Grundlsee ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im steirischen Salzkammergut in Österreich. Die Gemeinde liegt im Bezirk Liezen (Gerichtsbezirk Liezen) und umfasst mit  km² große Teile des Ausseerlandes und des Toten Gebirges. Der gleichnamige Grundlsee liegt zur Gänze im Gemeindegebiet.

Geografie

Lage Die Gemeinde Grundlsee liegt im Ausseerland im steirischen Salzkammergut im Bezirk Liezen, Bundesland Steiermark. Grundlsee liegt auf direkt am Grundlsee am südwestlichen Rand des Toten Gebirges.

Die fünf Ortschaften der Gemeinde befinden sich in einem langgestreckten Tal am Ufer des Grundlsees, das an drei Seiten von den rund 1000 Meter aufragenden Ausläufern des Toten Gebirges umrahmt wird. Das Tal hat eine Ost-West-Länge von etwa zehn Kilometer (bis zum Kammersee) und eine Breite von etwa einem Kilometer in Nord-Süd-Richtung mit der einzigen Öffnung nach Westen zum Bad Ausseer Becken.

Die markantesten Berge, die dieses Tal einrahmen, sind der Hundskogel (), der Backenstein () und der Reichenstein () im Norden, der Elm (), der Große Hochkasten () und die Weiße Wand () im Osten, der Türkenkogel () und der Röthelstein () im Süden. Der höchste Berg Grundlsees ist der Große Hochkasten mit an der Landesgrenze zu Oberösterreich.

Das bewohnte Gebiet hat eine Durchschnittshöhe von . Durch die alpine Lage und den starken Anteil am Toten Gebirge bestehen rund 75 % des Gemeindegebietes aus alpinem Ödland, der Rest sind Wälder, Grünland und sonstige Flächenformen.

Gewässer Der Grundlsee ist mit 4,22 km² der größte See der Steiermark und wird durch die Grundlseer Traun entwässert, einen der drei Quellflüsse der Traun. Er wird durch die Stimitz, den Zimitzbach und die Toplitz, den Entwässerungsbach des in der Gemeinde liegenden Toplitzsees gespeist. Außerdem liegen noch der Dreibrüdersee, der Elmsee, der Henarsee, der Kammersee, der Vorderer und der Hinterer Lahngangsee im Gemeindegebiet, ebenso wie die Quellgewässer der Traun, der so genannte Traun-Ursprung.

Geologie Das Tote Gebirge, dessen Ausläufer Grundlsee auf drei Seiten umgeben, besteht zum Großteil aus Kalkstein und Dolomit, die in den Meeren des Mesozoikums, insbesondere der Trias und Jura, vor ungefähr 210 bis 135 Millionen Jahren entstanden. Im Norden des Gemeindegebietes tritt überwiegend der Plassenkalk der Jura, im Osten hauptsächlich der Dachsteinkalk der Trias und im Süden die Trias mit Zlambachmergel, Pedatakalk, Hallstätter Schichten, Gutensteiner Kalk und Dolomit in Erscheinung. Den Westen Grundlsees in Richtung Bad Aussee kennzeichnet eine hochglaziale Grundmoräne aus der Würm-Kaltzeit. Die Gips- und Anhydritlagerstätte bei der Siedlung Wienern (Ortschaft Gößl) entstand vom Oberperm bis zum Skythium und besteht aus alpinem Haselgebirge. Das Seebecken des Grundlsees wurde während der Würmvereisung als Zungenbecken eines Gletschers geformt.

Die Siedlungskerne der Ortschaften Bräuhof, Archkogel, Mosern und Untertressen im Westen des Gemeindegebietes liegen komplett auf Schwemmkegel, Hangschuttflächen und Grundmoränen die meist in der Würm-Kaltzeit, teilweise postglazial entstanden sind. Der Siedlungskern der Ortschaft Gößl liegt zur Gänze auf einer Niederterrasse aus dem Pleistozän.

Mit der Verkarstung bildeten sich viele Dolinen und Höhlen, wie zum Beispiel das rund 17 km lange Almberg-Höhlensystem am Fuße des Backensteins.

Klima Das Klima in Grundlsee ist durch seine geographische Lage im Ausseer Becken bestimmt. Es ist vor allem durch die Hochlage und die Lage im Nordstaugebiet gekennzeichnet. Das Resultat sind, bei Strömungslagen aus dem Westen bis Norden, oft tagelange Niederschlagsperioden, die im Winter mit großem Schneereichtum einhergehen. Mit 100 bis 120 Tagen Schneedecke pro Jahr gehört das Ausseer Becken zu den schneesichersten Beckenlagen Österreichs. Von Oktober bis Mai sind Schneefälle zu erwarten, wobei es von Dezember bis März im Durchschnitt jeden dritten Tag Neuschnee gibt. Der Herbst ist mit einer relativen Sonnenscheindauer über 50 % die witterungsmäßig günstigste Zeit in der Region. Das Klima im Ausseer Becken ist oft, speziell im Winter, als Reizklima ausgebildet.

Naturschutz Ein Großteil des Grundlseer Gemeindegebiets steht unter strengstem Naturschutz. Es existieren folgende Naturschutzstufen: Natura 2000 Europaschutzgebiete (Totes Gebirge mit Altausseer See – AT2243000), Naturschutzgebiete (Totes Gebirge West Geschützte Höhlen (u. a. Salzofenhöhle), Geschützte Landschaftsteile (GLT-8), Landschaftsschutzgebiete (LSG-14a – Salzkammergut Ost) und Naturdenkmale (339, 341, 343, 352). Die gesamte Gemeinde liegt zusätzlich im Geltungsbereich der Alpenkonvention.

Gemeindegliederung mini|Blick auf das Gemeindegebiet. Die Ortschaft Bräuhof befindet sich im Bild links unten Das Gemeindegebiet besteht aus der einzigen Katastralgemeinde Grundlsee und umfasst fünf Ortschaften (Einwohner Stand ). Im Uhrzeigersinn und im Norden des Sees beginnend sind dies: Bräuhof () samt Gaiswinkl, Grundlsee, Hopfgarten, Kreuz, Ötz und Rößlern Gößl () samt Schachen, Schachen-Siedlung, Totes Gebirge und Wienern Archkogl () samt Au, Hinterau, Mitterau und Zlaim Mosern () samt Aschau, Eisbichl und Gut Untertressen () samt Aschau, Lamersberg und Sattel

Es gibt keine eigene Ortschaft namens „Grundlsee“, da die Gemeinde ihren Namen dem gleichnamigen See verdankt. Der Hauptort der Gemeinde ist die Ortschaft Bräuhof.

Nachbargemeinden Grundlsee hat fünf Nachbargemeinden, die Gemeinden Grünau im Almtal und Hinterstoder liegen in Oberösterreich, Grünau im Almtal im Bezirk Gmunden, Hinterstoder im Bezirk Kirchdorf, alle weiteren Gemeinden im steirischen Salzkammergut.

Geschichte Namensgeschichte Der Name Grundlsee wird standarddeutsch [] ausgesprochen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Name 1188 als Chrungilse.Vgl. Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut. Band 1 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974, S. 139. Die Schreibweise des Namens variierte im Laufe der Zeit, bis sich schließlich die heutige Schreibweise durchsetzte: Chrungilse (1188) > Chrungelse (1300) > Chrungelsee (1386) > Krungelsee (1450) > Crungelsee (1479) > Grunglsee (1493) > Chrundelsee & Grundelsee (1494) > Krunglsee (1496) > Crunglsee (1566) > Grundelsee (1665) > Grundlsee (heute). Der Name der Katastralgemeinde Grundlsee leitet sich von der Bezeichnung des Sees ab. Diese hat ihren Ursprung wahrscheinlich im altslawischen krągl jezero (runder See). Statt zum lautgesetzlichen Krungelsee veränderte sich diese Urform jedoch zum heutigen Grundlsee. Dies erfolgte wahrscheinlich durch eine volksetymologische Einwirkung vom mittelhochdeutschen grundel, grundelinc (der Gründling).

Urzeit, Kelten und Römerzeit Die frühesten Zeugen menschlicher Siedlungstätigkeit im Grundlseer Gemeindegebiet bilden altsteinzeitliche Funde in der Salzofenhöhle im Toten Gebirge. Dort aufgefundene Holzkohlereste einer paläolithischen Feuerstelle konnten auf ein Alter von rund 34.000 Jahren datiert werden. Zahlreiche Relikte aus der Bronze- und der Eisenzeit, sowie eine bronzezeitliche Siedlungsstelle wurden entlang der natürlichen Verkehrslinie des Koppentales in der Nachbargemeinde Bad Aussee gefunden. Diese Funde sind im Kontext des nur 20 km entfernt liegenden Ortes Hallstatt zu erklären, der aufgrund seiner archäologischen Bedeutung namensgebend für die ältere Eisenzeit (800-450 v. Chr.) wurde. Die jüngere Eisenzeit/La-Tène-Zeit (500-100 v. Chr.), die von den Kelten getragen wurde, hinterließ archäologisch keine Spuren. Nur der Flussname Traun (aus keltisch druna, die Laufende) deutet auf keltische Besiedelung hin.Vgl. Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut. Band 1 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974, S. 65f. Als Zeugen der römischen Herrschaft in Noricum wurden bei Ausgrabungen in Bad Aussee, sowie am Altausseer Michlhallberg (Sandling-Massiv) spätrömische Siedlungsspuren entdeckt. Dem bisher geborgenen Fundmaterial der zufolge dürfte die Siedlung in Altaussee vom Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. bis ins späte 4. Jahrhundert bestanden haben. Es wird dort ein römerzeitlicher Salzbergbau vermutet.Gerald Grabherr: Michlhallberg. Die Ausgrabungen in der römischen Siedlung 1997–1999 und die Untersuchung an der zugehörigen Straßentrasse (= Schriftenreihe des Kammerhofmuseums Bad Aussee. Bd. 22). Verein der Freunde des Kammerhofmuseums, Bad Aussee 2001, ISBN 3-901370-22-6, S. 103.

Slawen und Bajuwaren Die Epoche der Völkerwanderung hinterließ keine Spuren im Ausseerland. Die nächste Bevölkerungsgruppe, die sich mit Sicherheit nachweisen lässt, waren die Slawen. Namensmäßige Spuren der slawischen Besiedelung sind im gesamten Ausseerland zu finden (Orts- und Flurnamen mit den Endungen -itz, -itsch, -isch; in Grundlsee z. B. Stimitz, Toplitz, Zimitz). Um 800 begann eine starke Zuwanderung von Bajuwaren.Vgl. Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5, S. 24. Wichtige Spuren der ersten Berührung der Slawen mit den Baiern sind wiederum die Ortsnamen. Die frühesten datierbaren Eindeutschungen von Ortsnamen im Ausseerland stammen aus der althochdeutschen Zeit vor 1100.Vgl. Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut. Band 1 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974, S. 66f.

Mittelalter Der Name Grundlsee (apud chrungilse) wurde am 2. August 1188 erstmals urkundlich erwähnt. Herzog Ottokar IV. befand sich an diesem Tag am Grundlsee und siegelte dort drei Urkunden.

Nach dem Tod des letzten Babenberger Herzogs Friedrich II. im Jahr 1246 besetzte der erwählte Erzbischof von Salzburg, Philipp von Spanheim, weite Teile des Ennstals und somit auch das Ausseerland. Zur Befestigung des neuen Machtanspruchs und zum Schutz der nahen Salzbergwerke am Sandling-Massiv und der Saumpfade erbaute er im benachbarten Altaussee die kleine Festung Pflindsberg.Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5, S. 31f. Philipp von Spanheim musste sich nach dem Frieden von Ofen von 1254 wieder zurückziehen und die Burg und das Ausseerland wurden um 1260 in die Steiermark einverleibt. Die vorherige Geschichte des Ausseerlandes ist umstritten. Höchstwahrscheinlich war es im 12. bis 13. Jahrhundert Teil einer Grafschaft im Ennstal unter den Markgrafen der Kärntner Mark. Die Theorie, dass das Ausseer Gebiet vorher zur Grafschaft Traunau gehörte, lässt sich nicht nachweisen.Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut. Band 1 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974, S. 19f. Die Anlage entwickelte sich zum Verwaltungsmittelpunkt mit niederer Gerichtsbarkeit der eigenständigen Herrschaft Pflindsberg, die von der landesfürstlichen Herrschaft Grauscharn-Pürgg abgetrennt wurde. Sie umfasste rund 90 % der Güter des Ausseerlandes und war als Teil des Salzkammergutes landesfürstlich.

Protestantismus, Rekatholisierung (ab 1599), Dominanz des Salzabbaus