mini|Berlinale Palast (Theater am Potsdamer Platz) 2007

Die meisten großen Filmfestivals in Deutschland sind Gründungen der 1950er Jahre. In den 1990er Jahren gab es auch in Deutschland parallel zur Digitalisierung des Films einen starken Anstieg an neuen Filmfestivals.

Festivals nach Gründungsjahr 1950–1959 gegründet mini|hochkant|Briefmarke zu „25 Jahre Westdeutsche Kurzfilmtage“ Oberhausen

Die Berlinale im Februar jeden Jahres gilt als das wichtigste internationale Filmfestival in Deutschland und als eines der wichtigsten der Welt. Sie findet seit 1951 in Berlin statt. Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg, 1952 von Kurt Joachim Fischer als Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche gegründet, ist seit 1994 durch Hinzunahme von Heidelberg ein Festival in zwei Städten. Es gilt als eines der international wichtigsten Filmfestivals für den Autorenfilm junger Filmemacher. Was die Berlinale für den Spielfilm ist, das sind die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen im Mai für den Kurzfilm. Sie gelten mit Gründungsjahr 1954 außerdem als das weltweit älteste Kurzfilmfestival. Das bedeutendste Festival für Dokumentar- und Animationsfilm in Deutschland ist seit 1955 das Filmfestival Leipzig. Die Nordischen Filmtage in Lübeck sind seit 1956 eines der weltweit größten Festivals für skandinavische Filme außerhalb Skandinaviens sowie für Filme aus dem Baltikum und aus Schleswig-Holstein.

1960–1969 gegründet

Die 1968 gegründeten Internationalen Hofer Filmtage zeigen Deutschland- und Welt-Erstaufführungen, der Fokus liegt auf deutschen Produktionen. Das Festival gilt als Sprungbrett für den Nachwuchs des deutschen Films.

1970–1979 gegründet

Von 1972 an wurden auf dem DEFA-Gelände in Babelsberg die FDJ-Studentenfilmtage der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg abgehalten, die jedoch nach der Wende eingestellt wurden. Nach kurzer Unterbrechung wurde 1995 das Filmfest unter dem Namen sehsüchte erneuert; es ist heute das größte Internationale Studentenfilmfestival in Europa. Seit 1973 findet jährlich das Internationale Filmwochenende Würzburg statt. Es werden Publikumspreise für Spielfilme, Dokumentarfilme, Kurzfilme und Kinder- und Jugendfilme vergeben. Das internationale Festival für junge Filmfans Lucas (Filmfestival) in Frankfurt am Main (seit 1974) ist das einzige zwischen 1960 und 1989 gegründete deutsche Filmfestival, das beim Filmproduzentenverband FIAPF akkreditiert ist. Ein weiteres Festival für Kinderfilm (und Kinder-Fernsehen) ist der Goldene Spatz, der seit 1977 alle zwei Jahre in Gera stattfindet. Seit 2003 ist Erfurt zusätzlicher Austragungsort. Das 1977 gegründete Open Air Filmfest Weiterstadt ist ein internationales Filmfest für Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme. Eines für deutschsprachigen Dokumentarfilm maßgebliches Filmfestivals ist die 1977 gegründete Duisburger Filmwoche. Die Internationalen Grenzland-Filmtage in Selb wurden 1977 als die „1. Wunsiedler Filmtage“ gegründet und im Jugendzentrum in Wunsiedel durchgeführt. 1978 zog das Festival nach Bad Alexandersbad und erhielt seinen heutigen Namen. Seit 1981 wird die Veranstaltung in Selb im Kino-Center durchgeführt und gilt als das älteste Filmfestival mit osteuropäischer Ausrichtung. Heute befassen sich die Internationalen Grenzland-Filmtage Selb mit Grenzthemen allgemein. Das Filmfest Biberach in Biberach an der Riß (gegründet 1979) ist ein relativ kleines Festival für deutsche Filme.

1980–1989 gegründet mini|Vorhang im Carl Orff Saal im Gasteig

Das Filmfestival Max Ophüls Preis ist ein jährliches Filmfestival in Saarbrücken für Nachwuchsfilmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es wurde 1980 von Albrecht Stuby gegründet. 1980 gründete sich zudem das Europäische Filmfestival Göttingen, welches seitdem jährlich mit wechselndem Länderschwerpunkt stattfindet. Es umfasst einen Langfilmwettbewerb für junge deutsche Filmschaffende sowie einen Kurzfilmwettbewerb. Im Jahr 1981 fanden in Münster zum ersten Mal die Filmzwerge statt; inzwischen umfasst das Filmfestival Münster sowohl einen Spielfilm- als auch den traditionellen Kurzfilmwettbewerb. Ebenfalls erstmals 1981 fand das Internationale Festival der Filmhochschulen München statt. Es wird wie das Filmfest München von der Internationale Münchner Filmwochen veranstaltet und gehört heute zu den bedeutendsten Nachwuchsfestivals der Welt. Seit 1982 gibt es das Internationale Kurzfilmfestival Berlin der Agentur interfilm Berlin. Das innovative Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest wurde 1982 ins Leben gerufen. Eines der weltweit größten und wichtigsten Filmfestivals für den Bereich Animation ist das Trickfilmfestival Stuttgart, das 1982 gegründet wurde und seit 2005 jährlich stattfindet. Es zeigt und prämiert die besten Kurz- und Langfilme sowie Serien im Bereich Animation und dient der Förderung von Nachwuchstalenten. Zum wichtigen deutschen Filmfestival für junge Nachwuchsregisseure zählt Up-and-coming in Hannover (seit 1982 bundesweit, seit 1991 international). Das älteste internationale Frauenfilm-Festival in Deutschland ist die Feminale in Köln (gegründet 1983). 2006 schloss sich die Feminale mit femme totale zum Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund/Köln zusammen. Seit 1983 gibt es die Französischen Filmtage Tübingen-Stuttgart, ein Forum für vorwiegend Spielfilme aus dem gesamten französischsprachigen Raum. Das 1983 gegründete Filmfest München mit Schwerpunkt Spielfilm ist im Sommer eines der Filmfestivals mit den höchsten Besucherzahlen in Deutschland. Die Schwule Filmwoche Freiburg in Freiburg im Breisgau ist mit Gründungsjahr 1984 die älteste Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Seit 1985 findet jährlich das Internationale Dokumentarfilmfestival München (DOK.fest) statt. 1985 wurde das NoBudgetFestival Hamburg gegründet, das sich durch die Betonung des gering budgetierten Kurzfilms schnell einen Namen als Ort des abwegigen und trashigen Films machte, weil es eine Klientel ansprach und erreichte, die sich zum Beispiel nicht bei den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen wiederfand. Durch das Anwachsen der jährlich eingereichten Filmmenge wurde bald das Bedürfnis empfunden, die präsentierten Filme stärker zu differenzieren, zumal vielen der ausgewählten Filme der No-Budget-Charakter abgesprochen wurde. Daher erweiterte das Festival sein Programm und wurde gleichzeitig in das Internationale Kurzfilm-Festival Hamburg umbenannt. Ebenfalls 1985 findet in München das erste Internationale Dokumentarfilmfestival München (DOK.fest) statt. Ebenfalls 1985 findet in Freiburg die erste Schwule Filmwoche Freiburg statt. Ein weiteres im Jahre 1985 unter dem Namen „Frankfurter Schülerfilmtage“ gegründetes Festival ist die visionale, das älteste hessische Filmfest für junge Menschen bis zu einem Alter von 27 Jahren, bei der über ein Festivalwochenende hinweg die besten Kurzfilme gekürt werden. Sie findet im November in Frankfurt am Main statt. In Osnabrück wurden im Jahr 1986 die „Tage des unabhängigen Films“ gegründet. 2001 erhielt das Festival eine stärkere gesellschaftspolitische Ausrichtung und trägt seither den Namen Unabhängiges FilmFest Osnabrück. Es ist eines der ältesten Filmfestivals in Niedersachsen. Insbesondere für das junge europäische Kino ist seit 1986 das Internationale Filmfest Braunschweig bedeutend, das das größte Filmfestival in Niedersachsen ist.Internationales Filmfestival, auf kino-braunschweig.de 1988 veranstaltete CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung einen ersten Internationalen Filmhistorischen Kongress, der seither alljährlich im November in Hamburg stattfindet. 2004 wurden die Kongresse erweitert zu CineFest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes. Veranstalter ist neben CineGraph das Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin. In jedem Jahr steht das Festival jeweils unter einem Schwerpunkt-Thema. Nach der Veranstaltung in Hamburg laufen Teile des Filmprogramms auch in Berlin, Prag, Wien, Zürich/Lausanne und Udine/Gorizia. Das internationale Kurzfilmfestival Filmfest Dresden findet jährlich seit 1989 statt. Es vergibt jeweils getrennt nach nationalem und internationalem Wettbewerb die Goldenen Reiter.

1990–1999 gegründet mini|hochkant|Veranstaltungszelt des Festivals des deutschen Films

1990 wurden die jährlichen Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg – International Queer Film Festival gegründet. Das zweitgrößte Filmfestival Hamburgs ist als ältestes und größtes Queerfilmfestival Deutschlands international angesehen und bedeutsam. Seit 1997 werden Publikumspreise an Kurz-, seit 1998 auch an Langfilme vergeben. Die Festivalpreise wurden 2006 um den Filmnachwuchspreis „Made in Germany“ und seit 2009 um einen Jurypreis erweitert. 1991 gründete sich die Cologne Conference (CoCo), die 2016 in Film Festival Cologne umbenannt wurde. Das Festival ist heute mit über 30.000 Besuchern jährlich eines der größten internationalen Filmfestivals Deutschlands. Verliehen werden sieben Preise, unter anderem der Filmpreis Köln, der The Hollywood Reporter Award, der International Actors Award und der Filmpreis NRW. Der ehemalige Schwerpunkt auf TV-Serien lebt in der Programmreihe Top Ten TV fort. Das Köln Comedy FilmFestival verleiht seit 1991 jedes Jahr im Oktober im Rahmen des Deutschen Comedypreises Auszeichnungen für die besten in- und ausländischen Filmkomödien. Das filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern findet jährlich in der ersten Maiwoche in Schwerin statt. Es wurde 1991 als Filmkunstfest Schwerin gegründet. Mit 17.000 Zuschauern im Jahr 2009 ist es das größte Publikumsfestival in den neuen Bundesländern. Der Fliegende Ochse ist der Hauptpreis des Spielfilmwettbewerbs. Seit 2002 wird auch der Goldene Ochse, der Ehrenpreis des Festivals verliehen. Das Internationale Videofestival Bochum wurde im Kreise der Fachschaft Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft 1991 an der Campus-Uni Ruhr-Universität Bochum gegründet und findet im dortigen Musischen Zentrum statt und wird gefördert von der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen und unterstützt vom Schauspielhaus Bochum. Auf internationale Filme spezialisiert ist seit 1991 (mit Vorgänger-Festivals) das Filmfest Hamburg. Eines der wichtigsten interkulturellen Filmfestivals ist das Filmfestival Türkei/Deutschland, das seit 1992 jährlich in Nürnberg stattfindet. Das OpenEyes Filmfest Marburg ist ein 1994 gegründetes Open-Air-Filmfestival mit Publikumswettbewerb. Es interessiert sich für aktuelle internationale Kurzfilme aller Genres mit dem Schwerpunkt auf unterrepräsentierte Formate und Filmschaffende. Durch Zusammenarbeit mit der Philipps-Universität und jährlich wechselnden Mitarbeitenden fungiert es zudem als eine Art Ausbildungsfestival. Ebenfalls seit 1994 lädt das Göttingen International Ethnographic Film Festival alle zwei Jahre im Mai Interessierte für ethnographische Filme in die Göttinger Innenstadt. Im September 1994 entstand außerdem das Internationale Filmfest Oldenburg. Der Schwerpunkt des Festivals liegt bei deutschen und amerikanischen Independent-Produktionen. Ziel der Gründung war es, ein unkonventionelles und innovatives Festival zu etablieren. Thematische Filmfestivals sind die Rüsselsheimer Filmtage (seit 1994 jährlich) mit Schwerpunkt satirische Kurzfilme, das Freiburger film forum in Freiburg im Breisgau (seit 1997 alle zwei Jahre) mit Schwerpunkt Ethnologie, das Internationale Filmfest Oldenburg (seit 1994) mit Schwerpunkt amerikanischer Independent-Film und das Fantasy Filmfest in mehreren deutschen Städten mit den Schwerpunkten Science-Fiction, Horror und Thriller. Seit 1996 wird das EthnoFilmfest in Berlin veranstaltet. Seit 1997 findet in Hannover das lesbisch-schwule Filmfestival Perlen statt, das seine Wurzeln wiederum 1979 als Schwule Filmtage Hannover hatte.

2000–2009 gegründet mini|hochkant|Festivalplakat Bollywood and beyond 2006

In Hannover gibt es mit dem Filmfest Seepferdchen seit dem Jahr 2000 ein internationales Kinderfilmfestival.