Miss Austria ist ein jährlicher nationaler Schönheitswettbewerb für unverheiratete Frauen in Österreich. Er fand erstmals einige Male um das Jahr 1930 statt und wurde ab Ende der 1940er-Jahre zu einer regelmäßigen Veranstaltung.
Hintergrund 1928 wurde im Wiener Neuigkeits-Welt-Blatt berichtet, dass ein Agent aus den USA von der „International Beauty Tour“ in europäischen Hauptstädten wie Paris, Berlin und Wien nationale Misswahlen organisierte, deren Gewinnerinnen an einer internationalen Misswahl in den USA teilnehmen sollten. Ein früher Veranstalter war 1929–1931 das Neue Wiener Tagblatt.https://ulb-digital.uibk.ac.at/obvuibz/periodical/pageview/3932177Elisabeth Patsios: Die Schönste der Schönen. Geschichte der Miss Austria 1929–2009, Verlag Molden, Wien 2009, ISBN 978-3-85485-223-0. Bereits nach wenigen Jahren fand der Wettbewerb letztmals vor dem Zweiten Weltkrieg statt, wenngleich in den 1930er Jahren noch regionale Schönheitskonkurrenzen um Titel wie Miss Tirol, Fräulein Wien und Donaukönigin stattfanden. In Zeiten der Großen Depression in den USA erschienen Misswahlen nicht mehr angemessen. Kommentatoren in der heimischen Presse zeigten sich erleichtert, dass der „Unfug“ aus Amerika ein Ende hatte.https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tpt&datum=19320413&seite=3&zoom=33&query=%22miss%2Baustria%2B1932%22
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es zunächst unterschiedliche Veranstalter. Ab 1958 führte der Linzer BühnenschauspielerMiß-Macher Erich Reindl: Das Geschäft mit der Schönheit. In: Profil, Nr. 3/1974, 31. Jänner 1974, S. 44–47. Erich Reindl (31. August 1931Heute: Alles Gute zum Geburtstag: Erich Félix Mautner, Artist Agency, Event Management, Model Agency, Public Relations, abgerufen am 6. Oktober 2009–17. Oktober 2016) den Wettbewerb durch und gewann im Folgejahr den Kosmetikkonzern Max Factor als Sponsor. Unter Reindl wurde die Misswahl im Hotel zur Tenne in Kitzbühel zum jährlichen Fixpunkt. Er moderierte das Finale und regionale Vorentscheide wie Miss Vienna und Miss Styria jahrzehntelang. Seine Miss Austria Corporation verkaufte Reindl 1994. Ab 1999 war das Casino in Baden regelmäßiger Veranstaltungsort des Finales. Geschäftsführer sowie fünfzigprozentiger Teilhaber war lange Zeit Emil Bauer, der nach zwei Jahrzehnten seinen Anteil an Franz Josef Schachermayer verkaufte. Ernst Kirchmayr behielt seine 50 Prozent an der Firma.Von Tennis und Missen zu Lasern und Kindern. In: nachrichten.at, abgerufen am 21. Oktober 2018. Neue Geschäftsführerin wurde Silvia Schachermayer.„Miss Boss, übernehmen Sie“. In: kurier.at, abgerufen am 21. Oktober 2018. 2018 übernahm Jörg Rigger die Miss Austria Corporation. Die Geschäftsführung der nunmehr Mission Austria genannten Marke liegt 2026 bei seiner Frau Kerstin Rigger.
An der Wahl zur Miss Austria nehmen die zwei Erstplatzierten jedes Bundeslandes teil. In der Endausscheidung treten 18 Kandidatinnen aus den neun Bundesländern, zudem die „Miss Online“ und ihre Vize, vor einer Live-Jury gegeneinander an. Die gekürte Miss Austria soll dann Österreich bei der Miss World vertreten und die Zweitplatzierte bei der Miss Europe. Dies wird für die Miss World aber erst seit 1997 konsequent umgesetzt.
Übrigens tragen auch die Gewinnerinnen einzelner Bundesländer einen englischen Titel: Miss Vienna (Wien), Miss Styria (Steiermark) und in den 1950er-Jahren auch Miss Carinthia (Kärnten).
Siegerinnen Miss Austria