Die Argentinische Wasserpest (Elodea callitrichoides), auch Wasserstern-Wasserpest genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wasserpest (Elodea) in der Familie der Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae). Sie gedeiht submers in Gewässern.

Beschreibung Vegetative Merkmale Die Argentinische Wasserpest ist eine wintergrüne, ausdauernde Wasserpflanze, die Wuchslängen von 10 bis 200 Zentimetern erreicht. Die dunkelgrünen Blätter sind meist schlaff und flach – nicht, wie bei anderen Wasserpestarten, steif, gedreht oder zurückgebogen. Sie sind lineal und lang zugespitzt, 7,5- bis 15-mal so lang wie breit und wachsen quirlig meist zu dritt (2–4) an flutenden Stängeln. Die Stängelknoten sind grünlich.

Generative Merkmale Die Argentinische Wasserpest ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die Kronblätter der aus dem Wasser ragenden Blüten sind weiß gefärbt und geringfügig länger als die Kelchblätter. Männliche Blüten haben einen Durchmesser von 5,5 bis 9,5 Millimetern und sind zur Blütezeit nicht vom Stiel abgelöst.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48.

Vorkommen Die Argentinische Wasserpest gedeiht in stehenden und fließenden Gewässern vom Süden Uruguays bis Argentinien. In Frankreich und Deutschland wurde sie 1964 eingebürgert und gilt in Europa, wie die anderen Elodea-Arten auch, als Neophyt. In Europa finden sich nur männliche Pflanzen, so dass die Vermehrung rein vegetativ erfolgt. (Nach anderen Angaben kommen in Deutschland nur Pflanzen mit weiblichen Blüten vor.) In Mitteleuropa kommt die Argentinische Wasserpest vor im Elsaß bei Strasbourg und in Deutschland bei Darmstadt, Rastatt, Köln, in Schleswig-Holstein und in Sachsen-Anhalt. Die Argentinische Wasserpest gedeiht in Gesellschaften des Verbands Ranunculion fluitantis.

Taxonomie Die Argentinische Wasserpest wurde 1811 von Louis Claude Marie Richard in Mémoires de la Classe des Sciences Mathématiques et Physiques de l'Institut National de France Band 9 Teil 2 Seite 7 ("1808" publ. 1811) als Anacharis callitrichoides erstbeschrieben. Das Epitheton "callitrichoides" bedeutet "wassersternähnlich" und bezieht sich auf die Ähnlichkeit mit der Gattung Wasserstern (Callitriche). Die Art wurde 1857 von Robert Caspary in Monatsberichte der Königlichen Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin Seite 47 als Elodea callitrichoides in die Gattung Elodea gestellt. Ein Synonym ist Elodea ernstiae .

Nutzung Die Argentinische Wasserpest wird in wintermilden Gebieten als Zierpflanze für Gartenteiche sowie für Aquarien genutzt.

Literatur Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4. Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8

Einzelnachweise Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Seite 113. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5

Gerald Parolly: Hydrocharitaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 162.

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Kategorie:Froschbissgewächse