mini|Sandra Hüller bei der Berlinale 2026

Sandra Hüller (* 30. April 1978 in Suhl) ist eine deutsche Theater- und Filmschauspielerin und -dozentin. 2024 wurde sie von der National Society of Film Critics für ihre Rollen in Anatomie eines Falls und The Zone of Interest als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Für ihre Rolle in Anatomie eines Falls wurde sie zudem mit dem César ausgezeichnet sowie für den Golden Globe und Oscar nominiert.

Leben und Werk Herkunft und Ausbildung Sandra Hüller wuchs in einer Pädagogen-Familie zunächst in Oberhof auf und zog als Kind mit ihrer Familie nach Friedrichroda. Ihre schulische Ausbildung erhielt sie am Körnberg-Gymnasium Friedrichroda. Während ihrer Schulzeit besuchte sie den Theaterkurs und nahm später an Theaterworkshops teil, aus denen unter anderem die Inszenierung „Wir Voodookinder“ (Regie: Robert Lehniger) entstand, die 1996 zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen wurde. Nach dem Abitur in Friedrichroda studierte sie von 1996 bis 2000 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin., abgerufen am 22. Dezember 2021

Theater Nach Abschluss ihres Schauspielstudiums war sie von 1999 bis 2001 Ensemblemitglied am Theaterhaus Jena und dann von 2001 bis 2002 am Schauspiel Leipzig. Der Jenaer Dramaturg Oliver Held empfahl sie dem Theater Basel, wo sie ab der Spielzeit 2002/03 bis 2005/06 (bis zum Sommer 2006) dem Ensemble angehörte. Von 2012 bis 2015 gehörte sie zum Ensemble der Münchner Kammerspiele, 2018 wechselte sie ans Schauspielhaus Bochum.Sandra Hüller beim Schauspielhaus Bochum, abgerufen am 5. Mai 2023 Gastengagements führten sie an die Volksbühne Berlin, das Staatsschauspiel Hannover, das Theater am Neumarkt Zürich, das Theater Freiburg und das neue theater in Halle. Sie spielte außerdem 2008, 2015, 2016 und 2017 bei der Ruhrtriennale und 2018 bei den Salzburger Festspielen.

Seit 2016 gehört Hüller außerdem dem freien Theaterkollektiv FARN.collective an.

Auf der Theaterbühne verkörperte Hüller z. B. 2009 im Tanzschauspiel For Love (Regie: Tom Schneider) die Rocksängerin und Witwe von Kurt Cobain, Courtney Love. Im Prater der Volksbühne Berlin spielte sie im selben Jahr in Virgin Queen Königin Elisabeth I. Das Stück unter der Regie von Claudia Bauer war ein Solo mit Hüller und drei Musikern sowie zahlreichen Puppen, die von den Musikern gespielt wurden.

In der Spielzeit 2024/2025 gab Sandra Hüller mit dem Theaterstück Penthesile:a:s von Marie Dilasser alias MarDi (nach Heinrich von Kleist) am Neuen Theater in Halle ihr Regie-Debüt.Gefeiertes Regiedebüt: Sandra Hüller inszeniert "Penthesile:a:s", mdr.de vom 18. April 2025.

Film und Fernsehen Ihre erste bedeutende Filmrolle hatte Hüller 2006 als Michaela Klingler in Hans-Christian Schmids Film Requiem. Für ihre Darstellung der an Epilepsie erkrankten jungen Frau wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 2008 stand sie für Max Färberböcks Verfilmung von Anonyma – Eine Frau in Berlin vor der Kamera. Weitere bedeutende Projekte waren unter anderem die Spielfilme Brownian Movement (2010) und Toni Erdmann, der im Wettbewerb der Internationale Filmfestspiele von Cannes 2016 vertreten war. Im selben Jahr wurde Hüller für den Part der Ines Conradi mit dem Europäischen Filmpreis als Beste Darstellerin ausgezeichnet.

mini|hochkant|Hüller bei der Berlinale 2018 Nachdem sie 2017 neu in die Akademie der Künste Berlin gewählt worden war und 2018 im mehrfach preisgekrönten Eröffnungsfilm der Berlinale, In den Gängen, die Hauptrolle Marion gespielt hatte, wurde sie 2019 in die Wettbewerbsjury der 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin berufen.

Im Juli 2020 veröffentlichte Hüller das Mini-Album Be Your Own Prince mit Eigenkompositionen, die sie mit dem Musiker Daniel Freitag aufnahm.

2023 war sie als Irma Sztáray in Sisi & Ich unter der Regie von Frauke Finsterwalder zu sehen. Diese Leistung brachte ihr erneut eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis ein. Im selben Jahr bekleidete sie Rollen in Justine Triets Anatomie eines Falls und Jonathan Glazers The Zone of Interest, die beide Einladungen in den Wettbewerb um die Goldene Palme des 76. Filmfestivals von Cannes erhielten. Anatomie eines Falls gewann den Hauptpreis, während The Zone of Interest mit dem Großen Preis der Jury die zweitwichtigste Auszeichnung gewann. Bei den Nominierungen für den Europäischen Filmpreis im selben Jahr wurde Hüller für beide Filmrollen berücksichtigt. Es war das erste Mal in der Geschichte des Filmpreises, dass eine Schauspielerin oder ein Schauspieler eine Doppel-Nominierung in einer der Darsteller-Kategorien erhielt. Hüller gewann die Auszeichnung für Anatomie eines Falls. Auch für die British Academy Film Awards 2024 erhielt sie eine Doppel-Nominierung als beste Haupt- und Nebendarstellerin.2024 EE BAFTA Film Awards: The Nominations. In: bafta.org, 18. Januar 2024 (abgerufen am 18. Januar 2024). Sie wurde für ihre Hauptrolle im Drama Anatomie eines Falls ebenfalls für einen Oscar nominiert. Für diese Rolle wurde sie nach Romy Schneider als zweite deutsche Schauspielerin mit dem César als beste Schauspielerin ausgezeichnet.

Für ihre Titelrolle in Markus Schleinzers Historiendrama Rose (2026) gewann sie im Rahmen der 76. Berlinale einen zweiten Silbernen Bären.

Dozentin Seit 2023 ist Hüller Dozentin an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig.

Patenschaft Sie übernahm im Juni 2024 die Patenschaft des Schiffes Sea-Eye 5, das Flüchtlingen im Mittelmeer helfen soll.

Privates Sandra Hüller lebt im Leipziger Stadtteil Plagwitz sowie in Bochum und hat eine Tochter.

Filmografie

Musikvideos: 2008: The Notwist – Where in this World 2017: Daniel Freitag – Don’t 2020: The One (Video zur Singleauskopplung des Debüt-Albums Be Your Own Prince)Sandra Hüller – The One (Official Video). In: youtube.com. Abgerufen am 7. Mai 2020.

Theaterengagements mini|hochkant|Hüller bei der Berlinale 2017

1999–2001: Ensemblemitglied Theaterhaus Jena 2001–2002: Ensemblemitglied Schauspiel Leipzig 2002–2006: Ensemblemitglied Theater Basel 2007–2011: Gastengagements Münchner Kammerspiele, Ruhrtriennale, neues theater Halle, Theater Freiburg, Volksbühne Berlin, Staatsschauspiel Hannover 2012–2015: Ensemblemitglied Münchner Kammerspiele 2015–2018: Gastengagements Ruhrtriennale, Salzburger Festspiele, Theater am Neumarkt Zürich 2018–: Regelmäßige Engagements am Schauspielhaus BochumSandra Hüller beim Schauspielhaus Bochum, abgerufen am 11. August 2022 2024: Ruhrtriennale

Hörspiele (Auswahl) 2009: Alexander Kluge: Chronik der Gefühle – Regie: Karl Bruckmaier (BR) 2010: Dietmar Dath: Das Land will hier weg – Regie: Ulrich Lampen (SWR) 2013: Paul Plamper: Der Kauf – Regie: Paul Plamper (WDR/BR/DLF/Schauspiel Köln) 2017: Paul Plamper: Dienstbare Geister – Regie: Paul Plamper (WDR/BR/DLF/MDR/Ruhrtriennale/Maxim-Gorki-Theater) 2016: Franz Kafka: Das Schloss. Hörspiel in 12 Teilen – Regie: Klaus Buhlert (BR) 2021: Kirsten Becken: Ihre Geister sehen – Regie: Judith Lorentz (DLF) 2023: Lutz Seiler: Stern 111 – Regie: Heike Tauch (RBB) 2026: Karen Köhler: Polly – Regie: Iris Drögekamp (HR)

Hörbücher 2013: Finn-Ole Heinrich: Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt – Mein kaputtes Königreich. (Hörcompany) 2014: Finn-Ole Heinrich: Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt – Warten auf Wunder. (Hörcompany) 2015: Finn-Ole Heinrich: Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt – Ende des Universums (Hörcompany) 2015: Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt (tacheles!/Roof Music) 2017: Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann (tacheles!/Roof Music) 2018: Wolfgang Herrndorf: Bilder deiner großen Liebe: Ein großer Monolog mit Musik (tacheles!/Roof Music) 2019: Mariana Leky: Die Herrenausstatterin (tacheles!/Roof Music) 2019: Mariana Leky: Erste Hilfe (tacheles!/Roof Music)

Auszeichnungen mini|hochkant|Hüller mit dem Silbernen Bären bei der Berlinale 2026 2003: „Nachwuchsschauspielerin des Jahres“ der Zeitschrift Theater heute für die Rolle der Julia in Romeo und Julia (Regie: Sebastian Nübling) und für die Rolle der Dora in Die sexuellen Neurosen unserer Eltern (Regie: Barbara Frey) 2005: Bayerischer Filmpreis – „Beste Nachwuchsdarstellerin“ für die Hauptrolle der Michaela in Requiem 2006: Preis der deutschen Filmkritik als „Beste Darstellerin“ 2006: Silberner Bär der Berlinale als „Beste Darstellerin“ für ihre Hauptrolle in Requiem 2006: Deutscher Filmpreis in der Kategorie „Beste darstellerische Leistung – weibliche Hauptrolle“ für ihre Rolle in Requiem 2009: Ulrich-Wildgruber-Preis 2010: Schauspielerin des Jahres in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute für ihre Rollen in Parzival am Schauspiel Hannover und Virgin Queen an der Berliner Volksbühne 2011: „Jurypreis für Besondere Einzelleistung“ beim Festival des deutschen Films für Über uns das All und Brownian Movement 2011: Darstellerinnenpreis für Über uns das All, Festival du Cinema Europeen en Essonne 2011: Darstellerinnenpreis für Über uns das All, Festival du Film de Valenciennes 2011: „Chistera“ für die beste Darstellerin für Über uns das All, Festival du Film de Saint Jean de Luz 2011: Preis der deutschen Filmkritik als „Beste Darstellerin“ für Über uns das All 2012: Preis für Schauspielkunst beim Festival des deutschen Films 2013: 3sat-Preis beim Berliner Theatertreffen 2013: Schauspielerin des Jahres in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute 2014: Deutscher Filmpreis in der Kategorie „Beste darstellerische Leistung – weibliche Nebenrolle“ für ihre Rolle in Finsterworld 2016: Europäischer Filmpreis für Toni Erdmann (Beste Darstellerin) 2017: Bayerischer Filmpreis 2016 in der Kategorie „Beste Darstellerin“ für Toni Erdmann 2017: Deutscher Filmpreis in der Kategorie „Beste darstellerische Leistung – weibliche Hauptrolle“ für ihre Rolle in Toni Erdmann 2017: Aufnahme in die Berliner Akademie der Künste 2019: Schauspielerin des Jahres in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute für ihre Darstellung der Penthesilea 2019: Gertrud-Eysoldt-Ring für ihre Rolle als „Hamlet“ am Schauspielhaus Bochum 2020: Theaterpreis Berlin 2020: Schauspielerin des Jahres in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute für ihre Darstellung des Hamlet 2020: Bundesverdienstkreuz am Bande 2022: Fünf Seen Filmfestival – Hannelore-Elsner-Preis 2023: Douglas-Sirk-Preis 2023: Gilde-Filmpreis – Ehrenpreis 2023: Los Angeles Film Critics Association Award für die Hauptrolle in Anatomie eines Falls und in The Zone of Interest 2023: Europäischer Filmpreis für Anatomie eines Falls (Beste Darstellerin) 2024: Prix Lumières für Anatomie eines Falls (Beste Hauptdarstellerin) 2024: Golden Globe: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin – Drama für Anatomie eines Falls 2024: Oscar: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin für Anatomie eines Falls 2024: César für Anatomie eines Falls (Beste Schauspielerin) 2024: BAFTA Awards: Nominierung als Beste Hauptdarstellerin für Anatomie eines Falls 2024: BAFTA Awards: Nominierung als Beste Nebendarstellerin für The Zone of Interest 2025: Schauspielpreis Die Europa des Braunschweig International Film Festivals 2026: Silberner Bär – Beste Schauspielerische Leistung in einer Hauptrolle für Rose

Weblinks

Sandra Hüller in castupload.com

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Ensemblemitglied des Schauspiels Hannover Kategorie:Darstellender Künstler (Leipzig) Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Träger des Europäischen Filmpreises Kategorie:Träger des Silbernen Bären Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Frau