Der Landkreis Vilshofen gehörte zum bayerischen Regierungsbezirk Niederbayern. Sein ehemaliges Gebiet gehört heute zu den Landkreisen Deggendorf und Passau.

Geographie

Wichtige Orte Die einwohnerstärksten Gemeinden waren Vilshofen, Osterhofen, Aidenbach und Windorf.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzte im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Deggendorf, Grafenau, Passau, Griesbach im Rottal, Pfarrkirchen, Eggenfelden und Landau an der Isar.

Geschichte

Landgericht 1803 wurde im Verlauf der Verwaltungsneugliederung Bayerns das Landgericht Vilshofen errichtet. Dieses wurde nach der Gründung des Königreichs Bayern dem Unterdonaukreis zugeschlagen, dessen Hauptstadt Passau war.

1838 wurde der Unterdonaukreis in Kreis Niederbayern umbenannt, aus dem der gleichnamige Regierungsbezirk hervorging. Die Kreishauptstadt wurde nach Landshut verlegt. Das Landgericht Vilshofen musste im Zuge dieser Verwaltungsreform seine westlichen Gemeinden an das neu eingerichtete Landgericht Osterhofen abtreten.

Bezirksamt Das Bezirksamt Vilshofen wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Osterhofen und Vilshofen gebildet.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Vilshofen am 1. Januar 1880 die Gemeinde Eging des Bezirksamtes Passau.

Mit gut 40.000 Einwohnern war es von etwa 1890 bis zum Zweiten Weltkrieg das einwohnerstärkste Bezirksamt Niederbayerns.

Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde reichseinheitlich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt Vilshofen der Landkreis Vilshofen.

Der Landkreis Vilshofen war bis zur Auflösung einer der reichsten Landkreise Bayerns aufgrund eines in Pleinting gelegenen Ölkraftwerks, das sich im Eigentum der Bayernwerk AG befand und heute zur E.ON Energie gehört.

Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Vilshofen aufgelöst:Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Die Stadt Osterhofen sowie die Gemeinden Aholming, Aicha an der Donau, Altenmarkt, Anning, Buchhofen, Forsthart, Galgweis, Gergweis, Göttersdorf, Kirchdorf b. Osterhofen, Künzing, Langenamming, Langenisarhofen, Moos, Neusling, Neutiefenweg, Niedermünchsdorf, Niederpöring, Oberpöring, Ottmaring, Ramsdorf, Wallerfing und Wisselsing kamen zum Landkreis Deggendorf. Die Stadt Vilshofen sowie die Gemeinden Aidenbach, Albersdorf, Aldersbach, Alkofen, Aunkirchen, Beutelsbach, Eging, Garham, Haidenburg, Hofkirchen, Kirchberg, Königbach, Ortenburg, Otterskirchen, Pleinting, Rathsmannsdorf, Walchsing, Windorf, Wolfachau und Zeitlarn kamen zum Landkreis Passau. Der südliche Teil der Gemeinde Kirchberg wurde in die kreisfreie Stadt Passau eingemeindet.

Bezirksamtsvorstände (bis 1938) und Landräte (ab 1939) 1918–1925 Hermann Rubner 1926–1929 Karl Friedrich 1929–1941 Josef Grosch 1942/43–1945: Johann Wabel (NSDAP) 1952–1972: Ernst Hofmann

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 37.468 1885 42.482 1900 42.568 1910 44.085 1925 45.777 Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 47.038 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 62.800 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 53.300 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 56.400 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973

Gemeinden Vor dem Beginn der bayerischen Gebietsreform umfasste der Landkreis Vilshofen 47 Gemeinden:Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mini|375px|Landkreis Vilshofen, Gemeindegrenzenkarte von 1961

Aholming Aicha a. d. Donau, heute zu Osterhofen Aidenbach (Markt) Albersdorf, heute zu Vilshofen an der Donau Aldersbach Alkofen, heute zu Vilshofen an der Donau Altenmarkt, heute zu Osterhofen Anning, heute zu Osterhofen Aunkirchen, heute zu Vilshofen an der Donau Beutelsbach Buchhofen Eging Forsthart, heute zu Künzing Galgweis, heute zu Osterhofen Garham, heute zu Hofkirchen Gergweis, heute zu Osterhofen Göttersdorf, heute zu Osterhofen Haidenburg, heute zu Aldersbach Hilgartsberg, heute zu Hofkirchen Hofkirchen (Markt) Iglbach, heute zu Ortenburg Kirchberg, heute zu Tiefenbach Kirchdorf b. Osterhofen Königbach, heute zu OrtenburgKünzing Langenamming, heute zu Osterhofen Langenisarhofen, heute zu Moos Moos Neusling, heute zu Wallerfing Neutiefenweg, heute zu Aholming Niedermünchsdorf, heute zu Osterhofen Niederpöring, heute zu Oberpöring Oberpöring Ortenburg (Markt) Osterhofen (Stadt) Otterskirchen, heute zu Windorf Ottmaring, heute zu Buchhofen Pleinting (Markt), heute zu Vilshofen an der Donau Ramsdorf, heute zu Wallerfing Rathsmannsdorf, heute zu Windorf Söldenau, heute zu Ortenburg Vilshofen (Stadt) Walchsing, heute zu Aldersbach Wallerfing Windorf (Markt) Wisselsing, heute zu Osterhofen Zeitlarn, heute zu Vilshofen an der Donau Die Gemeinde Oberndorf war am 1. Januar 1964 nach Galgweis eingemeindet worden und gehört heute zu Osterhofen.

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen VOF zugewiesen. Es wurde bis zum 28. April 1973 ausgegeben.

Literatur Karl Wild, Rudolf Hilmer: Landkreis Vilshofen. Das Bild des Landkreises Vilshofen. Landkreis Vilshofen, Vilshofen 1966. Franziska Jungmann-Stadler: Landkreis Vilshofen. Der historische Raum der Landgerichte Vilshofen und Osterhofen (= Historischer Atlas von Bayern. Teil: Altbayern. Reihe 1, Bd. 29). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1972, ISBN 3-7696-9875-4.

Einzelnachweise

Vilshofen Kategorie:Geschichte (Landkreis Passau) Kategorie:Geschichte (Landkreis Deggendorf) Vilshofen Kategorie:Aufgelöst 1972