mini|hochkant=1.3|Anna Franziska Schwarzbach, 2013 Anna Franziska Schwarzbach geb. Brockhage (bis 1990 Franziska Lobeck; * 21. September 1949 in Rittersgrün, Sachsen) ist eine deutsche Architektin, Medailleurin und Bildhauerin.
Leben und Wirken mini|hochkant|Lise Meitner Denkmal Unter den Linden Berlin mini|hochkant|Büste Detlev Ganten (Campus Berlin-Buch 2021)
Die Tochter des Bildhauers und Formgestalters Hans Brockhage legte 1968 das Abitur an der Bertolt-Brecht-Oberschule in Schwarzenberg/Erzgeb. ab und studierte danach Architektur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee bei Selman Selmanagić. Nach dem Abschluss des Studiums mit Diplom 1973 war sie bis 1975 als Architektin mit Arbeiten am Theatersaal am Berliner Palast der Republik beschäftigt. Von 1975 bis 1979 absolvierte sie ein Abendstudium der Portraitplastik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit 1977 ist sie freischaffende Bildhauerin.
Schwarzbach ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst und gehört dem Künstlerkreis der Berliner Medailleure an.
Ihr Arbeitsgebiet reicht von der Kunst im öffentlichen Raum über Skulpturen aus Bronze, Stein, Holz und Eisenguss bis zur Kleinplastik und Medaillen. Sie ist eine der wenigen Bildhauerinnen, die sich mit dem Eisenguss befassen, der sie besonders fasziniert. Ebenso ist sie grafisch tätig und pflegt dabei neben anderen Drucktechniken besonders die Radierung.
Sie lebt und arbeitet in Berlin und ist mit dem Restaurator Peter Schwarzbach verheiratet.
Paul-Gerhardt-Medaille mini|hochkant|Paul Gerhardt Medaille 2001 mini|hochkant|Rückseite Paul Gerhard Medaille 2001 mini|hochkant|'Marguerite Vogt' Berlin-Buch (2022)
Die Paul-Gerhardt-Medaille wurde von Anna Franziska Schwarzbach gestaltet und modelliert. Die Plakette besteht aus Bronze und zeigt das Bildnis des evangelisch-lutherischen Theologen und bedeutendsten deutschsprachigen Kirchenliederdichters Paul Gerhardt (1607–1676). Sie wird seit 2001 jährlich verliehen. Aufschrift Rückseite: Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das höchste Gut erlesen, den schönsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. Paul Gerhard 1607-1676 Mit der Medaille ehrt die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) Christen, die sich durch außergewöhnliches Engagement in kirchlichen Projekten und Initiativen einbringen, zum Beispiel in den Jahren 2001 den Architekten und Denkmalpfleger Andreas Kitschke, 2006 Bernd Janowski (1957–2023), den ehemaligen Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, und 2023 die ehrenamtlichen Helfer für Geflüchtete aus der Ukraine, Monika Droese und Michael Broda aus Spremberg (Kreis Spree-Neiße).Paul-Gerhardt-Medaille an zwei Ehrenamtliche in Spremberg. Pressemitteilung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, 5. Oktober 2023, abgerufen am 21. Februar 2024. „Vor dem Hintergrund immer größer werdender gesellschaftlicher Herausforderungen“ wolle die EKBO mit der Medaille „Menschen würdigen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement zum sozialen Zusammenhalt beitragen und anderen helfen, in Würde zu leben“, hieß es zur Begründung. „Was unsere Kirchengemeinden in den Wochen und Monaten seit Kriegsausbruch an und mit Geflüchteten geleistet haben, ist unübertroffen“, erklärte Harald Geywitz, Präses der Landessynode der EKBO, mit Blick auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Spremberger Gemeinde sei beispielhaft für das Engagement, „und so sind es die beiden Geehrten.“Paul-Gerhardt-Medaille für Flüchtlingshelfer. Evangelische Zeitung, 5. Oktober 2023, abgerufen am 24. Februar 2024.
Ehrungen 1992: Süddeutscher Medaillenpreis Schweinfurt 1995: Kunstpreis der ARAG Düsseldorf (heute: Kunstpreis des Vereins Berliner Künstler – Benninghauspreis) 1998: Ernst-Rietschel-Kunstpreis für Bildhauerei 2010: Frieda-Rosenthal-Preis der SPD Berlin-Lichtenberg 2010: Hilde-Broër-Preis für Medaillenkunst der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst und der Gemeinde Kressbronn für ihr „originelles wie komplexes, zeitbezogenens wie zeitloses Werk“Kressbronner Jahrbuch; Band 24, 2011, S. 95. 2016: Deutscher Medailleurpreis der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst und der Stadt Suhl 2020: J. Sanford Saltus Medal Award for outstanding achievement in medallic art der American Numismatic Society 2021: Brandenburgischer Kunstpreis für Bildhauerei
Ausstellungen 1983–1989: Galerie Sophienstraße 8 Berlin, Galerie Bunte Stube Ahrenshoop, Schloss Oppurg, Galerie Oben Karl-Marx-Stadt, Galerie Rotunde, Altes Museum Berlin, Galerie Silberstein Schwarzenberg mit P. Schwarzbach 1990–1995: Brecht-Haus-Weißensee Berlin mit E. König, Galerie Berliner Grafikpresse mit Wienkowsky, Galerie-ODER-Form Berlin mit Hans Brockhage, Schloss Rheinsberg mit E. König, Galerie Netuschil Darmstadt; Galerie Hintersdorf mit H. D. Sailer, Hofgalerie Bullmann & Wunsch Chemnitz; Kunstgussmuseum Lauchhammer; Rathaus Leonberg; VBK Berlin; ARAG Düsseldorf 1996–1999: Havelberger Dom; Kunsthof Halberstadt; Galerie Netuschil; Alte Völklinger Hütte Saarland; Böll Bibliothek Berlin; Galerie Mite Berlin mit Dietrich Noßky; Kulturforum Villa Oppenheim Berlin; Galerie Himmelreich Magdeburg; Galerie im Kloster Ribnitz Damgarten; GEHAG-Forum Berlin 2000–2004: Magdeburger Dom; Schloss Wolkenburg; Rathaus Fürstenwalde; Galerie Petra Lange Berlin mit Guy Michels; Galerie d’Art du Théatre d’Esch/Alzette Luxemburg; Exhibition of contemporary art from Germany CERN Genf; Botanischer Garten Berlin; Museum der Stadt Zerbst; Galerie Rosenkranz; Schlossbergmuseum Chemnitz; Evangelische Kirche Hückelhoven; Roter Turm Jena 2005: Galerie M, Berlin (mit Peter Schulz Leonhardt) 2009/2010: Kunstgießerei Flierl, Berlin In: tip Berlin. 30. Dezember 2009. Kurzinterview. 2013: Galerie Forum Amalienpark, Berlin-Pankow: Konrad Knebel & Anna Franziska Schwarzbach – Malerei und Skulptur; abgerufen am 4. Juni 2018. 2015: Schadow-Haus des Deutschen Bundestags 2018: Porträts kluger Frauen, Humboldt-Universität Berlin, Kustodie. Diese Ausstellung wurde von Anna Franziska Schwarzbach und Angelika Keune kuratiert. 2022: Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) 2023: Wustrow, Kunstscheune Barnsdorf (mit Malte Brekenfeld und Hans Scheib)
Ausstellungsbeteiligungen in der DDR und der Bundesrepublik 1979, 1981 und 1983: Berlin, Bezirkskunstausstellungen 1980: Frankfurt/Oder, Sport- und Ausstellungszentrum („Junge Künstler der DDR“) 1980: Berlin, Berlin, Treptower Park („Plastik und Blumen“) 1982/1983 und 1987/1988: Dresden, IX. und X. Kunstausstellung der DDR 1984: Berlin, Altes Museum („Junge Künstler der DDR“) 1984: Berlin, Altes Museum („Alltag und Epoche“) 1985: Erfurt, Gelände der Internationalen Gartenbauausstellung („Künstler im Bündnis“) 1985/1986: Stuttgart, Galerie unterm Turm, und Bremen, Galerie in der Böttcherstraße („DDR-Künstlerinnen“) 1986: Fürstenwalde, Altes Rathaus („Miniatur in der bildenden Kunst der DDR“) 1987: Bonn, Rheinisches Landesmuseum, München, Staatsgalerie Moderne Kunst, und Mannheim, Kunsthalle Mannheim („Bildhauerkunst aus der DDR“) 1989: Fellbach, Schwabenlandhalle („Kleinplastik“)
Werke (Auswahl) Medaillenkunst 2010: Bischofskreuz, Silber und Gold, Evangelische Landeskirche in Mitteldeutschland Abgerufen am 8. September 2012.
Arbeiten im öffentlichen Raum mini|hochkant|Skulptur Knieende Dame mit Schale in Berlin-Prenzlauer Berg, genannt die Nackte vom Ostseeplatz mini|hochkant=1.2|"Wenn ich groß bin, dann..." Mahnmal, Berlin-Buch (2000)
2004–2009: Türgriffe an den Hauptportalen der Göttinger Stadtkirchen St. Jacobi (Wanderfalke, 2005), St. Marien (Einhorn, 2006), St. Johannis (Fische, 2006), und St. Albani (Phönix, 2009). Diese Kunstaktion geht darauf zurück, dass 2003 die Türgriffe von den Hauptportalen von St. Marien, St. Johannis und St. Jacobi gestohlen worden waren.Jens Reiche, Christian Scholl (Hrsg.): Göttinger Kirchen des Mittelalters. Universitätsverlag, Göttingen, 2015. 2010: Balkentragender Christus, 2010, Plastik, Bonhoeffer-Kirche FriedrichsbrunnBonhoeffer-Kirche, mit Abbildung der Plastik. Abgerufen am 13. Dezember 2014. 2014: Lise Meitner, Denkmal, Humboldt-Universität zu BerlinLise Meitner – Große Physikerin, späte Ehrung. In: Der Tagesspiegel. 9. Juli 2014, abgerufen am 30. August 2015. 2017: Marie-Elisabeth Lüders, Porträtbüste auf einem weißen steinernen Sockel mit goldener Inschrift; Auftragswerk des Deutschen Bundestages zur Würdigung der Namensgeberin des entsprechenden VerwaltungsbausTobias Miller: Kunst der Politik. In: Berliner Zeitung, 18. April 2018, S. 6. 2019: Friedrich Jung, Porträtbüste zur Ehrung des Pharmakologen, aufgestellt im Wissenschaftsmuseum auf dem Campus Berlin-Buch 2021: Detlev Ganten, Porträtbüste des Pharmakologen auf dem Campus Berlin-Buch, Robert-Rössle-Straße 10 2022: Marguerite Vogt, Porträtbüste, auf dem Campus Berlin-Buch, Robert-Rössle-Str. 10 2025: Statue der Freifrau von Löwendal am Kunstgussmuseum Lauchhammer
Bildhauersymposien 2000 Mahnmal an die Mordopfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms, Skulpturenpark des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC), Berlin Abgerufen am 4. August 2011.
Literatur/Katalogerwähnungen
Weblinks
Homepage von Anna Franziska Schwarzbach Anna Franziska Schwarzbach erschafft Skulpturen für Kunstpreis 2020 (youtube.com 3:01 Minuten) Anna Franziska Schwarzbach – Ausstellungsfilm Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) auf youtube.com (3:43 Minuten)
Schwarzbach bei Kunsthandel Karger
Einzelnachweise
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