Der Stadtbahnwagen Typ M wurde 1975 gemeinsam von den Verkehrsbetrieben in Essen, Mülheim an der Ruhr, Bochum und Bielefeld in Zusammenarbeit mit der DUEWAG entwickelt. Dieser neu entwickelte Zweirichtungswagen in Meterspurausführung sollte bei einer Breite von 2,30 Meter auf Straßenbahnstrecken, aber im Vorlauf auch auf Stadtbahn- und Tunnelstrecken fahren.

Später wurde auch eine Ausführung für normalspurige Verkehrsbetriebe entwickelt, die als Stadtbahnwagen Typ N bezeichnet wird.

Ausführung und Einsatz Der Stadtbahnwagen Typ M ist Nachfolger des 1969 vorgestellten Typs Mannheim und wurde als sechs- und achtachsiger Gelenkwagen in Zweirichtungsausführung konzipiert. Ihm zugrunde gelegt war die Typenempfehlung des VÖV für einen Stadtbahnwagen im Vorlaufbetrieb. Während die VÖV-Empfehlung 2,40 Meter breite Wagen vorsah (was nur in Hannover mit dem TW 6000 verwirklicht wurde), wurde der M-Wagen nur 2,30 Meter breit ausgeführt, damit er sich besser in die Gleisnetzkonfiguration der meisten Betriebe integrierte.

Die ersten Serien waren noch mit einer Schützsteuerung ausgerüstet (Typen M6S und M8S). Ab 1978 wurde eine Chopper-Steuerung eingebaut, diese Wagen sind am Index „C“ hinter der Typenbezeichnung zu erkennen. Seit Mitte der 1980er Jahre wurden auch Fahrzeuge mit Drehstromantrieb gefertigt, diese tragen ein „D“ in der Fahrzeugkennung. Eine letzte Serie der M-Wagen wurde Mitte der 1990er Jahre für die Stadtbahn Bielefeld gefertigt.

Das Mittelteil der M8-Wagen besitzt, außer bei den Augsburger Fahrzeugen, keine Ausstiegstüren. Die Erstlieferung umfasste sechs Wagen für Mülheim (M8), 20 Wagen für Essen (M8), 33 Wagen für Bochum/Gelsenkirchen (M6) und vier Wagen für Bielefeld (M8). 1978 folgte eine normalspurige Serie als Typ N8 für Dortmund mit zunächst 20 Exemplaren in achtachsiger Ausführung.

In den folgenden Jahren wurden die Bestände in den Ruhrgebietstädten aufgestockt, so waren in Dortmund insgesamt 54 Wagen eingesetzt. Weitere Städte, die den M- beziehungsweise N-Wagen bestellten, waren Krefeld (20 M8), Nürnberg (zwölf N6), Heidelberg (acht M8), Augsburg (zwölf M8), Mainz (zehn M8, davon vier aus Bielefeld) und Kassel (22 N8).

Mittlerweile wurden die M/N-Wagen weitgehend durch Niederflurwagen diverser Typen abgelöst. Im Jahr 2026 sind die Betriebe in Mainz und Kassel die einzigen der ursprünglichen Kunden, bei denen diese Bauart noch regelmäßig eingesetzt wird. In beiden Städten sind bereits Neufahrzeuge des Herstellers Škoda als Ersatz bestellt.

M-Wagen mit Klappstufen Nach Essen wurden 1983 Stadtbahnwagen M mit Klappstufen für den Einsatz an Hochbahnsteigen auf der Strecke nach Bredeney geliefert. Ebenso beschaffte Bielefeld ab 1982 zunächst 44 M-Wagen vom Typ M8C mit Klappstufen für das dortige Stadtbahnnetz, denen ab 1994 weitere 36 Wagen vom Typ M8D folgten. Dazu kam noch 5 vierachsige Beiwagen der M-Bauart.

In Mülheim, Essen, Bochum/Gelsenkirchen und Bielefeld kommen M/N-Wagen auf den Stadtbahnnetzen beziehungsweise den Straßenbahnvorlaufstrecken zum Einsatz, in den Innenstädten findet man sie daher bevorzugt auf Tunnelstrecken.

In Dortmund startete das Stadtbahnnetz im Mai 1983 ausschließlich mit dem Stadtbahnwagen N, bevor ab 1986 B-Wagen zum Einsatz kamen.

M-Wagen mit Niederflurmittelteil In mehreren Städten wurden M- oder N-Wagen nachträglich mit niederflurigen Mittelteilen ausgerüstet, um mobilitätseingeschränkten Reisenden die Benutzung der Straßenbahn zu erleichtern, ohne die Fahrzeuge vorzeitig durch Neuwagen ersetzen zu müssen. Anders als beim ursprünglichen Bau der Fahrzeuge erfolgte dies jedoch nicht in einheitlicher Weise. Bei ursprünglich sechsachsigen Fahrzeugen entstand durch die Ergänzung des Mittelteils neben der Barrierefreiheit auch eine höhere Fahrgastkapazität als Nutzen. Bei den achtachsigen Fahrzeugen hingegen wurde der vorhandene Mittelteil ersetzt.

Erweiterung sechsachsiger Fahrzeuge

Nürnberg (N8S-NF) mini|Typ N8S-NF (ex Nürnberg) in Krakau Die Kapazität der N6S erwies sich bei der Straßenbahn Nürnberg als zu gering. Als außerdem um 1990 die Niederflurtechnik wieder aufkam, beauftragte die VAG die Verlängerung aller zwölf Fahrzeuge. Ab 1991 erhielten sie den zusätzlichen Mittelteil in Stahlleichtbauweise und ein weiteres Jakobsdrehgestell. Er ist mit 6,4 Metern etwas länger als ein Hochflurmittelteil und erhöht die Kapazität um 14 Sitz- und 41 Stehplätze (bei vier Stehplätzen pro Quadratmeter). Die Fußbodenhöhe im Niederflurbereich beträgt 280 Millimeter. Die umgebauten Wagen wurden N8S-NF genannt und haben eine Leermasse von 35,2 Tonnen. Für die Lieferung der Mittelteile war die DUEWAG zuständig, die sie beim Mittenwalder Gerätebau fertigen ließ. Den Einbau nahm MAN am Standort Nürnberg vor. Die elektrische Ausrüstung lieferte Kiepe.

Mülheim (M6C-NF und M6D-NF) mini|Typ M6C-NF in Mülheim 1996 beauftragten die Betriebe der Stadt Mülheim den Mittenwalder Gerätebau, zunächst den M6D 282 zu modernisieren und mit einem Niederflurmittelteil zu erweitern. Anders als beim Nürnberger Umbau wurde er allerdings nicht mit einem zusätzlichen Jakobsdrehgestell zu einem Achtachser ergänzt. Stattdessen wurden im Mittelteil zwei einachsige, über Stangen angelenkte Losrad-Drehgestelle von Fiat und SIG eingebaut; das vorhandene Jakobsdrehgestell entfiel. Die Endteile wurden auf den Mittelteil aufgesattelt. Die Mittelteil-Wagenkästen wurden von Schindler in Wickelbauweise aus Faserverbundstoff hergestellt. Das umgebaute Fahrzeug hatte eine Länge von 28,34 Metern und eine Leermasse von 35,2 Tonnen. Die Kapazität erhöhte sich von 36 Sitz- und 65 Stehplätzen auf 56 Sitz- und 89 Stehplätze. Der Niederflurbereich hat eine Fußbodenhöhe von 350 Millimetern.

Der als Prototyp umgebaute Triebwagen traf im März 1997 wieder in Mülheim ein. Nach Lösung der Kinderkrankheiten wurden weitere sechs Fahrzeuge in den Jahren 2001 und 2002 fertiggestellt. Dies waren neben dem M6D 285 auch die M6S 277 bis 281, deren Schützensteuerung durch eine Choppersteuerung ersetzt wurde. Es gab jedoch insgesamt große Probleme mit der Elektronik, insbesondere bei den Drehstromsteuerungen. Die neuen Typenbezeichnungen lauteten M6C-NF (ex M6S) und M6D-NF (ex M6D). Zudem etablierte sich aufgrund des äußeren Erscheinungsbilds – das Design des Mittelteils wurde nicht an die Hochflurteile angepasst, so dass es stärker auffällt als bei anderen Umbauten – der Spitzname Hängebauchschwein.

Umbau achtachsiger Fahrzeuge

Danzig und Elbląg (Moderus Beta)

mini|Typ N8C-NF bzw. Moderus Beta MF 01 in Danzig mini|Typ M8C aus Augsburg in Elbląg nach Modernisierung zu Moderus Beta MF 13Die Betreiber der Straßenbahnen Danzig und Elbląg ließen von 2009 bis 2015 gebraucht gekaufte N8C oder M8C aus Dortmund, Kassel und Augsburg von Modertrans Poznań modernisieren. Seitens Modertrans erhielten sie neue Bezeichnungen in der Moderus-Beta-Familie. Eine äußerlich sichtbare Veränderung neben dem Ersatz des Mittelteils ist eine neue Frontmaske.

Heidelberg (M8C-NF) Ab 2012 ließ der Rhein-Neckar-Verkehr die acht Heidelberger M8C von Cegelec in Tschechien modernisieren. Neben dem Niederflurmittelteil gehörte dazu unter anderem die Nachrüstung von Klimaanlagen für die Führerstände, deren Verkleidung das Erscheinungsbild der Front verändert. Die umgebauten Fahrzeuge erhielten die neue Typenbezeichnung M8C-NF.

Łódź (M8CN) mini|Typ M8CN in Łódź2013 und 2014 modernisierte der Betreiber der Straßenbahn Łódź einen ersten aus Bielefeld übernommenen M8C mit Niederflurmittelteil und neuer Frontmaske. Die neue Typenbezeichnung lautet M8CN. Von 2016 bis 2019 folgte der Umbau weiterer 13 Fahrzeuge. Die Arbeiten wurden in der eigenen Hauptwerkstatt durchgeführt.

Liste der gebauten Stadtbahnwagen Typ M/N StadtGelistet sind die Wagen nur bei den ersten Besitzern, d. h. auch die Verkäufe an andere „M-Wagen-Städte“ (Bielefeld an Mainz und Essen und Bochum an Mülheim sind nicht gelistet) TypBild Baujahr Fahrzeugnummern Bemerkungen Augsburg M8Crahmenlos|150x150px 1985 8001–8012 Mitteltür im Mittelteil und zweite Seitenanzeige; Wagen 8010 und 8011 seit Sommer 2010 ausgemustert; 8001, 8003 und 8012 seit 2012 ausgemustert; 8001 und 8011 seit April 2012 in Darmstadt, 8001 wurde dort bis 2016 zum Arbeitswagen umgebaut. 8011 war Ersatzteilspender und wurde 2014 verschrottet; 8003, 8010 und 8012 seit Mai 2013 in Elbing/Elbląg in Polen, wo sie bei Modertrans Poznań modernisiert wurden und ein Niederflur-Mittelteil erhalten haben. Im Januar 2019 ging Wagen 8004 nach Elbląg.Im Oktober 2023 wurden die letzten verbliebenen 3 Fahrzeuge endgültig abgestellt. Wagen 8006 verbleibt für Sonderfahrten in Augsburg. Bielefeld M8S 1975 501–504 1987/89 verkauft nach Mainz, dortige Wagennummern 277–280 M8Crahmenlos|150x150px 1982–1987 516–559 mit Klappstufen, 517–520 Ersatzteilspender und im April 2010 verschrottet; 527 und 535 im März 2012 verschrottet; 521–523, 525–526, 528–534 und 536–537 seit 2013 in Łódź. Letzter verbliebener Wagen ist Nummer 555, welcher jedoch nicht im Liniendienst ist. M8Drahmenlos|150x150px 1994/98 560–595 mit Klappstufen, nur ein Führerstand, daher nur als Doppeltraktion im Einsatz MB4rahmenlos|150x150px 1999 511–515 Beiwagen, mit Klappstufen, Einsatz nur auf Linie 1/4 Bochum/Gelsenkirchen M6Srahmenlos|150x150px 1976/77 301–333 301, 302, 316, 324, 327 und 328 verkauft nach Łódź (327 dort abgestellt und wird als Schrott verkauft; 301 & 324 2019 abgestellt; 302, 316, 328 2020 abgestellt, davon 302, 328 verschrottet) 305, 306, 307 und 315 verkauft nach Mülheim, dort 296–299; 322 Abgabe nach Feuerwehr Wattenscheid im Jahre 2001 und dort 2011 verschrottet; 303, 304, 308, 309, 319, 320, 323, 329 zwischen 2003 und 2017 verschrottet; 317 2017 abgestellt; 314 2019 abgestellt Im Januar 2021 ging Triebwagen 332 aus Anlass des 125. Geburtstags der BOGESTRA, mit Unterzeichnung des Kaufvertrags in den Museumswagen-Bestand der VhAG über. M6Crahmenlos|150x150px 1982 334–355 bis auf 340 alle verkauft (z. B. an Bursa) oder verschrottet, 340 = Schleifwagen 678 (2015)Dortmund N8C rahmenlos|150x150px 1978–1982 101–154 101–106 sowie 130 wurden verschrottet, 107 – 129 sowie 131 – 154 wurden, bis auf 142, an die ZKM Gdańsk verkauft und dort aufgearbeitet, 142 = 6x-Atw 902 (1996)Essen M8S rahmenlos|150x150px1975/76 1001–1020 1009, 1010 nach Brandschäden ausgemustert, 1021=1010², später mit 1014 und 1020 nach Mülheim an der Ruhr, Wagennummern 278–280 1003, 1005–1008 & 1016–1019 Verkauf nach Arad im Jahr 2006; 1004 und 1013 Verkauf im Jahr 2006 nach Krakau, 1004 im Folgejahr zerlegt; 1015 nach Krefeld als Ersatzteilspender im Jahr 2006, 2007 ebenfalls zerlegt; 1001, 1002 verschrottet im Jahr 2000. M8C rahmenlos|150x150px 1979 1101–1115 1115 = 6x-Atw 616 (2010); 1102–1114, 1116 verschrottet; 1101 an Nahverkehrsmuseum Dortmund abgegeben M8D 1980 1200 1993 Umbau zu M8C 1116², Rest nach Unfällen ausgemustert bzw. 2016 abgestellt M8Crahmenlos|150x150px 1981 1116–1131 nach Umbau mit Klappstufen = 1151–1166; 1161 und 1163 2019 verschrottet; 1159 2020 verschrottet; 1155, 1157–1158 und 1164 2023 verschrottet. Rest bis auf 1156 und 1162 2023–2025 verschrottet. M8C rahmenlos|150x150px 1982 1132–1135 nach Umbau mit Klappstufen = 1171–1180. Bis auf 1171, 1172, 2024 und 2025 verschrottet. M8C rahmenlos|150x150px 1983 1177–1180 mit Klappstufen; 1179 nach Unfall 2013 verschrottet M8C rahmenlos|150x150px 1989/90 1401–1415 1402, 1404, 1408, 1409 verschrottet, 1406, 1407 und 1410–1414 2018 nach Iași, Rumänien, (CTP Iași) verkauft, 1401 2023 verschrottet, 1403 sowie 1405 und 1415 2024 verschrottet. Heidelberg M8C rahmenlos|150x150px 1985 251–258 Umbau zu M8C-NF mit Niederflurmittelteil, umnummeriert zu 3251–3258, ausgemustert 2025, 3252, 3256, 3257 und 3258 2026 an Rittner Bahn abgegeben Kassel N8Crahmenlos|150x150px 1981/86 401–422 Einige Fahrzeuge waren für das Befahren der Strecke zum Hauptbahnhof ab 2007 mit einer PZB versehen