Die Lüssel (mundartlich d Lüssle) ist ein rund 20 km langer rechter Nebenfluss der Birs in den Schweizer Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn. Sie entwässert einen rund 54 km² grossen Abschnitt des nördlichen Faltenjuras und gehört zum Einzugsbereich des Rheins. Die Lüssel ist durch ein pluviales Abflussregime geprägt.

Name Die Lüssel findet sich zuerst 1406 als an der Lüsselen, 1417 uff der Lüßel und 1418 super fluvio … Lüchsel bezeugt. Für den Namen gibt es zwei Deutungsmöglichkeiten: eine, die auf germanisch *Leuh-s-inō zurückgeht, und eine, die aus keltisch *Leukselā hervorgegangen ist. In beiden Fällen liegt die indogermanische Wurzel *leuk ‚leuchten, licht‘ vor, sodass der Name in jedem Fall ‚Weisswasser‘ oder ähnlich bedeutet.

Geographie Verlauf Das Quellgebiet der Lüssel befindet sich auf dem Gemeindeboden von Lauwil im Kanton Baselland auf rund 1000 m ü. M. im Gebiet des Passwangs. In ihrem Oberlauf fliesst die Lüssel nach Westen durch das Bogental, das im Süden vom Passwang, im Norden vom Geitenberg flankiert wird. Sie bildet bei der Hofsiedlung Bogental einen Weiher. Bald danach strömt sie durch eine schmale Schlucht (Chessiloch) und tritt dabei auf Solothurner Kantonsgebiet über. Nun fliesst die Lüssel durch das enge, tief in die Juraketten eingeschnittene Tal von Beinwil. Von beiden Seiten erhält sie dabei Wasser durch verschiedene kurze Nebenbäche, welche dem Gebiet eine stark gekammerte Struktur verleihen. Enge Durchbrüche durch das harte Kalkgestein wechseln sich in rascher Folge mit Talweiten, die durch die Ausräumung der weicheren Ton- und Mergelschichten entstanden sind.

Kurz vor Erschwil beschreibt die Lüssel einen scharfen Bogen und wendet sich nach Norden. Sie durchquert dabei den Talkessel von Erschwil, bevor erneut eine Talenge zwischen den Höhen von Chienberg und Lingenberg folgt, welche von der Ruine Neu-Thierstein beherrscht wird. Danach tritt die Lüssel in das Laufener Becken ein, das sie von Süden nach Norden in einer breiten Talmulde quert. Unterhalb von Breitenbach erreicht sie wieder das Gebiet des Kantons Baselland. Bei Zwingen am Südfuss der Blauenkette mündet sie auf 335 m ü. M. in die Birs.

Einzugsgebiet Das 12,4 km² grosse Einzugsgebiet des Erzbachs liegt am südöstlichen Rand des Juragebirges und wird durch ihn über die Birs und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Es grenzt im Osten an das Einzugsgebiet des Ibachs, der in die Birs mündet; im Südosten an das der Frenke, die über die Ergolz in den Rhein entwässert; im Süden an das des Ramiswiler Bachs, der über die Dünnern und die Aare in den Rhein entwässert; im Südwesten an das des Scheltenbachs, der in die Birs mündet und im Westen an das des Wahlenbachs, der ebenfalls in die Birs mündet.

Das Einzugsgebiet besteht zu 48,7 % aus bestockter Fläche, zu 43,3 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 7,7 % aus Siedlungsfläche und zu 0,4 % aus unproduktiven Flächen.

Die mittlere Höhe des Einzugsgebiets beträgt Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Erzbach..

Zuflüsse Von der Quelle des Vogelbergbachs zur Mündung. Auswahl. Geitenbach, von rechts Bogenthalbach, von rechts bei Lauwil-Bogenthal Chessilochbach, von links gegenüber Beinwil-Birchmatt Rossbodenbach, von rechts Langmättlibach, von rechts Chollochbach oder Sigbach oder Hinter Birtisbach, von rechts bei Beinwil-Glashütte Buechenbach, von links gegenüber Beinwil-Neuhüsli Trumbach, von rechts Grittbach, von links Rattisbach, von links bei Beinwil-Schachen Schwangbach, von links bei Beinwil-Schachen Pächgraben, von rechts Häxengraben, von rechts vor dem ehemaligen Kloster von Beinwil Schattengraben, von links Windengraben oder Wingengraben, von links vor Beinwil-Joggenhus Joggenhusgraben, von rechts Schlettgraben, von links bei Beinwil-Bachmättli Möschbach, von rechts bei Beinwil-Sonnenhalb Stelzenägertebach, von rechts Stelzenägertegraben, von rechts Hinterer Forstgraben, von links Vorderer Forstgraben, von links Hammerbergbächli, von links Hammerrainbächli, von links Schemelgraben, von links vor Erschwil Morbach, von rechts Schliffengraben, von links in Erschwil Holbachgraben, von links in Erschwil Hinterkenlengraben, von rechts Illbach, von links in Erschwil Chapfbächli, von rechts Chesselgraben, von rechts nach Erschwil an der Gemeindegrenze zu Büsserach Birgelbächli, von links Wölfisbächli, von links bei Büsserach-Ziegelhütte Graben Blumengarten, von rechts Unterer Nidergraben, von rechts kurz nach der Büsseracher Gemeindegrenze in Breitenbach Rütenenbach, von rechts in Breitenbach Fridolinsbächli, von links Ilsenbach, von rechts in Breitenbach

Hydrologie Bei der Mündung der Lüssel in die Birs beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 750 l/s. Ihr Abflussregimetyp ist pluvial jurassien Abrufbar unter , und ihre AbflussvariabilitätDie Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert. beträgt 24.

Natur und Umwelt Der Unterlauf der Lüssel wurde auf einigen Strecken korrigiert und teilweise begradigt. Entlang des Mittel- und Oberlaufs sind noch weite Teile in naturnahem oder natürlichem Zustand erhalten.

Verkehr Durch das Lüsseltal verläuft die Passwangstrasse, die eine wichtige Verbindung zwischen dem Laufental und dem Schweizer Mittelland herstellt.

Weblinks

Biologische Untersuchungen an Lützel und Lüssel (pdf) (5,83 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Fluss im Kanton Solothurn