Hans Klakow (* 3. Juli 1899 in Treptow; † 9. Oktober 1993 in Brieselang) war ein deutscher Bildhauer und Keramiker.

Leben und Werk Klakows Vater Gustav Klakow war BautechnikerAdressbuch Berlin 1900. Klakow absolvierte von 1913 bis 1916 eine Lehre als Steinbildhauer, wobei er besonders in der damals verbreiteten Arbeit mit Stuck ausgebildet wurde, und arbeitete dann in seinem Beruf, u. a. in Berlin in der Werkstatt des Bildhauers Franz Metzner. Daneben besuchte er Abendkurse an der Handwerkerschule. Er nahm ab 1917 am Ersten Weltkrieg teil und gehörte wohl noch bis 1919 dem Militär an. Von 1919 bis 1925 studierte er an der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg und an der Hochschule für bildende Künste, u. a. bei Walter Schmarje, Ludwig Gies und Edwin Scharff. Er war von 1922 bis 1925 Meisterschüler von Scharff und arbeitete in den Semesterferien bei August Gaul, dessen kleinformatige Skizzen er maßstabsgerecht vergrößern musste und von dem er wohl die wichtigsten Anregungen erhielt.

Ab 1925 arbeitete Klakow in Berlin. Nachdem er sich mit architekturbezogenen Werken bekannt gemacht hatte, wurde er auch in größere Aufträge eingebunden, so schuf er 1927 lebensgroße Figuren in Keramik für das Portal der Oberpostdirektion Berlin in Charlottenburg und 1928 Figuren für das Portal einer Brauerei in Spandau.

1931 zog er nach in Brieselang. Er baute sich dort nach eigenem Entwurf in der Straße Am Wald 69 ein Häuschen mit Atelier, das er bis ans Lebensende bewohnte. Er hatte die beschauliche Ruhe Brieselangs gesucht, um fernab vom hektischen Großstadtgetriebe seine Plastiken entstehen zu lassen. Er erhielt Aufträge für Werke an Neubauten und gestaltete einige kleine Brunnen. Dennoch war er zu jeder Zeit informiert und interessiert an Zeitströmungen, ohne – wie andere seiner Künstlerkollegen – in deren zum Teil unheilvollen Strudel zu geraten.

Von 1939 bis 1945 nahm Klakow als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil.

Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitete er wieder als Bildhauer in Brieselang. Er befasste sich nun stärker mit freistehenden Plastiken, schuf aber vor allem Kleinplastiken wie 1949 Mädchen mit Apfel (Bronze, Höhe 39 cm). Von 1949 bis 1954 war Klakow Lehrer in der Aktklasse der Meisterschule für das Kunsthandwerk in Charlottenburg. In diesen und den folgenden Jahren erhielt er eine Anzahl von Aufträgen für architekturbezogene Werke. Er wurde Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und war von 1960 bis 1969 Vorsitzender der Sektion Bildhauer des Bezirksverbands Potsdam.

Klakows „unpolitische“ Themen waren vor allem die einfachen Menschen, besonders eine liebevolle Sicht auf Kinder, die ihn für sein Schaffen inspiriert haben. Anregung für seine spielenden, musizierenden, zusammen hockenden Kinder waren oft die eigenen drei und später die Enkel. Das Motiv spielender Kinder setzte er in verschiedenen ähnlichen Varianten mit dem Titel Spielende Kinder, Schulkinder oder lernende Kinder mehrfach um, und es wurden davon in Lauchhammer zum Teil mehrere Abgüsse gefertigt. Diese Werke befinden oder befanden sich in Stadträumen und Schulen in Berlin, Erfurt, Dresden, Potsdam, an der damaligen Tagesoberschule StahnsdorfAbbildung in Bildende Kunst, Berlin, 8/1962, S. 415 und selbstverständlich auch in Brieselang. Klakows Tiergruppen befinden sich u. a. auf der Potsdamer Freundschaftsinsel.

Anlässlich Klakows 100. Geburtstag wurde 1999 in seinem Wohnhaus, dem heutigen Hans-Klakow-Museum, eine Dauerausstellung eingerichtet.

Klakow war der Vater des Bildhauers Dietrich Klakow (1936–2020).

Ehrungen 1962: Medaille für ausgezeichnete Leistungen 1964: Theodor-Fontane-Preis des Bezirks Potsdam (für die Dreiergruppe Schulkinder) 1983: Hans-Grundig-Medaille Benennung der Gesamtschule Brieselang und einer Straße in Brieselang nach Klakow

Werkbeispiele

alternativtext=Ehrengrab Hans Klakow|mini|Ehrengrab Hans Klakow auf dem Friedhof in Brieselang, Foto September 2025

Flötenbläser mit Kind (1947; Bronze, Höhe 30 cm) Mädchen mit Apfel (1949; Bronze, Höhe 34 cm; Neue Nationalgalerie) Mädchen mit Hund (1957; Bronze, Höhe 28 cm) Das Gespräch (vor 1958; Zweifigurengruppe; Terrakotta, Höhe 30 cm; auf der Vierten Deutschen Kunstausstellung) VVN-Denkmal (1959; Brandenburg an der Havel, Gertrud-Piter-Platz) Teenager (1961; Bronze, Höhe 27 cm) Mutter mit Kind (1961; Bronze, Höhe 14 cm) Zwei Pelikane (1963; Bronze; Brandenburg an der Havel) Zwei Pinguine (1962, Bronze; auf der Fünften Deutschen Kunstausstellung)Deutsche Fotothek Freundschaftsbaum (1965; Kunststein; Brandenburg an der Havel, Konrad-Sprengel-Straße) Kinder mit Kasperle (1966; Zweifigurengruppe, Bronze; auf der VI. Deutschen Kunstausstellung) Das Gespräch (vor 1967; Zweifigurengruppe Bronze, Höhe 36 cm)Das Gespräch : Das Gespräch (H. Klakow); Bronze; Höhe 36 cm; Ausstellung zum VII. Parteitag der SED, … - arthistoricum.net - Katalog Drei sitzende Kinder (1967, Bronze, Höhe 90 cm; an der damaligen Kinder- und Jugendsportstätte Berlin)

Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen 1961: Berlin, Märkisches Museum (mit Ilse Fischer) 1969: Berlin, Märkisches Museum, und Potsdam, Kulturhaus Hans Marchwitza („Plastiken und Zeichnungen aus fünf Jahrzehnten“)

Ausstellungsbeteiligungen alternativtext=Hans Klakow: Zeichnende Kinder, 1963|mini|Zeichnende Kinder von Hans Klakow, 1963, auf der Freundschaftsinsel in Potsdam. Foto September 2025; Guss durch Bildgießerei Seiler & Siebert, Schöneiche

1949 bis 1984: Potsdam, fünf Bezirkskunstausstellungen 1958 bis 1973: Dresden, Vierte Deutsche Kunstausstellung bis VII. Kunstausstellung der DDR 1958: Berlin, Jahresausstellung der Deutschen Akademie der Künste 1967: Berlin, Kunstausstellung zum VII. Parteitag der SED 1973: Berlin, Treptower Park („Plastik und Blumen“) 1975: Wanderausstellung „Kleinplastik und Grafik“ 1976: Karl-Marx-Stadt, Städtische Museen („Jugend und Jugendobjekte im Sozialismus“) 1981: Potsdam (Kunstausstellung zum X. Parteitag der SED) 1983: Berlin und weitere Städte („Karl Marx. Künstlerbekenntnisse“)

Literatur Maria Hepner: Hans Klakow – Ein Bildhauer der Mark. In: Bildende Kunst, Berlin, 11/1957, S. 741–745 Jutta Schmidt: Gereift in einem langen Künstlerleben. Zum bildhauerischen Schaffen von Hans Klakow. In: Bildende Kunst, Berlin, 6/1970, S. 311–314 Klakow, Hans. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 441/442

Weblinks

Homepage der OS Brieselang mit biografischen Angaben und Abbildungen von Hans Klakows Werken Deutsche Digitale Bibliothek: Auftrag Figuren Hans Klakow

Einzelnachweise

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