mini|Halle 1 der Großmarkthalle MünchenGiebelhöhe 20 m, Breite 16,5 m, Länge 98 m mini|Postgebäude und Werkstätte (vorne) Die Großmarkthalle München im Münchner Stadtteil Sendling ist ein seit 1912 bestehender Großhandelsmarkt für Lebensmittel und Blumen nahe der Isar und in unmittelbarer Nähe des südlichen Mittleren Ringes. Seit dem 1. Januar 2007 werden die Märkte München als ein kommunaler Betrieb der Landeshauptstadt München geführt., aufgerufen am 5. Juni 2012 Der Kommunalbetrieb wurde aus den bis zu diesem Zeitpunkt selbständigen Betriebsteilen Großmarkthalle München und Schlachthof München gebildet. Seit dem 1. Januar 2014 sind die Betriebsteile Märkte München (Großmarkthalle und Lebensmittelmärkte) und Schlacht- und Viehhof München wieder eigenständig, die Verwaltung obliegt jedoch weiterhin den Märkten München.

Daten und Fakten Die Großmarkthalle München ist Teil des Eigenbetriebs Märkte München der Landeshauptstadt München. Hauptaufgabe des Betriebs ist es, die Großmarkthalle einschließlich des Umschlagplatzes und der Sortieranlage zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Blumen zu betreiben. Die zur Verfügung stehenden Flächen werden durch Flächen- und Objektmanagement einer gewerblichen Nutzung zugeführt.

Neun Hektar des 310.000 Quadratmeter großen Areals sind überbauter Raum, der sich aufteilt in sechs Verkaufshallen, sieben weitere Umschlag- und Lager- beziehungsweise Kühlhallen, den Blumengroßmarkt, die Gärtnerhalle, zwei Kontorhäuser mit knapp 300 Büroräumen, die frühere Sortieranlage, die Feinkosthalle und den Fruchthof, der Wohnen und Gewerbe verbindet.

Unternehmensziele mini|Umgebungsplan der Großmarkthalle „Eine Gewinnerzielungsabsicht besteht nicht“, heißt es in der Betriebssatzung für die Märkte München. Die Großmarkthalle wird als kostenrechnende Einrichtung betrieben und finanziert ihren Aufwand durch die von den Kunden erhobenen Gebühren und Entgelte.

Die Unternehmensleitlinien der Märkte München definieren die Aufgaben und die Unternehmensziele der Großmarkthalle München. Aufgaben: Versorgungsauftrag, wirtschaftspolitischer Auftrag, Dienstleistungsauftrag, kultureller Auftrag, Wirtschaftlichkeit und Kostendeckung, Kostenverantwortung Ziele mit Außenwirkung: optimierte Ablauforganisation, Qualität und Zuverlässigkeit, Kundenorientierung, Verantwortung für die Umwelt, Informationspolitik, internationales Frischezentrum Ziele mit Innenwirkung: Motivation der Mitarbeiter, klare Aufgabenzuweisung, Einhaltung von Dienstvorschriften, Führungskultur, praktizierter Arbeitsschutz

Kunden und Nutzer In der Großmarkthalle wird nur Großhandel betrieben, ein Verkauf an Privatkunden ist nicht vorgesehen.

Die Bezeichnung Kunde ist in der Großmarkthalle mehrdeutig: mini|Großhändler und Wiederverkäufer Nutzer des Eigenbetriebs Großmarkthalle sind dessen Mieter, also die Großhändler. Kunden der Großhändler sind die bei ihnen kaufenden Wiederverkäufer, die sich wie folgt einteilen lassen: Einzelhandelsgeschäfte im Lebensmittel- und Feinkostbereich Gastronomie und Catering Großküchen und Kantinen Pflegeheime, Krankenhäuser Schulen und Kitas Großhändler in kleineren Städten; dort gibt es meistens keine klassischen Großmärkte, sondern privat geführte Verteilzentren. Handelsketten: Diese umgehen meistens die Großmärkte, sie kaufen aufgrund ihrer Größe und Logistik die Ware direkt in den Anbaugebieten in großen Mengen auf und besitzen eigene Güterverteilzentren in ganz Deutschland. Im Bereich der Exoten, die ein großes Fachwissen bezüglich Transport und Lagerung erfordern, wie beispielsweise Papayas, kaufen die Ketten jedoch immer noch gerne im Großmarkt ein. Auch bei Lieferengpässen nutzen sie die Großmarkthalle. Kunden der Wiederverkäufer sind die Konsumenten oder Endverbraucher.

Betriebsablauf mini|Am oberen Bildrand ist der LKW-Parkplatz zu sehen, unten die historischen Hallen 1 bis 4 Der Verkauf in den Hallen erfolgt von Montag bis Freitag (im Blumengroßmarkt auch am Samstag). Anliefer-Lastkraftwagen warten auf dem vorgeschalteten Parkplatz mit einer Kapazität von 150 LKW. Die Zentraleinfahrt an der Schäftlarnstraße 10 ist dafür 24 Stunden an jedem Tag der Woche besetzt.

Preisauszeichnungen sind nicht üblich, die für die Waren zu zahlenden Preise sind Verhandlungssache und hängen von verschiedenen Faktoren ab: Einkaufspreise der Großhändler Menge: Die Mindestabnahme beträgt immer eine Steige oder Kiste; werden größere Mengen gekauft, sinkt der Preis pro Einheit Uhrzeit: Früh am Morgen ist die Ware normalerweise teurer als mittags, wenn der Großhändler seine Restposten noch schnell loswerden will Gute Kontakte und persönliches Geschick: Gute persönliche Beziehungen zum Großhändler und das eigene Verhandlungsgeschick können die Höhe des Preises natürlich auch beeinflussen. Qualität: Auch bei Obst und Gemüse gibt es Qualitätsunterschiede.

Herkunft und Transport der Waren Aufgrund der geografischen Lage kommen die meisten Waren aus dem Mittelmeerraum. Die Lieferungen aus Italien, Griechenland, Spanien und der Türkei machen zwei Drittel des Warenumschlags aus. Fast 99 Prozent der Lebensmittel werden mit dem LKW angeliefert. Exotische Waren (wie z. B. Mangos und Papayas) und hochwertige Spezialitäten kommen als Flugobst nach München, da ein Transport per Schiff oder Bahn zu lange dauern würde.

Verwaltung Die Großmarkthalle München ist Teil des Eigenbetriebs Märkte München und wird vom Kommunalreferat der Stadt München betreut. Die Kommunalreferentin Jacqueline Charlier ist gleichzeitig „Erste Werkleiterin“ und bestimmt die wirtschaftspolitische Richtung.

Die Großmarkthalle München wird aus historischen und kommunalpolitischen Gründen als kommunaler Betrieb geführt. Andere Großmärkte in Deutschland werden als Regiebetriebe, Eigenbetriebe, GmbHs (rein städtisch oder mit Beteiligung), Genossenschaften (der Großhändler) oder als reine Privatunternehmen betrieben. Einen Großmarkt zu betreiben ist nicht gesetzliche Pflichtaufgabe einer Kommune, daher gibt es auch die oben genannten verschiedensten Rechtsformen.

Die Nutzung des Großmarkthallengeländes für Großhändler, Mieter und Einkäufer ist durch die Großmarkthallensatzung geregelt.

Die verschiedenen Gebühren für Stände, Parkplätze, Büros und weiteres richten sich nach der Gebührensatzung.

Generell erfolgt die Vergabe von Objekten durch eine Zuweisung (Verwaltungsakt). Die Nutzung von Groß- und Sonderobjekten wird meist durch Miet- oder Pachtverträge geregelt.

Die Sortieranlage, obwohl räumlich getrennt vom umschlossenen Betriebsgelände, gehört zum Satzungsgebiet. Der Fruchthof dagegen ist nicht mehr von den Großmarkthallensatzungen betroffen.

Abfallentsorgung In früheren Zeiten wurde in der Sortieranlage aus der Ausschussware das noch Verzehrbare zum Weiterverkauf aussortiert. So genannte Klauberweiberl trennten damals in großen Wasserbottichen die gute von der schlechten Ware, was noch essbar war, wurde dann von ambulanten Händlern sehr günstig verkauft. Dieses System wurde aufgegeben. Inzwischen werden Lebensmittel, die nicht mehr verkäuflich, aber noch für den Verzehr geeignet sind, von der Münchner Tafel an Bedürftige verteilt. Ware, die nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet ist, bekommt der Tierpark Hellabrunn. Der Rest wird zu Kompost verarbeitet.

Noch 1994 fielen auf dem Gelände der Großmarkthalle rund 10.000 Tonnen Restmüll an. Da zu dieser Zeit die Müllgebühren aufgrund des immer knapper werdenden Deponieraums extrem anstiegen, war die Müllentsorgung mittelfristig nicht mehr finanzierbar. Ein Umlegen dieser hohen Kosten auf die Händler hätte wahrscheinlich deren Auszug und damit das Ende der Großmarkthalle bedeutet. Um das Problem in den Griff zu bekommen, wurde von den Händlern eine Entsorgungsgenossenschaft gegründet, die mit der Abfallentsorgung beauftragt wurde. Der Müll wird jetzt in der Entsorgungsstation Hammermühle in wiederverwertbare Partien wie Holz, Kartonagen, Bioabfall, PET/PP und dergleichen einerseits und Restmüll andererseits getrennt.

Gleichzeitig führten die Großhändler mit Pfand belegte Transportbehältnisse aus Kunststoff für die Einkäufer ein, wodurch der Verpackungsmüll reduziert werden konnte. Zusätzlich wurde von der Großmarkthallenverwaltung eine Videoanlage auf dem Gelände installiert, um die Ablagerung von „wildem Müll“ besser kontrollieren zu können.

Alle diese Maßnahmen führten dazu, dass die Großmarkthalle 2004 insgesamt nur noch 3.000 Tonnen Müll produzierte, von denen lediglich um die 800 Tonnen nicht verwertbarer Restmüll waren.

Hallen und Gebäude mini|Luftbild des Geländes der Großmarkthalle München, Blick nach Osten.Für eine Legende siehe die Bildbeschreibung (Button rechts „vergrößern“). (Die Jahreszahlen beziehen sich auf das Jahr der Inbetriebnahme, soweit bekannt; die Ziffern in eckigen Klammern entsprechen der Nummerierung auf dem Luftbild) Blumengroßmarkt, 2000 : betrieben durch die Neuer Blumengroßmarkt München Betriebsgesellschaft mbH. In dem neuen Gebäude an der Schäftlarnstraße auf dem Großmarktgelände bieten knapp 45 Händler eine reiche Auswahl an Blumen und Pflanzen an. Das Sortiment umfasst Frühjahrs- und Sommerblüher, Topfpflanzen, Schnittblumen, Beet- und Balkonpflanzen, Stauden, Baumschulware, Dekorations- und Gartenbau-Bedarfsartikel sowie Tannengrün und Bindereibedarf und wird in dem großzügig zugeschnittenen und lichtdurchfluteten Hallenbau auf zwei Ebenen präsentiert. Zum Einkauf berechtigt sind Blumengeschäfte, Dekorationsgeschäfte mit Verkaufsläden, Obst- und Gemüsehändler mit Blumen im Zusatzverkauf, die Hallenunternehmen des Großmarkts München, Gastronomiebetriebe sowie kirchliche und andere öffentliche Einrichtungen, die für Sonderveranstaltungen mit einem Tagesausweis im Blumengroßmarkt München einkaufen können. Feinkosthalle, 1977 : Betreiber ist die Medi-Food Handels GmbH. Diese Halle war früher die Blumenhalle. Fruchthof, 1911Stadtgeschichte München: Fruchthof, abgerufen am 12. Mai 2024 : Dieses älteste zum Großmarkt gehörende Gebäude wird durch die Großmarkthalle München selbst betrieben. Es beheimatet Gewerbeflächen, Wohnungen, Ateliers und Einzelhandelsgeschäfte und wurde Ende der 1930er Jahre vom Großmarkt übernommen. Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark zerstört, nach dem Krieg wieder aufgebaut und von 1995 bis 2005 komplett saniert. Der Fruchthof liegt direkt neben dem Großmarkt, aber nicht mehr auf dem Gelände. Gaststätte Großmarkthalle, 1912 : Die Gaststätte wird von Metzgermeister Ludwig Wallner zusammen mit seiner Schwester Gabi Walter in den historischen Räumen betrieben und serviert typische bayrische Küche wie Münchner Weißwürste, gefüllte Kalbsbrust mit Brat- oder Semmel-Füllung oder die kälberne Briesmilzwurst. mini|hochkant|Die Südostecke der Halle 1 mini|Ladenreihe von Osten Gärtnerhalle, 1970 : In dieser von der Erzeugergemeinschaft Großmarkt München e. V. betriebenen Halle vermarkten Berufsgärtner aus München und Umgebung von Montag bis Freitag ihre Eigenerzeugnisse direkt. Die Münchner Gärtnerhalle ist eine der letzten Einrichtungen ihrer Art auf deutschen Großmärkten. Halle 1 bis Halle 4, 1912 [1–4]: In den „Ur-Hallen“ des Großmarkts, betrieben von der Großmarkthalle München, findet bis heute der „klassische“ Verkauf von Obst und Gemüse an den Ständen der verschiedenen Händler statt. Halle 5, wird ebenfalls durch die GMH selbst betrieben und ist an Großhändler vermietet. Halle 6, 1961 : Betreiber GMH. In diesem auch als Kartoffelhalle bekannten Gebäude logieren hauptsächlich Kartoffel- und Zwiebelhändler. Halle 10, 2005 : Auch diese neue Halle betreibt die Großmarkthalle selbst, sie ist vermietet an Großhändler. Halle 23, 2002 : Betrieb durch GMH, vermietet an Großhändler. Hausladen, 1985 (?) : wird durch das gleichnamige Unternehmen betrieben (Großhändler mit Bananenreiferei). Kontorhaus I, 1928 : Das alte Kontorhaus wird durch die GMH betrieben und ist Sitz der meisten Fruchthandelsagenturen und verschiedener anderer Unternehmen.