Kemmental ist eine politische Gemeinde im Bezirk Kreuzlingen des Schweizer Kantons Thurgau. Die seit 1996 bestehende Gemeinde ging aus der Fusion der ehemaligen Munizipalgemeinden Alterswilen und Hugelshofen mit ihren Ortsgemeinden hervor.
Geographie Das Kemmental liegt zwischen dem Ottenberg und dem Seerücken. Die nach ihm benannte Gemeinde Kemmental zählt mit einer Fläche von 25 km² zu den grössten Gemeinden im Kanton Thurgau. Der Name Kemmental wurde bei der Gemeindefusion gewählt und bezieht sich auf den Chemebach, der die Gemeinde von Osten nach Westen durchfliesst. Die Landschaft des Kemmentals ist geprägt durch die Landwirtschaft (67 %) und Waldgebiete (24 %). Gerade einmal 9 % sind besiedelt.
Geschichte Die Nordhälfte des Kemmentals war ursprünglich Teil der Konstanzer Bischofshöri. Gemäss einer Urkunde des Kaisers Friedrich Barbarossa aus dem Jahre 1155 reichte die Bischofshöri bis zur Mannenmühle und zur Dütschenmühle . Aus der Bischofshöri ging die Vogtei Eggen hervor, deren Besitzer im Verlaufe der nächsten Jahrhunderte mehrmals wechselten.
Am 11. April 1499 kam es in der Gegend von Triboltingen zur Schlacht bei Schwaderloh. Etwa zur gleichen Zeit (um 1500) hat in Siegershausen Jacob Nufer den ersten Kaiserschnitt durchgeführt, bei dem die Mutter überlebt hat. Auf der Webseite der Gemeinde Kemmental, abgerufen am 8. Dezember 2019
Per 1. Januar 1996 schlossen sich die Munizipalgemeinden Alterswilen und Hugelshofen sowie die Ortsgemeinden Alterswilen, Altishausen, Ellighausen, Lippoldswilen, Neuwilen, Siegershausen, Dotnacht und Hugelshofen zur politischen Gemeinde Kemmental zusammen.Mutation Nr. 44d zum Amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz, 1986 Zur Gemeinde Kemmental gehören zudem die Ortschaften Bommen mit den Bommerweiern, Engelswilen und Schwaderloh.
→ siehe auch: Abschnitte Geschichte in den Artikeln über die einzelnen früheren Ortsgemeinden (Links im Abschnitt oben)
Bevölkerung +Bevölkerungsentwicklung im Gebiet der heutigen Gemeinde Kemmental + Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden 1850 1900 1950 1990 2000 2010 20182023 Einheitsgemeinde 2189 2285 25372774 Munizipalgemeinde Alterswilen 1281 1230 1200 1295 Munizipalgemeinde Hugelshofen 769 641 662 569 Von den insgesamt 2774 Einwohnern der Gemeinde Kemmental am 31. Dezember 2023 waren 566 bzw. 20,4 % ausländische Staatsbürger. 1169 (42,1 %) waren evangelisch-reformiert und 547 (19,7 %) römisch-katholisch.
Wappen links|60px Blasonierung: Über gelbem Schildfuss von Schwarz und Gelb bis zur Nabelstelle zu neun Plätzen geständert, überdeckt von erniedrigtem blauen Wellenbalken mit weissem Saum.Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
Nachdem 1996 die neue politische Gemeinde Kemmental entstanden war, wurde 2001 ein neues Gemeindewappen geschaffen. Die obere Wappenfläche ist in neun Streifen eingeteilt und erinnert symbolhaft an die aufgehende Sonne über dem Kemmental. Der Chemebach nimmt eine dominante Position ein. Die Anzahl der Streifen verweist auf die ehemaligen Ortsgemeinden.
Wirtschaft Im Jahr 2016 bot Kemmental 526 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 28,1 % in der Land- und Forstwirtschaft, 37,0 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 34,9 % im Dienstleistungssektor tätig. Als einer der wichtigsten Arbeitgeber zählt neben der Landwirtschaft (viele Saisonstellen) die Firma Strähl Käse AG.
Trotz der bescheidenen Einwohnerzahl hat Kemmental einige Einkaufsmöglichkeiten. Ausser dem Prima Dorfladen und der Landi gibt es diverse Hofläden.
Sehenswürdigkeiten Der Weiler Bommen ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt. Dort beheimatet sind die Bommerweier, welche als eine der wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten Kemmentals gelten.
Als weitere Naturschutzgebiete der Pro Natura zählen folgende Orte im Kemmental: Stein- und Findlingsgarten, Autobahnbrücke Bääremos, Kiesgrube Chräieriet (oberhalb Aufhäusern), Kiesgrube Schatzloch (oberhalb Hugelshofen, unterhalb Wachtersberg) sowie das Waldreservat Neuwilen.
Das Kemmental ist zudem ausgestattet mit unzähligen öffentlichen Grillstellen, welche von Einwohnerinnen und Einwohnern aber auch von Besuchenden benutzt werden dürfen. Dazu zählen die Risihütte (liegt zwischen Engelswilen und Alterswilen) oder der Bommerweier.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde René Back (* 1982), Schweizer Eishockeyspieler Jacob Nufer (* 15. Jh.), Schweizer Schweineschneider, machte den ersten Kaiserschnitt, den die operierte Frau überlebte
Mit Kemmental verbunden Sebastian Vettel (* 1987), deutscher Formel-1-Rennfahrer und Weltmeister 2010, 2011, 2012 und 2013, lebt seit 2009 in Kemmental.
Siehe auch Artikel über die einzelnen früheren Ortsgemeinden
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Kemmental
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Thurgau Kategorie:Schweizer Gemeinde