mini|hochkant=0.7|Wappen derer von Stülpnagel. Stülpnagel ist der Name eines alten uckermärkischen Adelsgeschlechts. Zweige der Familie bestehen gegenwärtig fort.
Geschichte Die Familie erscheint erstmals urkundlich im Jahre 1321. Die direkte Stammreihe beginnt mit Valentin von Stülpnagel in der Mitte des 15. Jahrhunderts.Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis. Zweiter Haupttheil oder Geschichte der auswärtigen Verhältnisse der Mark Brandenburg und ihrer Regenten. I. Band, F. H. Morin, Berlin 1843, S. 475. Neben der Uckermark, etwa zu Taschenberg, Wismar und Grünberg hatte das Geschlecht auch Gutsbesitz in der Altmark, etwa zu Falkenberg und Seehausen, sowie in Pommern zu Stolzenburg und Temnitz.
Die preußische Adelslegitimation für Friedrich von Stülpnagel (* 1777), den natürlichen Sohn des preußischen Premierleutnants Carl Gottlob von Stülpnagel auf Grünberg unter Beilegung des väterlichen Namens und Wappens erging am 20. Juli 1787.Christoph Franke: GHdA-Lex, Band XIV, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 2003, S. 238. Weiterhin erhielt der nachmalige preußische Generalleutnant Karl Bernhard von Stülpnagel (1794–1875) am 7. April 1803 die preußische Adelslegitimation.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser 1905. 6. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 786.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser 1917. 18. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1916, S. 852.
Am 16. Januar 1869 erging für den preußischen Geheimen Regierungs- und Landrat a. D. Karl August von Stülpnagel (1788–1875) eine Namens- und Wappenvereinigung Stülpnagel-Dargitz. Diese übertrug sich auf den jeweiligen Eigentümer des am 24. Mai 1868 gestifteten Fideikommiss zu Gut Lübbenow,Maximilian Gritzner: Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standeserhöhungen und Gnadenacte von 1600–1873. Mitscher & Rostell, Berlin 1874, S. 145. wo die Familie von 1812 bis 1826 das erhaltene Herrenhaus Lübbenow errichten ließ und in dessen Besitz sie bis 1945 war.
Die höchste Konstanz weist das Besitztum Lindhorst aus, von 1375 bis zur Bodenreform.
Wappen Das Stammwappen zeigt in Silber ein achtspeichiges rotes Wagenrad. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken drei schwarze Nägel, die einen silbernen Igel tragen. Nach dem Wappen sind sie eines Stammes mit denen von Jagow, sowie bei der Wappenähnlichkeit und gemeinsamer Herkunftsregion wahrscheinlich auch mit den uckermärkischen von Gloeden und den von Uchtenhagen.
Stammliste (Auszug) Wolf Leopold von Stülpnagel (1674–1730), Gutsbesitzer Otto Gottlob von Stülpnagel (1716–1772), Gutsbesitzer und Major Wolf Friedrich von Stülpnagel (1752–1825), Gutsbesitzer Ferdinand von Stülpnagel (1787–1837), Regierungspräsident Otto von Stülpnagel (1822–1899), preußischer Oberst Edwin von Stülpnagel (1876–1933), deutscher General der Infanterie Otto von Stülpnagel (1878–1948), deutscher General der Flieger und der Infanterie Rudolf von Stülpnagel (1831–1900), Landrat Karl Gottlob von Stülpnagel (1753–1802), Gutsbesitzer Wolf Wilhelm Ferdinand von Stülpnagel (1781–1839), preußischer Generalleutnant Wolf Louis Anton Ferdinand von Stülpnagel (1813–1885), preußischer General der Infanterie Ferdinand von Stülpnagel (1842–1912), preußischer General der Infanterie Ferdinand Wolf von Stülpnagel (1873–1938), preußischer Kammerherr u. HauptmannSiehe: Villa Stülpnagel. Ferdinand Wolf von Stülpnagel (1911–1979), Kapitän zur See Friedrich von Stülpnagel (1913–1996), deutscher Leichtathlet und Oberst der Bundeswehr Joachim von Stülpnagel (1880–1968), Generalleutnant der Reichswehr in der Weimarer Republik Siegfried Paul Ferdinand von Stülpnagel (1891–1976), Generalmajor Paul Joachim von Stülpnagel (* 1927), Journalist und Diplomat Heinrich von Stülpnagel (1799–1857), Gutsbesitzer Friedrich von Stülpnagel (1847–1914), Kurator d. Ritterakademie Brandenburg u. preußischer Politiker Otto von Stülpnagel (1758–1794), Kapitän Georg von Stülpnagel (1785–1862), preußischer Generalleutnant der Kavallerie Alexander Ferdinand von Stülpnagel (1766–1809), Gutsbesitzer Karl Bernhard von Stülpnagel (1794–1875), preußischer Generalleutnant Hermann von Stülpnagel (1839–1912), preußischer Generalleutnant Carl-Heinrich von Stülpnagel (1886–1944), deutscher General der Infanterie und Widerstandskämpfer Walter von Stülpnagel (1919–2010), Baudirektor u. Kammerdirektor der Klosterkammer Hannover Karl Heinrich von Stülpnagel (* 1960), deutscher Restaurator und Möbelhistoriker Karl Sigismund von Stülpnagel (1721–1759), Gutsbesitzer Wolf Friedrich Gottlob von Stülpnagel (1747–1807), Capitän (Hauptmann) Johann Friedrich von Stülpnagel (1786–1865), preußischer Offizier, Geograph u. Kartograf Carl von Stülpnagel-Dargitz (1788–1875), preußischer Landrat im Kreis Prenzlau (1837–1863)
Literatur Genealogisches Handbuch des Adels, (GHdA), Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee); Limburg (Lahn). Hans Friedrich v. Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel) I, Band 5 der Gesamtreihe, 1953, S. 378–392; A XII, Band 55 der Gesamtreihe, 1973, S. 350–369; A XVIII, Band 87 der Gesamtreihe, 1985, S. 423–442; A XXX, Band 145 der Gesamtreihe, 2008, S. 389–411.
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, (ff. GGT), Justus Perthes, Gotha GGT, AA (Uradel), Sechster Jahrgang, 1905, S. 779–787. (Erstaufnahme); ff. (Fortsetzungen bis 1939); die letzten Ausgaben zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft GGT, AB (Briefadel). (Stülpnagel nob. 1803), 1933 (Fortsetzungen 1937 und 1941;), die Ausgaben zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft Familienchronik Werner von Kieckebusch: Geschichte des Geschlechtes v. Stülpnagel. Band 1, Druck Berliner Börsen-Zeitung GmbH, Verlag "DW" GmbH, Berlin 1938. Werner von Kieckebusch (Bearb.): Fortsetzung der Geschichte des Geschlechts v. Stülpnagel, Buchdruckerei E. Kaisser, Salach 1957. Joachim von Stülpnagel (Bearb.): Fortsetzung, 1971. Karl Heinrich von StülpnagelKarl Heinrich von Stülpnagel. Restaurator. Ägyptisches Museum. Universität Leipzig. für den v. Stülpnagel’schen Familienverband: Geschichte des Geschlechts von Stülpnagel, Band 2, AZ Druck Kempten-Selbstverlag, Markkleeberg 2009, ISBN 978-3-00-025430-7. J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, Bauer & Raspe Emil Küster, Nürnberg: Otto Titan von Hefner: III. Band, 2. Abteilung, 1. Band; Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute, Nürnberg 1878, S. 400, Tfl. 446. George Adalbert von Mülverstedt: VI. Band, 10. Abteilung Ausgestorbener Mecklenburgischer Adel. Nürnberg 1902, S. 106, Tfl. 60. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Band 9, Friedrich Voigt, Leipzig 1870, S. 100–102. Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2, Ludwig Rauh, Berlin 1856, S. 501.; ff. Band 3, Berlin 1858, S. 348. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 4, Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 521.
Weblinks Familie von Stülpnagel
Ausstellung - mit Alexander von Stülpnagel, Friedrich-Wilhelm von Stülpnagel u. Rupert von Stülpnagel: Nägel mit Köpfen. Von der Uckermark in die Welt – 700 Jahre Familie v. Stülpnagel. Dokumentation zur Ausstellung 2021 im Dominikanerkloster Prenzlau. 2025 (online, PDF; 186 MB).
Einzelnachweise
Kategorie:Deutsches Adelsgeschlecht Kategorie:Preußisches Adelsgeschlecht Kategorie:Brandenburgisches Adelsgeschlecht Kategorie:Uckermark Kategorie:Ersterwähnung 1321