Björn Johan Lind (* 22. März 1978 in Ljusterö, Gemeinde Österåker) ist ein ehemaliger schwedischer Skilangläufer.
Seit dem Jahr 2000 startet Lind regelmäßig im Weltcup und zählt seitdem immer zu den Podiumskandidaten. Bereits nach wenigen Weltcuprennen in der Saison 2001/02 gelangen dem Sprinter Ergebnisse unter den besten Zehn, im gleichen Winter feierte er auch sein erstes Podiumsresultat. Schon 2002 erreichte er als bester Läufer Schwedens einen vierten Platz im olympischen Sprintfinale, die gleiche Platzierung gelang ihm im Weltmeisterschaftsfinale 2005. Seinen Karrierehöhepunkt erreichte Lind, als er 2006 in Turin Doppelolympiasieger wurde, mit Siegen im Einzel- und Teamsprint. In der Saison 2005/06, in die auch seine Olympiasiege fielen, gewann der Schwede zudem drei Einzelsprints und später auch mit deutlichem Vorsprung den Gesamtsprintweltcup. Die folgenden Jahre verliefen weniger erfolgreich, jedoch verbuchte er einen weiteren Weltcupsieg im Teamsprint sowie erneut den vierten Rang im Weltmeisterschaftssprint 2007. Gemeinsam mit Thobias Fredriksson zählt Björn Lind zu den erfolgreichsten schwedischen Sprintern der 2000er-Jahre.
Karriere Anfänge und Ausbildung am Skigymnasium (1994–2000) In seiner Jugend, die Lind in seiner Heimatregion Roslagen im östlichen Schweden verbrachte, übte er diverse Sportarten aus, ehe er 1994 auf das Skigymnasium im westschwedischen Torsby wechselte; von nun an konzentrierte er sich auf Biathlon und Skilanglauf. Obwohl er lieber Skilanglauf trainiert hätte, startete er im Biathlon, da er der Meinung war, nicht genug Talent für seine favorisierte Disziplin zu besitzen.sydsvenskan.se: () Nach dem Abschluss seiner Schullaufbahn hatte er Wehrdienst in einem Sportzug in dem Garnisonsort Sollefteå, anschließend zog er 1999 nach Umeå, wo er seitdem lebt.teammekonomen.se: (schwedisch) Er trat jedoch nicht dem ortsansässigen Verein IFK Umeå bei, da dieser zu jener Zeit viele Talente wie den späteren Weltmeister und Gesamtweltcupsieger Per Elofsson förderte und Lind keinen Platz für sich selbst sah. Stattdessen wurde er Mitglied des Hudiksvalls IF, der in dem 380 Kilometer von Umeå entfernten Hudiksvall beheimatet ist.
Erste Weltcuprennen und Etablierung in den Top Ten (2000–2003) Linds internationale Karriere begann im Februar 2000, als er in Umeå sein erstes FIS-Rennen – allerdings nur mit schwedischer Beteiligung – bestritt. Seine ersten Wettkämpfe waren Distanzrennen über 15 Kilometer, während er nur selten Sprints lief. Auf jener Distanz jedoch gelang ihm im Continentalcup ein elfter Rang, durch den er sich für den Weltcup qualifizierte. Dort scheiterte er bei seinen ersten beiden Sprints in Engelberg schon frühzeitig im Prolog, sodass er bis Ende 2001 wieder nur bei unterklassigen Rennen startete. Im Dezember 2001 bekam er im italienischen Cogne seine nächste Chance in der höchsten Wettkampfklasse. Diesmal überraschte er positiv mit der Bestzeit in der Qualifikation, die er gemeinsam mit Cristian Zorzi lief. In den folgenden Viertelfinals verpasste er nach einem Sturz als Dreizehnter aber den Einzug in die Halbfinals, das Rennen gewann letztendlich Zorzi."BUDERUS" FIS WORLD CUP CROSS-COUNTRY 2nd World Cup Competition MEN SPRINT F (PDF; 94 kB) auf fis-ski.com. Abgerufen am 31. Januar 2009. Auch in den beiden folgenden Sprints setzte Lind die Bestzeit im Prolog und platzierte sich einmal auf dem vierten und einmal auf dem neunten Rang. Beim Wettbewerb in Asiago verpasste er das Podest nur knapp, da er im Finale zum Schluss vom Deutschen Andreas Schlütter überspurtet wurde. auf abendblatt.de. Erschienen im Hamburger Abendblatt am 20. Dezember 2001. Auch im weiteren Saisonverlauf überzeugte Lind auf den kurzen Kursen, sodass der schwedische Verband ihn als einen der drei Sprinter des Landes zu den Olympischen Winterspielen 2002 nominierte. Auch beim olympischen Sprint zeigte der Schwede sein Können und hielt die beiden Landsleute Thobias Fredriksson sowie Jörgen Brink auf Distanz. Im Finale, an dem nur vier Läufer teilnahmen, musste er sich aber letztendlich seinen Konkurrenten geschlagen geben und blieb daher medaillenlos.RESULTS / RÉSULTATS MEN'S SPRINT SPRINT HOMMES (PDF; 40 kB) auf fis-ski.com. Abgerufen am 31. Januar 2009. Einen Podiumsrang, seinen ersten im Weltcup, erreichte er dagegen beim nacholympischen Sprint in Stockholm, wo er Dritter wurde. Die Saison beendete der Olympiavierte mit zwei nationalen Distanzrennen in Gällivare, bei denen er sich ebenfalls achtbar schlug.
Eher schwach begann die Saison 2002/03 für den Sprintweltcupsiebten des vergangenen Winters. Beim ersten Weltcup von Clusone schied er schon im Prolog als 22. aus, den darauffolgenden Wettkampf beendete er immerhin als Neunter. Nachdem er auch in Linz nur Elfter geworden war, legte Lind eine zweimonatige Weltcuppause ein, in der er ein FIS-Rennen gewann und ein zweites als Zweiter bestritt. Bei den Schwedischen Meisterschaften Ende Januar/Anfang Februar 2003 gelang ihm ein siebter Rang im 10-Kilometer-Rennen, seine restlichen Starts endeten weiter zurück. Bei seiner Rückkehr in den Weltcup schaffte der Schwede den Sprung zurück in die Top Ten, in Drammen gewann er wieder einmal die Qualifikation, fiel im Sprint selbst allerdings auf Rang sieben zurück, was sein bestes Saisonresultat blieb. Beim Weltcup von Falun lief Lind auch erstmals in der schwedischen Staffel für die historische Provinz Hälsingland, die allerdings nur den 14. Rang unter 17 Staffeln belegte. Den Winter beschloss der Schwede mit den nationalen Sprintmeisterschaften, bei der er Bronze hinter Brink und Fredriksson gewann. Insgesamt verschlechterte er sich in der Sprintwertung auf den zwölften Rang, obwohl er nur 20 Punkte weniger als im Vorjahr sammelte.
Weltklasse und Weltmeisterschaftsmedaillen (2003–2005) Der Saisonauftakt zum Weltcup 2003/04 fand in Düsseldorf statt. Den Stadtkurs bewältigte Lind im Prolog als Schnellster, diese Leistung konnte er jedoch im Wettbewerb nicht halten und wurde schließlich Vierter. Im Teamsprint startete er gemeinsam mit dem schwächeren Mikael Östberg und erreichte als Zehnter das Ziel. Nun ging der Schwede wie schon im Vorjahr wieder bis Februar 2004 in eine Weltcuppause, in der er jedoch keine weiteren guten Ergebnisse erzielte. Bei den Wettbewerben in Skandinavien im Februar und März gelangen ihm weitere ordentliche Ergebnisse, ein Platz unter den besten Fünf schaffte er jedoch nicht. Erst in Lahti beim Teamsprint zeigte er wieder ein Top-Ergebnis, als er mit Mats Larsson nur eine halbe Sekunde Rückstand auf die russischen Sieger hatte und den zweiten Platz erreichte.Beim Teamsprint der Skilangläufer in Lahti auf rp-online.de. Erschienen am 6. März 2004 in der Rheinischen Post. In Pragelato verpasste er abermals als Vierter das Podest, damit beendete er die Saison mit einem neuen persönlichen Punkterekord von 211 Zählern, womit er Neunter im Sprintweltcup wurde. Außerdem platzierte er sich im Gesamtweltcup als 29., was seine erste Top-30-Platzierung dort bedeutete. Den Winter beendete er wiederum bei den Schwedischen Meisterschaften in Skellefteå, wo er aber sogar im Sprint eine Medaille verpasste.
Noch vor dem ersten Weltcup des neuen Winters Weltcup 2004/05 bestritt Lind den Oktobersprinten in Mora, wo er den Weltcupsieger des Vorjahres, Thobias Fredriksson, bezwang und seine gute Form unter Beweis stellte.fasterskier.com: (englisch) In Düsseldorf, wo wie im vergangenen Jahr der Saisonauftakt stattfand, gelang dem Schweden der achte Rang im Sprint und der fünfte im Teamsprint. Bei seinem ersten 15-Kilometer-Rennen in der höchsten Langlaufklasse in Gällivare landete er dagegen weit abgeschlagen auf Rang 56. Nachdem er zwei FIS-Rennen gewonnen hatte, zeigte er sich bei den Dezember-Weltcups in Bern und Asiago weiterhin stark. Nach einem fünften Platz im Sprint von Bern sowie dem vierten Rang im dortigen Teamsprint erreichte er in Asiago sogar seinen dritten Podestplatz, als er sich auf Rang drei im Ziel klassierte. Im Gegensatz zu den Vorjahren nahm er nun nicht an den Schwedischen Meisterschaften teil, sondern ging auch im Januar im Weltcup an den Start. Dies zahlte sich aus, denn beim Sprint von Nové Město na Moravě lief er Qualifikationsbestzeit und bestätigte als Dritter im Sprint seine Form. Auch beim Teamsprint von Pragelato – der Generalprobe für die ein Jahr später dort ausgetragenen Olympischen Spiele – platzierte er sich mit Partner Tobias Fredriksson auf dem zweiten Platz. Der letzte Wettkampf vor seinen ersten Nordischen Skiweltmeisterschaften, wo er als Favorit gehandelt wurde, misslang dem Schweden allerdings, er wurde nur Dreißigster in Reit im Winkl. Bei den Skiweltmeisterschaften selbst bestätigte Lind seinen Status als Medaillenanwärter, indem er Zweiter der Qualifikation hinter Wassili Rotschew wurde. Im Wettkampf zog er auch bis ins Finale ein, verpasste dort wegen Skiproblemen als Vierter aber knapp die Medaillen. Auch im Team-Sprint gewann er kein Edelmetall, mit Partner Fredriksson platzierte er sich auf dem neunten Platz. Nach den Weltmeisterschaften bestritt er noch zwei Weltcupsprints, die er als Siebter beziehungsweise Zwölfter beendete. Einen Start in der Verfolgung beendete er nicht, da er aufgeben musste.
Sprintsiege im Weltcup und bei Olympia (2005–2006) mini|Björn Lind mit Goldmedaille im Teamsprint bei Olympia 2006