mini|Leipziger Missionswerk in der Paul-List-Straße 19 (2022) rechts|rahmenlos|Logo Das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig (LMW) ist die Nachfolge-Organisation der 1836 gegründeten Dresdner Mission, die 1848 als Leipziger Mission nach Leipzig verlegt wurde. Sie versteht sich als Nachfolge-Organisation der Dänisch-Halleschen Mission. Getragen wird das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirchen Sachsens und der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Heutige Arbeit Das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig e. V. (LMW) versteht sich als international arbeitendes Werk, das spirituellen, interkulturellen und interreligiösen Austausch ermöglicht. Das LMW steht für globales Lernen in ökumenischer Perspektive. Es bringt die Themen, Perspektiven und Spiritualität der Partner in Indien, Tansania und Papua-Neuguinea in die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland und die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens ein.

Internationale Freiwilligen-Programme Outgoing-Freiwilligenprogramm Das LMW vermittelt seit 1994 Freiwillige in seine Partnerkirchen nach Tansania, Indien und Papua-Neuguinea sowie seit 2023 auch nach Argentinien, Paraguay, Estland und die Slowakei. Die Vorbereitung in Deutschland und die Betreuung im Gastland übernimmt das Missionswerk mit Unterstützung von Mentorinnen und Mentoren aus den Partnerkirchen. Das Missionswerk ist anerkannter Träger des entwicklungspolitischen Freiwilligenprogramms „weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie des IJFD. Das Freiwilligenprogramm wird finanziert aus Mitteln von weltwärts, IJFD, eigenen Haushaltsmitteln und Spenden.https://www.leipziger-missionswerk.de/angebote/freiwilligenprogramm/freiwilligenprogramm-nord-sued.html

Incoming-Freiwilligenprogramm Seit 2014 gibt es für Freiwillige aus den Partnerkirchen die Möglichkeit, in Einsatzstellen in Mitteldeutschland mitzuarbeiten. Sie absolvieren einen Bundesfreiwilligendienst in verschiedenen Partnereinrichtungen des LMW.https://www.leipziger-missionswerk.de/angebote/freiwilligenprogramm/freiwilligenprogramm-sued-nord.html

Partnerbeziehungen Partnerkirchen sind die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELCT), die Tamilische Evangelisch-Lutherische Kirche sowie die Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea. Gefördert wird ebenfalls die Lutherische Bethlehemgemeinde in Rangun (Myanmar).

Neben der Tamilischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (TELC) werden folgende Einrichtungen unterstützt: die Theologische Hochschule Gurukul in Chennai, die Vereinigte Theologische Hochschule in Bangalore, das Tamil Nadu Theologische Seminar in Madurai, das Henry Martyn Institut in Hyderabad.

In Tansania besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT), die heute aus 26 Diözesen besteht.

Traditionell enge Kontakte hat das Missionswerk zu den Diözesen im Norden des Landes, die aus der Arbeit der Leipziger Mission entstanden sind. Das sind: die Nord-Diözese, Moshi – Partnerkirche der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, die Meru-Diözese, Usa River – Partnerkirche der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, die Nord-Zentral-Diözese, Arusha – Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland die Pare-Diözese, Same, die Zentral-Diözese, Singida, die Nord-West Diözese, Bukoba.

Seit Januar 2009 ist das LMW auch für Teile der Tansania-Arbeit der ehemaligen Kirchenprovinz Sachsen in den sechs Süd-Diözesen des Landes zuständig. Das sind: die Ulanga-Kilombero-Diözese, Ifakara – Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die Iringa-Diözese, Iringa – Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die Süd-Diözese, Njombe – Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die Süd-Zentral-Diözese, Makete – Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die Südwest-Diözese, Matamba – Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die Konde-Diözese, Tukuyu – Partnerkirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea (ELC-PNG) mit ihren 16 Kirchenbezirken (Distrikten) ist der dritte große Partner des Leipziger Missionswerkes.

Projektförderung Die Partnerkirchen werden finanziell und auf Wunsch auch personell unterstützt. Das LMW entwickelt, fördert und begleitet gemeinsam mit den Partnern Projekte und Programme zur nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation aller Beteiligten in folgenden Handlungsfeldern: Theologie und Verkündigung Bildung Gesundheit Umwelt und Entwicklung Katastrophenhilfe

Zur Verwirklichung dieser Ziele werden zusätzlich zu den Mitteln der Trägerkirchen aktiv Spenden eingeworben.

Freundes- und Förderkreis Der Freundes- und Förderkreis e. V. des Leipziger Missionswerkes nahm seinen Anfang 1902 in Meißen und wurde von dem damaligen Domprediger Lic. theol. Emil Körner unter dem Namen „Aehrenlese“ ins Leben gerufen. Es war ein winziges Pflänzlein, dem man kein langes Leben prophezeite. 1575 Briefe schrieb er an seine „Herren Amtsbrüder“ mit der Bitte, einen möglichst großen Kreis von Spendensammlerinnen zur Unterstützung der Missionsarbeit zu gewinnen. Domprediger Körner hatte erkannt, dass „Mission wieder Gemeindesache werden muss“. Er vertrat die Meinung, „Arbeit für die Mission weckt Freude an der Mission“. Aus dem unscheinbaren Anfang von sieben jungen Frauen, die als sogenannte „Ährenleserinen“ in ihren Gemeinden von Haus zu Haus gingen und um eine Kleinspende in Höhe von 10 Pfennig baten, erwuchs bald ein Kleinsammelwerk. Schon nach dem ersten Jahr waren 306 Sammlerinnen unterwegs und trugen 4512 Goldmark für die Leipziger Mission zusammen. Nach sechs Jahren waren es 73.000 Mark. Innerhalb der Jungmännerkreise entwickelte sich dieselbe Art der Sammlung durch die „Samenkörner“. So blieb Mission nicht nur „Frauensache“.

Nach der Deutschen Teilung im Jahr 1949 erschienen von 1951 bis 1992 in der Bundesrepublik Deutschland jährliche Veröffentlichungen unter den Namen Ährenlese der Evang.-Luth. Mission (Leipziger Mission) (1951 bis 1964) und Ährenlese (1964 bis 1992).

Durch die Teilung Deutschlands war es in der DDR nicht mehr möglich, den Namen Ährenlese für dieses Sammelwerk zu erhalten. So bekam es den Namen „Monatliche Mitgliedsbeiträge“ kurz „MM“ genannt. Im Westen Deutschlands dagegen konnte der Ährenlese-Verein weiter bestehen. Nach dem Fall der Mauer war es 1993 möglich, die beiden Sammel-Teile unter dem neuen Namen Freundes- und Förderkreis e. V. wieder zu vereinigen. Er umfasst im Jahr 2014 rund 3.300 Mitglieder und will die Arbeit des Leipziger Missionswerkes (LMW) bekanntmachen, fördern sowie unterstützen.

Gästezentrum Ernst Jäschke im Leipziger Missionswerk mini|Stilisierte Jakobsmuschel als Hinweis auf Jakobsweg und Herberge am Eingang des Leipziger Missionswerks In seinem Haus in Leipzig unterhält das Leipziger Missionswerk ein Gästezentrum – es trägt zur Erinnerung an den Missionar Ernst Jäschke dessen Namen.https://www.leipziger-missionswerk.de/angebote/gaestezentrum.html, abgerufen am 7. September 2022 Leben und Werk von Ernst Jäschke werden im Gästezentrum mit einer Dauerausstellung gewürdigt.

Das Missionshaus Leipzig ist eine offizielle Herberge auf dem Ökumenischen Pilgerweg durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Geschichte mini|Missionshaus Leipzig 1906

Die Dresdner Mission wurde am 17. August 1836 als Evangelisch-Lutherische Missionsgesellschaft zu Dresden gegründet. Ihre Zentrale befand sich in der Waisenhauskirche am späteren Georgplatz. Am 2. März 1840 entsandte sie Heinrich Cordes als Missionar nach Tranquebar in Südindien. 1842 folgte Carl Ochs. Damit übernahm sie die Nachfolge der 1706 gegründeten Dänisch-Halleschen Mission.

Von den Anfängen in Leipzig bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Karl Graul, seit 1844 Direktor der Missionsleitung, setzte die theologische Universitätsausbildung der zukünftigen Missionare durch. In Dresden gab es keine Theologische Fakultät, die einzige Theologische Fakultät im Königreich Sachsen war die in Leipzig. So wurde aus der Dresdner Mission mit Beschluss vom 31. August 1847 die Evangelisch-Lutherische Mission zu Leipzig – die Leipziger Mission. Der Umzug vollzog sich im Folgejahr. 1856 erfolgte der Einzug in das Missionshaus des Leipziger Missionswerkes in der Paul-List-Straße 19 (bis 1947 Carolinenstraße genannt). Von 1895 bis 1914 hatte die Leipziger Mission ihre Blütezeit mit dem Aufbau von Missionsstationen in Indien und Afrika. Zwischen 1925 und 1939 ist ein erneutes Wiederaufleben der Missionsaktivitäten festzustellen.

Die Zeit der Deutschen Teilung Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte aus der DDR zwar die Verbindung zu den Kirchen und Einrichtungen der Leipziger Mission in Übersee gehalten werden, doch war ihre Arbeit staatlicherseits vielfach eingeschränkt. So konnte erst 1989 wieder Personal in die Missionen entsandt werden. Diese Umstände führten dazu, dass die Leipziger Mission ersatzweise auch von Westdeutschland tätig wurde. Einvernehmlich bestand die Leipziger Mission in beiden Teilen Deutschlands, einerseits als Evangelisch-Lutherische Mission zu Leipzig und andererseits als Evangelisch-Lutherische Mission zu Erlangen. Christoph Jahn übernahm 1965 in Erlangen in der Evangelisch-lutherischen Mission (Leipziger Mission) zu Erlangen die Leitung im neugegründeten Verlag der Evangelisch-Lutherischen Mission Erlangen., abgerufen am 23. September 2022 Der Verlag der Leipziger Mission in Leipzig hatte seine Arbeit in der sozialistischen DDR einstellen müssen. Deshalb veröffentlichte der Verlag der Evangelisch-Lutherischen Mission Erlangen nun sämtliche Missionsliteratur der Leipziger Mission in der Bundesrepublik Deutschland. Dort erschienen auch in den Jahren 1966 bis 1977 die Mitteilungsblätter Leipziger Mission. 1995 übernahm das Missionswerk Bayern die Trägerschaft des Verlags der Evangelisch-Lutherischen Mission Erlangen, der 1998 in Erlanger Verlag für Mission und Ökumene umbenannt wurde.

In Hildesheim gab es damals die Hildesheimer Zentrale der Evangelisch-lutherischen Mission (Leipziger Mission) zu Erlangen. Dietrich Winkler wurde 1970 Indienreferent der Leipziger Mission im Hildesheimer Missionshaus. Das Missionshaus in Hildesheim wurde am 25. Mai 1977 nach der Gründung des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachsen (ELM) in Hermannsburg zur Außenstelle der ELM. Die Außenstelle wurde am 30. Juni 2006 geschlossen und ihre Villa in Hildesheim wurde verkauft.

Am 1. April 1972 wurde das Missionswerk Bayern gegründet., abgerufen am 23. September 2022 Es engagierte sich für die Missionsarbeit der Leipziger Mission und übernahm die Missionsarbeit der Gesellschaft für Innere und Äußere Mission in Papua-Neuguinea und der Berliner Mission in Tansania.

Am 25. Mai 1977 wurde das Evangelisch-lutherische Missionswerk (ELM) aus der Missionsanstalt Hermannsburg – auch bekannt unter Hermannsburger Mission – als gemeinsame Einrichtung der evangelisch-lutherischen Landeskirchen Hannovers, Braunschweigs und Schaumburg-Lippes aus dem Zusammenschluss der Missionsanstalt Hermannsburg und der Hildesheimer Zentrale der Evangelisch-lutherischen Mission (Leipziger Mission) zu Erlangen gegründet. Dietrich Winkler wurde auch dort in den Jahren 1977 bis 1981 Indienreferent der Leipziger Mission.

Seit der Deutschen Wiedervereinigung Seit 1991 ziehen viele Kurrenden am 6. Januar, dem Dreikönigstag, von Haus zu Haus und sammeln durch diese „Aktion Dreikönigstag“ Geld für ein Projekt des Leipziger Missionswerkes in Indien.Aktion Dreikönigstag, abgerufen am 11. Juli 2022.

Im Jahr 1992 löste sich in Leipzig der Verein der „Leipziger Mission“ auf. Stattdessen wurde am 1. Juli 1993 das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig e. V. mit Sitz in Leipzig in der Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirchen Mecklenburgs, Sachsens und Thüringens gegründet.