicellata : Sie kommt in der Türkei vor. Ferula bungeana : Sie gedeiht an steinigen Hängen und an sandigen Standorten in Höhenlagen von 200 bis 2500 Metern in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Heilongjiang, Henan, Jilin, Liaoning, Ningxia, Shaanxi sowie Shanxi. Sie wird als Heilpflanze verwendet. Ferula calcarea Ferula canescens : Sie kommt im westlichen Sibirien, in Kirgisistan, Usbekistan und Fuyun im nördlichen Xinjiang vor. Ferula caspica : Sie ist von Südwestasien über den Kaukasusraum, die Ukraine, die Krim bis Zentralasien, Sibirien, in Kirgisistan, Usbekistan, in der westlichen Mongolei und im nördlichen Xinjiang weitverbreitet. Ferula caucasica : Sie kommt in Aserbaidschan und im Kaukasusraum vor. Ferula ceratophylla : Dieser Endemit kommt nur im südöstlichen Kasachstan vor. Ferula clematidifolia Riesenfenchel (Ferula communis , Syn.: Ferula meoides ): Es gibt mehrere Unterarten, darunter: Ferula communis subsp. communis: Sie kommt in Spanien, Italien, Frankreich, auf Korsika, Sardinien, Sizilien, in Kroatien, Albanien, Griechenland, auf Kreta, auf Inseln der Ägäis und in der europäischen sowie asiatischen Türkei vor. Ferula communis subsp. cardonae : Dieser Endemit kommt nur auf Menorca vor. Ferula communis subsp. catalaunica : Sie kommt in Frankreich, auf der Iberischen Halbinsel, auf Mallorca, Menorca und Ibiza vor. Ferula conocaula : Sie kommt nur in Kirgisistan und in Wuqia im südwestlichen Xinjiang vor. Sie wird als Substitut der Heilpflanze Ferula assa-foetida verwendet. Ferula coskunii : Sie kommt in der Türkei vor. Ferula cossoniana : Sie kommt in Marokko, Algerien und Libyen vor. Ferula costata Ferula cupularis Ferula cypria : Dieser Endemit kommt nur auf Zypern vor. Ferula czatkalensis Ferula daninii : Sie kommt nur in Israel vor. Ferula decurrens Ferula dictyocarpa Ferula dissecta : Sie kommt in Kasachstan, im westlichen Sibirien und im nördlichen Xinjiang nur in Altay sowie Tacheng vor. Ferula diversivittata : Sie kommt im nordöstlichen Iran, in Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Turkmenistan und Usbekistan vor. Ferula drudeana : Sie kommt in der Türkei vor. Ferula dshizakensis Ferula dubjanskyi (Syn.: Ferula dshaudshamyr ): Sie kommt in Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan, in der westlichen Mongolei und in Altay im nördlichen Xinjiang vor. Ferula duranii : Sie kommt in der Türkei vor. Ferula elaeochytris : Sie kommt in der Türkei, in Syrien und im Libanon vor. Ferula elbursensis Ferula equisetacea Ferula euxina : Sie kommt in der Ukraine vor. Ferula fedoroviorum Ferula fedtschenkoana Ferula ferganensis Ferula ferulaeoides : Sie kommt im westlichen Sibirien, in Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, in der Mongolei und im nördlich-zentralen Xinjiang vor. Sie wird als Substitut der Heilpflanze Ferula assa-foetida verwendet. Ferula flabelliloba Ferula foetida : Sie kommt in Iran, Afghanistan, Pakistan, Turkmenistan, Kirgisistan und Usbekistan vor. Ferula foetidissima : Sie kommt in Kirgisistan und in Tadschikistan vor. Ferula fontqueri : Sie kommt nur in Marokko vor. Ferula fukanensis : Dieser Endemit gedeiht in Tälern an der Grenze der Wüste in Höhenlagen von etwa 700 Metern nur in Fukang im nördlichen-zentralen Xinjiang. Sie wird als Substitut der Heilpflanze Ferula assa-foetida verwendet. Ferula gabriella : Sie kommt in Iran vor. Ferula galbaniflua : Ein Lieferant von Galbanharz Ferula ghorana Ferula gigantea Ferula glaberrima Ferula glabra Ferula glauca : Sie kommt in Frankreich, Italien, Sizilien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Griechenland, Kreta, auf weiteren Inseln der Ägäis und in der Türkei vor. Ferula glaucopruinosa Ferula gouliminensis : Sie kommt nur in Marokko vor. Ferula gracilis : Sie kommt im westlichen Sibirien und in Altay im nördlichen Xinjiang vor. Ferula grigoriewii Ferula gummosa : Sie kommt in Iran und möglicherweise auch in Turkmenistan vor. Ferula gypsacea Ferula halophila : Sie kommt in der Türkei vor. Ferula haussknechtii Ferula hedgeana Ferula heratensis Ferula hermonis : Sie kommt im Libanon und in Syrien vor. Ferula heuffelii : Sie kommt in Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien vor. Ferula hexiensis : Dieser Endemit gedeiht an feuchten Standorten an Berghängen nur in Sunan im nördlichen Gansu. Ferula hezarlalehzarica Ferula hindukushensis Ferula huber-morathii Ferula iliensis : Sie kommt nur in Kasachstan vor. Ferula inciso-serrata Ferula jaeschkeana : Sie ist in Zentralasien (Kirgisistan, Tadschikistan), Afghanistan, Bhutan, im nordöstlichen Indien, im westlichen Pakistan und im westlichen Tibet (nur in Ngari, Zanda) verbreitet. Ferula juniperina Ferula kandaharica Ferula karakalensis Ferula karatavica : Sie kommt im südöstlichen Kasachstan, in Kirgisistan und Tadschikistan im Altai, Pamir sowie Tian Shan und in Xinyuan im westlichen Xinjiang vor. Ferula karataviensis : sie kommt in Zentralasien im Altai, Pamir, Tian Shan und im Xinyuan im westlichen Xinjiang vor. Ferula karategina Ferula karelinii (Syn.: Schumannia karelinii , bei FOC 2005 ist dies die einzige Art der Gattung Schumannia ): Sie kommt in Iran, Afghanistan, Pakistan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und in Xinjiang vor. Ferula kashanica Ferula kelifi Ferula kelleri Ferula kingdon-wardii : Dieser Endemit gedeiht in Lücken zwischen Steinen an Grashängen in Höhenlagen von 2700 bis 3300 Metern nur im nordwestlichen Yunnan. Ferula kirialovii : Sie gedeiht nur im Tian Shan in Xinjiang, in Kasachstan sowie Kirgisistan. Ferula kokanica Ferula korshinskyi Ferula koso-poljanskyi Ferula krylovii : Sie kommt im westlichen Sibirien, in Zentralasien und in Toli im nordwestlichen Xinjiang vor. Ferula kuhistanica : Sie kommt in Kasachstan und Kirgisistan vor. Ferula kyzylkumica Ferula lancerotensis : Sie kommt nur auf den Inseln Lanzarote und Fuerteventura vor. Ferula lapidosa : Sie kommt nur in Kirgisistan und in Qapqal im westlichen Xinjiang vor. Ferula laseroides Ferula latiloba Ferula latipinna : Sie kommt nur auf den Inseln La Palma und auf Gomera vor. Ferula latisecta Ferula lehmannii : Sie kommt in Iran, Zentralasien in Kasachstan, Kirgisistan sowie Usbekistan, Afghanistan, im westlichen Pakistan und in Manas im nördlichen-zentralen Xinjiang vor. Ferula leiophylla Ferula leucographa Ferula licentiana : Die zwei Unterarten kommen in den chinesischen Provinzen östliches-zentrales Anhui, nördliches Henan, nordwestliches Jiangsu, südliches Shaanxi, westliches Shandong sowie östliches Shanxi vor. Ferula linczevskii Ferula linkii : Sie kommt auf den Kanarischen Inseln Teneriffa, Gran Canaria, La Palma, Gomera, Fuerteventura und Hierro vor. Sie wird auch als Unterart Ferula communis subsp. linkii zum Riesenfenchel gestellt. Ferula lipskyi Ferula lithophila Ferula litwinowiana : Sie kommt in Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan vor. Ferula longipedunculata : Sie kommt in der Türkei vor. Ferula longipes Ferula loscosii : Sie kommt in Spanien vor. Ferula lutensis