mini|Logo mini|Leyland Steam Van (Dampfwagen) Leyland Motors war ein britischer Fahrzeughersteller. Das Nachfolgeunternehmen Leyland Trucks gehört heute zum Paccar-Konzern und produziert Lastkraftwagen der Marke DAF. Die Bussparte kam 1988 zur Volvo Group.

Geschichte Leyland Motors mini|Aktie der Leyland Motor Corporation Ltd vom 8. Januar 1968 1896 gründeten die Familien Sumner und Spurrier die Lancashire Steam Motor Company in der Stadt Leyland in Lancashire (North West England). Erstes Modell war der Lancashire Steam Van, ein Lastkraftwagen (Lkw) mit 1½ Tonnen Nutzlast und Dampfantrieb, einer in Großbritannien damals populären Antriebsart. 1905 begann man auch Fahrzeuge mit Ottomotoren herzustellen. Als man 1907 eine zweite Fabrik in der Nachbarstadt Chorley baute, die noch heute Sitz des LEX-Leasing- und Teileservice ist, benannte man die Lancashire Steam Motor Company in Leyland Motors um.

Zwischen 1920 und 1923 wurden einige Personenkraftwagen des Typs Leyland Eight hergestellt, mit dem J. G. Parry-Thomas 1926 mit etwa 275 km/h einen Landgeschwindigkeitsrekord aufstellte. Außerdem erfolgten erste Versuche mit Dieselmotoren, die ab den 1930er Jahren in Serie produziert wurden. In dieser Zeit stieg die Firma zu einem der wichtigsten britischen Lkw- und Bus-Hersteller auf. In den 1960er Jahren war Leyland fortschrittlich bei der Entwicklung und Verwendung des modernen, großzügig verglasten Kippfahrerhauses Ergomatic für Frontlenker-Lkw.Ergomatic-Kippkabine. In: Kraftfahrzeugtechnik. 5/1966, S. 182–183. Mit dem Sechszylinder-Dieselmotor Typ 500 führte Leyland 1968 bei der Bemessung der Bauteile das metrische System ein. Eine Besonderheit des Motors war der zusammengegossene Zylinder und Zylinderkopf, was eine Zylinderkopfdichtung überflüssig machte, siehe auch Sackzylinder.Bemerkenswerte Neukonstruktion – Leyland-Dieselmotor Typ 500, 6 VD 12,5/11,8. In: Kraftfahrzeugtechnik 11/1969, S. 334–336.

Leyland trug auch lange zu einer britischen Besonderheit bei: den milk floats (wörtlich „Milchflößen“) genannten Lieferwagen, mit denen die Haushalte allmorgendlich mit Frischmilch versorgt wurden. Mit diesen hatte Leyland lange einen hohen Marktanteil.

In den 1950er Jahren wurden die Konkurrenten Scammell und Albion übernommen. Ab 1953 wurden Leyland-Motoren beim niederländischen Hersteller DAF verwendet, später stellte dieser Leyland-Dieselmotoren in Lizenz her. 1955 beteiligte sich Leyland an dem indischen Unternehmen Ashok Leyland. 1962 wurde der Konkurrent AEC aufgekauft. 1967 kaufte man mit Aveling-Barford einen Hersteller von Baumaschinen.The Age vom 13. November 1967: Takeover by Leyland

British Leyland Motor Corporation

Ende der 1960er Jahre kam es zur Fusion mit den weiteren britischen Herstellern BMC Trucks und Guy, die sich unter dem Namen British Leyland Motor Corporation vereinten. Nach massiven Problemen wurde BLMC 1975 verstaatlicht, verlor jedoch weiter Marktanteile.

Die neue britische Regierung unter Margaret Thatcher führte eine Reprivatisierung der englischen Fahrzeugindustrie durch. So wurde 1982 aus einem Großteil von BLMC die Austin Rover Group. Während die Lieferwagen und Van-Modelle Leyland Sherpa zu Freight Rover kamen, waren die Lkw nun bei Leyland Trucks und die Busse bei Leyland Buses. 1987 wurde die Bussparte von Leyland aus dem inzwischen zur Rover Group gewordenen Bereich ausgegliedert und am 30. März 1988 an Volvo Buses veräußert.

Leyland DAF Leyland Trucks wurde zusammen mit Freight Rover in das gemeinsam mit DAF gegründete Unternehmen Leyland DAF eingebracht, woran die Rover Group einen Anteil von 40 % hatte. 1993 wurde Leyland DAF insolvent. Aus der Insolvenz gingen unter anderem LDV und Leyland Trucks Limited hervor.

Leyland Trucks Limited Leyland Trucks Ltd. produzierte weiter Lkw am Standort Leyland, die neben den eigenen Fahrzeugen auch von DAF-Lkw abgeleitet waren. 1998 wurde das Unternehmen von der Paccar-Gruppe übernommen, zu der inzwischen auch DAF gehörte. Im Jahr 2000 wurde Leyland Trucks die Produktion der Foden-Lkw übertragen.

Mit der Einführung des DAF LF endete die offizielle Verwendung der Marke Leyland auf Fahrzeugen. Der DAF LF, der von Leyland Trucks entwickelt und gebaut wurde, gewann 2002 die Auszeichnung Truck of the Year. 2005 startete Leyland Trucks die automatische Lackierung von Lkw-Chassis durch Roboter am laufenden Band, ein Novum in der Branche. Im Jahr 2006 endete die Produktion der Foden-Lkw nach der Entscheidung, die Marke Foden einzustellen. Damit gab es außer LDV keinen englischen Nutzfahrzeughersteller mehr.

Am 17. April 2008 wurde der 300.000. Lkw von Leyland Trucks produziert, der Kunde Mark Armstrong Transport Ltd. nahm seinen DAF XF 105 direkt vom Fließband entgegen.

2008 stellte Leyland Trucks 24.700 Lkw im Montagewerk her, und DAF erreichte im britischen Markt einen Anteil von 27,3 %. Im April 2009 wurde Leyland Trucks mit dem renommierten Queens Award for Enterprise in International Trade ausgezeichnet.

Liste der Busfahrgestelle von Leyland 1919–1925 mini|Leyland Type N Bus mini|Leyland Typ G7 und C1 um 1921 Leyland stellte für die Omnibusse nur die Fahrgestelle und Motoren her, die Aufbauten wurden im Auftrag der Busbetreiber von verschiedenen Karosseriebauunternehmen hergestellt. A1, A5, A7, A9, A11, A13: 1920–1926 B: 1919/1920 C, C1, C5, C7, C9: 1919–1926 D: 1920–1924 E: 1919/1920 F: 1919 G, G1, G2, G3, G4, G5, G6, G7, G8: 1919–1924 H: 1919/1920 J: 1919/1920 K: 1919 L: 1919/1920 M, M1: 1919–1921 N: 1919–1921 O, O1: 1919–1921 RAF: 1919–1925 SG2, SG4, SG6, SG7, SG9, SG11: 1923–1926 GH2, GH4, GH5, GH7, GH8: 1923–1926 OP2: 1921–1924 OH2: 1923–1926: LB2, LB4, LB5: 1922–1926 Z3, Z4, Z5, Z6, Z7: 1923–1926 Der C1 hatte 23 Sitzplätze bei einem Radstand von 4337 mm und einer Gesamtlänge von 6426 mm. Die Fahrzeughöhe betrug 2438 mm. Der C1 hatte einen Vierzylindermotor mit 30/32 PS. Der G5 hatte 28 Sitzplätze bei einem Radstand von 4610 mm und einer Gesamtlänge von 7518 mm. Die Fahrzeughöhe betrug 2565 mm. Der G5 hatte einen Vierzylindermotor mit 36/40 PS. Der G7 hatte 33 Sitzplätze bei einem Radstand von 4826 mm bei einer Gesamtlänge von 7925 mm. Die Fahrzeughöhe betrug 2565 mm. Der G7 hatte einen Vierzylindermotor mit 36/40 PS.

1925–1942 mini|Leyland Tiger 1936 Leviathan: 1925–1927 Leopard: 1926 Leveret: 1926–1928 Lioness: 1926–1934 Lion: 1926–1940 Tiger (Fahrgestell mit Frontmotor für Eindeckbusse): 1927–1942 Titan (Fahrgestell mit Frontmotor für Doppeldeckerbusse): 1927–1942 Titanic: 1927–1939 Tigress: 1934–1939 Badger: 1930–1936 Cub: 1931–1940 Cheetah: 1935–1940 Gnu: 1937–1939 Panda: 1940

Nach 1945 Doppeldeckerbusse Titan: 1945–1969 Lowlander: 1961–1966 Atlantean: 1956–1986 Fleetline, Konkurrenzmodell zum Atlantean: 1973–1980 (von Daimler übernommen) Titan (B15): 1974–1984 (Komplettbus mit selbsttragender Karosserie) Victory Mk 2: 1978–1981, gebaut in der Guy-Fabrik in Wolverhampton Olympian: 1979–1993 Lion: 1985–1988

Eindeckbusse mini|1956 Leyland Tiger Cub mit Aufbau von Burlingham Leyland Tiger: 1948–1968 Comet: 1948–1971 Olympic: 1949–1971 Royal Tiger: 1950–1955 Worldmaster: 1955–1979 Tiger Cub: 1952–1969 Olympian: 1953–1958 Leopard: 1959–1982 Lion: 1960–1965 Royal Tiger Cub: 1960–1968 Panther: 1964–1972 Panther Cub: 1964–1968 National/National 2: 1969–1985 Cub: 1979–1987 Tiger (mit Unterflurmotor zwischen den Achsen): 1979–1992 B21: 1975–1983 Royal Tiger (B50/B54): 1982–1987 Lynx: 1984–1992 Swift: 1987–1991

Liste der Leyland Lastkraftwagen 1920er Jahre mini|Leyland Trojan 0,4 t Q-type 4 ton SQ2 7 ton SWQ2 10-ton six-wheeler (Dreiachser) Bull Leyland Madion Trojan

Der Trojan hatte einen Motor der 24 PS bei 1500 1/min leistete. Das Fahrzeug wurde stets mit Vollgummibereifung ausgeliefert.

1930er Jahre Leyland Beaver Bison Buffalo Bull Hippo Octopus 22-ton eight-wheeler (Vierachser) Steer Lynx Cub Badger

1940/50er Jahre mini|1956 Leyland Comet Comet Hippo Beaver

1960er Jahre mini|Leyland FG in Bishopstown, Co. Cork Leyland 90 Beaver (unter anderem Sattelzugmaschine 14 BT. 17R/L) Comet Steer Gas Turbine (mit Gasturbinenantrieb)Gasturbinen-Nutzfahrzeuge von Leyland. In: Kraftfahrzeugtechnik 4/1969, S. 113. FG

1970er Jahre MastiffBMC-Baureihe Mastiff. In: Kraftfahrzeugtechnik. 3/1970, S. 83. Terrier Boxer Clydesdale Marathon

1980–2001 Roadtrain Constructor Cruiser Freighter Roadrunner Leyland DAF 45/55 Leyland DAF 65/75 Leyland DAF 85 Leyland DAF 95

Produktionszahlen Leyland Motors LKW Produktionszahlen 1968 und 1972 bis 1977 sowie 1998 bis 2012:

Jahr1968197219731974197519761977LKW161.706131.206128.498116.147125.109112.722114.134

Jahr199819992000200120022003200420052006200720082009201020112012LKW9.1648.0139.6889.71910.78812.31614.29616.27716.954?24.6628.201?14.56814.685Bus4536

Weblinks

Leyland Trucks Homepage (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemaliger Pkw-Hersteller (England) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Lancashire) Kategorie:Ehemaliger Omnibushersteller (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Ehemaliger Lkw-Hersteller (Vereinigtes Königreich) Kategorie:South Ribble Kategorie:Unternehmensgründung 1896 Kategorie:Aufgelöst 1968

es:British Leyland nl:British Leyland