Die Mettma ist ein knapp neunzehn Kilometer langer rechter Nebenfluss der Schlücht im Südschwarzwald in Baden-Württemberg.

Name Das Gewässer wurde 1111 als fluvii Metimé erstmals schriftlich erwähnt. Der Name leitet sich wahrscheinlich von althochdeutsch *Metemen aha mit der Bedeutung „(an/in) dem mittleren Fluss“ ab.

Verlauf und Geografie mini|links|Die obere Mettma mini|links|Das Mettmabecken (Stausee) im Kerbtal des Unterlaufs Die Mettma verläuft zwischen den parallelen Tälern der Schwarza im Westen und der oberen Schlücht in generell südsüdöstlicher Richtung, der Abdachungsrichtung des östlichen Hotzenwaldes folgend.

Quellgebiet und Oberlauf Das Quellgebiet liegt östlich des Schluchsees in der tektonisch angelegten und von eiszeitlichen Gletschern ausgeformten Schluchsee-Talung, die sich noch fast 10 Kilometer weit nach Südosten fortsetzt und dabei für die Mettma und andere südwärts querende Bäche auf jeweils kurzer Strecke die Abflusslinie vorgibt. Sie ist durch zahlreiche parallele Geländerücken (meist Seitenmoränen) gegliedert, die vielen Bächen wie auch dem linken Oberlauf der Mettma immer wieder den direkten Weg ins Tal verlegen. Dieser längere Oberlauf entspringt als Aubach knapp 1 km westlich der Ortschaft Faulenfürst (Gemeinde Schluchsee, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald). Diese höchstgelegene Quelle liegt am Osthang des Fohrenbühl auf ca. . Nach einem gefällereichen guten Kilometer Lauf nach Süden nimmt er kurz die Richtung eines von Westen kommenden kleinen Wiesenbaches auf und trifft dann wiederum gefällereich von Norden auf den wesentlich kleineren namentlichen Oberlauf der Mettma. Er entspringt etwas östlich des Endbahnhofs Seebrugg der Dreiseenbahn auf knapp und fließt am Grund der großen Talung gemächlich ostwärts.

Engtalstrecke im Unterlauf mini|links|Wasserfall der Mettma im engen unteren Talabschnitt Noch im Hochtal erreicht die Mettma das Gebiet des Landkreises Waldshut und verlässt es dann kurz vor Rothaus (Gemeinde Grafenhausen) mit scharfem Rechtsknick nach Süden. Das nun engere, aber von einer kleineren Gletscherzunge wiederholt etwas verbreiterte Tal verengt sich im weiteren Flussverlauf bis zur Mündung in die Schlücht weiter und bildet im Grundgebirge des Schwarzwaldes ein 100 bis fast 200 m tiefes Kerbtal. Es schwenkt allmählich südostwärts und knickt dann, gut zwei Kilometer vor der Mündung, unvermittelt nach Süden ab. Diese auch für die Nachbarflüsse typischen südwärtigen Richtungswechsel hängen mit dem Aufsteigen des Schwarzwaldes im Tertiär (Neogen) zusammen, was, als die Flüsse noch nicht die heutigen Engtäler gebildet hatten, quasi zu deren „Auskippen“ nach Süden führte. Ein letzter Talknick vor der Mündung, nun nach Osten, korrespondiert mit einem ehemaligen, 65 Meter höher liegenden Talgrund, der die Südrichtung fortsetzt und erst 2 Kilometer weiter auf das Schlüchttal trifft. Das Tal der Schlücht hat, im Gegensatz zum einmündenden Mettmatal, Schluchtcharakter. Bei der Mündung in die Schlücht führt die Mettma trotz fast gleich großen Einzugsgebietes mit 0,92 m³/s etwas mehr Wasser als die Schlücht (0,79 m³/s), vor allem, weil sie etwas höhere Niederschlagssummen erhält.

Zuflüsse und Seen Liste der direkten Zuflüsse und class=noviewer|10px Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt. Auswahl.

Ursprung der Mettma auf etwa östlich von Schluchsee-Seebrugg.

Aubach, von links und Nordwesten auf etwa , 2,2 km und 2,5 km². Entsteht auf etwa im Fohrenbühle westlich von Schluchsee-Faulenfürst.Die Mettma selbst hat bis dorthin erst eine Länge von 0,6 km und ein Teileinzugsgebiet von 0,4 km². Amertsfeldbach, von links und Nordwesten auf etwa bei Grafenhausen-Amertsfeld, 1,2 km und 2,4 km². Entsteht auf etwa am Möllen westlich von Grafenhausen-Dürrenbühl. Bleisbach, von links und Nordnordosten auf etwa an der Kläranlage bei Grafenhausen-Brünlisbach, 1,3 km und 1,1 km². Entsteht auf etwa nördlich von Grafenhausen-Rothaus im Wald. Riedbrunnenbach, von rechts und Westnordwesten an auf etwa an der Schaffhauser Säge von Grafenhausen, 1,6 km und 0,9 km². Entsteht auf etwa im Waldgewann Riedbrunnen am Südosthang des Hochstaufen. Signauer Bächle, von links und Ostsüdosten auf etwa gegenüber der Schaffhauser Säge von Grafenhausen, 0,9 km. Entsteht auf etwa südlich des Grafenhausener Wohnplatzes Signau. Lanzenfurtbach, von rechts und Westnordwesten auf etwa nordöstlich unter der Kapelle, 1,3 km und 0,8 km². Entsteht auf etwa . Scheuerwaldbächle, von links und Osten auf etwa südöstlich unter der Kapelle, 0,6 km. Entsteht auf etwa . Schönenbach, von rechts und Westnordwesten auf unter östlich von Schluchsee-Schönenbach, 2,1 km und 2,1 km². Entsteht auf etwa im Hürnewald nördlich von Schönenbach. Kehrwaldbächle, von links und Osten auf etwa oberhalb der Klausenmühle, 0,6 km. Entsteht auf etwas im Walddistrikt Kehrhalde. Rhinamättle, von rechts und Westen auf etwa nordöstlich von Grafenhausen-Bulgenbach, 1,5 km und 2,4 km². Entsteht auf etwa bei Grafenhausen-Staufen. Bulgenbächle, von rechts und Westen auf etwa nördlich des Wohnplatzes Heidenmühle (Grafenhausen-Staufen), 0,9 km. Entsteht auf etwa südwestlich von Bulgenbach. Bedebach, von links und Nordosten auf etwa an der Heidenmühle von Grafenhausen, 1,3 km und 1,0 km². Entspringt auf etwa an der Kehrhalde nordwestlich von Grafenhausen-Buggenried. Eschmattbach, von rechts und Westen auf etwa bei den Gottswiesen auf der Gemarkung Brenden, 0,6 km. Entspringt auf etwa im Walddistrikt Buggenrieder Berg. Silberbergbach, von links und Nordosten auf etwa bei den Gottswiesen auf der Gemarkung Mettenberg, 0,7 km. Entspringt auf etwa im Gewann Eschmatt. Rainenbach, von rechts und Südwesten auf etwa , bei Reinen auf der Gemarkung Brenden, 0,5 km. Entspringt auf etwa unterhalb des Wohnplatzes Inneren Höfe auf der Gemarkung Brenden. Bittebach, von links und Nordosten auf etwa vor der ehemaligen Buggenrieder Mühle, 1,6 km und 1,5 km². Entsteht auf etwa am Südrand von Buggenried. Grundbach, von rechts und Westen auf etwa kurz vor dem Mettmastausee, 1,2 km und ca. 0,8 km². Entsteht auf etwa wenig östlich des Dorfes Brenden von Ühlingen-Birkendorf. class=noviewer|10px Durchfließt auf (Stauziel) den Mettmastausee, 11,0 ha. Erlenbergbach, fließt der Mettma von links und Osten über das Mettmabecken () auf der Gemarkung Hürrlingen zu, 0,4 km. Entsteht auf etwa am Hürrlinger Berg. Sommerhaldebach, fließt der Mettma von rechts und Westen über das Mettmabecken () auf der Gemarkung Brenden zu, 0,4 km. Entsteht auf etwa im Walddistrikt Mettmaholz. Riedwiesenbach, fließt der Mettma von rechts und Westen über das Mettmabecken () an der Grenze der Gemarkungen Brenden und Berau zu, 0,4 km. Entsteht auf etwa östlich der Äußeren Höfe. Dippichbächle, von rechts und Süden auf etwa auf der Gemarkung Berau im Walddistrikt Wuhrhalden, 1,3 km. Entsteht auf etwa im Walddistrikt Schmidsmoos. Sägenbächle, von links und Norden auf unter vor der Lochmühle von Ühlingen-Birkendorf, 4,4 km und 3,3 km². Entsteht auf etwa östlich von Buggenried. Lochmühlebach, von rechts und Süden auf etwa bei der Lochmühle, 0,8 km. Entsteht auf etwa im Gewann Große Breite. Lochwiesenbach, von links und Nordnordosten auf etwa an der Lochmühle, 0,9 km und ca. 1,4 km². Entsteht auf etwa im Waldtobel Lochwiesen westlich von Ühlingen-Birkendorf-Riedern am Wald. Schloshaldebach, von rechts und Westen auf etwa , 0,5 km. Entsteht auf etwa im Gewann Bruckenbach. Langhag, von links und insgesamt Norden auf unter unter der Burgruine Mandach, 1,6 km und ca. 1,0 km². Entsteht auf etwa nördlich von Ühlingen-Birkendorf-Weilerhöfe.

Mündung der Mettma von rechts und Nordosten auf wenhig unter östlich von Ühlingen-Birkendorf-Berau in die mittlere Schlücht. Der Bach ist hier ab dem Ursprung seines kürzeren rechten Namens-Oberlaufs 17,2 km, ab dem Ursprung seines längeren linken Oberlaufs Aubach gerechnet 18,8 km lang und hat ein 39,8 km² großes Einzugsgebiet.

Nutzung und Erschließung miniatur|links|Mettma mit Stausee im Rahmen des Pumpspeichernetzwerkes Schluchsee Das Tal wird überwiegend forstwirtschaftlich genutzt. Touristisch wird das reizvolle Tal wenig genutzt, auch wenn die östliche Route des Mittelweges dem Tal folgt. Der Mettmastausee steht für Freizeitnutzungen nicht zur Verfügung.

Wasserkraft Gut 4 Kilometer oberhalb der Mündung erstreckt sich oberhalb einer Staumauer das Mettmabecken auf einer Länge von bis zu 1,5 km und einer Breite von ca. 125 m. Es gehört zum östlichen Seitenarm eines Pumpspeicher-Verbundes, der daneben aus der dreistufigen Hauptachse zwischen Schluchsee und Rhein und dem westlichen Seitenarm mit dem Albstausee besteht und das ältere von zwei großen Pumpspeicheranlagen der Schluchseewerke AG im Südschwarzwald ist.

Verkehr Für den öffentlichen Verkehr mit Kraftfahrzeugen ist das Tal der Mettma, abgesehen von querenden Gemeindeverbindungen, fast auf der gesamten Länge gesperrt.

Der Oberlauf der Mettma wird auf einer kurzen Strecke von der Landesstraße 170 begleitet, die zwischen Seebrugg (Gemeinde Schluchsee) und Bonndorf die B 500 mit der B 315 verbindet. An der Mündung überquert die Schlüchttalsstraße (L 157) von Gurtweil (Stadt Waldshut-Tiengen) nach Rothaus die Mettma. Dazwischen wird das Tal von drei Gemeindeverbindungsstraßen, Berau – Riedern am Wald (Ortsteile von Ühlingen-Birkendorf), Brenden (Ühlingen-Birkendorf) – Buggenried (Grafenhausen) und Schönenbach (Grafenhausen) – Grafenhausen gequert.

Historische Nutzungen

Bergbau Als ortus fluvii Metimē wird die Mettma im Jahr 1111 erstmals in einer Urkunde des Klosters Allerheiligen genannt. Im Mettmatal wurden sicher schon im Mittelalter, wahrscheinlich aber schon deutlich früher, die an den Abhängen zu Tage tretenden Erzgänge abgebaut. Begehrt war vor allem das Silber, das aber nicht gediegen vorkommt und darum den Abbau des silberhaltigen Bleiglanzes erforderte. Der Gewannname Silberberg unterhalb des Ortes Buggenried geht auf diesen Abbau zurück.

Der Abbau wurde im Mittelalter vom Kloster St. Blasien betrieben oder mit einer Abgabe belegt, wobei auch die Regierung von Vorderösterreich beteiligt war. Der abgebaute Bleiglanz wurde danach im Wurkehof in Todtnau verhüttet und das gewonnene Rohsilber in einer Hütte in Freiburg im Breisgau zu höherem Feingehalt gebracht. Belegt ist die Verwendung des Silbers als Münzmetall in der Freiburger Münze. Blei wurde im Mittelalter unter anderem beim Bau von Fenstern, Steinverbindungen oder Blechen verwendet.

Der Abbau der Mineralien kam mit Importen billigeren Silbers schon am Ende des Mittelalters mehr und mehr zum Erliegen. Im 20. Jahrhundert (besonders um 1900, zwischen 1922 und 1926 und um 1939) wurden Probeschürfungen im Mettmatal und auch im Schwarzatal vorgenommen. Sie führten von 1923 bis 1926 zu erneutem Abbau von Bleiglanz. Die Pforzheimer Fluss- und Schwerspatwerke GmbH begann in der Grube Brenden von 1959 bis 1962 mit dem Abbau und zeitweiliger Förderung von FlussspatRudolf Metz: Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes. 1980, S. 399–400ff, das der Herstellung von Fluor und Fluorverbindungen dient. Fluss- und Schwerspat wird im Schwarzwald nur noch in der Grube Clara abgebaut. Bei Urberg zeigt das 2001 eröffnete Mineralienmuseum einen Einblick in die Arbeit im ehemaligen Fluss- und Schwerspatbergwerk „Gottesehre“ in Höll-Bildstein.

Mühlen und Sägereien entlang der Mettma Die Wasserkraft der Mettma wurde durch mehrere Getreide- bzw. Sägemühlen genutzt so die Schaffhauser Säge, Klausenmühle, Buggenrieder Mühle, Heidenmühle und die Lochmühle.

Im Mittelalter wurde über das Berauer Wuhr Wasser am westlichen Talhang entlang bis nach Berau geführt, um dort unter anderem die Wasserkraft nutzen zu können.

Burgen entlang der Mettma Burg Mandach

Literatur