Leslie Mark Hughes, OBE (* 1. November 1963 in Ruabon bei Wrexham) ist ein ehemaliger walisischer Fußballspieler und gegenwärtiger Trainer. Während seiner aktiven Karriere war er in erster Linie bekannt als Spieler von Manchester United, wobei er zwischendurch auch kurz für den FC Barcelona und den FC Bayern München sowie später erfolgreich für den FC Chelsea agierte. Er gewann mit „United“ zwei englische Meisterschaften (1993, 1994), drei FA-Cup-Trophäen (1985, 1990, 1994), eine Ligapokalausgabe (1992) sowie 1991 den Europapokal der Pokalsieger. Er bestritt dazu 72 Länderspiele zwischen 1984 und 1999 für die walisische Nationalmannschaft, erzielte dabei 16 Tore„Wales – Record International Players“ (RSSSF) und trainierte die Auswahl von 1999 bis 2004. Danach begann er als Vereinstrainer in der Premier League zu arbeiten und heuerte nacheinander bei den Blackburn Rovers, Manchester City, dem FC Fulham, den Queens Park Rangers, Stoke City und dem FC Southampton an.
Karriere als Spieler Vereine Manchester United, Teil 1 (1978–86) Hughes schloss sich Manchester United im März 1978 als 14-jähriger Schüler an. Mit Jugendtrainer Syd Owen fand „Sparky“, wie Hughes genannt wurde, einen frühen Förderer, der aus dem damaligen Mittelfeldspieler einen Torjäger formte. Im November 1980 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag bei „United“. Auf das Debüt in der ersten Mannschaft musste er gut drei Jahre warten, bevor er am 26. Oktober 1983 gegen Port Vale (2:0) im Ligapokal erstmals eingewechselt wurde. Es folgte ein weiterer Kurzeinsatz gegen Spartak Trnava (2:0) im Europapokal der Pokalsieger, dem der erste Auftritt in der Startelf am 30. November 1983 gegen Oxford United (1:1) – erneut im Ligapokal – folgte. Gegen Oxford schoss er auch sein erstes Pflichtspieltor für Manchester United. Im Verlauf der anschließenden vierzehn Wochen kam er nur noch einmal per Einwechslung gegen den FC Southampton zum Zuge, bevor er beim schwierigen Auswärtsspiel gegen den FC Barcelona wieder in der Startelf stand. Diese Partie ging zwar mit 0:2 verloren, aber seine Darbietung reichte aus, dass er auch im Rückspiel – dem „Spiel des Jahres“ für Manchester United – wieder eingewechselt wurde, als der Rückstand noch mit einem 3:0-Erfolg „umgedreht“ werden konnte. In der Folgezeit war Hughes ein fester Bestandteil der Mannschaft und vor allem in der Saison 1984/85 Stammspieler. Er war ein wichtiger Faktor zum Gewinn des FA Cups im Jahr 1985 und Mitglied der Mannschaft, die im Finale den FC Everton mit 1:0 besiegte. Im selben Jahr wählte ihn die Spielergewerkschaft PFA zum „besten Jungprofi“ der abgelaufenen Saison und die „Mannschaft des Jahres“ (PFA Team of the Year). Auch die folgende Spielzeit 1985/86 begann vielversprechend und United gewann dreizehn der ersten fünfzehn Ligaspiele (davon die ersten zehn Partien). Hughes steuerte dazu elf Tore bei, bevor die Nachricht vermeldet wurde, dass er nach Saisonende zum spanischen Großklub FC Barcelona wechseln würde. Uniteds Kampf um die englische Meisterschaft erhielt damit einen schweren Rückschlag. Die Anhänger kritisierten diese Entscheidung, Hughes erreichte selten seine vorherige „Topform“ und am Ende belegte Manchester United „nur“ den vierten Rang.„Mark HUGHES – Manchester United FC – Biography of his football career at Man Utd.“ (Sporting Heroes)
Barcelona und Bayern (1986–88) „Barças“ englischer Trainer Terry Venables sah in Hughes einen idealen Sturmpartner für den sehr erfolgreichen Gary Lineker. Aber im Gegensatz zu Lineker konnte sich Hughes in einer von ihm selbst als „grauenvoll“ bezeichneten Spielzeit 1986/87 nie in den Vordergrund spielen. Er schoss in der spanischen Liga nur vier Tore in 28 Partien und war mit seiner Spielweise, die auch vorsah, mit hohem körperlichem Einsatz Mitspielern Räume zu schaffen, beim Publikum unbeliebt. Er wurde daraufhin in der Saison 1987/88 an den deutschen Spitzenklub FC Bayern München ausgeliehen. Während dieser Spielzeit bestritt Hughes am 11. November 1987 zwei Spiele an einem Tag. Zuerst kam er für Wales gegen die Tschechoslowakei in Prag in einem Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft zum Einsatz und wurde anschließend nach Deutschland gebracht, um per Einwechslung für den FC Bayern München im Wiederholungsspiel der zweiten Pokalhauptrunde gegen Borussia Mönchengladbach mitzuwirken. Nachdem er bei den Bayern seine gute Form wiedergefunden hatte, lotste Uniteds Trainer Alex Ferguson den „verlorenen Sohn“ im Juli 1988 für 1,5 Millionen Pfund zurück nach Manchester.„Best of the British at Bayern Munich: Mark Hughes“ (ESPN)
Manchester United, Teil 2 (1988–95) mini|hochkant|Mark Hughes im Juli 1991
Ferguson ging gerade in sein zweites Jahr als Trainer von Manchester United, und obwohl sich Hughes sofort wieder treffsicher zeigte und am Ende sogar Englands Fußballer des Jahres wurde, verlief die Saison aufgrund einiger unnötiger Punktverluste (durch Remis) mäßig, und das Team landete nur im unteren Mittelfeld. Besonders geschätzt wurde Hughes neben seinen Torjägerqualitäten in zunehmendem Maße als „Zielspieler“ im Angriff, der weit nach vorne geschlagene Bälle behaupten und an Mitspieler verteilen konnte. In der Saison 1989/90 ließen die Ligaerfolge weiter auf sich warten, aber im Finale des FA Cups zwang Hughes mit zwei Toren Gegner Crystal Palace zu einem Wiederholungsspiel, das schließlich mit 1:0 gewonnen wurde und Trainer Ferguson die erste Trophäe in England bescherte. Dies bedeutete nach der fünfjährigen Sperre für englische Klubs in Folge der Katastrophe von Heysel auch die erstmalige Qualifikation für einen europäischen Vereinswettbewerb. Im dortigen Europapokal der Pokalsieger zog Hughes mit den „Red Devils“ bis ins Finale vor, in dem er – pikanterweise gegen den Ex-Klub aus Barcelona – beide Tore zum 2:1-Sieg schoss. Zuvor hatte er im Ligapokal ein weiteres Endspiel erreicht, dieses aber mit 0:1 gegen Sheffield Wednesday verloren. Zum zweiten Mal gewann er 1991 den Titel „Englands bester Fußballer“. Die sportliche Aufwärtsentwicklung zeigte sich zu Beginn der 1990er-Jahre auch in der heimischen Liga und Hughes verlor mit United nur drei der ersten 38 Spiele. Im Schlussspurt der Saison 1991/92 ging dann jedoch die Puste aus und mit dem nicht mehr so treffsicheren Hughes fiel das Team nach drei Niederlagen in Serie noch hinter Leeds United zurück. Als „Trostpflaster“ diente Hughes der Ligapokal nach einem 1:0-Erfolg gegen Nottingham Forest.
Trotz zweier Niederlagen zu Beginn der Saison 1992/93 gewann Hughes mit United die erste englische Meisterschaft des Klubs nach 26-jähriger Durststrecke. Als „Schlüssel“ hatte sich dabei herausgebildet, dass die Frage nach dem idealen Sturmpartner für Hughes nun endlich beantwortet werden konnte. Im November 1992 war der Franzose Éric Cantona von Leeds United zum Verein gestoßen und mit diesem harmonierte Hughes derart gut, dass am Ende zehn Punkte Abstand zum Vizemeister Aston Villa zu Buche standen. Die anschließende Spielzeit 1993/94 brachte United das „Double“ aus Meisterschaft und FA Cup, wobei Hughes seinen Verein durch den späten Treffer zum 1:1-Ausgleich gegen Oldham Athletic vor einem Aus im Pokalhalbfinale bewahrte und nach einem Sieg im Wiederholungsspiel ein Tor zum 4:0 im Finale gegen den FC Chelsea beitrug. Ein mögliches „Triple“ war bereits vorher unmöglich geworden, nachdem Hughes mit United im Endspiel des Ligapokals Aston Villa mit 1:3 unterlegen gewesen war (Hughes hatte dabei in der 82. Minute zwischenzeitlich auf 1:2 verkürzt). Titellos verlief Hughes’ letztes Jahr in Manchester. Das lag daran, dass am letzten Ligaspieltag West Ham United nicht besiegt werden konnte, und die 0:1-Niederlage im Endspiel des FA Cups gegen den FC Everton war gleichzeitig sein letzter Auftritt für United. Für eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Pfund wechselte er Mitte 1995 zum Ligakonkurrenten FC Chelsea – dem Verein, dem Hughes im Kindesalter angehangen hatte.
Chelsea, Southampton, Everton, Blackburn (1995–2002) Chelsea zeigte sich zu diesem Zeitpunkt zunehmend ambitioniert und neben der Verpflichtung von Hughes stieß auch Ruud Gullit zu den „Blues“. Gleich mehrfach in der Saison 1995/96 musste Hughes gegen seinen Ex-Klub aus Manchester antreten. Dabei führte er im Dezember 1995 in Old Trafford sein neues Team interimistisch als Kapitän aufs Feld und im Halbfinale des FA Cups unterlag Hughes mit seinen neuen Kollegen. Der Neustart in London gestaltete sich zunächst holprig und obwohl er in der folgenden Saison 1996/97 an der Seite von Gianluca Vialli begann, sollte er erst mit dem neu verpflichteten Gianfranco Zola wieder ein überdurchschnittlich erfolgreiches Sturmduo bilden, das zu den besten in der Premier League zählte. Während er in der Liga normalerweise in der Startelf stand, kam er im FA Cup zunächst häufiger von der Ersatzbank und war in dieser Rolle als „frischer Stürmer“ besonders gegen den FC Liverpool erfolgreich, als ein 0:2-Halbzeitstand in einen 4:2-Sieg umgedreht wurde. Im Finale gegen den FC Middlesbrough war er wieder „gesetzt“ an Zolas Seite und der 2:0-Erfolg brachte Chelsea die erste bedeutende Trophäe seit 26 Jahren. Im Jahr darauf gewann er mit dem FC Chelsea sowohl das Finale um den Ligapokal als auch das um den Europapokal der Pokalsieger. Im europäischen Pokalsiegerwettbewerb kam er zwar im Finale nicht zum Einsatz, aber im vorherigen Halbfinale gegen Vicenza Calcio hatte er den entscheidenden Treffer nach seiner Einwechslung 20 Minuten vor Schluss zum 3:1 zum Endspieleinzug besorgt. Nach drei Jahren war dann offensichtlich, dass die Zeit des Mittdreißigers in Chelsea ihrem Ende entgegenging, denn mit Spielern wie Tore André Flo, Pierluigi Casiraghi und Brian Laudrup hatte sich Chelsea besonders im Angriffsbereich prominent verstärkt.„Mark HUGHES – Chelsea FC – Biography of his football career at Chelsea.“ (Sporting Heroes)
Im Juli 1998 wurde er an den FC Southampton für 650.000 Pfund transferiert. Dort erhielt er sich die Chance, weiterhin regelmäßig Erstligafußball zu spielen. Bei den „Saints“ agierte er etwas zurückgezogen im Mittelfeld, was dazu führte, dass er zwar nur eine relativ geringe Torausbeute aufwies und aufgrund der zusätzlichen Defensivaufgaben vierzehn gelbe Karten in der Premier League ansammelte, aber gleichzeitig für Erfahrung im Abstiegskampf sorgte. Hughes befand sich nun in der Endphase seiner Spielerlaufbahn und wurde noch während seiner aktiven Karriere im August 1999 als Trainer der walisischen Nationalmannschaft verpflichtet. Trotz dieser Doppelbelastung agierte er zu Beginn der Saison 1999/2000 weiter im Southamptoner Mittelfeld und auch eine Vertragsverlängerung wurde diskutiert. Letztlich fand er sich dann unter dem neuen Trainer Glenn Hoddle häufiger auf der Ersatzbank wieder und als der FC Everton verletzungsbedingt Bedarf an Hughes anmeldete, ließ man ihn ablösefrei nach Liverpool ziehen.
Als Vertretung für Kevin Campbell brauchte er vier Spiele, bevor er gegen den FC Watford sein erstes Tor für die „Toffees“ schoss und obwohl er nicht mehr dieselben Torjägerqualitäten wie zuvor hatte, galt sein mannschaftsdienliches Spiel als wichtiger Faktor beim erfolgreichen Ausklang der Saison 1999/2000. Bei seinen ersten neun Auftritten in der Spielzeit 2000/01 blieb Hughes weiter ohne Torerfolg und Anfang Oktober 2000 zog er weiter zu den Blackburn Rovers, die seinerzeit von Graeme Souness trainiert wurden.
In Blackburn spielte er erstmals in seiner Profikarriere in einer zweiten Liga und mit fünf Ligatoren trug er dazu bei, dass dem Verein der Aufstieg in die Premier League gelang. Die Kräfte reichten zwar häufig nicht mehr für die gesamte Spielzeit, aber in seinem letzten Profijahr gewann er mit den Rovers im Februar 2002 noch einmal den Ligapokal und spielte 90 Minuten lang.
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