Der Landkreis Landau an der Isar, amtlich: Landkreis Landau a.d.Isar, war ein Landkreis in Bayern und gehörte zum Regierungsbezirk Niederbayern. Sein ehemaliges Gebiet liegt heute fast vollständig im Landkreis Dingolfing-Landau.

Geographie

Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Landau an der Isar, Pilsting, Wallersdorf und Eichendorf.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Straubing, Deggendorf, Vilshofen, Eggenfelden und Dingolfing.

Geschichte

Landgericht 1803 wurde im Verlauf der Verwaltungsneugliederung Bayerns das Landgericht Landau an der Isar errichtet. Dieses wurde nach der Gründung des Königreichs Bayern dem Unterdonaukreis zugeschlagen, dessen Hauptstadt Passau war.

1838 wurde der Unterdonaukreis in Kreis Niederbayern umbenannt, aus dem der gleichnamige Regierungsbezirk hervorging. Die Kreishauptstadt wurde nach Landshut verlegt. Das Landgericht Landau an der Isar musste im Zuge dieser Verwaltungsreform Teile seines Gebietes an die neu eingerichteten Landgerichte Dingolfing und Osterhofen abtreten.

Bezirksamt Das Bezirksamt Landau an der Isar folgte im Jahr 1862 dem Landgericht älterer Ordnung Landau an der Isar, das acht Gemeinden an das Bezirksamt Eggenfelden abtrat.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde im Deutschen Reich die einheitliche Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Landau an der Isar.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Landau an der Isar durch die Gebietsreform aufgelöst. Die Gemeinde Lailling kam zum Landkreis Deggendorf, während alle anderen Gemeinden mit dem ebenfalls aufgelösten Landkreis Dingolfing zum neuen Landkreis Untere Isar zusammengefasst wurden.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Dazu kamen noch Gemeinden der aufgelösten Landkreise Vilsbiburg und Mallersdorf. Am 1. Mai 1973 erhielt der neue Landkreis die heutige Bezeichnung Landkreis Dingolfing-Landau.

Politik Von der amerikanische Militärregierung wurde 1945 der frühere Landtagsabgeordnete und Verleger Konrad Kübler als Landrat von Landau eingesetzt, der 1946 und 1948 vom gewählten Kreistag im Amt bestätigt wurde. Die Kreistagswahlen von 1948 wurden jedoch für ungültig erklärt und mussten wiederholt werden. Daraufhin wählte der neue Kreistag 1950 den Pfarrer Alfons Gabler zum Landrat. Zwei Jahre später wurde mit Adolf Daßler schließlich ein Landrat direkt vom Volk gewählt. Adolf Daßler war bereits zur Zeit des Nationalsozialismus von 1938 bis 1945 staatlicher Landrat gewesen. Im Jahr 1964 wurde der Arzt Franz Winklhofer zum Landrat des Landkreises Landau gewählt, der dieses Amt bis zur Gebietsreform 1972 innehatte.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 20.669 1885 23.248 1900 22.616 1910 23.690 1925 25.047 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 25.169 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 36.992 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 31.200 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 30.700 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

Gemeinden Vor dem Beginn der Gebietsreform umfasste der Landkreis Landau an der Isar in den 1960er Jahren 31 Gemeinden:Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mini|375px|Landkreis Landau an der Isar, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Adldorf, heute zu Eichendorf Altenbuch, heute zu Wallersdorf Aufhausen, heute zu Eichendorf Dornach, heute zu Eichendorf Eichendorf (Markt) Ettling, heute zu Wallersdorf Exing, heute zu Eichendorf Frammering, heute zu Landau an der Isar Ganacker, heute zu Pilsting Großenpinning, heute zu Oberschneiding Großköllnbach, heute zu Pilsting Haidenkofen, heute zu Wallersdorf Haidlfing, heute zu Wallersdorf Hartkirchen, heute zu Eichendorf Haunersdorf, heute zu Simbach Indersbach, heute zu EichendorfKammern, heute zu Landau an der Isar Lailling, heute zu Otzing im Landkreis Deggendorf Landau an der Isar (Stadt) Mettenhausen, heute zu Landau an der Isar Niederhausen, heute zu Reisbach Niederhöcking, heute zu Landau an der Isar Oberhausen, heute zu Reisbach Oberhöcking, heute zu Landau an der Isar Pilsting (Markt) Reichersdorf, heute zu Landau an der Isar Reichstorf, heute zu Eichendorf Rengersdorf, heute zu Eichendorf Waibling, heute zu Pilsting Wallersdorf (seit 1953 Markt) Zeholfing, heute zu Landau an der Isar Am 1. Januar 1946 waren die Gemeinde Harburg nach Waibling sowie die Gemeinde Poldering nach Zeholfing eingemeindet worden.

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen LAN zugewiesen. Es wurde bis zum 28. April 1973 ausgegeben. Seit dem 1. März 2017 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung im Landkreis Dingolfing-Landau wieder erhältlich.

Siehe auch Amtsgericht Landau an der Isar

Literatur Viktor Karell: Abriß einer Geschichte der Dörfer und Märkte des Landkreises Landau a. d. Isar (= An der unteren Isar und Vils. 1971, H. 2, ). Wegmann, Landau a. d. Isar 1971.

Weblinks

Einzelnachweise

Landau an der Isar Kategorie:Geschichte (Landkreis Dingolfing-Landau) LandauanderIsar Kategorie:Aufgelöst 1972