Der 13. Januar (auch 13. Jänner) ist der 13. Tag des gregorianischen Kalenders, somit bleiben 352 Tage (in Schaltjahren 353 Tage) bis zum Jahresende.
Ereignisse
Politik und Weltgeschehen
27 v. Chr.: In Rom beginnt ein mehrtägiger Staatsakt, mit dem der Bürgerkrieg offiziell für beendet erklärt wird. Dabei wird formal die Republik wiederhergestellt, de facto jedoch eine auf Octavian zugeschnittene Ordnung geschaffen, die später als Prinzipat bekannt wird.
mini|100px|532: Palastviertel mit Hippodrom in Konstantinopel, Schauplatz des Nika-Aufstands
532: In Konstantinopel bricht auf Grund der rigiden Steuerpolitik Justinians I. und seiner strengen Vorgangsweise gegen die Zirkusparteien der Nika-Aufstand aus. 1257: In der Doppelwahl von 1256/57 wird Richard von Cornwall in Frankfurt am Main von einem Teil der Kurfürsten zum römisch-deutschen König gekürt. 1408: Der Bund ob dem See unter der Führung von Appenzell erleidet in der Schlacht bei Bregenz eine Niederlage gegen das Ritterheer Sankt Jörgenschild. Die Appenzellerkriege reduzieren sich in der Folge wieder auf den Konflikt zwischen Appenzell und der Fürstabtei St. Gallen. 1634: In der als Pilsener Revers bekannt werdenden Ergebenheitsadresse, die maßgeblich von den Generälen Christian von Ilow und Adam Erdmann Trčka von Lípa gefördert ist, versichert sein Offizierskorps Wallenstein die Treue. Kaiser Ferdinand II. bewertet das Bekenntnis als Hochverrat seines Generalissimus und gibt in der Folge den Auftrag zu seiner Festnahme. 1750: Im Vertrag von Madrid verständigen sich Spanien und Portugal auf eine Neudefinition der Grenzen ihrer Besitzungen in Südamerika. Er ersetzt mehrere ältere Vertragsdokumente. 1838: Die Truppen des konservativen Militärs José Rafael Carrera Turcios erobern das von Liberalen regierte Guatemala-Stadt. Die Soldaten beginnen mit Plünderungen, Morden und Vergewaltigungen. Die Ausschreitungen führen wenige Wochen später zur Abspaltung mehrerer Provinzen von Guatemala, die sich zum kurzlebigen Staat Los Altos zusammenschließen.
mini|links|140px|1842: William Brydon erreicht als einziger Überlebender Dschalalabad
1842: Während des Ersten Anglo-Afghanischen Kriegs kommt es zur Schlacht von Gandamak. Nur sechs Männer der britischen Armee von William George Keith Elphinstone überleben die Niederlage gegen die Afghanen, von denen einzig William Brydon einige Tage später das ursprüngliche Ziel Dschalalabad erreicht. 1895: In der Schlacht von Coatit scheitert ein Präventivangriff des äthiopischen Statthalters von Tigray Mengesha Yohannes auf Italienisch-Eritrea
mini|100px|1898: Titelseite der L’Aurore
1898: Der französische Autor Émile Zola veröffentlicht seinen offenen Brief J’accuse…! (Ich klage an…!) zur Dreyfus-Affäre an den französischen Staatspräsidenten Félix Faure. Der Artikel führt zur Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Alfred Dreyfus und letztendlich zu seiner Rehabilitation, allerdings auch zu zahlreichen Schikanen gegen Zola selbst, unter anderem einer Anklage wegen „Diffamierung“. 1920: Gegen die geplante Verabschiedung des Betriebsrätegesetzes rufen USPD und KPD zur Demonstration vor dem Berliner Reichstagsgebäude auf. Sicherheitskräfte eröffnen das Feuer auf die Menschenmenge. 42 Kundgebungsteilnehmer sterben, 105 werden verletzt. 1935: In der Volksabstimmung im Saargebiet entscheiden sich 90,7 Prozent der Teilnehmenden für die Wiedereingliederung des Saargebiets in das Deutsche Reich. Vor der Abstimmung wird vermutlich erstmals auch der Spruch Heim ins Reich verwendet. 1943: Mit der Einnahme der Oase Adiri beginnt der Vormarsch der Forces françaises libres auf Tripolis.
mini|links|140px|Ostfront zu Beginn 1945
1945: Mit dem Angriff auf Königsberg durch die 3. Weißrussische Front der Roten Armee beginnt die bis zum 25. April dauernde Schlacht um Ostpreußen im Zweiten Weltkrieg. 1945: Ein schwerer Luftangriff der britischen Royal Air Force mit 274 Flugzeugen richtet sich gegen Saarbrücken. 1953: Sogenannte Ärzteverschwörung: In einem Artikel der Prawda werden einige der angesehensten und bekanntesten Ärzte der Sowjetunion (viele davon Juden) beschuldigt, an einer Verschwörung zur Ermordung der obersten sowjetischen Politik- und Militärführung beteiligt zu sein. 1963: Der erste Staatspräsident von Togo, Sylvanus Olympio, wird von Putschisten unter der Führung von Gnassingbé Eyadéma und Emmanuel Bodjollé ermordet. Nicolas Grunitzky wird als neuer Staatschef von Togo eingesetzt. 1967: In Togo putscht Gnassingbé Eyadéma erneut. Staatspräsident Nicolas Grunitzky muss ins Ausland fliehen. Gnassingbé Eyadéma übernimmt seine Aufgaben. 1972: Nach einer drastischen Abwertung der ghanaischen Währung Cedi führt Oberst Ignatius Kutu Acheampong einen unblutigen Putsch gegen Präsident Edward Akufo-Addo und Premierminister Kofi Abrefa Busia durch und übernimmt die Staatsführung in Ghana. 1980: Auf ihrer Bundesversammlung in Karlsruhe wird von linken und ökologischen Gruppen die deutsche Bundespartei Die Grünen gegründet. 1986: Im Südjemen bricht ein Bürgerkrieg aus, als Präsident Ali Nasir Muhammad dem Politbüro des Landes fernbleibt und seine Leibwächter den Vizepräsidenten Ali Ahmed Antar und vier weitere Politbüromitglieder töten. 1990: Douglas Wilder wird Gouverneur von Virginia und damit der erste gewählte afroamerikanische Gouverneur in einem US-Bundesstaat.
mini|140px|1991: Sowjetische Panzer in Vilnius
1991: In der Nacht vom 12. zum 13. Januar 1991 besetzen sowjetische OMON-Truppen den Fernsehturm in Vilnius, Litauen, das Gebäude des Komitees für Radio und Fernsehen. Bei dem letztlich erfolglosen Putschversuch werden insgesamt 14 Menschen getötet und über 1000 verletzt, die Ereignisse gehen als Januarereignisse in Litauen 1991 in die Geschichte ein. 1991: Lothar Späth (CDU), seit 1978 Ministerpräsident Baden-Württembergs, gibt im Zuge der Traumschiff-Affäre seinen Rücktritt bekannt. 1993: Der ehemalige Staats- und Parteichef in der Deutschen Demokratischen Republik Erich Honecker und seine Frau Margot gehen ins Exil nach Chile. 1993: In Paris beginnt die Unterzeichnung der Chemiewaffenkonvention. 2018: Die 1967 gegründete offizielle Jugendorganisation der rechtsextremen NPD, Junge Nationaldemokraten, benennt sich in Junge Nationalisten um.
Wirtschaft
1598: Der Londoner Stalhof der Hanse wird auf Weisung der Königin Elisabeth I. geschlossen und alle Ware beschlagnahmt. Sie reagiert damit auf die Schließung der Stader Niederlassung der Merchant Adventurers durch Kaiser Rudolf II. 1942: Der Automobilbauer Henry Ford erhält ein US-Patent auf eine Autochassis-Konstruktion, die er im Fahrgestell des Soybean Cars schon verwirklicht hat. 1957: Die Firma Wham-O produziert die von Walter Frederic Morrison entwickelten Pluto-Platten, die später unter dem Namen Frisbee-Scheiben bekannt werden. 1977: Ein Großunfall im Reaktorblock A des Kernkraftwerks Gundremmingen führt zum Totalschaden des Kernreaktors. Es ist in Deutschland der erste und bisher einzige Großunfall eines Kernkraftwerks mit Totalschaden. Im Jahr 1983 beginnt der Rückbau des Reaktorblocks.
Wissenschaft und Technik
1902: Im Roten Rathaus in Berlin entsteht die erste Volkshochschule im Deutschen Reich.
mini|140px|1908: Henri Farman nach dem Flug
1908: Dem Franzosen Henri Farman gelingt mit seinem Doppeldecker der erste Motorflug über eine Distanz von mehr als einem Kilometer. Er erhält dafür den Grand Prix d’Aviation. 1908: In einem wissenschaftlichen Fachvortrag in Stuttgart unter dem Titel Über den Nachweis der Vererbung beim Menschen formuliert der Arzt und Vererbungsforscher Wilhelm Weinberg das später nach ihm und dem Mathematiker Godfrey Hardy benannte Hardy-Weinberg-Gleichgewicht der Populationsgenetik. 1910: Aus der Metropolitan Opera in New York City werden erstmals in der Geschichte des Hörfunks zwei Opern live übertragen. Zu den Mitwirkenden zählt auch Enrico Caruso. 1930: Bei der British Australian and New Zealand Antarctic Research Expedition unter Sir Douglas Mawson wird eine Gruppe von zehn kleinen Inseln entdeckt, die den Namen Aagaard Islands erhält. 1943: Der deutsche Versuchspilot Rudolf Schenk katapultiert sich als erster Mensch mit einem Schleudersitz aus einer Heinkel He 280.
mini|links|100px|1986: Der Uranus-Mond Belinda
1986: Auf Voyager 2-Aufnahmen werden mit Desdemona, Rosalind und Belinda drei weitere Monde des Uranus entdeckt.
Kultur
1668: Die Uraufführung der Komödie Amphitryon von Molière findet mit großem Erfolg im Palais Royal in Paris statt. Das Stück ist zum großen Teil eine Bearbeitung des Amphitruo von Plautus. 1775: Das Dramma giocoso La finta giardiniera (Die Gärtnerin aus Liebe) von Wolfgang Amadeus Mozart hat seine Uraufführung in München.
mini|140px|1782: Soufflierbuch der Uraufführung der Räuber
1782: Am Nationaltheater Mannheim erfolgt die Uraufführung von Friedrich Schillers Sturm-und-Drang-Drama Die Räuber unter der Regie von Wolfgang Heribert von Dalberg. Da der Hauptdarsteller August Wilhelm Iffland in zeitgenössischer Kleidung auftritt, kommt es zu einem Skandal wegen der unverblümten Kritik an der Feudalherrschaft. 1834: Die Erstfassung der Oper Das Nachtlager in Granada von Conradin Kreutzer mit gesprochenen Dialogen wird am Theater in der Josefstadt in Wien uraufgeführt. Das Libretto stammt von Karl Johann Braun von Braunthal nach dem Schauspiel Das Nachtlager von Granada von Johann Friedrich Kind.
mini|100px|1911: Die Ratten, Verlagseinband des Erstdrucks
1911: Am Berliner Lessingtheater wird die Tragikomödie Die Ratten von Gerhart Hauptmann uraufgeführt. 1945: In Moskau erfolgt die Uraufführung der patriotisch-heroischen 5. Sinfonie von Sergei Sergejewitsch Prokofjew. 1952: In Nürnberg wird die komische Oper Die schlaue Susanne von Franz Xaver Lehner uraufgeführt. 1968: Johnny Cash nimmt im Folsom State Prison in Kalifornien gemeinsam mit June Carter und den Tennessee Three sein erstes Live-Album in einem Gefängnis auf. At Folsom Prison wird eines der erfolgreichsten Alben aller Zeiten.
Gesellschaft
1911: Ein arbeitslos gewordener Marinekoch sticht im Amsterdamer Rijksmuseum auf Rembrandts Gemälde Die Nachtwache mit einem Messer ein. 2004: Helmut Kohl erhält den Internationalen Adalbertpreis.
Religion
1129: Beim Konzil von Troyes wird die Unabhängigkeit des Templerordens anerkannt.
mini|100px|1544: Gustav I. Wasa
1544: Auf dem zweiten Reichstag von Västerås wird bekanntgegeben, dass Schwedens König Gustav I. Wasa und die Stände dem evangelischen Glauben anhängen. 1568: Der siebenbürgische Landtag unter König Johann Sigismund erlässt das Edikt von Torda, das Katholiken, Lutheraner, Reformierte und Unitarier gleichstellt. 1841: Die Aufhebung aller Klöster im Schweizer Kanton Aargau führt zum Aargauer Klosterstreit. 1902: Mit seiner in einem Vortrag vor der Deutschen Orient-Gesellschaft geäußerten These, die jüdische Religion und das Alte Testament fußten auf babylonischen Wurzeln, löst der Assyriologe Friedrich Delitzsch den Babel-Bibel-Streit aus. 1964: Karol Józef Wojtyła wird zum Erzbischof von Krakau geweiht. 1992: Der 9. Jebtsundamba Khutukhtu, dessen Identität der Dalai Lama über 50 Jahre geheim hielt, wird in Dharamsala symbolisch inthronisiert.
Katastrophen
mini|140px|1840: Der Brand der Lexington
1840: Wegen schwerwiegender Konstruktionsfehler bricht auf dem Schaufelraddampfer Lexington, der sich auf dem Weg von Manhattan nach Stonington in Connecticut befindet, ein Feuer aus, woraufhin dieser steuerlos auf dem East River treibt. Von den 143 Personen an Bord überleben nur vier. 1915: Ein Erdbeben der Stärke 7,5 in Avezzano, Italien fordert über 30.000 Todesopfer. 1917: Bei einem der schwersten Eisenbahnunfälle weltweit entgleist ein mit verwundeten russischen Soldaten und Flüchtlingen überfüllter Zug im Bahnhof der rumänischen Ortschaft Ciurea. Der Unfall fordert zwischen 600 und 1000 Todesopfer.