Esmas Geheimnis – Grbavica ist ein Film von Jasmila Žbanić. Er ist eine Koproduktion der Länder Österreich (coop99), Bosnien und Herzegowina (Deblokada), Deutschland (noirfilm), Kroatien (Jadran Film) mit Unterstützung von Arte und ZDF. Der Kinostart in Österreich war am 3. März 2006, in Deutschland am 6. Juli 2006.

Handlung Esma lebt mit ihrer 12-jährigen Tochter Sara im Stadtteil Grbavica in Sarajevo. Saras Vater ist im Bosnienkrieg gefallen. Esma arbeitet deshalb als Kellnerin in einem Nachtclub, weil die Unterstützung durch den Staat nicht ausreicht. Um für Saras bevorstehende Klassenfahrt nicht den vollen Preis bezahlen zu müssen, muss nachgewiesen werden, dass ihr Vater ein Kriegsheld war. Doch Esma kann den Nachweis nicht auftreiben und scheint etwas vor ihrer Tochter zu verbergen.

Gemeinsam mit Mitschüler Samir, der ebenfalls seinen Vater im Krieg verloren hat, beginnt Sara nachzuforschen und ihrer Mutter die Geheimnisse aus der Zeit des Krieges zu entlocken. Schließlich erfährt sie die schockierende Wahrheit: Esma gehörte zu den zahllosen Opfern systematischer Vergewaltigung während des Kriegs, und Sara ist die Frucht eines solchen Gewaltaktes.

Esma, die gerade vorsichtig die Avancen des Rausschmeißers Pelda zu erwidern beginnt, hat dieses Geheimnis all die Jahre vor ihrer Tochter verborgen, hin- und hergerissen zwischen der schrecklichen Erinnerung an die Vergewaltigungen und der Liebe zu ihrem Kind. Beide müssen nun lernen, mit der Wahrheit zu leben.

Hintergrund Esmas Geheimnis – Grbavica behandelt den systematischen sexuellen Missbrauch von Zivilistinnen durch im Film als Tschetniks bezeichnete Soldaten und Offiziere während des Bosnienkrieges.

Regisseurin Jasmila Žbanić nahm am 18. Februar 2006 auf der Berlinale den Goldenen Bären für den besten Film in Empfang. In ihrer Dankesrede erinnerte sie daran, dass einige der Verantwortlichen – vor allem Radovan Karadžić und Ratko Mladić – damals noch immer auf freiem Fuß waren und irgendwo in Europa lebten, obwohl sie international gesucht wurden.

Interessantes Der Film hat keine klassische Filmmusik. Der Soundtrack besteht aus (intradiegetisch) gesungenen Liedern, Schlagern und Popmusik aus dem Radio oder Fernsehen. In dem Nachtclub spielt eine Band Balkandisco. Der Score gibt so der Geschichte einen dokumentarischen Charakter, der die Atmosphäre des Films stark prägt.

Kritiken

Auszeichnungen Goldener Bär der Berlinale 2006 Nominierung Großer Preis der Jury beim Sundance Film Festival Europäischer Filmpreis: Nominierungen als Bester Film und Beste Darstellerin Kandidat für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film Film des Monats Juli 2006; Jury der Evangelischen Filmarbeit

Weblinks

Offizielle Website Österreich Offizielle Website Deutschland Zusammenfassung, Kritik und Interview mit der Regisseurin auf der Website von arte Filmheft der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung (PDF)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2006 Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Bosnisch-herzegowinischer Film Kategorie:Kroatischer Film Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Kriegsfilm Kategorie:Bosnisch-herzegowinisch-österreichischer Kulturaustausch Kategorie:Jugoslawienkriege im Film Kategorie:Bosnienkrieg in Kunst und Literatur