330px|Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung Deutschland wird wiedervereinigt.150px|Schild an der deutsch-österreichischen Grenze bei KufsteinDeutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande und Luxemburg unterzeichnen das Schengener Abkommen.70px|Estland 70px|Litauen70px|LettlandDie drei Baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen erklären die Wiederherstellung ihrer Unabhängigkeit von der Sowjetunion.100px|Sowjetunion
Das Jahr 1990 ist geprägt von zahlreichen politischen Neuerungen und markiert den Beginn der 1990er-Jahre. Als eines der prägendsten Ereignisse ging die deutsche Wiedervereinigung in die Geschichte ein, nachdem bereits 1989 mit dem Mauerfall das Ende des Kalten Krieges faktisch besiegelt wurde. Auch zeichnete sich mit der Unabhängigkeitserklärung einiger Mitgliedsstaaten das Ende der Sowjetunion ab, die dann 1991 tatsächlich zusammenbrach. In Südafrika endete nach Jahrzehnten die Epoche der Apartheid.
Jahreswidmungen
1990 ist „Internationales Jahr der Literatur“ Der Pirol (Oriolus oriolus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland) Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist Baum des Jahres (Kuratorium Baum des Jahres/Deutschland) Die Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)
Ereignisse mini|Das Jahr 1990 wird am Brandenburger Tor begrüßt.
Politik und Weltgeschehen UdSSR: Das Zentralkomitee der KPdSU gibt das Machtmonopol der Partei auf. Januar 1. Januar: Arnold Koller wird Bundespräsident der Schweiz. 15. Januar: Wendezeit in der DDR. Demonstranten stürmen die Berliner Stasi-Zentrale. Die dabei sichergestellten Akten arbeitet bis heute die BStU auf. 20. Januar: Sowjetisches Militär interveniert in Baku.
Februar 5. Februar: Das Wahlbündnis Allianz für Deutschland wird geschlossen. Acht Vertreter des Zentralen Runden Tisches (darunter Wolfgang Ullmann, Rainer Eppelmann, Matthias Platzeck, Tatjana Böhm) werden in die Regierung Modrow aufgenommen. 8. Februar: In Bulgarien wird Andrei Lukanow letzter Vorsitzender des Ministerrates. 11. Februar: Die bedingungslose Freilassung Nelson Mandelas markiert den Anfang vom Ende der Apartheid. ab 11. Februar: Schwere Unruhen finden in Duschanbe, der Hauptstadt der Tadschikischen Sowjetrepublik, statt. 12. Februar: Die beiden Abenteurer Arved Fuchs und Reinhold Messner beenden mit dem Erreichen von Scott Base nach 92 Tagen und 2.800 Kilometern zu Fuß ihre über den Südpol verlaufene Antarktis-Durchquerung. 15. Februar: Im Celler Prozess gegen die – neben Karl Koch – am KGB-Hack beteiligten DOB (Dirk Breschinski), Pedro (Peter Carl) und ein Hacker namens Urmel wird das Urteil gesprochen. Sie werden zu Freiheitsstrafen auf Bewährung zwischen zwei Jahren und 14 Monaten verurteilt. 16. Februar: Der SWAPO-Politiker Sam Nujoma wird zum ersten Präsidenten des unabhängigen Namibia gewählt. 18. Februar: Gründung der Arbeiterwohlfahrt in der DDR, 57 Jahre nach ihrem Verbot durch die Nationalsozialisten 25. Februar: Bei den Wahlen in Nicaragua siegt überraschend das antisandinistische Wahlbündnis Unión Nacional Opositora (UNO) mit 55,2 Prozent der Stimmen über die Sandinistas, die 40,8 Prozent erhalten.
März 11. März: Litauen erklärt sich für unabhängig. 11. März: Said Mohamed Djohar wird zum Staatspräsidenten der Komoren gewählt. 11. März: In Chile übernimmt Patricio Aylwin das Amt des Präsidenten von Augusto Pinochet, eines der wichtigsten Ereignisse während der Rückkehr des Landes zur Demokratie. 13. März: Die Richterin Ertha Pascal-Trouillot wird als erste Frau zur Präsidentin von Haiti ernannt. Sie folgt auf Hérard Abraham, der als zuvor erfolgreicher Putschist gegen den Präsidenten Prosper Avril nach drei Tagen auf das Amt verzichtet. 14. März: Michail Gorbatschow wird zum Präsidenten der UdSSR gewählt. 16. März: In Taipeh (Taiwan) beginnt die 6 Tage andauernde Wilde-Lilien-Studentenbewegung. 18. März: Die erste freie Wahl zur Volkskammer in der DDR wird abgehalten. 19. März: Der Saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine wird vom SPD-Parteivorstand einstimmig zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl am 2. Dezember nominiert. 19. März: Die Jury der Stadt Homburg spricht dem Schriftsteller Rolf Haufs ihren Hölderlin-Preis zu. 21. März: Mit Nujomas Vereidigung als Staatspräsident durch UN-Generalsekretär Pérez de Cuéllar wird Namibias Unabhängigkeit vollzogen. 21. März: Lee Teng-hui wird durch die Nationalversammlung in Taiwan zum Präsidenten gewählt. 24. März: Islom Karimov wird Staatspräsident in Usbekistan. 24. März: Parlamentswahlen in Australien 25. März: Erste demokratische Parlamentswahlen seit 1945 in Ungarn. mini|Ehemaliges Logo des Senders TV Martí 27. März: Der nach Kuba ausgestrahlte US-amerikanische Fernsehkanal TV Martí nimmt seinen Betrieb auf. 30. März: Estland erklärt sich zur Republik. Am 4. Mai erklärt es sich für unabhängig. Siehe Singende Revolution
April 1. April: Die privaten Lokalsender in Nordrhein-Westfalen starten. Als Erster geht Radio Duisburg auf Sendung. 3. April: Petar Mladenow wird Präsident Bulgariens. 5. April: 18 Tage nach den ersten freien Wahlen zur Volkskammer der DDR konstituiert sich diese und wählt Sabine Bergmann-Pohl zu ihrer Präsidentin. 6. April: Proteste der nepalesischen Opposition werden brutal niedergeschlagen. 300 Menschen sterben. 9. April: Das Mehrparteiensystem wird in Nepal eingeführt. 12. April: Lothar de Maizière wird erster (und letzter) demokratisch gewählter Ministerpräsident der DDR. 12. April: In Hardegg wird der Grenzübergang über die Thayabrücke Hardegg – Čížov in die ČSFR eröffnet. 13. April: Die Sowjetunion gibt das Massaker von Katyn zu. Präsident Michail Gorbatschow bestätigt eine Tötungsentscheidung der sowjetischen Führung unter Josef Stalin. Auf Betreiben des NKWD wurden im Frühjahr 1940 mehr als 21.000 kriegsgefangene Polen, auch an anderen Orten, hingerichtet. 23. April: Namibia wird Mitglied bei den Vereinten Nationen. mini|hochkant|Wappen von Chemnitz mini|Ehem. Ortseingangsschild von Karl-Marx-Stadt 23. April: Die Bürgerbefragung in Karl-Marx-Stadt ergibt: 76 Prozent entscheiden sich für die alte Stadtbezeichnung „Chemnitz“. Die Umbenennung erfolgt am 1. Juni. 24. April: Nursultan Nasarbajew wird Staatspräsident von Kasachstan. 25. April: Oskar Lafontaine wird bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt.
Mai 4. Mai: Lettland erklärt seine Unabhängigkeit. 5. Mai: In Bonn beginnt die erste Runde der Zwei-plus-Vier-Gespräche zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. 6. Mai: In der DDR finden die ersten freien Kommunalwahlen in Gemeinden und Kreisen statt, nachdem bei den Kommunalwahlen im Jahr zuvor „massive“ WahlfälschungenDas Aus für die alten Kader. Website der Bundesregierung (bundesregierung.de), abgerufen am 4. August 2017 aufgedeckt wurden. 17. Mai: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) streicht Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel der Krankheiten. 18. Mai: Theo Waigel und Walter Romberg unterzeichnen den Deutsch-Deutschen Staatsvertrag zur Bildung einer Wirtschafts-, Sozial- und Währungsunion. 22. Mai: Die Vereinigung der beiden jemenitischen Staaten, der Arabischen Republik Jemen und der Volksrepublik Jemen, wird vollzogen. 23. Mai: Der ungeklärte Tod des Oppositionspolitikers Joseph Rendjambe in Gabun löst Unruhen und Tumulte in Libreville und Port-Gentil aus. 25. Mai: Parlamentswahlen werden in Myanmar durchgeführt. 30. Mai: Die neue Verfassung in Schleswig-Holstein tritt in Kraft. 30. Mai: Frankreich verhängt infolge des Auftretens von BSE ein Importverbot für alle britischen Rindfleisch-Produkte. 30. Mai: Das frei gewählte kroatische Parlament (Sabor) konstituiert sich. Franjo Tuđman wird kroatischer Präsident (Predsjednik Republike). 30. Mai: Der Präsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow besucht US-Präsident George H. W. Bush im Weißen Haus. Gorbatschow entlässt die DDR faktisch aus dem Warschauer Pakt und öffnet damit den Weg für ein wiedervereinigtes Deutschland in der NATO. 31. Mai: Ein Kulturabkommen wird zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Singapur geschlossen, das seit dem 23. August 1991 in Kraft ist.
Juni 6. Juni: Susanne Albrecht wird – als erste der ausgestiegenen und mit neuer Identität in der DDR lebenden RAF-Terroristen – in Ost-Berlin festgenommen. 8. Juni: Bei den ersten freien Parlamentswahlen seit 1946 in der Tschechoslowakei siegen nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft die Bürgerrechtsbewegung. 10. Juni: British-Airways-Flug 5390 verliert ein Cockpitfenster, durch welches der Kapitän des Flugzeuges herausgesaugt wird und nur durch Hilfe der Crew nicht vollständig aus dem Flugzeug fällt. 11. Juni: DDR-Regierungschef Lothar de Maizière besucht offiziell die USA und hat eine Begegnung mit Präsident George H. W. Bush. 12. Juni: Die russische Sowjetrepublik gibt ihre Souveränität von der Sowjetunion bekannt. mini|Reste der Berliner Mauer an der Niederkirchnerstraße (2004) 13. Juni: Der endgültige Abriss der Berliner Mauer beginnt. 17. Juni: In der Bundesrepublik Deutschland letztmals arbeitsfreier Feiertag, seither nur noch nationaler Gedenktag. 19. Juni: Das Schengener Abkommen wird von den Benelux-Staaten, der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich unterzeichnet. 22. Juni: Während in Berlin die zweite Runde der Verhandlungen zum Zwei-plus-Vier-Vertrag beginnt, wird der Checkpoint Charlie abgebaut. 23. Juni: Souveränitätserklärung der Republik Moldau 28. Juni: Die KSZE-Menschenrechtskonferenz in Kopenhagen einigt sich darauf, demokratische Grundprinzipien wie freie Wahlen und Mehrparteiensystem festzuschreiben. 29. Juni: Mit der Aktualisierung des Montreal-Protokolls während der Ozonschichtschutz-Konferenz in London wird beschlossen, die Herstellung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) bis zum Jahr 2000 weltweit zu beenden.
Juli 1. Juli: In der DDR löst mit Inkrafttreten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion der beiden deutschen Staaten die D-Mark die Mark der DDR als gesetzliches Zahlungsmittel ab. 1. Juli: Beschränkungen des Warenverkehrs zwischen Australien und Neuseeland werden aufgehoben. 11. Juli: Der zehntägige 28. Parteitag der KPdSU geht zu Ende. Michail Gorbatschow ist erneut als ihr Generalsekretär gewählt. 15./16. Juli: Michail Gorbatschow akzeptiert in Gesprächen mit Bundeskanzler Helmut Kohl die Mitgliedschaft des vereinigten Deutschlands in der NATO. 19. Juli: Das Bundesverfassungsgericht beurteilt unterschiedliche Kündigungsfristen für Arbeiter und Angestellte als unvereinbar mit dem Grundgesetz. 22. Juli: Die Volkskammer der DDR beschließt das Ländereinführungsgesetz.
August 1. August: Schelju Schelew wird Staatspräsident Bulgariens. 2. August: Zweiter Golfkrieg: Irakische Truppen marschieren in Kuwait ein. 3. August: Souveränitätserklärung Armeniens 6. August: Zweiter Golfkrieg: Die Vereinten Nationen veranlassen mit der Resolution 661 Wirtschaftssanktionen gegen den in Kuwait einmarschierten Irak. 9. August: Die Annexion Kuwaits durch den Irak wird vom UN-Sicherheitsrat für null und nichtig erklärt. Er fordert im Golfkrieg den sofortigen Rückzug der irakischen Armee aus dem Land. 10. August: Ein Sondergipfel der Arabischen Liga tagt nach dem irakischen Einmarsch in Kuwait. 12. August: Die westdeutsche FDP vereinigt sich auf einem Sonderparteitag in Hannover mit dem Bund Freier Demokraten, der Deutschen Forumpartei (DFP) und der F.D.P. der DDR. Im Bund Freier Demokraten haben sich zwei Blockparteien der DDR, die LDPD und der NDPD, zusammengeschlossen. 22. August: São Tomé und Príncipe gibt sich eine neue Verfassung. 23. August: Die Ost-Berliner Volkskammer stimmt für den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland. 31. August: Auf dem Weg zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wird in Berlin der Einigungsvertrag unterzeichnet. August: Ein Friedensabkommen beendet nach 15 Jahren den Libanesischen Bürgerkrieg.
September