Günterfürst ist ein Stadtteil von Erbach im südhessischen Odenwaldkreis.
Geografie Das offene Dorf Günterfürst mit unregelmäßigem Grundriss liegt bei doppelseitiger Gehängelage im Buntsandstein-Odenwald, ca. 2,5 km südöstlich von Erbach. Es ist umgeben von einer hochgelegenen Rodungsinsel zwischen Mümling und Mossaubach auf . Das Gebiet des Stadtteils besteht aus der Gemarkung Günterfürst mit einer Fläche von 408 Hektar, davon sind 170 Hektar Wald. Die Ortslage befindet sich auf 310 bis und der höchste Punkt der Gemarkung ist der 441 m hohe Geisberg.
An den Stadtteil Günterfürst grenzen, von Norden beginnend, im Uhrzeigersinn, die Erbacher Stadtteile Elsbach, Lauerbach, Schönnen, Haisterbach, die Mossautaler Ortsteile Hüttenthal und Unter-Mossau. Der Ort ist über die Kreisstraße 46 erreichbar. Diese zweigt von der Bundesstraße 45 zwischen Schönnen und Lauerbach in westlicher Richtung ab.
Geschichte Ortsgeschichte Das Bestehen des Ortes ist unter dem Namen Gundersfirst seit 1347 urkundlich bezeugt. Der Name ist zurückzuführen auf einen Eigennamen und das Wort „First“, was Bergrücken bedeutet.
Günterfürst gehörte zum Amt Erbach der Grafschaft Erbach, die mit der Mediatisierung 1806 Teil des Großherzogtums Hessen wurde. Ab 1822 gehörte Günterfürst zum Landratsbezirk Erbach, ab 1852 zum Kreis Erbach (ab 1939: „Landkreis Erbach“), der – mit leichten Grenzberichtigungen – seit 1972 Odenwaldkreis heißt. Nach Auflösung des Amtes Erbach 1822 nahm die erstinstanzliche Rechtsprechung für Günterfürst das Landgericht Michelstadt wahr, ab 1879 das Amtsgericht Michelstadt.
Günterfürst wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Erbach eingemeindet. Für Günterfürst wurde ein Ortsbezirk errichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Günterfürst angehört(e):
vor 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach, Amt Erbach (Zent Erbach) ab 1718: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach-Erbach, Anteil an der Grafschaft Erbach, Amt Erbach ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Amt Erbach (Standesherrschaft Erbach) ab 1815: Großherzogtum HessenDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung. (Souveränitätslande), Provinz Starkenburg, Amt Erbach ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk ErbachTrennung zwischen Justiz (Landgericht Michelstadt) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1871: Deutsches Reich,Infolge Bismarcks Politik. Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis ErbachIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Odenwaldkreis, Kreisstadt Erbach
Bevölkerung Einwohnerentwicklung 1961: 331 evangelische (= 88,50 %), 43 katholische (= 11,50 %) Einwohner
Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Günterfürst 750 Einwohner. Darunter waren 27 (3,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 99 Einwohner unter 18 Jahren, 273 zwischen 18 und 49, 177 zwischen 50 und 64 und 201 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 240 Haushalten. Davon waren 54 Singlehaushalte, 66 Paare ohne Kinder und 96 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 48 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 165 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Politik Ortsbeirat Für Günterfürst besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Günterfürst) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Günterfürst 43,24 %. Alle Kandidaten gehörten der Bürgerliste Günterfürst an. Der Ortsbeirat wählte Christopher Walther zum Ortsvorsteher.
Bräuche Jedes Jahr in der Weihnachtszeit vom 1. bis 24. Dezember gibt es das traditionelle Adventsfenster. An den 24 Adventstagen schmückt immer eine Familie ein Fenster des Hauses weihnachtlich aus. Die Bürger treffen sich dann in den Abendstunden mit Kind und Kegel. Es gibt Glühwein und Gebäck und es werden Weihnachtslieder gesungen und Gedichte vorgetragen.
Verkehr Günterfürst wird für den überörtlichen Verkehr durch die Kreisstraße K 46 erschlossen, die von der Bundesstraße 45 im Mümlingtal zu diesem Ort hinaufführt und nach der Ortsdurchfahrt in dem südlich benachbarten Haisterbach endet. Die Buslinie 34 der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) stellt den öffentlichen Personennahverkehr sicher.
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Odenwaldkreis Kategorie:Geographie (Erbach, Odenwald) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Odenwaldkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1347 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971