mini|250px|Vorderansicht des geöffneten Herzens (Lungenvene oben rechts beschriftet)

Die Lungenvene (; auch Pulmonalvene) ist die größte Vene des Lungenkreislaufs. Sie transportiert das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge zum linken Vorhof (Atrium).

Anatomie Normalerweise gibt es insgesamt vier Lungenvenen (Venae pulmonales), je zwei aus dem linken und rechten Lungenflügel, die sich also anders als die Lungenarterien nicht deckungsgleich mit dem Bronchus teilen und einzeln in den linken Vorhof münden. Die einzelnen Lungenvenen sind:

Rechte obere Lungenvene (Vena pulmonalis dextra superior) Rechte untere Lungenvene (Vena pulmonalis dextra inferior) Linke obere Lungenvene (Vena pulmonalis sinistra superior) Linke untere Lungenvene (Vena pulmonalis sinistra inferior)

Anders als andere Venen besitzen sie keine Venenklappen.

Funktion Die Lungenvenen leiten das sauerstoffreiche Blut, das in den Kapillaren der Lungenbläschen mit Sauerstoff angereichert wurde, zum Herz zurück.

Pathologie Durch eine Störung des Blutflusses kann es zu einem Rückstau in den Lungenvenen kommen, was zu einem erhöhten Blutdruck (pulmonale Hypertonie) führen kann.Herbert Reindell, Helmut Klepzig: Krankheiten des Herzens und der Gefäße. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 450–598, hier: S. 578–580 (Die Hypertonie im großen und kleinen Kreislauf). Eine übliche Ursache dafür stellt eine Linksherzinsuffizienz dar. Die Lungenvenen selbst können als Unterform der Blutflussstörung verengt sein (Pulmonalvenenstenose), was entweder angeboren oder erworben ist, von Vernarbungen oder Entzündungen der Venen (Pulmonalphlebitis) kommen und zu einer Lungenentzündung oder einem Pleuraerguss führen kann. Auch gibt es angeborene Fehlbildungen der Lungenvenen (z. B. Lungenvenenfehlmündung). In den Lungenvenen kann es ebenfalls zu einer eigenen elektrischen Aktivität kommen (Pulmonalvenenpotenzial). Diese Aktivität kann auf den Vorhof übergehen und dort zu unkontrollierten Kontraktionen führen (Vorhofflimmern), die mit einer Pulmonalvenenisolation behandelt werden können.

Literatur Jochen Fanghänel (Hrsg.): Waldeyer Anatomie des Menschen. 17. Auflage. De Gruyter, 2003, ISBN 3-11-016561-9, S. 831. Hermann Voss, Robert Herrlinger: Taschenbuch der Anatomie, Band II: Eingeweide, Kreislaufsystem. 17. Auflage. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-437-00502-2, S. 339 ff.

Siehe auch Lungenkreislauf Lungenarterie

Einzelnachweise

Pulmonalis Kategorie:Lunge