Der 1962 gegründete Eissportverein Regensburg e. V. (EV Regensburg) ist ein Sportverein aus Regensburg, der vor allem für seine Eishockey-Abteilung bekannt ist. Die 1. Mannschaft war von 2001 bis 2008 in die „EVR Eisbären Betriebs GmbH“ ausgegliedert und kehrte nach der Insolvenz der GmbH zum Stammverein zurück. Im Sommer 2015 erfolgte die erneute Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine GmbH. Seit der Saison 2017/18 läuft die erste Mannschaft wieder unter dem Namen „Eisbären Regensburg“ auf. Zur Saison 2022/23 stieg die Mannschaft aus der Oberliga Süd in die DEL2 auf. Am Ende der Saison 2023/24 setzte man sich im Finale gegen die Kassel Huskies durch und erreichte dadurch den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.
Geschichte 1965–1972: Zeit des Aufstiegs Saisonbilanzen 1965–1972 Saison Liga Klasse Platz PO/PD Topscorer Trainer Zuschauer 1965/66 Kreisliga Ost V 2. - Wolfgang Wagner Josef Wagner 1.000 1966/67 Landesliga Nord IV 4. - Bernd Vossenkaul Josef Wagner 1967/68 Landesliga Gruppe A IV 1. - Günter Falter Josef Wagner 1968/69 Regionalliga Süd III 7. - Max Lang Josef Wagner 1969/70 Regionalliga Süd III 1. 6. Günter Falter Albert Groß 1970/71 Regionalliga Süd III 2. 2. Gebhard Schweser Josef Wagner 1971/72 Oberliga II 14. - August Lang Kurt Nuhs, Kurt Schloder Eishockey wurde in Regensburg bereits in den 1930er Jahren gespielt. So wurde das erste Eishockeyspiel in Regensburg zwischen dem SV Donaustauf und dem Regensburger Ruderclub am 29. Januar 1933 ausgetragen, welches die Donaustaufer mit 8:3 für sich entscheiden konnten. Erst 1962 erfolgte aber die Gründung des Eissportvereins Regensburg. Die Eishockeyabteilung entstand 1964 aus der Eishockeyabteilung der Regensburger Turnerschaft, die wiederum bereits 1950/51 an der Nordbayerischen EishockeymeisterschaftBayerische Sportschau Jg. 1951: Berichte über die Spiele der Gruppe Mittelfranken/Oberpfalz der Nordbayerischen Eishockeymeisterschaft; Zeitung eingesehen in Bayerischer Staatsbibliothek und gesichert bereits seit 1953 am geregelten Spielbetrieb teilnahm.Willi Lüdeking: Der Stolz einer Stadt – Eishockey in Straubing. Straubing 2008 Unter dem Dach des EV Regensburg nahm das Team erstmals 1965/66 an der Kreisliga Ost teil. Zusammen mit dem SC Pfettrach stieg das Team bereits nach einem Jahr als Nachrücker in die Landesliga Nord auf. Zunächst stand der Verein in Konkurrenz zum bis dahin vorherrschenden Vorort-Club SV Donaustauf, 1968 erfolgte jedoch die Fusionierung zum EV Regensburg-Donaustauf. Schon in der folgenden Saison konnte der Aufstieg in die Regionalliga Süd erreicht werden und der Zusatz Donaustauf wurde aus dem Vereinsnamen gestrichen. Dies bedeutete gleichzeitig das Ende der bis dahin 36-jährigen Eishockeygeschichte der Donaustaufer. In der Regionalliga traf man erstmals auf traditionsreiche Mannschaften wie den EV Ravensburg oder den VER Selb. In der Saison 1969/70 schloss der EV Regensburg die Hauptrunde der Regionalliga als Erster ab, scheiterte jedoch in der Aufstiegsrunde. Ein Jahr später schon konnte man sich auch in der Aufstiegsrunde durchsetzen und stieg 1971 in die damals zweithöchste Spielklasse, die eingleisige Oberliga auf. Mannschaften wie der Mannheimer ERC, der Berliner SC oder der EV Rosenheim stoppten den sportlichen Aufwärtstrend des EVR, der diese Spiele jeweils hoch verlor.
1972–1980: Der Weg in die neue 2. Bundesliga Saisonbilanzen 1972–1980 Saison Liga Klasse Platz PO/PD Topscorer Trainer Zuschauer 1972/73 Oberliga II 13. - Günter Falter Kurt Schloder 1973/74 Oberliga Süd III 3. - Don Gook Josef Wagner 1974/75 Oberliga Süd III 3. 1 Jack Marsh Josef Wagner 1975/76 Oberliga Süd III 4. 2. Don Gook Jaroslaw Bulejczik 1976/77 Oberliga Süd III 2. 4. Günter Falter Jaroslaw Bulejczik 1977/78 Oberliga Süd III 1. 2. Dave Lavallee Jouni Samuli, Kurt Nuhs 2.500 1978/79 2. Bundesliga II 9. - Jouni Samuli Jouni Samuli, Kurt Nuhs 1.300 1979/80 2. Bundesliga II 12. - Richard Grisdale Pavel Krivonozka Danach konnte sich der EV Regensburg in der Oberliga etablieren, jedoch nicht zuletzt durch die Einführung der neuen 2. Bundesliga, wodurch die Oberliga ab 1973 drittklassig wurde. In diesen sportlich sehr erfolgreichen Jahren blieb dem Team der Aufstieg jedoch verwehrt, immer wieder scheiterte man nur knapp an einem Einzug in die 2. Bundesliga. Bis zu 6.000 Zuschauer kamen seinerzeit zu den Derbys gegen den TSV Straubing oder den Deggendorfer SC in das Stadion an der Nibelungenbrücke. Während der Spielzeit 1972/73 wurde ein Meisterschaftsspiel gegen den EHC 70 München vor über 3.000 Zuschauern beim Stand von 2:5 wegen Zuschauerausschreitungen abgebrochen. In der Saison 1977/78 schloss der EV Regensburg die Oberliga Hauptrunde als Erster ab, konnte sich auch in der Meisterrunde durchsetzen und erreichte schließlich 1978 in der Aufstiegsrunde mit dem zweiten Platz den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Mit Platz neun von elf Mannschaften wurde das Saisonziel Klassenerhalt in der eingleisigen 2. Liga 1979 erreicht, ein Jahr später hingegen belegte der EVR den letzten Platz und zog sich zudem 1980 freiwillig in die Regionalliga Süd zurück.
1981–1990: Langfristige Heimat Oberliga Süd Saisonbilanzen 1981–1990 1980/81 Regionalliga Süd IV 6. 1. Günther Dörfler Albert Groß 1981/82 Regionalliga Süd IV 1. 1. Peter Unsinn Albert Groß 1982/83 Oberliga Süd III 11. - Peter Unsinn Kurt Schloder 1983/84 Oberliga Süd III 8. 6. Ed Hebert Michael Mauer 1984/85 Oberliga Süd III 3. 5. Fred Ledlin Michael Mauer 1985/86 Oberliga Süd III 5. 4. Douglas Haydn-Luck Jan Egermajer, Gebhard Schweser 1986/87 Oberliga Süd III 8. 8. Mark Edwards Gebhard Schweser, Marian Hurtik 1987/88 Oberliga Süd III 12. 5. Mike Morin Marian Hurtik, Max Lang 1988/89 Regionalliga Süd IV 2. 2. Tom St. James Gebhard Schweser 1989/90 Oberliga Süd III 4. Tom St. James Richard Neubauer, Wladimir Reschetnikow 3.070 1990/91 Oberliga Süd III 4. 4. Tom St. James Richard Neubauer, Wladimir Reschetnikow 2.950 mini|links|Älteres EVR-Logo Bereits in der Saison 1981/82 schaffte der EV Regensburg den Aufstieg in die drittklassige Oberliga Süd, welche für die nächsten sechs Jahre die Heimat des EVR werden sollte. Zwar wurde regelmäßig die mit der 2. Liga verzahnte Aufstiegsrunde erreicht, doch erwiesen sich die Mannschaften aus der 2. Bundesliga als zu stark, so dass die Chancen einen Aufstiegsplatz zu ergattern meist früh zunichtegemacht wurden. Zudem spielten auch begrenzte Möglichkeiten wegen des Freiluftstadions an der Nibelungenbrücke eine Rolle. Während in den Eishockey-Hochburgen längst überdachte Hallen genutzt werden konnten, war in Regensburg ein frühzeitiger Trainingsbeginn weiterhin von den Witterungsbedingungen abhängig. In der Saison 1987/88 konnte der EV Regensburg die Hauptrunde der Oberliga Süd nur noch als Zwölfter abschließen und kam daher in die Abstiegsrunde. Da auch hier der Erfolg ausblieb, stieg die Mannschaft in die Regionalliga Süd ab. Mit dem zweiten Platz in der Aufstiegsrunde wurde allerdings der sofortige Wiederaufstieg in die Oberliga Süd erreicht, in der das EVR-Team gleich im ersten Jahr den vierten Platz belegen konnte.
1991–2000: Eine neue Ära Saisonbilanzen 1991–2000 Saison Liga Klasse Platz PO/PD Topscorer Trainer Zuschauer 1991/92 Oberliga Süd III 6. 5. Tom St. James George Quinn 3.200 1992/93 Bayernliga Gruppe II V 1. 2. German Wolgin Wladimir Reschetnikow 1.850 1993/94 Regionalliga Süd IV 4. 1. Jason Phillips Kai Puonti 1.547 1994/95 2. Liga Süd III 9. 1. Mike Martens Anton Paulus 1995/96 2. Liga Süd III 4. 4. Mike Martens Anton Paulus 1.601 1996/97 2. Liga Süd III 3. 2. Runde Mike Martens Anton Paulus 1.571 1997/98 2. Liga Süd III 1. Finale Ken Petrash Jiří Ehrenberger 1.747 1998/99 1. Liga Süd III 4. 7. Tracey Katelnikoff Jiří Ehrenberger 1.864 1999/00 Oberliga Süd III 2. VF Eric Dylla Jiří Ehrenberger 2.255 Obwohl Anfang der 1990er Jahre auf sportlicher Seite alle Ziele erreicht wurden, konnten finanzielle Probleme nicht vermieden werden. Vor der Saison 1991/92 verweigerte der DEB die Erteilung der Lizenz zunächst, stimmte dann dem Einspruch jedoch zu. Trotz einem über den Erwartungen liegenden Zuschauerschnitt musste jedoch während der Saison Konkurs angemeldet werden. Das gerade in die Bayernliga aufgestiegene 1b-Team des Vereins setzte den Spielbetrieb ab 1992/93 als 1. Mannschaft fort. Mit einem bis heute geltenden Bayernliga-Rekord von 36:0 Punkten (18 Siege, 0 Unentschieden, 0 Niederlagen) wurde unter Trainer Wladimir Reschetnikow der Aufstieg in die Regionalliga Süd erreicht. Durch die Einführung der DEL 1994 wurde vom DEB die drittklassige 2. Liga Süd eingeführt, der der EV Regensburg fortan angehörte. In der Spielzeit 1994/95 drehte das EVR-Team einen 5:7-Rückstand beim Erzrivalen ERC Ingolstadt in den letzten vier Spielminuten und siegte mit 9:7 – der bis heute einzige Auswärtssieg bei den Panthern.evr-fieber.de, Seit der Saison 1997/98 trug die erste Mannschaft den Namen Eisbären Regensburg. In dieser Saison wurde mit der Meisterschaft in der 2. Liga auch der Aufstieg in die zweitklassige 1. Liga Süd erreicht, aus der bereits im Jahr danach, aufgrund der Einführung einer neuen eingleisigen 2. Bundesliga unterhalb der DEL, die drittklassige Oberliga Süd hervorging. 1999 zogen die Eisbären in die nun fertiggestellte neue Spielstätte Donau-Arena um.
2000–2008: Einzug in die Zweitklassigkeit und das Aus der GmbH Saisonbilanzen 2000–2008 Saison Liga Klasse Platz PO/PD Topscorer Trainer Zuschauer 2000/01 Oberliga Süd III 1. Meister Jiří Lála Jiří Ehrenberger 2.355 2001/02 2. Bundesliga II 12. 5. Jiří Cmunt Jiří Ehrenberger, Jiří Lála 2.560 2002/03 2. Bundesliga II 10. - John Spoltore Ignaz Berndaner, Erich Kühnhackl 2.414 2003/04 2. Bundesliga II 7. VF John Spoltore Erich Kühnhackl 3.018 2004/05 2. Bundesliga II 3. HF Jason Miller Erich Kühnhackl 3.062 2005/06 2. Bundesliga II 4. VF Ervín Mašek Erich Kühnhackl 3.179 2006/07 2. Bundesliga II 8. VF Josh MacNevin Peter Draisaitl, Beppo Schlickenrieder 2.708 2007/08 2. Bundesliga II 10. - Jason Miller Wayne Hynes, Igor Pawlow 2.238 Die Saison 2000/01 ging als eine der erfolgreichsten in die Geschichte des Clubs ein. Mit dem 4:2-Sieg im entscheidenden Play-off-Spiel gegen den EV Duisburg stiegen die Eisbären in die 2. Bundesliga auf. Im Sommer 2001 wurde die Profimannschaft in die EVR Eisbären Betriebs GmbH ausgelagert, die bis zur Saison 2007/08 an der 2. Bundesliga teilnahm. Durch einen ständigen Zuwachs an Sponsoren und Zuschauern konnte sie sich als ernst zu nehmende Konkurrenz zum Fußball, dem SSV Jahn Regensburg, behaupten. 2005 blickten die Eisbären auf die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte zurück, nachdem die Mannschaft die Spielzeit auf dem dritten Platz beendete. Im Halbfinale der Play-offs zerplatzten jedoch die Aufstiegsträume. Im darauffolgenden Jahr konnte dieser Erfolg annähernd wiederholt werden, ehe das Aus im Viertelfinale gegen den Erzrivalen Straubing Tigers eine Wende des sportlichen Erfolgs einleitete. In der Saison 2006/07 erreichten die Eisbären nur knapp die Play-offs, schieden bereits im Viertelfinale gegen die Kassel Huskies aus und mussten lange Zeit um die Lizenz für die nächste Saison bangen. Zur Lizenzerteilung von Seiten der ESBG fehlte eine Bürgschaft in Höhe von 75.000 Euro, die schließlich von einem Sponsor des Regionalliga-Süd-Aufsteigers SSV Jahn Regensburg zur Verfügung gestellt wurde. Im Gegenzug zierte während der Saison 2007/08 erstmals das Logo des SSV Jahn einen Bullykreis in der Donau-Arena, der Spielstätte der Eisbären.
In der Saison 2007/08 mussten sich die Eisbären unter Trainerneuling Wayne Hynes erstmals seit 2002 dem sportlichen Abstiegskampf stellen, konnten jedoch aufgrund eines punktereichen Endspurts mit neuem Coach Igor Pavlov den vorzeitigen Klassenerhalt sichern. Trotz des sportlichen Happy Ends musste die EVR Eisbären Betriebs GmbH am 14. April 2008 einen Insolvenzantrag stellen und zog sich aus dem Spielbetrieb der 2. Bundesliga zurück.