Darsberg ist ein Dorf mit über 500 Einwohnern und ein Stadtteil von Neckarsteinach im südhessischen Landkreis Bergstraße.

Geografische Lage mini|Ortsmitte mit altem Schulhaus und Sebastianskapelle Darsberg liegt im südlichsten Zipfel Hessens nahe dem Neckartal etwa zwei Kilometer nordöstlich der Kernstadt Neckarsteinach im südlichen Odenwald auf ca. 350 Metern Höhe. Die Kreisstraße K 36 von Neckarsteinach in den Ortsteil Grein führt durch Darsberg.

Geschichte Ortsgeschichte Erstmals wird Darsberg in einer Urkunde aus dem Jahr 1174 als Tagersperch erwähnt. Damals vergaben die Bischöfe von Worms den Ort als Lehen an die Landschad von Steinach und die Ritter von Hirschhorn. Als Gründungsjahr des Dorfes gilt indes 1329, da in diesem Jahr in einem Lehensbrief des Gerlach von Worms an Ritter Hans von Hirschhorn erstmals ausdrücklich das Dorff zum Darsperg erwähnt wird. Darsberg und Neckarsteinach hatten einst eine gemeinsame Gemarkung.Walther Möller und Karl Krauß: Neckarsteinach – seine Herren, die Stadt und die Burgen (Starkenburg in seiner Vergangenheit Band 4), Mainz 1928, S. 69.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstand die Sebastianskapelle. Zu jener Zeit war Darsberg für die Neckarsteinacher Burgherren von Bedeutung, weil ihr einziger Weg ins Hinterland durch den Ort führte. Im Dreißigjährigen Krieg, dem Pfälzischen Erbfolgekrieg, dem Spanischen Erbfolgekrieg und den Koalitionskriegen wurde Darsberg in Mitleidenschaft gezogen.

Nachdem das Adelsgeschlecht von Steinach 1653 ausgestorben war, wechselte Darsberg mehrmals den Besitzer: Zwischenzeitlich gehörte es zur Kurpfalz, zu Baden und zu Hessen, dann wieder zu den Hochstiften Worms und Speyer. Im Reichsdeputationshauptschluss des Jahres 1803 kam der Ort dann im Zuge der Mediatisierung endgültig zu Hessen.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Darsberg:

In Hessen wechselte mehrfach die Zugehörigkeit zu Kreisen und Bezirken, ehe Darsberg 1938 dem Landkreis Bergstraße angegliedert wurde. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Darsberg am 1. Oktober 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Neckarsteinach eingemeindet. Für Darsberg sowie für die übrigen nach Neckarsteinach eingegliederten Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Darsberg angehört(e):

vor 1803: Heiliges Römisches Reich, (Hochstift Worms, Amt Neckar-Steinach und Hochstift Speyer, Amt Grombach) je zur Hälfte ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Durch den Reichsdeputationshauptschluss. Fürstentum Starkenburg, Amt Neckar-Steinach ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Amt Neckar-Steinach ca. 1812: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Starkenburg, Amt HirschhornKonrad Dahl: Historisch-topographisch-statistische Beschreibung des Fürstenthums Lorsch, oder Kirchengeschichte des Oberrheingaues. 1812, S. 276. Digitalisat. ab 1815: Großherzogtum HessenDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung., Provinz Starkenburg, Amt Hirschhorn ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk HirschhornTrennung zwischen Justiz (Landgericht Hirschhorn) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Bensheim ab 1840: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Heppenheim ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Lindenfels ab 1865: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim ab 1871: Deutsches Reich,Infolge des Deutsch-Französischen Krieges. Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Starkenburg, Kreis Heppenheim ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BergstraßeIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Bergstraße ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Bergstraße ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Bergstraße ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Stadt NeckarsteinachAm 1. Oktober 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Neckarsteinach.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Darsberg 513 Einwohner. Darunter waren 24 (4,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 51 Einwohner unter 18 Jahren, 186 waren zwischen 18 und 49, 120 zwischen 50 und 64 und 111 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 226 Haushalten. Davon waren 81 Singlehaushalte, 66 Paare ohne Kinder und 66 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 150 Haushalten lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung • 1806: 174 Einwohner, 24 Häuser • 1829: 218 Einwohner, 26 Häuser • 1867: 238 Einwohner, 32 Häuser

Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 177 evangelisch protestantische (= 81,19 %), und 41 katholische (= 18,81 %) Einwohner • 1961: 277 evangelische (= 63,10 %), 124 katholische (= 28,25 %) Einwohner

Politik Für Darsberg besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Darsberg) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Seit der Kommunalwahl 2016 gehören alle Mitglieder der „Bürgerliste Darsberg“ (BLD) an. Ortsvorsteher ist Holger Ludwig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Die Sebastianskapelle von Darsberg ist ein spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert. Nahe der Sebastianskapelle ist ein altes Steinkreuz am Dorfplatz in eine Wand eingelassen. Am Alten Schulhaus befindet sich ein historischer Wappenstein.

Regelmäßige Veranstaltungen Das zur Fastnacht gepflegte traditionelle Odenwälder Brauchtum zieht jedes Jahr Besucher aus der weiteren Umgebung an. In Darsberg findet ein Umzug von Fastnachtshexen zu Guggenmusik statt, danach wird ein Feuerrad ins Tal gerollt. Zur Fastnacht kommen je nach Witterung rund 1000 Besucher nach Darsberg.

Weblinks

Stadtteile von Neckarsteinach. In: Webauftritt der Stadt Neckarsteinach.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bergstraße Kategorie:Geographie (Neckarsteinach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bergstraße) Kategorie:Ersterwähnung 1174 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971