Oldham Athletic (offiziell: Oldham Athletic Association Football Club) – auch bekannt als The Latics – ist ein englischer Fußballverein aus Oldham. Er wurde im Jahr 1895 unter der Bezeichnung Pine Villa Football Club gegründet und änderte 1899 den Namen, der heute noch in dieser Form gültig ist. Oldham trat zur Saison 1907/08 der Football League bei und stieg einige Jahre später in die höchste englische Spielklasse auf.

Der Spitzname des Vereins, „The Latics“, stellt eine Abkürzung von Athletic dar, wobei man sich diesen Namen mit dem Nachbarklub Wigan Athletic teilt.

Wenige Monate nachdem der Verein in der Saison 2003/04 in ein Insolvenzverfahren und beinahe in den Bankrott ging, wurde die aktuell noch gültige Ltd. gegründet. Die unmittelbare Zukunft des Vereins wurde dabei am 3. Februar 2004 von einer Gruppe in Amerika ansässigen englischen Geschäftsleuten gesichert, die den Verein aufkauften und das Unternehmen Oldham Athletic (2004) Association Football Club Ltd. gründeten.

Die traditionellen Rivalen des Vereins sind Bolton Wanderers, Manchester City und der FC Bury. Außerdem pflegt der Verein Rivalitäten mit den Klubs aus Yorkshire, Huddersfield Town und Bradford City, sowie in etwas geringerem Ausmaß mit den Nachbarvereinen FC Blackpool und den Tranmere Rovers.

Geschichte 1895 bis 1925 Nach der Gründung 1895 und der späteren Erlangung des Profistatus im Jahr 1899 spielten die Latics zunächst in den lokalen Spielklassen von Manchester, bevor sie im Jahr 1907 der Second Division beitraten. Anders als viele andere Vereine, führte sich Oldham auf Anhieb optimal in das neue Umfeld ein, konnte die erste Saison bereits auf einem dritten Platz abschließen und verpasste den Aufstieg, obwohl man in Heimspielen ungeschlagen blieb, mit nur zwei fehlenden Punkten knapp. Nach einer erneut sehr positiv verlaufenden Saison stieg der Verein dann 1910 als Zweiter erstmals in seiner Geschichte auf und verwies Hull City aufgrund des besseren Torverhältnisses auf den dritten Platz.

Die Latics starten gut in die erste Saison der First Division und schlossen 1911 auf einem siebten Platz ab. Nach einem knapp sichergestellten Klassenerhalt in der Saison 1911/12, erreichte der Verein 1913, neben einem gesicherten Mittelfeldplatz in der Meisterschaft, das Halbfinale im FA Cup. Als der Ausbruch des Ersten Weltkrieges dann den Spielbetrieb aussetzte, hatte Oldham Athletic in der Spielzeit 1914/15 mit der Vizemeisterschaft hinter dem FC Everton seinen bis dato größten Erfolg feiern können, wobei der Titel selbst noch durch zwei Niederlagen in den letzten beiden Begegnungen verspielt worden war.

Die Kriegsunterbrechung war in mehrerer Hinsicht negativ für die Frühentwicklung des Vereins. Nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Jahr 1919 hatte sich ein Großteil der Spieler bereits vom Fußballsport zurückgezogen oder wurde im Krieg getötet. Der Verein konnte sich von diesem Aderlass nicht erholen und stieg nach mehreren Spielzeiten in der unteren Tabellenhälfte 1923 ab. Das letzte Auswärtsspiel gegen Cardiff City sollte dabei das letzte Erstligaspiel des Vereins für die nächsten mehr als sechs Jahrzehnte markieren.

1925 bis 1946 In den ersten Spielzeiten in der zweiten Liga seit 1910 ordnete sich Oldham zumeist im Mittelfeld ein und verpasste den Aufstieg in der Saison 1929/30 mit nur zwei Punkten Abstand auf den Zweitplatzierten FC Chelsea. Aus diesem Jahr stammt auch der bis heute gültige Zuschauerrekord, als am 25. Januar 1930 im FA-Cup-Spiel gegen Sheffield Wednesday 46.471 Besucher kamen. Im Jahr 1938 stieg der Verein dann sogar aus der Second Division ab und musste danach erstmals in seiner Geschichte in der Third Division North antreten.

Da in der Liga nur der Meister aufsteigen durfte, gestalteten sich die Versuche zur Rückkehr in die zweite Liga schwierig. Trotz mehrerer Platzierungen unter den ersten Fünf konnte Oldham nie richtig in den Aufstiegskampf eingreifen, bis dann der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 den englischen Ligafußball bis 1946 unterbrach.

1946 bis 1970 Wieder beeinflusste ein Krieg die Entwicklung des Vereins nachhaltig in negativer Form. Die Resultate verschlechterten sich kontinuierlich und hatten den 19. Platz in der Saison 1946/47 – so schwach wie nie zuvor – zur Folge. Nach weiteren Mittelfeldpositionen in den anschließenden Jahren konnte der Verein nach der Verpflichtung des ehemaligen englischen Nationalspielers George Hardwick als Spielertrainer im Jahr 1950 den Aufstieg in die Second League als Meister der Spielzeit 1952/53 sichern. Die hohen Erwartungen im Boundary Park wurden jedoch enttäuscht, da der Verein die zweite Liga nach nur 25 Punkten aus 42 Spielen und 17 Auswärtsniederlagen direkt wieder verlassen musste.

Unmittelbar nach der Rückkehr in die Third Division North fand sich der Verein nach der nur einjährigen Abwesenheit schnell in der unteren Tabellenhälfte wieder. Der 15. Platz am Ende der Saison 1957/58 sorgte dann dafür, dass der Verein Gründungsmitglied der neu eingerichteten Fourth Division werden musste. Die Entwicklung war weiterhin negativ und führte dazu, dass der Verein im Jahre 1960 nur knapp seinen Profistatus erhalten konnte.

Die Ankunft von Ken Bates als neuem Vereinspräsidenten in den 1960er-Jahren leitete dann eine Trendwende ein und der Verein stieg 1963 in die Third Division mit Trainer Jack Rowley auf. Trotz der verbesserten finanziellen Möglichkeiten konnte Oldham in den Jahren 1965 und 1966 nur knapp die Klasse halten und stieg 1969 wieder in die vierte Liga ab. Daraufhin verließ Bates den Verein, der 1970 die unterste Klasse nur auf dem 19. Platz abschloss, und hinterließ eine geschwächte Finanzstruktur.

1970 bis 1982 – Die „Ära Jimmy Frizzell“ Der schottische Abwehrspieler Jimmy Frizzell übernahm während der Saison 1969/70 die Funktion des Spielertrainers und führte den Verein entgegen allen anderslautenden Voraussagungen zum Aufstieg im Jahr 1971. Nach einem Mittelfeldplatz in seiner ersten Drittligaspielzeit als Trainer verpasste er in der darauffolgenden Saison bei nur drei Punkten Abstand einen zweiten Aufstieg. Dieser gelang ihm dann jedoch in der Saison 1973/74, als Oldham mit zehn Siegen in Serie, was bis zum heutigen Tage einen Rekord darstellt, die Rückkehr in die Second Division sicherstellte, in der der Klub somit erstmals nach 1953 wieder spielen konnte.

Frizzell gelang es, die Latics trotz einer angespannten finanziellen Lage und im Vergleich zu den Konkurrenten geringerer Zuschauerzahlen von den Abstiegsplätzen fernzuhalten. Die Entlassung des populären Frizzell im Jahr 1982 war nach nunmehr 12 erfolgreichen Jahren überraschend. Dennoch legte er die Fundamente für die unmittelbaren Ereignisse, die noch folgen sollten.

1982 bis 1994 – Die „Ära Joe Royle“ Eine der erfolgreichsten und längsten Trainerperioden in der Geschichte von Oldham Athletic ist mit dem Namen Joe Royle verbunden, der das Amt von Frizzell zu Beginn der Saison 1982/83 übernahm. Nach vier Spielzeiten im Mittelfeld der Liga zeichnete sich in der Saison 1986/87 eine positive Weiterentwicklung ab.

In dieser Spielzeit erreichte die Mannschaft auf dem neu geschaffenen Kunstrasen den dritten Platz, der in den kompletten dreizehn Jahren zuvor zum Aufstieg in die First Division genügt hätte. Da jedoch 1987 erstmals eine Play-off-Runde ausgespielt wurde, musste der Verein im Halbfinale gegen Leeds United antreten und verlor nach Hin- und Rückspiel aufgrund weniger geschossener Auswärtstore. Nach zwei anschließend mittelmäßig verlaufenden Spielzeiten gelang es Oldham dann, in einer außergewöhnlichen Saison 1989/90 auf sich aufmerksam zu machen, obwohl auch 1990 der Aufstieg verpasst wurde.

Die Saison 1989/90 Der Start in die Saison verlief mit einer 0:1-Niederlage gegen den Nachbarverein Blackburn Rovers sowie zwei Heimunentschieden gegen Swindon Town und den FC Watford zunächst einmal durchwachsen, und nichts deutete auf die aufregenden Ereignisse hin, die folgen sollten. Die Mannschaft Oldhams bestand zumeist aus Spielern, die der Verein zu einem „Schnäppchen“-Preis erstanden hatte, und aus ablösefreien Akteuren. Rick Holden stellte mit einer Ablösesumme von 165.000 Pfund, die Oldham an Watford zahlen musste, den teuersten Spieler dar. Auf der Torhüterposition konkurrierten Andy Rhodes und Jon Hallworth. In der Defensive stellten Paul Warhurst, Denis Irwin, Earl Barrett, Andy Barlow, Andy Holden und der vielseitige Ian Marshall die Abwehrreihe Oldhams. Im Mittelfeld agierten Neil Adams, Mike Milligan, Nicky Henry, Rick Holden sowie Neil Redfearn und wurden in der Offensive von den Stürmern Andy Ritchie, Frankie Bunn sowie dem Rekordtorschützen Roger Palmer komplettiert.

Nach dem ersten Heimsieg der Saison, als Plymouth Argyle mit 3:2 besiegt werden konnte, startete Oldham einen Lauf im Ligapokal 1989/90 (unter der damaligen Bezeichnung Littlewoods Cup) und eliminierte Leeds United in der ersten Runde mit 4:2 Toren nach Hin- und Rückspiel. In der zweiten Runde besiegte Oldham mit dem FC Scarborough den Überraschungsgewinner gegen den FC Chelsea aus der ersten Runde. Beim 7:0-Sieg erzielte Frankie Bunn alleine sechs Tore (das siebte schoss Ritchie). Als sich der Verein auf den Aufstiegsplätzen der Second Division wiederfand, trat er in der dritten Ligapokal-Runde gegen den FC Arsenal, den amtierenden englischen Meister, an. Vor 15.000 Zuschauern konnte Oldham diese Partie mit 3:1 gewinnen, wobei Ritchie zweimalig und Nick Henry mit einem Distanzschuss John Lukic im Tor von Arsenal überwinden konnten.

Mit diesem Sieg erreichten die Latics erstmals das Viertelfinale des Ligapokals, in dem sie gegen den zu dieser Zeit sechstplatzierten Erstligisten FC Southampton spielten. Nach der frühen Führung für Southampton von Matthew Le Tissier glich Ritchie zehn Minuten vor Schluss aus. Nach einem weiteren Treffer von Le Tissier fünf Minuten vor Ende sah alles nach einer Niederlage für Oldham aus. Es war jedoch erneut Ritchie in der vierten Minute der Nachspielzeit, der eine Flanke von Holden zum Endstand von 2:2 verwandelte. Das Wiederholungsspiel im Boundary Park gewann Oldham dann nach einem Kopfball von Ritchie und einem weiteren Tor von Kapitän Milligan mit 2:0.

Im Halbfinale stand Oldham dem Aufstiegskonkurrenten aus der Second Division, West Ham United, gegenüber und gewann das Hinspiel im eigenen Stadion mit 6:0. Nach einem frühen Tor von Adams trafen zudem erneut Ritchie zweimalig sowie Barrett, Palmer und Holden. Die anschließende 0:3-Rückspielniederlage im Upton Park von West Ham änderte nichts mehr an der Tatsache, dass Oldham erstmals in der 95-jährigen Vereinsgeschichte ein Spiel, das Ligapokalfinale, im Wembley-Stadion bestreiten durfte. In diesem Endspiel wartete das von Brian Clough trainierte Team von Nottingham Forest.