Das Armenische Hochland ( oder Բարձր Հայք / Bardsr Hajk), im Deutschen auch Armenisches Gebirge oder Ararathochland genannt, bildet den zentralen Teil des nordanatolisch-nordiranischen Kettengebirges und umfasst im breiten Sinne auch den Kleinkaukasus.

Je nach Definition ist das Armenische Hochland 300.000 bis 400.000 Quadratkilometer groß und umfasst Gebiete der Türkei (vor allem die ehemaligen armenischen Provinzen des Osmanischen Reiches), Irans, Georgiens, Aserbaidschans und fast vollständig die heutige Republik Armenien.

Viele Gebirge im Armenischen Hochland stellen eine Aneinanderreihung von Vulkanen dar. Zu diesen zählen das Dschawacheti-Gebirge, das Arsiani-Gebirge (Yalnızçam Dağları), das Geghamgebirge und der Aras Dağları (Haykakan Par). Die höchste Erhebung ist der hohe Ararat, ein ruhender Vulkan. Große Seen sind der Vansee, der Urmiasee (beide Salzseen) und der Sewansee (Süßwassersee).

Begriffsentstehung und -Verwendung Der Begriffsbezeichnung leitet sich ab vom ursprünglichen Siedlungsgebiet der Armenier, wo Mitte des ersten oder zweiten vorchristlichen Jahrtausends die Ethnogenese des armenischen Volkes stattfand und welches bis 1915 von Armeniern bewohnt war. Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde der Begriff im Werk „Anabasis“ von Xenophon verwendet.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Begriff des Armenischen Hochlands Europäern und Nordamerikanern geläufig. Manchmal wurde das Gebiet auch zu dieser Zeit einfach als „Armenien“ bezeichnet.

Seit dem Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 und der Verwandlung der Türkei in einen monoethnischen Nationalstaat wird der Begriff „Armenisches Hochland“ ähnlich wie andere auf die einheimischen Völker der heutigen Türkei hindeutende Namen (zum Beispiel „Pontische Bergkette“) oftmals gemieden. Dies gilt insbesondere für den Sprachgebrauch in der Türkei, aber auch für andere Länder, wo aus Rücksichtnahme auf die Türkei von dem Begriff abgesehen wird. So heißt der westliche Teil des armenischen Hochlandes, das ehemalige Westarmenien, heute Ostanatolien, obwohl früher „Anatolien“ nur das westliche Kleinasien bezeichnete, während das ehemalige Ostarmenien (ohne die 1921 im Vertrag von Kars an die Türkei abgetretenen Gebiete) mit der Republik Armenien der Region Transkaukasien (von Russland aus gesehen „hinter dem Kaukasus“) oder „Südkaukasus“ zugeordnet wird.Tessa Hofmann: Zwischen Ararat und Kaukasus. Porträt eines kleinen Landes in fünf Stichworten. In: Huberta von Voss: Porträt einer Hoffnung. Die Armenier. Lebensbilder aus aller Welt. S. 24. Hans Schiler Verlag, Berlin 2004. ISBN 978-3-89930-087-1.

Gebirgsgruppen Der Flusslauf des Aras gliedert das Armenische Hochland in einen nördlichen und einen südlichen Bereich. Im Folgenden sind die Gebirgsgruppen mit einer Höhe über 3000 m aufgelistet.

Nördliches Armenisches Hochland (mit Kleinkaukasus) Aragaz () Sangesurkamm (bis ; Kaputdschugh) und Ajozdsorski-Gebirge (bis ) Murovdağ (bis ; Gamış dağı) und Sewangebirge (bis ; Hinal Dag) Karabach-Hochland (bis ; Dəlidağ. Trasar / Qızılboğaz: 3594 m. Ischkhanasar: 3525 m) Geghamgebirge (bis ; Aschdahak. Spitakassar: 3555 m) Wardenisgebirge (bis ; Wardenis) Karçal Dağlari (bis ); nordöstliche Fortsetzung des Pontischen Gebirges Samsarigebirge (bis ; Didi Abuli. Samsari: 3285 m); westlich des Parawani-Sees, Georgien Mescit Dağları (bis ; Mescit Dağı. Devedağı Tepesi: 3183 m. Yeşil Çöl Dağı: 3066 m. Akbaba Dağı: 3045 m); im Übergang zum Antitaurus Dschawacheti-Gebirge (bis ; Atschkassar) Kısır Dağı (bis ); westlich des Çıldır-Gölü-Sees Arsiani-Gebirge / Yalnızçam Dağları Arsiyan (bis ); nordöstlich von Şavşat Çadır Dağı / Eğripınar Tepesi (bis ); südlich von Şavşat Kandil dağı (bis ); nordöstlich von Erzurum Ala Dağ (); westlich von Kağızman Allahuekber Dağları (bis . Kabak Tepesi: 3055 m); nordwestlich von Selim Pambak-Gebirge (bis ) Akbaba Dağı (bis ); östlich des Çıldır-Gölü-Sees Akdağ (bis ); westlich von Oltu Kel Dağı (bis ); nordöstlich von Ardahan Bazum-Gebirge Bovaqar-Gebirge (bis )

Südliches Armenisches Hochland Ararat () und Kleiner Ararat () Süphan Dağı () Gebirgsregion westlich von Choy und Tschaldiran (bis ; Evrin) Aladağ (bis ; Hüdavendigar Dağı); westlich des Tendürek Dağı (siehe unten) Tendürek Dağı () Aras Dağları / Haykakan Par; nördlich von Ağrı Kösedağ / Büyükköse Daği () Aşağıdağ () Kuzkuzbabadagi Tepe (bis ) Çakmak Dağı (bis ; Gümüşkale Tepesi) Zor Dağ / Hama Dağ (bis ); westlich des Ararat Bingöl-Gebirge (bis ; Dağkale Tepesi. Şakşak Tepe: 3051 m); im Übergang zum Antitaurus Erek Dağı (bis ); südöstlich von Van im Übergang zum Südöstlichen Taurus Palandöken Dağı (bis ); im Übergang zum Antitaurus Pirreşit Dağı (); südöstlich von Muradiye Tercan-Gebirge (bis ; Koşan Dağı); südlich von Tercan im Übergang zum Antitaurus

Berge (Auswahl) Im Folgenden sind eine Reihe von Gipfeln im Armenischen Hochland und der Sabalan im Iranischen Hochland aufgelistet:

Ararat () (), Türkei Sabalan () (), Iranisches Hochland Aragaz () (), Armenien Süphan Dağı () (), Türkei Kaputdschugh () (), Armenien/Aserbaidschan

Bilder

Literatur Horst Mensching, Eugen Wirth: Fischer Länderkunde: Nordafrika und Vorderasien. Frankfurt am Main 1989, S. 258ff. dtv-Perthes Weltatlas: Band 1 – Naher Osten. Darmstadt 1985, S. 9 Hermann von Abich: Ueber die geologische Natur des armenischen Hochlandes. Fest-Rede Dorpat 1843 (bei Google Books)

Weblinks

The Armenian Highland, Video, mehrsprachig

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Bergkarabach) Kategorie:Geographisches Objekt als Namensgeber für einen Asteroiden