Die Offensive Junger Christen (OJC) e. V. (: Reichenberg Fellowship) ist eine ökumenische Kommunität unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die als Teil der volksmissionarischen und seelsorgerlichen Fachverbände Mitglied im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung e. V. der EKD ist. Sie wurde unter dem Namen Christen in der Offensive e. V. gegründet; ihr Sitz ist in Reichelsheim im Odenwald. Zu ihr gehören das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft und die OJCOS-Stiftung.

Kommunität Geschichte Die Kommunität entstand ursprünglich in der 68er-Zeit im bewussten Gegensatz zu den anderen „68ern“Der Fels. Katholisches Wort in die Zeit, 39. Jahrgang, Mai 2008, S. 156 (PDF)Angela Ludwig befragt Horst-Klaus Hofmann, 2008: . Salzkorn. 2008/2.Thomas Seiterich: Die 68er: Wie wir wurden, was wir sind: Schaut nicht beim Loben stets nur nach oben. Publik-Forum 13/2008 vom am 11. Juli 2008, Seite 19. als christliche KommuneBernd Hey, Volkmar Wittmütz: 1968 und die Kirchen. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89534-717-7.Hartmuth Becker: Die 68er und ihre Gegner: der Widerstand gegen die Kulturrevolution. Stocker, Graz/Stuttgart 2004, ISBN 3-7020-1005-X, S. 148.Darmstädter Echo zitiert nach Dominik Klenk: Liebe Freunde! In Salzkorn 3/2008: Ran ans eingemachte! 40 Jahre OJC: Reif werden für’s Kommunitäre und wie die Frucht köstlich bleibt. S. 98. um die Familie von Irmela und Horst-Klaus Hofmann in Bensheim. Als Leitender Sekretär des CVJM Mannheim veranstaltete Hofmann mit dem CVJM christliche Jugendtreffen in den Räumen der Evangelischen Marienschwesternschaft in Darmstadt.

Am 20. Juli 2004 wurde aus Anlass des 80. Geburtstages und ersten Todestages der OJC-Gründerin Irmela Hofmann die gemeinnützige ojcos-Stiftung ins Leben gerufen. Das anfängliche Stiftungsvolumen betrug 250.000 Euro.

Die Kommune wurde aus vereinsrechtlichen Gründen ursprünglich mit dem Namen Christen in der Offensive e. V. als eingetragener Verein gegründet, nannte sich aber, wo es rechtlich nicht verbindlich war, von Anfang an Offensive Junger Christen. Auf Beschluss der Mitgliederversammlung vom 13. September 2005 wurde am 28. September 2005 im Vereinsregister offiziell der Name Offensive Junger Christen – OJC e. V. eingetragen.Auszug aus dem Vereinsregister beim Amtsgericht Darmstadt unter dem Zeichen VR 70609 vom 19. Oktober 2005.Satzung der OJC in der Fassung vom 26. November 2008 S. 4, einsehbar beim Vereinsregister am Amtsgericht Darmstadt unter dem Zeichen VR 70609. Im Jahr 2008 wurde aus der Kommune eine Kommunität.OJC: Salzkorn 2/2008. Erster Prior der Kommunität war Dominik Klenk; am 17. Mai 2012 folgte Konstantin Mascher. Seit 9. Mai 2024 ist Gerlind Ammon-Schad als erste Frau Priorin der Kommunität.Erste Frau als Priorin der Offensive Junger Christen eingesegnet, idea.de, Meldung vom 9. Mai 2024.

Ausrichtung, Mitgliedschaften, Mitglieder Die OJC ist Mitglied der Deutschen Evangelischen Allianz und im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung e. V. der EKD als einer der dort angegliederten „volksmissionarischen und seelsorgerlichen Fachverbände“. Weitere formelle Mitgliedschaften bestehen unter anderem zum ökumenischen CVJM Westbund (durch das Reichelsheimer Europäische Jugendzentrum) sowie zu netzwerk-m. Seit dem 10. September 1999 versteht sich die OJC als ökumenische Kommunität und hat dies als Auftrag in ihrer Satzung verankert. Sie teilt die Ökumenizität als „Merkmal kommunitärer Spiritualität“ mit anderen Kommunitäten.Peter Zimmerling: Evangelische Spiritualität: Wurzeln und Zugänge, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-525-56700-6, S. 160–165. Gemäß der Verschiedenheit ihrer Schattierungen kann die OJC in der Öffentlichkeit als „evangelikal“, „ökumenisch“,vgl. z. B. in älteren Publikationen als „evangelisch“Bei der EKD wird sie zu den evangelischen gezählt: oder vereinzelt als „pietistisch“ bezeichnet werden.

Die Kommunität besteht aus circa 100 Mitgliedern,Sie werden jährlich im Salzkorn mit Namen und Foto veröffentlicht, z. B. im Heft 6/2008 im Bilderbogen ab Seiten 216 ff. und 224 ff. die verschiedenen Konfessionen angehören, sowie aus einer Jahresmannschaft (FSJler) und einer Anzahl mitlebender Gäste. Besondere Mitglieder waren der niederländische Theologe Bas Leenman und seine Frau Theuna, die von 1992 bis 1997 in der OJC lebten.Dominik Klenk (Hrsg.): Riskiere dein Herz: Wunder und Wagnisse – mit Gott erlebt. Brunnen Verlag, Gießen 2008, ISBN 978-3-7655-1909-3, S. 103.

Betätigungsfelder Die OJC beschreibt ihren kommunitären Weg als den Auftrag, „Menschen in Christus Heimat, Freundschaft und Richtung zu geben“. Neben einer regen publizistischen Tätigkeit engagiert sie sich in praktischer Entwicklungshilfe und Völkerverständigung, besonders auch mit Israel (Disraelis-Projekt von Ilan Brunner). Die OJC gehört zur Reichelsheimer Aktionsgruppe Stolpersteine, die sich dafür einsetzt, Stolpersteine für deportierte, ermordete oder in den Suizid getriebene Reichelsheimer Bürger jüdischen Glaubens von dem Künstler Gunter Demnig verlegen zu lassen. Auf Schloss Reichenberg gibt es das religionspädagogische Erfahrungsfeld Wege zum Leben in Form eines Erlebnisparcours für Schulklassen, Konfirmanden, Jugend- und Gemeindegruppen und Familien.

In Argentinien, Kroatien, Kongo und der Russischen Föderation arbeitet sie in der Entwicklungszusammenarbeit. Seit 1993 führt die Offensive Junger Christen internationale Baucamps in Deutschland, Nordmazedonien, Kroatien und Russland durch, wo junge Leute zwischen 16 und 26 Gelegenheit haben, mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Nationen, Konfessionen und Sprachen zusammenzuarbeiten. Die Arbeit der OJC auf den Philippinen wurde 2007 in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage über Maßnahmen von Nichtregierungsorganisationen zugunsten von Kindern in den Jahren 2005 bis 2007 als eine von 121 Maßnahmen erwähnt, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wurde. Von insgesamt 15,7 Millionen Euro Fördermitteln, die zwischen 2005 und 2007 vergeben wurden, erhielt die OJC einmalig 108.000 Euro.

Die OJC unterhält Kontakte zu Nachfahren von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Reichelsheim, die nach Israel und in die USA ausgewandert sind. Anlässlich der Enthüllung einer Gedenktafel zur Erinnerung an die frühere Reichelsheimer Synagoge im Juni 2017 organisierte die Kommunität eine Ausstellung im Regionalmuseum Reichelsheim mit Bildern von Alexander Dettmar „Synagogen von einst“.

Die Offensive Junger Christen gibt die Zeitschriften Salzkorn. Anstiftung zum gemeinsamen Christenleben (Freundesbrief, 4 × jährlich) und Hoffen (vorher: Brennpunkt Seelsorge. Beiträge zur biblischen Lebensberatung, 2× jährlich) heraus.

Finanzierung Die OJC finanziert sich hauptsächlich aus Spenden. Manche Projekte werden mit Bundesmitteln unterstützt.

Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft Mit dem Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG, in Übersetzungen: German Institute for Youth and Society, GIYS) (die Leitung ist seit mehreren Jahren vakant) geht die OJC einer apologetischen Aufgabe nach, bei der es ihr nicht um „ein unbehaustes Wissen, sondern um ein Wissen, das dem Leben dient“OJC, Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft: „Geschichte und Auftrag des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft“, Abruf: 11. Oktober 2008., gehe.

Unter diesem Vorzeichen und unter dem Namen des DIJG veröffentlicht die OJC eine Auswahl an Forschungsergebnissen und Aufsätzen. Viele dieser Veröffentlichungen erscheinen in eigenen Publikationen wie der Zeitschrift Bulletin.OJC: Übersicht der Dienste der OJC (ODF), abgerufen am 11. Oktober 2008. Die Eigenschaft des DIJG als „Forschungseinrichtung“ gehört zum Selbstverständnis bzw. Präsentation der OJC.Heike Le Ker: Kongress in Marburg: Massive Kritik am Auftritt von „Homoheilern“. Der Spiegel, 17. April 2009, abgerufen am 11. Mai 2009.In der Bensheimer Studie sagt das DIJG über sich selbst aus: „Das Institut […] hat sich in einem eigenen Forschungszweig […] beschäftigt.“Leonie Seifert: Diskriminierung: Schwulenhetze, streng wissenschaftlich. In: Die Zeit online, 11. August 2009.

Geschichte und thematische Schwerpunkte Das DIJG wurde 1969 als „Institut für Jugend und Gesellschaft, Bensheim“ gegründet. In den 1970er Jahren war die Auseinandersetzung mit sogenannten Sekten einer der Arbeitsschwerpunkte. In diesem Zusammenhang entstanden verschiedene Publikationen. Dazu gehört die Studie „Differentielle Wirkungen der Praxis der Transzendentalen Meditation – Eine empirische Analyse pathogener Strukturen als Hilfe für die Beratung“, die vom Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit (SPD) finanziert wurde.Bensheimer StudieFrank Usarski in „Die Stigmatisierung neuer spiritueller Bewegungen in der Bundesrepublik Deutschland“, GRIN Verlag 2008, ISBN 978-3-638-93623-1, S. 162.DIJG: Stellungnahme des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG) zu Anfragen bezüglich unserer Arbeit und unseres Engagements zum Thema Homosexualität, siehe Abschnitt 2. Geschichte und Forschungsschwerpunkte, gesehen am 11. Oktober 2008.

In den 1980er Jahren entwickelten sich die Lebensbedingungen der Menschen im südlichen Afrika zu einem Arbeitsschwerpunkt. Das Institut setzte sich mit Gewalt, struktureller Gewalt und Gewaltlosigkeit aus politischer, sozialethischer und theologischer Perspektive auseinander. In Zusammenhang damit wurden in Zusammenarbeit mit der OJC Landwirtschaftsprojekte für schwarze Jugendliche und Frauen unterstützt.

Seit den 1990er Jahren kam es im Angesicht eines zusammenwachsenden Europas zu mehreren Symposien und Buchpublikationen. Dabei kamen jüdische, christliche und muslimische Experten ins Gespräch. Seit der ersten Tagungsreihe im Zeichen des zentralen Themas der Versöhnung gibt es regelmäßige bilaterale Versöhnungsreisen zwischen Deutschen und Israelis (besonders „Disraelis“ = disabled Israelis, von Terroranschlägen Verwundete).

Während auch die Themen Menschenrechte und Diakonat zu den Arbeitsgebieten des Instituts gehört haben, richtet sich seine Tätigkeit in jüngeren Jahren vor allem auf eine Bewahrung und Verstärkung des heteronormativen Konzepts der Familie, wozu auch Gegenpositionen zum Konzept des Gender-Mainstreaming gehören.

Familienbild