mini|Talstation der Rauschbergbahn Die Rauschbergbahn war eine im Dezember 1953 in Ruhpolding in Betrieb genommene Luftseilbahn. Sie wurde von der dort ansässigen Rauschbergbahn Ruhpolding GmbH betrieben und verlief von der Talstation (), die auf einem kleinen vorgelagerten Hügel liegt, zu der auf 1645 Meter Höhe errichteten Bergstation auf dem Rauschberg. Die Gesamtlänge der Bahn betrug 1650 Meter. Die Bahn stellte am 7. November 2022 den Betrieb ein und soll komplett neu gebaut werden. Im November 2025 wurden die Seile der Bahn entfernt.

Geschichte und Beschreibung

mini|Eine der alten Gondeln der Rauschbergbahn Die Firma Julius Pohlig aus Köln erhielt von der Gemeindeverwaltung im Jahr 1952 den Auftrag, den Hausberg von Ruhpolding mit einer Seilbahn touristisch zu erschließen. Die fertig vormontierten Hängekabinen für jeweils rund 20 Personen wurden mit Lastkraftwagen zum Fuß des Rauschbergs transportiert. Dort entstand aus Mauerwerk eine Talstation für den Fahrkartenverkauf, für einen Kiosk mit Ansichtskarten und für eine kleine Gaststätte. Auf dem Weg bis zur Bergstation wurde auf zwei Drittel der Länge ein Stahlgittermast als Zwischenstütze montiert, an dem die Neigung des Seils 92 % (42,6 Grad) betrug. Zwischen dieser und der Talstation lag ein 1350 Meter großes Spannfeld.Informationen über die Bahn sind dem Schaukasten und der Schautafel mit vielen Fotos im Wartebereich entnommen: Wie es begann. Rauschbergbahn 1953.

Das voll verschlossene Tragseil der als Pendelbahn konstruierten Rauschbergbahn hatte einen Durchmesser von 42 mm und war bis zu einer Traglast von 187.900 kg bruchsicher. Das Zugseil in Seale-Machart war 20 mm dick und das Gegenseil, ebenfalls in offener Machart, 23 mm. Zusätzlich war ein Hilfsseil als Litze mit einem Durchmesser von 15 mm gespannt. Alle Seile der Bahn wurden von der Firma Felten & Guilleaume Carlswerk Eisen- und Stahl AG aus Köln hergestellt. Der Antrieb erfolgte in der Talstation mit zwei Gleichstrommotoren zu je 156 kW Leistung. Damit konnte das Seil mit Höchstgeschwindigkeit von 9 m/s befahren werden, wobei die Nenngeschwindigkeit 5,5 m/s betrug, was einer Fahrzeit von ca. 6 Minuten entsprach.

Im Wartebereich der Bergstation gibt es eine kleine Kunstausstellung von Angerer dem Jüngeren, der sich auf alte Geschichten des Bergmassivs bezieht, unter anderem einen künstlerisch gestalteten Fraßstock, der an einer Almhütte als Eingangsstütze stand. Auf den Felsen weithin sichtbar sind riesige Kunstwerke von ihm, beispielsweise ein tanzender Berggeist auch als Fraßbild (in Umrissen) und ein Porträt eines Komponisten aufgestellt.

mini|Eine der neuen Gondeln der Rauschbergbahn Die beiden Kabinen der Seilbahn wurden im Jahr 2000 modernisiert und 2009 generalüberholt, fassten jeweils 21 Personen (inkl. Kabinenpersonal) und verfügten nun über Panoramafenster.

Am 7. November 2022 stellte die Rauschbergbahn den Betrieb ein. Schon im Jahr 2017 gab der Betreiber bekannt, dass die alte Bahn zugunsten einer neueren, größeren Bahn stillgelegt und vollständig abgerissen werden soll. Geplant ist, dabei die Kapazität der Bahn von 120 auf 450 Personen pro Stunde zu erhöhen. Mit dem Neubau soll zusätzlich auf der Bergstation ein neues Restaurant mitsamt Panoramaterrasse gebaut werden. Die alte Gastronomie sollte abgerissen und das Gelände renaturiert werden. Die Eröffnung der neuen Bahn war für das Jahr 2025 geplant, das gesamte Projekt sollte voraussichtlich 25 Millionen Euro kosten, für die zunächst ein Investor gefunden wurde.

Jedoch sprang dieser wieder ab, die Suche nach einem neuen Investor scheiterte und die Rauschbergbahn GmbH meldete am 14. Dezember 2023 Insolvenz an. Als Grund wurden fehlende Investoren, sowie durch die Corona-Pandemie bedingte monatelange Stillstände genannt, die einen nicht mehr auszugleichenden finanziellen Schaden verursacht hatten. Ob die Ruhpoldinger Gemeinde sich an der Rettung der Bahn beteiligt und ob sich ein neuer Investor finden wird, wurde ursprünglich gegen Ende des 1. Quartals 2024 erwartet.

Im November 2025 wurden die Trag- und Zugseile der Rauschbergbahn abgebaut und verkauft. Tal- und Bergstation und die Stütze sind noch vorhanden, ebenso die geschlossene Gastronomie auf dem Gipfel. Der Verbleib der Gondeln ist unklar. Die Zukunft der Rauschbergbahn ist weiterhin ungewiss. Laut dem Bürgermeister Justus Pfeifer könnten „praktisch morgen“ die Bagger anrollen, vorausgesetzt es fände sich ein Investor.

Der Seilbahn wurde 1954 mit dem Lied Fahre mit der Rauschbergbahn, gesungen von den Geschwistern Fahrnberger, ein musikalisches Denkmal gesetzt.

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Einzelnachweise

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