mini|SLT „Elefant“ beim Verladen eines Leopard 2A4

Die Schwerlasttransporter (SLT) Elefant, Franziska und Mammut sind militärische Sonderentwicklungen der Bundeswehr und werden bei den Instandsetzungs-, Transport- und Logistikbataillonen der Divisionen und Korps sowie der Streitkräftebasis eingesetzt.

Entstehungsgeschichte In den Anfängen der Bundeswehr wurden Fahrzeuge der Baureihe Büssing 8000 S als Schwerlastzugmaschinen (SLZM) (Dienstbezeichnung: „Allrad Zugmaschine mit Seilwinde und Schwerlastanhänger 25t“) eingesetzt.

SLT 50 „Elefant“ Der Panzertransporter der ersten Generation der Bundeswehr, der 25t glw Faun L 1212/45 VSA, wies bereits zu Beginn der 1960er-Jahre eine zu geringe Transportlast auf und wurde durch eine Neubeschaffung ersetzt. Die Weiterentwicklung dieses Fahrzeugs, der Faun 1212/50VS mit vier angetriebenen Achsen und dem MTU/Mercedes-Benz MB 837 ea 500 (einer Entwicklung aus dem Leopard-1-Motor) als Triebwerk, gilt als Prototyp des späteren SLT 50. Zusammen mit den USA wurde unter der Designation HET (Heavy Equipment Transport) 70/SLT 50 die Gemeinschaftsentwicklung eines neuen Transporters, unter anderem für das Projekt Kampfpanzer 70 in Angriff genommen.SLT 50-2 und HET70 bei THW Modelliste

Mit der Einstellung des Projektes im Jahr 1970 wurde ebenfalls der Panzertransporter gestoppt und Faun und Krupp mit einer Neuentwicklung beauftragt, da immer noch Bedarf bestand. Gefordert waren Beweglichkeit im Gefechtsfeld, Bergung im Gelände und Transport von Großgerät auch bei ungünstigen Straßenverhältnissen. Erste Vorserienmodelle wurden bereits 1971 getestet, und die Ergebnisse resultierten in einer Beauftragung für die Serienfertigung. Im April 1976 lieferte Faun die ersten von insgesamt 324 geländegängigen Zugmaschinen SLT 50-2 (Bundeswehrbezeichnung: Sattelzugmaschine 50-2 gl, 8×8-Schwerlasttransporter SLT 50-2). Auslieferungsende war 1979. Kässbohrer lieferte nach dem Kauf der Lizenz von Krupp die gleiche Anzahl Auflieger (Bundeswehrbezeichnung: Sattelanhänger 50t, Tieflader, mil, gl, 8×0).

1988 wurden die Zugmaschinen einer Wertsteigerung unterzogen, die Hydraulik wurde erneuert, das Bremssystem verbessert sowie die komplette Elektrik neu verlegt.

Von 1995 bis 1999 kamen die Maschinen zu Faun für eine Hauptinstandsetzung und wurden dabei von 50-2 auf 50-3 umgerüstet. Die meisten der Änderungen waren nicht so deutlich erkennbar. Es wurde vor allem an der Tauglichkeit für den Straßenverkehr (Rückspiegel, Rundumwarnleuchten, Begrenzungsleuchten) und dem Komfort für die Besatzung gearbeitet. Die Ergonomie im Cockpit wurde verbessert und auf den Einsatz asbestfreier Materialien geachtet. Die größte Modifikation erfuhr das Fahrzeug im Triebwerksbereich, wo der MB-8-Zylinder gegen einen neuen Deutz-12-Zylinder gleicher Nennleistung, aber mit verbesserter Wirtschaftlichkeit und mehr Drehmoment ausgetauscht wurde. In diesem Zusammenhang wurde auch das Getriebe des SLT 50 modifiziert.

Als Resultat kann die Zugmaschine nun auch den neuen Auflieger mit 56/59 Tonnen Maximalzuladung ziehen.

Im Rahmen der Auslandseinsätze wurden zehn SLT 50-3 von der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit Rheinmetall mit einer Zusatzpanzerung (Modulare Schutzausstattung, MSA) ausgestattet, um das Schutzniveau für die Besatzung zu erhöhen.

SLT 56 „Franziska“ mini|SLT „Franziska“, zu erkennen an den Doppelscheinwerfern

Mit der Einführung des Leopard 2 wurde auch ein neuer Panzertransporter benötigt, der das neue Kettenfahrzeug mit seinem gestiegenen Gesamtgewicht transportieren konnte. Die Entscheidung fiel zugunsten einer nicht geländegängigen Konstruktion, da die Anforderung der Bundeswehr nur den Transport über asphaltierte Straßen im Inneren des Landes beinhaltete. Ein erster Prototyp wurde unter der Bezeichnung FS42.75/42 bereits 1979 getestet. Diese Tests mit dem mit einem KHD BF 12L413 FC und einem 16-Gang-Getriebe von ZF ausgerüsteten Prototyp endeten erst 1988. Mit der Endbezeichnung FS 45.75/42 (Bundeswehrbezeichnung: Sattelzugmaschine, schwer, 8×6) wurde das Fahrzeug dann von Faun in Serie hergestellt; es erhielt einen 56-t-Auflieger (Bundeswehrbezeichnung: Sattelanhänger 56t, Tieflader, tmil, 12×0) der Firma Kässbohrer.

Auf den ersten Blick ähnelt der SLT 56 dem SLT50-2/3 sehr. Erst bei genauerem Hinsehen offenbaren sich die Unterschiede, besonders im Bereich der Front und des Motors hinter dem Fahrerhaus.

Insgesamt beschaffte die Bundeswehr 1989 49 Panzertransporter, an denen 1993 aufgrund der Erfahrungen in Somalia einige Umbaumaßnahmen erfolgten.

SLT 2 „Mammut/Elefant“ Mit der Einführung des Leopard 2A6M und der Vorstellung der Kampfwertsteigerung auf den Leopard 2A7 wurde die Notwendigkeit eines Schwerlasttransporters deutlich, der in der Lage sein würde, den wieder schwerer gewordenen Kampfpanzer der Bundeswehr zu transportieren, so wurde von Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) eine neue Zugmaschine vorgestellt.

Schwerlasttransporter SLT 50 „Elefant“ mini|Sattelauflieger 56t für „Elefant“ und „Franziska“

Der Schwerlasttransporter „Elefant“ gehört zu den Fahrzeugen der zweiten Generation und wurde ab Ende der 1970er Jahre in Dienst gestelltSLT 2 Mammut: Familienzuwachs bei der Bundeswehr https://www.eurotransport.de/artikel/slt-2-mammut-familienzuwachs-bei-der-bundeswehr-6638556.html. Die Sattelzugmaschine 50-2 wird von einem wassergekühlten Mercedes-Benz-Dieselmotor angetrieben, der hinter dem Fahrerhaus angeordnet ist. Dabei verteilt sich die Leistung über ein Wandler-Schaltgetriebe auf alle vier Achsen, wobei die ersten beiden als Lenkachse ausgeführt sind. Der Sattelauflieger mit einer Gesamtnutzlast von 52 t hat eine Ladefläche von 7800 × 3150 mm; seine Höhe lässt sich hydraulisch um +100/−80 mm verstellen. Die hydraulisch-mechanische Steuerung der vier Achsen ist abhängig vom Knickwinkel zwischen Zugmaschine und Sattelanhänger und erfolgt über den sogenannten „Kulissenstein“ des Aufliegers.

Mit der Umrüstung zur Bezeichnung 50-3 erhielt die Zugmaschine einen neuen Zwölfzylinder-Deutz-Dieselmotor mit Ladeluftkühlung, Direkteinspritzung und Abgasturbolader. Weitere Änderungen waren: Klebefolie als Warntafeln luftgefederte Sitze und zusätzliche Rückfahrscheinwerfer Einführung Sattelanhänger 56t Klimaanlage bei MSA-Ausstattung

Zum Bergen und Verladen besitzt der Elefant zwei Rotzler-Hydroseilwinden mit 43 m Seillänge und einer Zuglast von 18,6 t pro Winde.

Technische Daten SLT 50-2 mit Anh. 52t SLT 50-3 MSA mit Anh. 52t Typ: geländegängiger Panzertransporter geländegängiger Panzertransporter Motor: 8-Zylinder-Dieselmotor MTU MB 837 EA-500, zwei Abgasturbolader 12-Zylinder-Dieselmotor Deutz MWM TBD234, zwei Abgasturbolader Hubraum: 29.920 cm³ 21.600 cm³ Leistung: 537 kW (730 PS) 540 kW (735 PS) Kühlung: Flüssigkeitskühlung Flüssigkeitskühlung Getriebe: automatisches 4-Stufen-ZF-Getriebe W500-10 automatisches 4-Stufen-ZF-Getriebe W500-10 4PW 200 H2 Länge über alles: 18.830 mm 18.830 mm Breite über alles: 3.150 mm 3.150 mm Höhe über alles: 3.300 mm 3.300 mm Watfähigkeit: 800 mm 800 mm Leergewicht: 38.000 kg 39.000 kg Gesamtgewicht:bei 40 km/h 92.000 kg 92.000 kg MLC c92 c94 Nutzlast:bei 40 km/h 52.000 kg 52.000 kg Höchstgeschwindigkeit:mit Anhänger 56 t / 52 tmit Anhänger 52 t und Last über 47,7 t 65 km/h62 km/h40 km/h 65 km/h62 km/h40 km/h Tankvolumen: 800 l 800 l Kraftstoffverbrauch: Straße: 160 l/100 km Straße: 130 l/100 km Reichweite: Straße: 500 km Straße: 615 km Besatzung: 4 2 Bewaffnung: 1 Maschinengewehr MG3 auf Drehringlafette 1 Maschinengewehr MG3 auf Drehringlafette

Schwerlasttransporter SLT 56 „Franziska“ Der Schwerlasttransporter „Franziska“ gehört zur Fahrzeuggeneration 3 und erweitert die Transportkapazitäten für überschwere Kampfpanzer. Optisch gleicht die Zugmaschine dem SLT 50-2 „Elefant“ mit einigen Ausnahmen, ist aber ein eigenständiges Fahrzeug. Markantes Unterscheidungsmerkmal sind die Doppelscheinwerfer an der Fahrzeugfront. In technischer Hinsicht sind es der Antrieb, der Motor, der Sattelauflieger und die geänderte Anordnung von Seilwinden und Staukästen. Wie der Elefant ist auch der Transporter Franziska mit zwei Rotzler-Seilwinden ausgestattet, mit deren Hilfe ein Panzer oder sonstiges Gerät bei Fahruntüchtigkeit auf den Tieflader gezogen werden kann. Die Ladefläche misst 8900 × 3150 mm, die Last wird auf 24 Räder verteilt. 1993 unterzog die Bundeswehr den SLT einer Hauptinstandsetzung. In dieser Zeit wurden die Kotflügel verstärkt, die Windenverkabelung geändert, luftgefederte Fahrersitze eingebaut sowie zusätzlicher Stauraum geschaffen. Hinweis: „Franziska“ ist – im Gegensatz zu „Elefant“ – kein offiziell eingeführter Name.

Im Rahmen des UN-Einsatzes in Somalia war der SLT 56 mit dem alten Auflieger im Einsatz. Der neue Auflieger war also nie in weißer Lackierung im Einsatz. Bilder der weißen Franziska-Zugmaschine mit dem alten Auflieger finden sich in der Bildersammlung auf Panzer-Modell.de.SLT 56 Franziska bei Panzer-Modell.de

Technische Daten SaZgM schwer mil (8×6) mit Anh. 56t Typ: nicht geländegängiger Panzertransporter Motor: 12-Zylinder-Dieselmotor KHD BF L 513Cmit Abgasturbolader und Ladeluftkühlung Hubraum: 19.144 cm³ Leistung: 386 kW (525 PS) Kühlung: Luftkühlung Getriebe: 8-Gang, ZF 4 S-150 GPA Länge über alles: 19.700 mm Breite über alles: 3.150 mm Höhe über alles: 2.810 mm Watfähigkeit: 450 mm Leergewicht: 37.700 kg Gesamtgewicht:bei 62 km/h 94.500 kg MLC c100 Nutzlast: 56.000 kg Höchstgeschwindigkeit:mit Anhänger 56 t / 52 tmit Anhänger 52 t und Last über 47,7 t 72,2 km/h62 km/h40 km/h Tankvolumen: 800 l Kraftstoffverbrauch: Straße: 110 l auf 100 km Reichweite: Straße: 700 km Besatzung: 4 Bewaffnung: 1 Maschinengewehr MG3 auf Drehringlafette

Sattelauflieger Mit der Einführung des Leopard 2A5 und A6 wurde der Auflieger nochmals modifiziert. Die Modifikationen umfassten einen zusätzlichen Stabilitätsholm, wodurch die neue Nutzlast nun 59,7 t beträgt. Zudem wurden Schutzbleche vor den Stoßdämpfern und Abstandsstücke zwischen den Auffahrrampen ergänzt, diese sind dadurch im aufgeladenen Zustand nicht mehr leicht zur Ladefläche hin geneigt, was nun auch den Transport des MAN 10 t gl zulässt.

mini|SLT „Elefant“ mit modifiziertem Auflieger 56t und Leopard 2A4 als Nutzlast

Schwerlasttransporter SLT 2 „Mammut/Elefant“ Die neue Zugmaschine, von der Bundeswehr als Schwerlasttransporter der zweiten Generation – kurz SLT 2 – bezeichnet, kann nicht nur mit einem erhöhten Transportgewicht von bis zu 70 Tonnen aufwarten; sie wurde auch mit einer verbesserten Fahrzeugschutzausstattung gegen Infanteriewaffen und Granatsplitter versehen, die bei den bisherigen Schwerlasttransportern als MSA nachgerüstet werden musste. Bei der Zugmaschine handelt es sich in der Basis um den MAN HX81, der mit einem 680 PS leistenden V8-Motor von MAN ausgerüstet ist und die Euro5-Abgasnorm erfüllt.

Die Zugmaschine ist mit zwei 20-t-Winden zum Bergen von Fahrzeugen sowie einer Selbstbergewinde an der Fahrzeugfront mit 8 Tonnen Maximallast bestückt. Es sollte für diese Zugmaschine zwei verschiedene Auflieger geben, welche unabhängig beschafft werden sollten. Der kleinere hat eine Nutzlast von maximal 30 Tonnen, der größere eine Nutzlast von maximal 70 Tonnen und war somit auch für den Leopard 2A7 gedacht. Der 70-t-Auflieger hat pro Seite sieben kurze Achsen mit Zwillingsreifen, von denen die zwei ersten und die vier letzten lenkbar sind, um Wendekreis und Reifenabrieb zu reduzieren.

Das zulässige Gesamtgewicht des Gespanns liegt bei knapp 130 Tonnen. Die Gesamtlänge beträgt etwa 24 Meter.

Der SLT 2 wurde im Laufe des Jahres 2012 bei der Bundeswehr in Dienst gestellt, bis zum Ende des Jahres 2013 sollten alle zwölf bestellten Kombinationen ausgeliefert sein. Der Gesamtpreis der Fahrzeuge betrug 12 Mio. Euro. 2015 bestellte die Bundeswehr sieben weitere Zugmaschinen bei RMMV. , abgerufen am 5. März 2012