mini|Marktplatz von Nordosten

Homberg (Efze) ist eine Kleinstadt mit ca. 14.000 Einwohnern und Kreisstadt des nordhessischen Schwalm-Eder-Kreises. Ihr Name kommt von der Hohenburg auf dem Basaltkegel oberhalb der Stadt. Sie trägt seit dem 19. Februar 2014 die amtliche Zusatzbezeichnung Reformationsstadt,Hessisches Ministerium des Innern und für Sport: Verleihung einer Bezeichnung nach §&198713 Abs. 2 Satz 2 der Hessischen Gemeindeordnung an die Kreisstadt Homberg (Efze), Schwalm-Eder-Kreis; Staatsanzeiger für das Land Hessen Nr. 11/2014 Seite 237 vom 10. März 2014. in Bezug auf die Homberger Synode, bei der die Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen beschlossen wurde.

Geografie Homberg liegt im Übergangsgebiet zwischen Westhessischer Senke – einem Senkungsgebiet des Tertiärs – und dem Knüllgebirge. Die Stadt selbst erstreckt sich über mehrere Hügel, die größtenteils aus basaltischem Untergrund bestehen. Homberg wird von der Efze durchflossen, die vom Knüll kommend zur Schwalm fließt, die über die Eder zu Fulda und Weser entwässert. Es existierten geringere Kohlevorkommen in der direkten Umgebung. Im Südosten erstreckt sich der Naturpark Knüll.

Nachbargemeinden Homberg grenzt im Norden an die Gemeinde Wabern, die Stadt Felsberg und die Gemeinde Malsfeld, im Osten an die Gemeinde Knüllwald, im Süden an die Stadt Schwarzenborn sowie im Westen an die Gemeinde Frielendorf und die Stadt Borken (alle im Schwalm-Eder-Kreis).

Stadtgliederung Homberg besteht neben der Kernstadt aus den folgenden Stadtteilen: Allmuthshausen mit dem Dorf Rückersfeld Berge Caßdorf Dickershausen Holzhausen Hombergshausen mit der Siedlung Lengemannsau Hülsa Lembach Lützelwig Mardorf Mörshausen Mühlhausen Relbehausen Rodemann Roppershain Sondheim Steindorf Waßmuthshausen Welferode Wernswig

Die Stadt Homberg (Efze) schloss sich im Rahmen der Gebietsreform in Hessen zunächst am 1. Februar 1971 mit den Gemeinden Dickershausen, Holzhausen bei Homberg, Lützelwig, Mörshausen und Welferode zusammen, denen am 1. Oktober 1971 dann Wernswig folgte. Schließlich kamen am 31. Dezember 1971 noch die Gemeinden Allmuthshausen (seit 1. September 1968 bereits bestehend aus den Gemeinden Allmuthshausen und Rückersfeld), Berge, Caßdorf, Hombergshausen, Hülsa, Lembach, Mardorf, Mühlhausen, Relbehausen, Rodemann, Roppershain, Sondheim, Steindorf und Waßmuthshausen hinzu. Sitz der Verwaltung ist Homberg (Efze). Die Einwohner verteilen sich mit gut 8.000 auf die Kernstadt Homberg und mit insgesamt knapp 6.000 auf die Eingemeindungen.

Geschichte Stadtgründung und Entwicklung Homberg ist eine Gründung der hessisch-thüringischen Landgrafen und wurde als Stadt urkundlich erstmals 1231 beurkundet. Der Name stammt von der Hohenburg, der Burg über Homberg.

Als Stadtgründungsjahr kann das Jahr 1231 angenommen werden. In diesem Jahr wurden in einer Urkunde die burgenses von Homber und ein vicillicus Eberhard erwähnt. Landgraf Konrad und seine Nachfolger förderten die Stadt weiter, um die landgräfliche Herrschaft gegen die Erzbischöfe von Mainz im benachbarten Fritzlar zu sichern und zu stärken. Die Efzeaue hatte bereits zuvor als strategischer Stützpunkt an der Handelsstraße Lange Hessen (von Frankfurt nach Leipzig) und der Straße von Fritzlar nach Hersfeld fungiert.

Schon 1231 war von einer Doppelstadt unterhalb der Burg die Rede, mit der Altstadt als Oberstadt und der sogenannten Freiheit als Unterstadt. Im Jahr 1269 gründeten Prämonstratenserinnen aus dem Kloster Eppenberg bei Gensungen ein Stift in Homberg, das Kloster St. Georg.

Die Freiheit war von 1356 bis 1536 ein selbständiger Ort mit eigenem Bürgermeister, Verwaltung und Kirche. Die Bürger umgaben die neugegründete Stadt mit einem bis zu zwei Meter dicken und je nach Lage acht bis zehn Meter hohen Mauerring aus heimischem Basalt. 15 Türme sicherten die Befestigungen. Die Oberstadt hatte drei Stadttore, die Unterstadt zwei. 1536 wurden Stadt Homberg und Stadtteil Freiheit durch das heute noch erhaltene Neue Tor miteinander verbunden.

Die Handwerker- und Handelsstadt Homberg blühte auf, Wollhandel und wollverarbeitende Berufe legten den Grundstein für die Entwicklung zu einer der wohlhabendsten Städte der Landgrafschaft. Die Zunftbriefe der Schuhmacher und Lohgerber 1345, der Böttcher und Wagner von 1404 und der Leineweber 1428 belegen die Bedeutung der Zünfte in Homberg. Zeichen dieses Wohlstandes war auch die Grundsteinlegung für den Bau der Stadtkirche St. Marien im Jahr 1340. 1318 und 1356 legten Brände die Stadt in Schutt und Asche. 1372 brannte die Freiheit nieder. Von 1346 bis 1349 wütete die Pest in Homberg.

Landtage der hessischen Stände fanden auf Grund der guten Erreichbarkeit in den Jahren 1508, 1509, 1514, 1518 und 1536 in Homberg in der Stadtkirche statt. Die von Landgraf Philipp dem Großmütigen einberufene Homberger Synode vom 20. bis 22. Oktober 1526 markiert einen Höhepunkt in der Homberger Geschichte, als die Einführung der Reformation in Hessen beschlossen wurde. Der Beiname Reformationsstadt Hessens weist auf dieses Ereignis hin. 1572 tagte der Landtag erneut in Homberg. mini|Historische Stadtansicht von Matthäus Merian, 1655 Im Laufe der Jahrhunderte brannte die Stadt mehrfach nieder. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Burg und Stadt Homberg 1636 und 1640 bis auf wenige Häuser zerstört. Die Burg wurde zur Ruine.

Matthäus Merian der Jüngere schrieb 1655 in der Topographia Hassiae et regionum vicinarum: „Homberg/in Niederhesen/Schloss/Ampt/und Statt ist aus den vornembste Oertern Einer“

Von 1783 bis 1831 war der Ort Sitz des freiadligen Damenstifts Wallenstein. Im Jahre 1807 wurde unter der französischen Herrschaft das Kanton- und Friedensgericht Homberg eingerichtet. 1809 ging ein Aufstand gegen Jérôme Bonaparte unter der Führung von Wilhelm von Dörnberg von Homberg aus. 1814 wurde das Amt Homberg geschaffen, aus dem 1821 der Kreis Homberg und das Justizamt Homberg hervorgingen. Nach der Annexion des Kurfürstentums Hessen-Kassel wurde Homberg 1867 Sitz einer preußischen Kreisverwaltung und eines Amtsgerichtes. Im Jahre 1932 wurden die Kreise Homberg und Fritzlar zum Kreis Fritzlar-Homberg (1939 umbenannt in Landkreis Fritzlar-Homberg) zusammengelegt und Homberg verlor den Sitz der Kreisverwaltung. Mit der hessischen Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 wurde Homberg Kreisstadt des neuen Schwalm-Eder-Kreises.

Der amtliche Name der Stadt war Homberg, Bezirk Kassel. Dieser wurde am 1. Januar 1974 in Homberg und schließlich am 1. Januar 1977 in den heutigen Namen Homberg (Efze) geändert. Zwei Jahre später war der Hessentag in Homberg zu Gast. Das größte Landesfest Deutschlands zog rund 810.000 Gäste an.www.hessentag2008.de. Der Hessentag bescherte der Stadt jedoch ein Defizit von ca. drei Millionen EUR.Homberg Efze aktuell. Jahrgang 18, 26. März 2009.

Bis 2006 bestand das Amtsgericht Homberg (Efze).

Garnisonszeit In der 1961 fertiggestellten Dörnberg-Kaserne rückten der Stab der Panzergrenadierbrigade 5, das Feldartilleriebataillon 55 und Panzereinheiten ein. In der Ostpreußen-Kaserne waren Einheiten von 1967 bis 2005 stationiert.

Geschichte der Burg

mini|Aussichtsturm auf der Hohenburg Homberg lag im Schnittpunkt zweier historischer Handelsstraßen, der Straße von Fritzlar über Homberg nach Hersfeld und der Langen Hessen. Aufgrund der Lage des Schlossberges, eines steil aus der Efzeaue aufragenden Basaltkegels, kam dem Standort eine wichtige strategische Bedeutung zu.

Die einstige Burg Homberg ist vermutlich vor 1190 durch Mitglieder der Familie derer von Homberg erbaut worden. Das Geschlecht der Hohenberg (oder Hohenberc), das erstmals mit Rentwich de Hohenberc 1162 urkundlich erwähnt wurde, starb 1427 mit Simon vom Hohen Berg aus. Um 1190 wurde die Burg als landgräflich bezeichnet. Sie war Amtssitz der landgräflichen Verwaltung. Zusammen mit der Stadt bildete die Burg eine Einheit.

1508 war der Bruder des hessischen Landgrafen, Erzbischof Hermann IV. von Köln, Eigentümer der Burg und ließ sie aufwendig umbauen. Eine Bronzetafel, die bei Grabungsarbeiten auf der Burg gefunden wurde, trägt die Inschrift: Herman von Gotzes gnaden Erzbyschoff zu Colne, des heiligen romschyn richs durch Ytalien, Ertzcantzler, Kurfürst, Herzog zu Westvaln und Engern, des Stifts zu Paderborn, Administrator A(nno) 1508. Die Bronzeplatte befindet sich im Heimatmuseum der Stadt Homberg. Sie zeichnet sich durch bemerkenswerte Ziselierarbeit aus und wird von dem erzbischöflichen und landgräflichen Wappen geschmückt. mini|Wappenstein Auf der Hohenburg Landgraf Moritz ließ von 1605 bis 1613 für 25.000 Gulden (6100 Reichstaler) den wieder freigelegten Burgbrunnen, welcher mit einer Tiefe von 150 Meter zu den tiefsten Brunnen Deutschlands gehört, errichten. Wenn man den Feingoldgehalt des Guldens in dieser Zeit zugrunde legt (0,245 Gramm), entspricht diese Summe einem Goldklumpen von über sechs Kilogramm. Die Landgrafen von Hessen-Kassel wahrten im Dreißigjährigen Krieg zunächst bis 1631 Neutralität. Ab 1634 wurde der Krieg nach Hessen hereingetragen. Am 16. Juli 1636 wurde die Stadt Homberg durch kaiserliche Truppen besetzt. Die Belagerung der Burg durch General Johann von Götzen mit einem kaiserlichen Heer von 13.000 Mann konnte jedoch erfolgreich abgewehrt werden. Eine erneute Belagerung am 3. August 1636 führte wegen mangelnder Wasserversorgung der Burginsassen zur Kapitulation von Burg und Stadt. Die Burg wurde bis auf wenige erhalten gebliebene Gebäude gebrandschatzt. Generalwachtmeister Rabenhaupt belagerte vom 28. bis 30. Januar 1648 die Burg und konnte sie für die Landgrafschaft Hessen-Kassel zurückerobern. Am 9. Februar 1648 kam es zur erneuten Kapitulation. Die stark zerstörte Burg verfiel im Laufe der Jahrhunderte. Teilweise wurde sie als Steinbruch für den Wiederaufbau der ebenfalls stark zerstörten Stadt Homberg genutzt, sodass noch heute viele Bauteile der ehemaligen Burg im Stadtbild wiederzufinden sind.

Stadtplanung

Wie die meisten deutschen Städte dürfte Homberg in der Regierungszeit der Staufer (1138–1254) planmäßig angelegt worden sein. Bauliche Besonderheiten in dem Stadtbild von Homberg weisen auf eine nicht auf den ersten Blick erkennbare Stadtplanung hin. Homberg ist an sich eine Doppelstadt, sie besteht aus der Altstadt, 1231 erstmals urkundlich erwähnt, und der Freiheit. Die Freiheit war eine selbstständige Stadt, sie wurde 1356 gegründet und 1536 mit der Altstadt vereinigt. Die Altstadt selbst bestand aus drei Geburden (Gebündnis). In der Aufsicht auf den Stadtplan erkennt man die drei Hauptzugänge der Stadt über die ehemaligen Toreingänge: Westheimer Tor, Obertor und Holzhäuser Tor.

Mittelpunkt und Zielpunkt aller Wegeverbindungen ist der Marktplatz, überragt von der Stadtkirche St. Marien, die ehemals von dem Friedhof der Stadt umgeben war. Einen regelmäßigen Grundriss weist die Stadt nicht auf. Doch eines ist der Stadt mit vielen mittelalterlichen Stadtgründungen gemein, das erst auf den zweiten Blick erkennbar wird: Die mittelalterlichen Stadtplaner verwandten bei der Anlage von Straßen das bewusste Krümmen und das Versetzen der Kreuzungen oder Einmündungen von Straßen und Gassen. Insbesondere wurde die Straßenkrümmung als ästhetisches Mittel bei der Anlage der heutigen Untergasse eingesetzt. Durch eine gekrümmte Straßenführung wurde der Straßenraum optisch begrenzt, es entstand ein geschlossener Straßenraum, am Endpunkt war ein in die Blickachse geschobenes Haus zu erkennen. In der Untergasse war es das ehemalige Brauhaus der Stadt, ein Eckhaus der Enten- und Untergasse. In der Untergasse ist die ehemalige Straßenführung im Rahmen der Stadtsanierung verschwunden, sie ist nur noch an der Häuserstellung oder in der Aufsicht auf die Stadt zu erkennen.

Der gleiche Effekt wurde erreicht, indem die Stadtplaner die Seitengassen gegeneinander versetzt oder ohne gradlinige Fortsetzung auf eine der Hauptstraßen münden ließen. Durch diese geschickten Planungen wurden Zugerscheinungen vermieden.